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Aguilar Octamizer DLX Test

Seit der Übernahme durch Korg hat Aguilar seine Produktpalette nicht nur optisch modernisiert, sondern auch um einige spannende Neuentwicklungen erweitert. Gleichzeitig spendierten die New Yorker mit dem TLC Compressor und dem Octamizer gleich zwei ihrer beliebtesten Pedale eine umfangreiche „Deluxe-Kur“. Der Aguilar Octamizer gehört seit vielen Jahren zu den etablierten Bass-Octavern am Markt und genießt vor allem wegen seines druckvoll-organischen Sounds einen ausgezeichneten Ruf. Die neue Deluxe-Version baut auf eben diesem Konzept auf, erweitert es aber um zahlreiche neue Möglichkeiten. Neben zwei unterschiedlich abgestimmten Octave-Down-Modi bietet der Octamizer DLX aber auch erstmals eine Oktave nach oben. Alle drei Oktavstimmen verfügen über einen eigenen Filter-Regler und das Clean-Signal lässt sich nunmehr per separatem Fußschalter unabhängig von den Oktavstimmen aktivieren oder stummschalten. Wie sich die Deluxe-Version im Praxiseinsatz schlägt, schauen wir uns jetzt genauer an.

Aguilar Octamizer DLX
Upgrade statt Facelift: Der Aguilar Octamizer DLX im ausgiebigen Test.

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Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • erstklassiges Tracking, keine Latenz
  • zwei unterschiedlich abgestimmte Octave-Down-Sounds
  • zuschaltbare Oktave nach oben
  • wirkungsvolle Filter für jedes Signal
  • Clean-Mute per Fußschalter
  • tadellose Verarbeitung
Contra
  • -/-

Aguilar Octamizer DLX – das Wichtigste in Kürze

  • Octaver-Pedal für Bass
  • Octave Down und Octave Up
  • zwei Modi für Octave Down
  • jeweils Filter für Down, Clean und Up
  • Clean kann mit Fußtaster gemutet werden
  • Stromversorgung über optionales 9-Volt-Netzteil, 500 mA

Wie ist der erste Eindruck vom Aguilar Octamizer DLX?

Im Gegensatz zum traditionellen Octamizer kommt die neue Deluxe-Version im Querformat, was der Integration von gleich drei Fußschaltern geschuldet ist – auf deren Funktionen kommen wir natürlich gleich noch zu sprechen. Entsprechend fällt auch das Gehäuse etwas größer aus und misst jetzt 145 × 60 × 86 mm. Angesichts des deutlich erweiterten Funktionsumfangs bleibt das Pedal aber erfreulich kompakt und findet auch auf kleineren Pedalboards problemlos seinen Platz.

Das robuste Metallgehäuse präsentiert sich im neuen Aguilar-Design, das mit seiner aufgeräumten Gestaltung, klaren Grafiken und gut lesbaren Beschriftungen einen modernen und hochwertigen Eindruck hinterlässt. Auch qualitativ gibt es nichts zu beanstanden – Verarbeitung und Haptik bewegen sich auf dem gewohnt hohen Aguilar-Niveau.

Aguilar Octamizer DLX
Fotostrecke: 3 Bilder Verarbeitungsmäßig liegt der …

Welche Regler und Schalter umfasst der Aguilar Octamizer DLX?

Alle sechs Regler sitzen gut erreichbar in einer Reihe auf der Oberseite des Pedals. Sie sind angenehm groß und griffig, sodass sie auch im Eifer des Gefechts auf der Bühne feinfühlig bedient werden können. Die Bedienung ist insgesamt erfreulich intuitiv: Für jede der drei Signalanteile – Oktave nach unten, Cleansignal und Oktave nach oben – gibt es jeweils einen Filter- und einen Lautstärkeregler. Entsprechend finden wir die Regler Down Filter, Down Level, Clean Filter, Clean Level, Up Filter und Up Level.

Die drei Signalanteile lassen sich also unabhängig voneinander in der Lautstärke mischen und klanglich anpassen. Bei den Filterreglern handelt es sich im Grunde um Höhenregler mit Boost-/Cut-Funktion. Über die genauen Einsatzfrequenzen und Regelbereiche schweigt sich Aguilar allerdings leider aus.

