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DJ-Software mit Musik-Streaming

Auflegen mit Musik-Streaming in der DJ-Software? Nun, vor einigen Jahren verbanden nicht wenige Menschen mit dem Wort Streaming eher Webradios, Podcasts, YouTube-Vidoes oder illegales Kinoprogramm, denn kostenpflichtigen Content. Besonders Musik-Bezahldienste. Doch mittlerweile hat sich das Blatt gewendet. Netflix und Co haben die Videotheken vielerorts verdrängt, Apple Music, Spotify und Konsorten haben dem CD-Verkauf mehr als zu zu schaffen gemacht.

(Bild: Shutterstock / Credits: Victor Lucas Photograph)
(Bild: Shutterstock / Credits: Victor Lucas Photograph)

Inhalte

  1. Mensch oder Maschine: kuratierte Playlisten und KI
  2. Virtual DJ
  3. Algoriddim Djay
  4. Serato DJ
  5. Pioneer rekordbox DJ
  6. Traktor DJ und Traktor Pro
  7. PCDJ DEX
  8. Mixvibes Cross
  9. Streaming, Nutzung, Speicherung


In 2019 Betrug der Streaming-Anteil laut RIAA fast satte 80 Prozent. Selbst in DJ-Hardware wie der Denon Prime Serie gibt es bereits WLAN und Tidal- oder Soundcloud-Streaming. Was dem Musikhörer recht ist, scheint dem DJ billig und so machen sich die Streaming-Provider und Softwarehäuser auf, Zweckgemeinschaften zu gründen. 
Kooperationen, um den Protagonisten der beschallenden Zunft und jenen, die es einmal werden wollen oder nur zum Spaß sich und den Freundeskreis ein musikalisches (W)Lan-Intermezzo bieten möchten, zu ermöglichen, X-Millionen Titel zum Flatrate Preis direkt aus der Lieblings-Software zu streamen.
Eine Vollversion des DJ-Programms auf der einen, ein kostenpflichtiges Abo auf der anderen Seite meist vorausgesetzt. Eine Win-Win-Situation. Aber auch für den DJ oder den Künstler? Nun, was den Künstler angeht, verweise ich gern auf Portisheads Geoff Barrows Twitter Post, mit 34 Millionen Streams 1700 Pfund verdient zu haben. Macht 0,0065 Cent pro Hörer.

Mensch oder Maschine: kuratierte Playlisten und KI

Logo: Statt sich eine ausgewachsenen Vinyl- oder CD-Sammlung zuzulegen, spart man mit der „Flatrate“ als DJ eine Menge Kohle und mitunter auch noch einen Haufen Zeit. Moment mal, wie soll das denn bei Millionen von verfügbaren Tracks funktionieren.
Nun, statt sich per pedes bei orkanartigen Außenbedingungen oder Sahara-Temperaturen in den Plattenladen zu begeben und sich nass(geschwitzt) aber nicht weniger glücklich persönliche Tipps und Empfehlungen vom Record-Dealer oder anderen lokalen DJs abzuholen und gegen bare Münze in “schwarzes Gold” umzutauschen, bleibt man für die Bestückung der virtuellen Plattenkiste einfach vor dem Computer mit einem schwarzem Kaffee in der Hand kleben.
Dort gibt es dann direkt beim „Auflegen“ einer Scheibe – je nach Streaming-App der Wahl – maschinelle Empfehlungen, Charts oder Tipps, was andere DJs so auflegen – alles ratzfatz im Direktzugriff.
Wo das hin führt, soll hier nicht weiter thematisiert werden, es sei denn, ihr habt Lust, euch darüber in den Kommentaren auszulassen. Vielmehr möchte ich euch in diesem Artikel die Programme vorstellen, die Streaming erlauben oder in Kürze damit ausgestattet werden.
Was ist mit Spotify?
Spotify ist seit Ende 2020 nicht mehr für „Third-Party“ DJ-Programme verfügbar. 
Gute Neuigkeiten dagegen für das Offline-Speichern von Tracks:
Beatport und Beatsource Link haben zwei Abo-Modelle dafür im Programm. 50 Tracks pro Monat im Download-Locker kosten ab 19,99 USD (Beatsource) bzw. 29,99 USD (Beatport). 100 Tracks sind ab 29,99 / 49,99 USD monatlich offline spielbar.

