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Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs – Huey Lewis and the News: „The Power Of Love“

Huey Lewis and the News sind eine extrem erfolgreiche Rock’n’Roll- bzw. Rhythm & Blues Band, die in den Gründertagen des “Music Television” berühmt wurden. Sie erkannten die Gunst der Stunde und gingen sehr frühzeitig eine enge Verbindung mit dem damals noch jungen Musiksender MTV ein: Huey Lewis versorgte den vielversprechenden Sender gerne mit selbst gemachten Videos, und MTV dankte es der Band mit viel Airplay über lange Zeit – und supportete somit deren epochalen Aufstieg nach Leibeskräften! Ihren Zenit erreichte die Band 1985 mit “The Power of Love” als Titeltrack für den Blockbuster-Movie “Back to the Future”. Neben der Eröffnungssequenz des Films kommt der Song kurze Zeit später erneut zu Gehör – intoniert von Marty McFlys Schülerband bei einem Wettbewerb. Ausgerechnet Huey Lewis selbst sitzt in der Jury und verkündet nach wenigen Takten via Megaphon: “ZU LAUT!” Huey Lewis and the News erschienen stets wie eine eingeschworene Truppe und waren eine Band mit einer fantastischen Rhythm Section. Am Bass konnte man eine äußerst coole Erscheinung bewundern: stets adrett gekleidet, galant stoische Ruhe ausstrahlend, Kippe im Mundwinkel, obligatorische Sonnenbrille und einen Hauch Rockabilly-Look versprühend, hört der Tieftöner auf den klangvollen Namen Mario Cipollina. Er begleitete die Band von ihrem Gründungsjahr 1977 bis 1994.

POL
Inhalte
  1. „The Power Of Love“ – Original-Musikvideo
  2. „The Power Of Love“ – History
  3. „The Power Of Love“ – Rhythmik
  4. „The Power Of Love“ – Basstrack
  5. Wissenswertes von Mario Cipollina

“The Power Of Love” – Original-Musikvideo

Hier wie immer zunächst das Original in Bild und Ton: 

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“The Power Of Love” – History

Bei dem früheren Hit “I Want A New Drug” hatte Mario Cipollina auf einen Mix aus E-Bass und Synthie-Bass gesetzt. Da dies gut funktioniert hatte, wurde dasselbe Konzept auch auf “Power Of Love” übertragen. Als der berühmte Audio-Engineer Bob Clearmountain den Titel abmischte, versäumte Mario Cipollina es, detaillierte Notizen zum Bassmix zu übermitteln – daher ging der E-Bass-Anteil im Mix nahezu komplett verloren.
Nichtsdestotrotz wurde auf dem Track E-Bass gespielt, und um just diesen E-Bass-Part geht es natürlich im heutigen Workshop. Natürlich doppelt der E-Bass den Synthie, wird jedoch in Nuancen anders gespielt.

Bassist Mario Cipollina ist ein begeisterter Motorradfan! (Bild zur Verfügung gestellt von Mario Cipollina)
Bassist Mario Cipollina ist ein begeisterter Motorradfan! (Bild zur Verfügung gestellt von Mario Cipollina)

“The Power Of Love” – Songablauf

“The Power Of Love” verfolgt ein klassisches Song-Schema, wobei das nach dem C-Teil folgende Gitarrensolo über das Strophenthema gespielt wird. Angereichert wird der Song durch wiederkehrende kurze Interludes, dem “The Power Of Love”-Thema, welches eigentlich identisch mit dem Strophenriff ist. Die Form sieht folgendermaßen aus: Intro A A B A B C A A B B
Anders notiert (mit Interludes) könnte man auch schreiben:

  • Intro A (Chorus)
  • Intro B (Verse)
  • Verse 1
  • Interlude
  • Verse 2
  • Chorus 1
  • Interlude
  • Verse 3
  • Chorus 2
  • Middle 8
  • Break
  • Interlude
  • Solo (2 x Verse)
  • Chorus 3&4

“The Power Of Love” – Tonmaterial

Der Refrain verwendet vorrangig Tonmaterial aus C-Dur, in der Strophe wiederum bedient man sich bei C-Moll. Ein Zwischenteil schwenkt dann über zu den Harmonien der Dur-Parallele zu C-Moll, also Eb-Dur. Alles in allem also ein geschickt verteilter, jedoch überschaubarer und deutlich strukturierter Harmonierahmen.
Beachtet besonders im Strophen-Riff die Oktavlage des C auf der 1 jedes zweiten Taktes (z.B. Takt 4 & 6 im Intro). Man könnte annehmen, dass die Noten C auf 1 und c auf 1+ identisch gespielt wird, sie liegen jedoch eine Oktave entfernt voneinander. Beachtet außerdem bitte den in systematischen sechstaktigen Abschnitten aufbauenden Basspart im Teil nach dem Middle 8 sowie dem darauf folgenden Gitarrensolo.

Mario Cipollina: Blaupause eines stylischen Bassisten!
Mario Cipollina: Blaupause eines stylischen Bassisten!