Nicht ganz so selbsterklärend sind die drei Fußschalter, denn zwei von ihnen übernehmen jeweils eine Doppelfunktion. Hat man dieses Prinzip jedoch erst einmal verstanden, so ist die Bedienung schnell verinnerlicht: Mit dem linken Oct Down/Mode-Taster wird zunächst die untere Oktave ein- beziehungsweise ausgeschaltet. Hält man den Schalter länger gedrückt, wechselt das Pedal zwischen den beiden Octave-Down-Modi A und B. Modus A liefert laut Aguilar den modernen Octamizer-Sound, während B eine Vintage-inspirierte Variante mit etwas mehr Charakter und deutlichen Synth-Vibes bereithält.

Der mittlere Fußschalter (de)aktiviert das Pedal: Hält man diesen länger gedrückt, so wird zusätzlich das Clean-Signal stummgeschaltet, sodass ausschließlich die Oktavstimmen zu hören sind – ideal für reine Subbass- oder Synth-Sounds. Welche Funktion gerade aktiv ist, verraten die LEDs über den Fußschaltern: Bei den Zweitfunktionen wechseln sie ihre Farbe von Blau auf Rot. Der rechte Oct Up-Taster schließlich schaltet ganz unkompliziert die obere Oktave ein oder aus.

Aguilar Octamizer DLX
Fotostrecke: 5 Bilder Umfangreiche Ausstattung: Das Cockpit des Octamizers …

Über welche Anschlüsse verfügt der Aguilar Octamizer DLX?

Die Anschlüsse befinden sich wie gewohnt auf der Gehäuserückseite und beschränken sich auf das Wesentliche. Neben den beiden 6,3-mm-Klinkenbuchsen für Ein- und Ausgang gibt es lediglich die Buchse für das Netzteil.

Ein Netzteil liegt dem Octamizer DLX allerdings nicht bei. Das Pedal wird mit einer handelsüblichen 9-Volt-Gleichspannungsversorgung (Minuspol innen) betrieben und benötigt laut Hersteller 500 mA. Für ein DSP-basiertes Pedal ist das ein durchaus üblicher Wert und mit den meisten aktuellen Pedalboard-Netzteilen problemlos zu realisieren.

Aguilar Octamizer DLX
Fotostrecke: 3 Bilder Blick auf die Rückseite …
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Sound: Wie klingt der Aguilar Octamizer DLX?

Ein wichtiges Feature des Aguilar Octamizer DLX – und gleichzeitig der größte Unterschied zum traditionellen Octamizer – ist der zweite Octave-Down-Sound, zwischen dem sich per langem Druck auf den linken Fußschalter umschalten lässt.

Vergleichen wir die beiden Varianten doch gleich mal direkt: Im ersten Beispiel hört ihr zunächst den bekannten Octamizer-Sound im A-Mode, anschließend folgt der neue B-Mode. Zu hören ist jeweils nur die nackte Oktave nach unten, der Filterregler steht dabei in Mittelstellung auf 12 Uhr.

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Oct Down, Modes A-B

Ganz klar: Der A-Mode liefert den typischen Aguilar-Octamizer-Sound: ausgesprochen clean, rund und eher weich. Den B-Mode beschreibt Aguilar als Vintage-inspirierte Variante mit mehr Charakter und Grit. Gemeint sein dürfte damit eine Interpretation des legendären Boss OC-2.

Und tatsächlich besitzt der B-Mode deutliche OC-2-Vibes: Er spricht etwas direkter an, klingt synthmäßig und insgesamt durch die stärkere Obertonstruktur auch deutlich schmutziger als der A-Mode. Eine exakte Kopie des OC-2 ist er zwar nicht, die klangliche Richtung ist für meine Ohren aber unverkennbar. Mir gefällt diese Variante ausgesprochen gut!

Im nächsten Beispiel hört ihr einen klassischen Octamizer-Sound mit der A-Mode-Octave nach unten und dem Clean-Signal im Verhältnis 50:50. Beide Filterregler stehen etwas über 12 Uhr, der Sound fällt dadurch insgesamt etwas heller und knackiger aus.

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Classic OCT Down, A Mode, bright
Aguilar Octamizer DLX
Aguilar Octamizer DLX

Beachtet bitte mal das extrem saubere Tracking des Octavers: Keine Glitches, keine Unsauberkeiten – vorausgesetzt, man greift die Töne sauber. Zudem spüre ich auch keinerlei Latenzen beim Spielen – bei einem digitalen Octaver lässt sich das alles eben doch sehr gut optimieren!

Andererseits machen eben auch gerade das nicht ganz perfekte Tracking und die dabei entstehenden Artefakte bei analogen Octavern oft einen großen Teil des Reizes aus. Der Aguilar Octamizer wollte aber nie in diese Richtung gehen. Er steht seit jeher für einen extrem sauberen, transparenten Octave-Down-Sound – und genau deshalb hat er sich über die Jahre so viele Fans erspielt.