Wer mit wem?

Sämtliche Major-DJ-Software von Serato über rekordbox und VDJ bis hin zu Djay und Traktor hat mittlerweile einen Streaming-Kooperationspartner anzubieten. Welche genau das sind, erfahrt ihr hier.

Virtual DJ

… ist schon seit einigen Jahren mit Streaming-Content am Start und hat mit dem Release der letzten Softwaregeneration das eContent-Modell etwas umgestellt. Verfügbar sind die Abos Music (9,99 Dollar – iDJPool), Karaoke (19,99 Dollar – digitrax) und Video (49,99 Dollar – VJPro). Dazu kommen Streaming-Anbieter wie Deezer, Soundcloud und Beatport. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. 

Streaming Services in Virtual DJ 

  • iDJpool
  • Digitrax
  • VJpro
  • Deezer
  • Soundcloud
  • Tidal
  • Beatport
  • Beatsource
Virtual DJ bedient sich aus dem iDJ Pool
Virtual DJ bedient sich aus dem iDJ Pool

Algoriddim Djay Pro

… setzte beim Streaming-Service jahrelang ausschließlich auf Spotify, mittlerweile sind auch die “neuen Provider” Tidal, Beatsource und Beatport Link an Bord sowie Soundcloud.
Djay ist aufgrund seiner knallbunten Turntable-Optik, Controller-Unterstützung und einfach zu handhabenden Musikverwaltung und Kreativsektionen nicht nur auf dem Mac sehr beliebt, sondern auch auf dem Tablet/Phone und seit einiger zeit auch für Windows erhältlich. Die Windows Version von DJAY Pro und Djay Pro 2 für Mac liegen bei rund 50 Euro, die iOS Version wurde aktuell zu einem Abo-Modell umgebaut und kostet 39,90 Euro pro Jahr. Tidal, Soundcloud und Co. schlagen je nach Qualitätsstufe und Abo-Modell mit monatlich ab 9,90 Euro in die Portokasse.

Streaming Services in Djay Pro AI 

  • Tidal
  • Soundcloud
  • Beatport Link
  • Beatsource Link
Einzelansicht_Algoriddim_Djay_Pro2

Hercules DJUCED

Richtig gelesen, hier ist mit Hercules DJUCED ein Newcomer in unserem Listing der DJ-Software mit Streaming Music vertreten. Für die, denen DJUCED (noch) kein Begriff ist: Das Programm ermöglicht Auflegen auf bis zu vier Decks und ist mit allem Rüstzeug ausgestattet, das eine moderne DJ-Software benötigt. Darunter eine ausgeklügelte Dateiverwaltung, moderne Optik, Effekte, Performance Modi und eben auch Streaming. Allerdings benötigt ihr Hercules Hardware, wenn ihr damit arbeiten möchtet.
Als einzige Software in diesem Feld setzt Hercules seit geraumer Zeit schon auf Qobuz, das Streaming in Studioqualität (24 Bit / 192 kHz max. – 14,90 Euro mtl.) erlaubt. Außerdem gibt´s das Sublime+ Abo, das zudem Downloads in Hi-Res aus dem Online-Katalog rabattiert.

Streaming Services in DJUCED 5 

  • Qobuz
  • Beatport Link
  • Beatsource Link
  • Soundcloud
  • Tidal
Hercules DJUCED
Hercules DJUCED

Serato DJ Pro und Lite

…setzten auf Soundcloud und Tidal (Abo je 9,90 Euro), die bisher jedoch keine Offline-Speicherung von Tracks für DJs bereitstellen, wie es beispielsweise Beatport und Beatsource Link ab 19,90 Euro anbot. Eine essentielle Funktion für das Auflegen vor Publikum und DJ-Disziplinen wie Scratching. Warten wir ab, ob es noch kommen wird.

Streaming Services in Serato DJ Pro und Lite

  • Soundcloud
  • Tidal
  • Beatport
  • Beatsource
Serato kommt mit Tidal und Soundcloud im Gepäck.
Serato kommt mit Tidal und Soundcloud im Gepäck.

Pioneer rekordbox DJ

Pioneer DJ hat mit rekordbox dj ebenfalls eine “klassische” DJ-Software, also nicht nur für den USB-Stick-Export, im Programm, die mit Laptop und Controllern läuft. Auf vier Decks könnt ihr damit aufspielen. Die App bietet Sampler, Sequencer, etliche Effekte und eine hervorragende Musikverwaltung. Je nach Aboplan DVS, Lighting und Lyrics Add-ons. In puncto Streaming werden Beatport und Beatsource link und Soundcloud unterstützt.

