Die Höfner Verythin CT Special Semiakustik-E-Gitarre gehört zum Portfolio des deutschen Traditionsherstellers, der seit diesem Jahr Teil der Thomann-Markenfamilie ist. Die Höfner Verythin CT Special wird, wie die übrigen Instrumente der Contemporary-Serie, in China gefertigt und recht preisgünstig angeboten. In ihrem Fall steht das Adjektiv „schmal“ allerdings nicht nur für den günstigen Preis, auch der Korpus der Gitarre verdient dieses Attribut. Bestückt ist die Semiakustik mit zwei Vintage-Voiced-Humbucker-Pickups und mit ihrem Sunburst-Finish versprüht sie dezenten Vintage-Vibe – insgesamt eine interessante Erscheinung, die sich zum Test stellt.

- Vintage-Optik
- geringes Gewicht
- bequem bespielbarer schlanker Hals
- satte Zerrsounds
- Klangübertragung der Pickups nicht hochauflösend
- Setup ab Werk
Was sind die besonderen Eigenschaften der Höfner Verythin CT Special?
Eine besondere Eigenschaft wird schon im Namen verraten, denn die Gitarre hat einen dünnen Korpus, der an der Zarge gerade einmal 33 mm misst. Zum Vergleich: Eine ES-335 hat eine Korpusdicke an der Zarge von 42 mm. Durch den schmalen Korpus wird der Grundsound etwas definierter, klare Mitten und ein kontrollierter Bassbereich ohne Wummern sind das Ergebnis. Der Hals ist ebenfalls etwas schlanker und komfortabel bespielbar. Das Instrument kommt in einem hellen Sunburst-Finish und auch die beiden Humbucker sind laut Hersteller auf Vintage-Ton getrimmt.
Wie ist die Einstellung der Höfner Verythin CT Special ab Werk?
Bei Gitarren in der unteren Mittelklasse wird in der Regel beim Setup etwas an Servicearbeiten gespart und das ist auch bei meinem Testinstrument der Fall. Die Bünde waren gut poliert, könnten allerdings besser abgerichtet sein. Oktavreinheit und Saitenlage mussten etwas korrigiert werden, damit es nicht schnarrt und vor allem in den höheren Lagen vernünftig intoniert. Auch die Sattelkerben könnten im Sinne einer besseren Stimmstabilität sauberer gearbeitet sein. Dass ich bei unserer Testgitarre zum Imbusschlüssel greifen musste, lässt natürlich nicht auf die gesamte Serie schließen. Zumal es ansonsten an der Hardware absolut nichts auszusetzen gibt: Die Stimmmechaniken arbeiten ohne tote Punkte, die Regler laufen ordnungsgemäß und ohne Nebengeräusche und die Buchse hält den Klinkenstecker ohne Spiel und Wackeln.
Entspricht das Angebot dem Preis?
Bei 555 Euro (August 2026) sollte die Messlatte fairerweise auch in entsprechender Höhe liegen. Falls tatsächlich kleinere Nacharbeiten nötig sind und man selbst Hand anlegen kann, lohnt sich der Einsatz auf jeden Fall. Denn mit wenig Aufwand kann man sich bei der CT-Spezial anschließend über ein gut bespielbares Instrument mit eigenem Charakter und Charme freuen, das seinen Preis auf jeden Fall wert ist.


