Pioneer DJ DDJ-FLX10 Test

Nach dem Einstiegscontroller DDJ-FLX4 legt Pioneer DJ nun folgerichtig das „große Modell“ nach: Der Pioneer DJ DDJ-FLX10 ist ein professioneller 4-Kanal DJ-Controller, der die Modelle DDJ-1000 und DDJ-1000-SRT ersetzt – also keine separaten Controller mehr für rekordbox DJ und Serato DJ Pro einfordert. DDJ-FLX10 ist mit beiden Softwareprogrammen kompatibel und dient als Hardware-Unlock für deren Pro-Modus. Der FLX10 ist nicht „stand-alone“ wie Pioneers XDJ-RX3 und XDJ-XZ. Er benötigt er zum Betrieb einen Computer mit der entsprechenden Software.

Ansonsten lehnt er sich aber sehr deutlich an die „großen“ Pioneer-Club-Setups an, mit ebenfalls acht Zoll großen Jogwheels und ähnlichem Layout. Und er hat den Club-Standards auch einiges voraus, ganz voran das Killerfeature: die neue Track-Separation-Technologie.

Pioneer DJ DDJ-FLX10 Test

Pioneer DJ DDJ-FLX10 – Das Wichtigste in Kürze

  • Premium-Controller für Serato DJ Pro und rekordbox DJ
  • Track Separation für rekordbox DJ (drei Stems) und Serato DJ Pro (drei oder vier Stems)
  • große Jogwheels in Clubstandard-Größe
  • 4-Kanal Stand-alone-Mixer mit Effekteinheit
  • zwei USB-C-Anschlüsse

Der Pioneer DJ DDJ-FLX10 kommt in einem bunt bedruckten Karton, auf dem der Controller bereits in seiner ganzen Pracht abgebildet ist. Innen gut gepolstert in Styropor und Plastik. Ich finde, 2023 sollte Verpackung auch nachhaltiger möglich sein. 

Im Lieferumfang befinden sich ein Netzteil, zwei Stromkabel mit Steckern für EU und UK sowie ein USB-C-Kabel, über das der FLX10 Anschluss am Laptop findet.  Serato DJ Pro kommt via Dongle-Freischaltung ins Haus, ein Pitch&Time-Gutschein liegt bei. 

Fotostrecke: 3 Bilder Der Pioneer DJ DDJ-FLX10 kommt im bunt bedruckten Karton …

Rundgang

Das hochwertig verarbeitete mattschwarze Gehäuse des Pioneer DJ DDJ-FLX10 ist 716 x 400 x 73,4 mm groß und immerhin 6,7 kg schwer.  Die schiere Größe ist schon allein den Jogwheels geschuldet, die tatsächlich genauso dimensioniert sind wie die eines CDJ-3000 „in da club“.

Der Controller bildet auch sonst im Großen und Ganzen die Oberfläche eines typischen Pioneer-Club-Setups ab: Links und rechts sitzen die beiden Player und in der Mitte der Vierkanal-Mixer. Die beiden Multicolor-On-Jog-Displays sind zwar die einzigen Displays auf dem Controller, bieten aber so viele Informationen zum abgespielten Track, dass der Blick zum Laptop-Bildschirm oft gar nicht nötig ist.

Unter den Jogwheels finden wir links sämtliche Transport-Buttons für Play/Pause und Beatjump und rechts den Pitchfader mit Sync- und Master-Buttons. Dazwischen die jeweils acht RGB-umrandeten Performance-Pads für kreative Live-Remixe und die Steuerung von Hotcues, Pad FX, Beat Jump und Sampler.

Über den Jogwheels liegen die Buttons für Loop-Gestaltung und Track-Separation sowie für die persönliche Anpassung des Jogwheels inklusive deren mechanischem Widerstand, so wie bei den „großen“ Stand-alone-Playern im Club.