Streaming Services in rekordbox dj 

  • Soundcloud
  • Tidal
  • Beatport
  • Beatsource
rekordbox dj
rekordbox dj

Traktor DJ und Traktor Pro

Soweit wären dann alle „Platzhirsche“ im Marktsegment DJ-Software mit einem Streaming-Provider am Start, ebenfalls Native Instruments, die mit Beatsource und Beatport kooperieren.  Außerdem könnt ihr Soundcloud go+ in der Traktor DJ 2 App nutzen. Streaming Services in Traktor

  • Beatsource link (Traktor Pro)
  • Beatport link (Traktor Pro)
  • Soundcloud (Traktor DJ)

PCDJ DEX

Vier DJ-Decks, zwei davon für Video-Mixing und Karaoke-Support sowie eine breit gefächerte Liste unterstützter DJ-Controller sind die Schwerpunkte der Software. PCDJ DEX kooperiert mit dem Musik-Download-Dienst Partytime Net Karaoke Cloud und Soundcloud go+. Das Programm kostet als Vollversion 199 €.

Streaming Services in PCDJ DEX 

  • PartyTime net Karaoke
  • Soundcloud
  • Beatport link
  • Beatsource link

Mixvibes Cross

Track- und Videodecks, Effekte, Empfehlungen, Rekordbox, Traktor und Virtual DJ Import, Mix-Sharing auf diversen Plattformen, DVS und vieles mehr kann sich die französische Mac/PC-Software Cross auf die Brust schreiben. Sie ist außerdem für Android und iOSerhältlich und beinhaltet Soundcloud-Streaming. Für 49,90 Euro bekommt ihr die DJ-Version mit MIDI-Mapping und Co, die „Pro“ Version beläuft sich auf 129 Euro (inkl. DVS-Funktion und Pioneer HID-Unterstützung).

Streaming Services in Mixvibes Cross

  • Soundcloud
Fotostrecke: 3 Bilder Mixvibes Cross bietet die Möglichkeit, Soundcloud gegen Gebühr anzuzapfen.
Fotostrecke

Streaming, Nutzung, Speicherung

Aber wie man es auch dreht und wendet und wer auch immer mit wem kooperiert: In Deutschland halten ohnehin diverse Institutionen ihren Daumen drauf. Kein Wunder also, dass Spotify in seinen Lizenzbedingungen die kommerzielle Nutzung ausklammert, ebenso wie Deezer.
Dem Heimanwender und Hobby-DJ hingegen kann es egal sein, denn für eine jährlicheInvestitionssumme, die in etwa gleich aufliegt mit den Kosten für 5 CDs oder Vinyls, darf er  – eine gute Netzwerkverbindung vorausgesetzt – 365 Tage im Jahr mit X-Millionen Titeln, ganz gleich ob Klassiker oder heiße Tunes, die Turntables und Controller rocken. Eines sei allerdings noch angeführt. Das Mix-Recording, früher auf Tape, heute innerhalb der Software und wichtig gerade für Einsteiger, die ihre Mixes und Übergänge kontrollieren wollen, ist in einigen Programmen aus rechtlichen Gründen untersagt.
Was den Download und die Offline-Speicherung angeht, sind Beatport und Beatsource Link noch eine Ausnahme.

Fotostrecke: 4 Bilder Bild: Spotify (Screenshot)
Fotostrecke

Standalone-Streaming

An dieser Stelle sei mir noch der Hinweis erlaubt, dass man  – auch wenn es in diesem Artikel um Streaming innerhalb der DJ-Software geht – mittlerweile auch ohne eine klassische DJ-Software oder iOS/Android DJ-APPs mit Streaming Music auflegen kann, beispielsweise mit der Denon Prime Serie und dem Numark Mixstream, die u.a. Tidal, Beatport Link, Beatsource Link und Soundcloud go+ unterstützten. Ferner könnt ihr von den Geräten auf Dropbox zugreifen und mit “Soundswitch Embedded”  entweder DMX-Equipment oder Philips Hue Licht steuern. Und das direkt von der unterstützenden Hardware aus (siehe dazu auch unseren Mixstream Pro Test).