“The Power Of Love” – Rhythmik

Primär lebt “The Power Of Love” von einem “bouncigen” Achtelfeeling. Die Strophe läuft über ein zweitaktiges Pattern, bei welchem vor allem die Akzente in der zweiten Takthälfte den Groove steuern. Der erste Takt verwendet durchgehende Achtel mit einer Synkope auf 4+. Im zweiten Takt folgt direkt eine zweite Synkope auf 1+.
Das Zusammenwirken dieser beiden Synkopen erzeugt den erwähnten Bounce-Effekt, der durch zwei weitere Akzente im zweiten Takt auf den Zählzeiten 3 und 4 beantwortet wird. Auch der Chorus baut auf ein zweitaktiges Rhythmuspattern auf: Auch hier laufen die Achtel durch, werden in beiden Takten des Pattern jedoch immer durch eine Synkope auf 2+ unterbrochen. Das heißt, die Zählzeit 3 wird stets um eine Achtelnote vorgezogen. Hierdurch entsteht ein treibender Effekt.

“The Power Of Love” – Basstrack

Mario Cipollina verwendet eine sehr eigenständige Picktechnik. Er setzt dafür ein Daumen-Pick ein, wie man es typischerweise bei akustischen Steelstring-/Westerngitarren benutzt. Diese besonderen Plektren sind so geformt, dass sie in einer Verlängerung einen offenen Ring bilden, der über den Daumen gezogen wird.
So weit, so normal – allerdings modifiziert Mario seine Daumen-Picks: Bei seinen Picks schleift er den vorderen Teil so weit herunter, dass nur noch der Daumenring übrig bleibt. Dann klebt er mit Epoxidkleber ein Medium- oder Heavy-Pick der Marke Fender an die Unterseite des Daumenrings. Der Grund dafür ist, dass Daumen-Picks sehr unflexibel sind und dadurch schnell an den Basssaiten hängenbleiben. Die Fender-Picks hingegen sind deutlich flexibler. Der so erschaffene Hybrid liefert also das Beste aus beiden Welten!

Bilder zur Verfügung gestellt von Mario Cipollina
Bilder zur Verfügung gestellt von Mario Cipollina

Das modifizierte Pick sitzt fest auf dem vorderen Daumenglied und die Fender-Pick-Spitze ragt seitlich vom Daumen hervor. Der Vorteil dabei ist, dass das Pick in einer festen Position geankert ist und nicht zwangsläufig vom Zeigefinger mitgehalten werden muss, was spieltechnisch ganz neue Möglichkeiten eröffnet. (Wer es einmal nachbauen möchte, dem wünsche ich viel Spaß beim Basteln!)
Man kann auf diese Weise aber auch schnell zwischen Finger- und Pick-Anschlag hin- und herwechseln, ohne dass einem das Pick dabei aus der Hand gleitet. Mario Chipollina arbeitet sehr häufig mit solchen Anschlagwechseln. Besonders in Verbindung mit dem Palm Muting realisiert Mario auf dem E-Bass somit sehr wirksam Synth-Basslinien auf der Bühne.

“The Power Of Love” – Basssound

“The Power Of Love” wurde – wie übrigens auch “Heart Of Rock’n’Roll” – im “Studio D” in Sausalito/Kalifornien aufgenommen. Mario Cipollina verwendete für das Recording einen fünfsaitigen Yamaha-Prototypen, von dem lediglich zwei Stück gebaut wurden.

Mario mit seinem äußerst raren Yamaha-Prototypen (Bild zur Verfügung gestellt von Mario Cipollina)
Mario mit seinem äußerst raren Yamaha-Prototypen (Bild zur Verfügung gestellt von Mario Cipollina)

Zwei Signale wurden parallel aufgenommen: Das eine mit einer D.I.-Box lief in einen LA2A-Kompressor. Für das zweite Signal wurde ein kleiner Gallien Krueger 200 MB mithilfe zweier Mikros abgenommen (Sennheiser MD 421 und AKG C 414 EB). Der Mikrofon-Kanal wurde dann durch einen Drawmer DL 251 Spectral Compressor geschickt.

“The Power Of Love” – Noten/TABs/Soundfiles

Nachfolgend findet ihr wie immer alle Noten und Soundfiles. Die Keyboards hat Gareth Weedon gespielt – thank you, Gareth!

Audio Samples
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“The Power Of Love” – Playalong mit Bass – WAV “The Power Of Love” – Playalong nur mit Bass und Drums – WAV “The Power Of Love” – Playalong ohne Bass – WAV

Wissenswertes von Mario Cipollina

In der Frühphase der Band erhielt Cipollina das Angebot, bei Foreigner einzusteigen, verließ aber die Superstar-Band aus New York nach wenigen Wochen wieder, weil er lieber mit seinen Kumpels im kalifornischen San Francisco Musik machen wollte. Geld ist eben nicht alles!
Mario arbeitet zurzeit an einem Soloalbum, auf dem er ausschließlich einen siebensaitigen (!) Bass spielt. Neben Steve Smith an den Drums wird auf dem Album unter anderem auch der verstorbene John Entwistle von The Who zu hören sein, mit dem Mario eng befreundet war. Wir halten euch natürlich auf dem Laufenden darüber, wann das Album veröffentlicht wird!

Viel Spaß mit “The Power Of Love” und bis zu nächsten Mal,
euer Ollie

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von Oliver Poschmann

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