Pioneer DJ DDJ-FLX10
Das große Schiff im Dunkeln: Der Pioneer DJ DDJ-FLX10 hat eine beeindruckende Größe

Die Mixer-Sektion des Pioneer DJ DDJ-FLX10

Die Mixer-Sektion des Pioneer DJ DDJ-FLX10 glänzt nicht nur optisch mit seiner spiegelnd-schwarzen Oberseite, auch das Look´n´Feel der großen Pioneer-Clubmixer wurde weitestgehend nachempfunden.

Jeder der vier Kanäle verfügt über Vollausstattung mit leichtgängigen Lautstärke-Fadern, MAGVEL-Crossfader der vierten Generation, Gain-Regler, Dreiband-Equalizer und Color-FX-Regler, für die sechs bereits von anderen Pioneer-Mixern bekannten Insert-Effekte Space, Dub Echo, Crush, Pitch, Noise und bipolares Filter. Unter der Color-FX-Sektion befinden sich der Lautstärkeregler und der Cue-Schalter des Samplers.

Darüber befindet sich die Mikrofonsektion mit zwei Volume-Reglern, kombiniertem Zweiband-EQ und Talkover-Funtion. Die Mikrofone können ebenso wie der Sampler und die einzelnen Kanäle über die rechts befindlichen Beat-FX-Einheit mit folgenden 14 Effekten garniert werden:

Low Cut Echo, Echo, Multi Tap Delay, Spiral, Reverb, Trans, Enigma, Jet, Flanger, Phaser, Stretch, Sliproll, Roll und zwei Mobius-Variationen (Sägezahn und Dreieck). 

Fotostrecke: 3 Bilder Der Pioneer DJ DDJ-FLX10 besteht komplett aus Kunststoff …

Rückseite des Pioneer DJ DDJ-FLX10

Wie es sich für einen Premium-Controller geziemt, geizt der Pioneer DJ DDJ-FLX10 nicht mit Anschlüssen: Rückseitig gibt es Masterausgänge in XLR- und Cinch-Ausführung sowie einen Booth-Ausgang mit TRS/Klinkenbuchsen. Über vier Cinch-Stereobuchsen kann pro Kanal ein externes Hardwaregerät mit Line-Ausgangspegel angeschlossen werden. 

Die äußeren Kanäle 3 und 4 sind von Line auf Phono umschaltbar. DVS-Betrieb ist ebenfalls damit möglich. Der DDJ-FLX10 ist mit einem Dual-Audio-Interface ausgestattet, das “Back-to-Back”-DJ-Sessions mit zwei DJs ermöglicht, denn die zwei USB-C-Ports erlauben den Anschluss von zwei Laptops und/oder iPads. 

Ein symmetrischer (XLR) und nicht symmetrischer (TRS/Klinke) Mikrofoneingang laden Moderatoren, Sänger und MCs zum Mitmachen ein. Und über den DMX-Anschluss kann DJ sogar kompakte Lichtanlagen steuern. Vorderseitig finden wir lediglich zwei Kopfhöreranschlüsse in großer und kleiner Klinkenausführung.

Fotostrecke: 2 Bilder Der Pioneer DJ DDJ-FLX10 geizt nicht mit rückwärtigen Anschlüssen

Special Features

Pioneer DJ hat dem FLX10 sehr viele Goodies spendiert, die Mixing auf Profi-Level zulassen. Und einige besondere Leckerbissen, die ich mir sofort auch bei zukünftigen Profi-CDJs wünschen würde.

Das spektakulärste Feature ist sicherlich Track Separation. Hiermit lassen sich ohne weitere Vorbereitung die Drums, Musik und Vocals eines Tracks voneinander trennen. Und das funktioniert tatsächlich genauso verblüffend einfach wie hier beschrieben. Nicht umsonst bewirbt Pioneer DJ den FLX10 mit dem Slogan: „Split. Mix. Create.“ Aber ich will hier nicht gleich die Highlights voreilig spoilern. Daher mehr dazu in aller gebotenen Ausführlichkeit im Praxisteil.

Pioneer DJ DDJ-FLX10
Wie ein Club-Setup, nur schmaler: Der Pioneer DJ DDJ-FLX10 fühlt sich für CDJ-DJs sofort vertraut an. 
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