Diese Mix-Techniken solltest du als DJ kennen

Die grundlegenden DJ Mix-Techniken zu beherrschen, ist keine Raketenwissenschaft. Denn Basic DJ-Mixing bedarf vor allem Wissen über die Tracks und pragmatische Skills, um die Songs so unauffällig und künstlerisch geschmackvoll wie möglich zu mischen. 

Die Mixing-Skills sind sicherlich das Salz in der Suppe, aber die Auswahl der Tracks und die Kenntnis über deren Aufbau bilden die Grundalge, damit der Übergang und letztlich das Set den Gästen gefällt. Denn passen die aufeinanderfolgenden Tracks nicht stilistisch und dramaturgisch zusammen, können die Mixing-Techniken dieses Manko zwar etwas kaschieren, aber mit einem faden Beigeschmack. Umso ähnlicher die zu kombinierenden Tracks sind und ich den optimalen Zeitpunkt zum Einläuten und Beenden der Blende kenne, desto runder klingt der Übergang.

DJ Mix-Technik
(CREDITS: Shutterstock / von DisobeyArt)

DJ-Mix-Techniken – Skills am Mischpult 

Die Skills am Mischpult können sich in diesem Fall eigentlich auf Fader und Bass-EQ beschränken. Hingegen DJs, die oft wie wild an Reglern und Effekten herumschrauben, versuchen mitunter damit, ihre vielleicht unpassende Trackwahl zu kaschieren.

Mit der technischen Entwicklung der Mischpulte, die in den 1990ern mit dem Launch des legendären Pioneer DJM-500, dem ersten DJ-Mischpult mit Effekt-Sektion, das Mixing revolutionierte und auch mit Dreiband-EQs und Filter-Knobs pro Kanal neue Möglichkeiten eröffnete, etablierten sich diese fünf Mixing-Techniken als die Standards für eine Blende:    

Fade-In/Fade-Out – der Klassiker unter den DJ-Mix-Techniken

Das bloße Ein- und Ausblenden eines Tracks bildet die Basis für alle DJ Mix-Techniken. Ich persönlich bevorzuge dafür die Linefader, da ich mit ihnen eine genaue Kontrolle habe, wie ich die Tracks über die gesamte Fader-Länge mische. Diese klassische Fader-Fahrt mit gleichzeitigem Ein- und Ausblenden empfiehlt sich nur für einen kurzen Übergang von wenigen Sekunden. 

Wer lieber mit dem Crossfader mixt, der sollte auf die Einstellung der Flankencharakteristik achten. Also darauf, wie schnell das andere Signal hinzugemischt wird. Bei einer einstellbaren Crossfader-Kurve entspricht der Fade-In/Fade-Out der weichen Einstellung, bei der der einzumixende Track über den gesamten Regelweg gleichmäßig eingeblendet und zugleich der andere sanft ausgeblendet wird.

Bass-Swap

Wer Blenden gern über ein oder mehrere Phrasen (eine Phrase entspricht der Länge von acht Takten) zieht, der fadet zunächst den Folge-Track bis zum Anschlag ein und lässt anschließend beide Tracks mit komplett offenen Fadern zusammenspielen. Allerdings kommt es durch die Überlagerung der Bässe beider Tracks zu einer Veränderung des Master-Levels. 

Sind die Basssignale hinsichtlich der Phase identisch, addieren sich die Bässe, wodurch der Mix deutlich lauter wird. Bei einer gegenphasigen Lage löschen sich die Bässe aus, dem Mastersignal fehlt der Wumms. 

Daher solltet ihr, sofern in beiden Tracks gleichzeitig Bässe zu hören sind, immer bei einem der beiden den Bass komplett herausfiltern, in der Regel bei dem einzublendenden. 

Anschließend könnt ihr während der Blende die Bässe gern ständig wechseln, was den Übergang abwechslungsreicher gestaltet und für mehr Action hinter dem Mischpult sorgt. Haltet aber dabei ein gewisses Muster der Takte ein, zum Beispiel 4/4 oder 6/2 Takte. Um den Mix zu beenden, zieht ihr den Fader des auszublenden Tracks mit eliminiertem Bass runter. 

Filtern

Die meisten Mischpulte verfügen über einen kombinierten Low- und Highpass-Filter pro Kanal, die auch für Übergänge funktionieren. Dazu blende ich zum Beispiel mit dem High/Lowpass-Filter den Track aus und gleichzeitig den neuen Track mit offenem Fader und aktivem Low/Highpass-Filter ein. Natürlich kann ich auch bei beiden Tracks nur mit dem Low- oder Highpass filtern. 

Echo-Out

Mit dem beliebten Echo-Out klingt ein Übergang einfach geschmeidiger. Zunächst in der Effekt-Sektion des Mixers das Echo, dazu die Länge von einem halben oder ganzen Beat gewählt, fahre ich das Echo mit dem Dry/Wet-Regler langsam auf die letzten acht oder vier Takte des auszublendenden Tracks hoch. Der Beat pulsiert zunehmend. 

Mit dem schlagartigen Fade-Out klingt das Echo etwas nach, sofern der Effekt in der Signalkette nach dem Fader (Post Fader) anliegt. Hingegen bei Pre Fade verstummt das Echo bei geschlossenem Fader. In diesem Fall müsst ihr den Track bei offenem Fader einfach stoppen. 

Dieser Effekt wird gern mit dem Bass Swap kombiniert. Schließlich sollte der Bass beim Echo minimiert sein, um pulsierendes Wummern zu verhindern.  

Chop-Mixing 

Bei dieser DJ-Mix-Technik werden Fragmente des kommenden Tracks in den laufenden mit dem Crossfader oder auch Linefader gecuttet und damit angekündigt. Dies kann entsprechend einer gewissen wiederkehrenden Struktur im ständigen Wechsel oder auch einmalig erfolgen. 

Anwendung findet diese Technik oft bei Urban und Drum ´n Bass oder wenn die Tracks nicht gemixt werden können, da sie keine Intros/Outros besitzen oder deren Musikstile zu unterschiedlich sind. Auch bietet sich diese Technik zum Anteasen eines bekannten Tracks an, indem ein sehr bekanntes Intro oder Drum-Fill-In immer wieder gecuttet wird. Einige Festival-DJs wechseln auch gern zu dem neuen Track, indem sie einfach den Breakdown des laufenden Tracks gegen den des folgenden Tracks tauschen. 

Happy Mixing wünscht euch Dirk Duske

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