Eure Meinung

Wie steht ihr aus Sicht der auflegenden Zunft dazu? Streamen statt kaufen? Oder besser in einen Download-Pool einsteigen? Der Kommentarfunktion steht euch offen.
Happy Mixing
Peter Westermeier

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(Bild: Shutterstock / Credits: Victor Lucas Photograph)

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von Peter Westermeier

Kommentieren
Profilbild von NUMINOS

NUMINOS sagt:

#1 - 04.04.2016 um 10:55 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Danke für diese gute Übersicht, Peter!Und wenn man das so ließt, stellt man wieder einmal fest, dass sich die Firmen konsequent gegenseitig (und uns) das Leben schwer machen. Wie klasse wäre es, wenn sich alle auf einen (oder mehrere) Streaming-Dienste einigen könnten: Jeder DJ hätte weltweit, egal welches System er im jeweiligen Club vorfindet, seine Tracks parat. Könnte nach dem Abendessen auf seinem Mobilgerät noch 1-2 aktuelle Track zu seiner Playlist hinzufügen und findet die dann später auf dem Rechner in der DJ-Booth... ach, es könnte alles so einfach und geschmeidig sein. *seuftz*

Profilbild von Hau-i Bloom

Hau-i Bloom sagt:

#2 - 13.11.2017 um 16:03 Uhr

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Ich nutze VirtualDJ zusammen mit dem Online Service IDJPool, ist eine super Sache!

Profilbild von Torsten Dehnke

Torsten Dehnke sagt:

#3 - 23.08.2018 um 09:50 Uhr

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HI,
ich suche eine DJ Software /app die mit Amazon Music zusammen funztlgTorsten

Profilbild von Jerry Zhang

Jerry Zhang sagt:

#4 - 06.12.2018 um 03:43 Uhr

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Für die Wiedergabe von Spotify auf einer virtuellen DJ-Software müssen Sie wissen, dass von Spotify heruntergeladene Tracks von DRM codiert werden. Daher können Sie Spotify nicht direkt auf Serato spielen. Aber keine Sorge, hier entfernen Sie DRM von Spotify-Musikstücken, indem Sie Spotify-Musik in MP3 konvertieren. Dann können Sie sie offline anhören. https://www.audfree.com/spo...

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Robert Pasec sagt:

#5 - 14.02.2019 um 19:59 Uhr

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das geile an dem VDJ eigenen Streaming Dienst ist, dass man die Titel auch ohne Internet abspielen kann

Profilbild von sushingen

sushingen sagt:

#6 - 20.04.2020 um 14:03 Uhr

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Algoriddim Djay Pro wird Ende Juni kein Spotify mehr anbieten. Wäre interessant zu erfahren, ob sich Spotify überhaupt mit einer DJ-Anwendung nutzen lässt bzw. mit welcher. Auch mit Apple Music würde mich interessieren …

    Profilbild von CaliforniaSun86

    CaliforniaSun86 sagt:

    #6.1 - 18.10.2020 um 21:57 Uhr

    Empfehlungen Icon 0

    Würde mich auch brennend interessieren, deswegen bin ich hier gelandet. Scheint aber mit keiner dieser Programme hier auf dem Mac zu funktionieren. Schade .. sollte nur für den Privatgebrauch sein :)

    Antwort auf #6 von sushingen

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    +1
Profilbild von Francesco Steinfeld

Francesco Steinfeld sagt:

#7 - 06.03.2021 um 16:50 Uhr

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Ich habe letztens traxsource für mich entdeckt, hab dort sehr coole elektronische Titel gefunden die ich nicht kannte. Schade das die Plattform hier nicht genannt wird, würde gerne etwas darüber erfahren mit welcher Software sich diese am besten einbinden lässt. Trotzdem super Artikel. Besten Dank dafür und schöne Grüße

    Profilbild von peter.bonedo

    peter.bonedo sagt:

    #7.1 - 07.03.2021 um 08:08 Uhr

    Empfehlungen Icon 0

    Hallo Franceso, Traxsource ist eine super Plattform für elektronische Musik, lässt sich via Streaming aber leider nicht einbinden, daher wird es hier nicht gelistet. Es gibt aber eine Player App für Smartphones. Gruß

    Antwort auf #7 von Francesco Steinfeld

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