Nun kommen noch zwei weitere Sounds im A-Mode. Beim ersten habe ich bei meinem Jazz Bass auf den Stegtonabnehmer geblendet und die Filterregler des Octamizers etwas zurückgenommen, damit der Sound insgesamt etwas smoother ausfällt. Die untere Oktave ist dabei etwas lauter als das Clean-Signal. Das Ergebnis ist ein wunderbar knurriger Octaversound – Guy Pratts Bassline auf Madonnas „Like a Prayer“ lässt hier grüßen!

Im zweiten Beispiel hört ihr ausschließlich die untere Oktave, der Filterregler steht diesmal auf 9 Uhr. Die Filter bieten einen erfreulich großen Regelbereich, sodass sich die Sounds von sehr dumpf wie in diesem Beispiel bis hin zu richtig knackig abstimmen lassen.

Audio Samples
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Oct Down, A Mode, growly Oct Down, A Mode, subby

Der B-Mode liefert, wie bereits erwähnt, deutlich synthmäßigere Sounds, die sich über den Filterregler sehr gut formen lassen. Im ersten Beispiel hört ihr ausschließlich die untere Oktave mit abgesenkten Höhen – ein sehr cooler Retro-Synth-Sound. Im zweiten Beispiel kommt das Clean-Signal dazu, beide Filterregler stehen diesmal bei etwa 9 Uhr.

Die Filter arbeiten sowohl im A- als auch im B-Mode wirklich hervorragend – da gibt es nichts zu meckern. Noch besser fände ich allerdings, wenn beide Modi ihren eigenen Filter-Regler hätten. Ich habe bei den beiden Sounds nämlich häufig unterschiedliche Filter-Settings bevorzugt. So könnte man im Livebetrieb einfach zwischen A und B umschalten und hätte sofort zwei unterschiedlich abgestimmte Octave-Down-Sounds zur Verfügung. Schön wär’s – aber ja, das ist natürlich Jammern auf ziemlich hohem Niveau.

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Retro Synth, Oct Down, B Mode Oct Down, B Mode, clean
Aguilar Octamizer DLX
Aguilar Octamizer DLX

Stellt sich abschließend noch die Frage, was die obere Oktave in der Praxis bringt. Nun ja, als Solo-Sound würde ich sie vielleicht eher nicht einsetzen. Dafür klingt mir das Signal etwas zu künstlich und insgesamt auch etwas zu blass. Im Zusammenspiel mit den anderen Signalanteilen kann sie hingegen durchaus ihren Reiz haben, denn der Sound wirkt breiter und fast schon orchestral. Das ist ganz sicher nichts für jeden Song, als klangliche Variation aber definitiv eine Bereicherung!

In den ersten beiden Beispielen hört ihr alle drei Signalanteile in etwa gleicher Lautstärke, zunächst mit neutralen Filtereinstellungen, und anschließend mit weiter aufgedrehten Filtern für einen brillanteren Sound. Eine schöne Alternative ist außerdem das dritte Beispiel: Hier habe ich ausschließlich das Clean-Signal und die obere Oktave miteinander gemischt.

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Harmonic Layers, organ-like Alle Oktaven, bright Clean and Up

Aguilar Octamizer DLX – das sind die Alternativen

FeaturesAguilar Octamizer DLXMXR M288 Bass Octave DeluxeEBS Octabass Blue Label 2020
OktavenDown, UpDownDown
EqualizerFilter für Down, Clean und UpGrowl und GridTone
Sonstiges FeaturesZwei Down-Modi, Clean kann per Fußtaster gemutet werdenTrue BypassSchalter für Range (tracking)
Stromversorgung9 Volt Netzteil, nicht im Lieferumfang9 Volt Netzteil, nicht im Lieferumfang9 Volt Batterie oder DC Netzteil, nicht im Lieferumfang
Preis349,- Euro159,- Euro169,- Euro
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Aguilar Octamizer DLX – Fazit

Mit dem Octamizer DLX hat Aguilar seinen beliebten Bass-Octaver an den richtigen Stellen sinnvoll erweitert, ohne dessen traditionelle Stärken aus den Augen zu verlieren. Der Grundcharakter bleibt erhalten: Das Tracking arbeitet extrem sauber, der Sound ist druckvoll und transparent, und gerade der klassische A-Mode liefert genau den organischen Octave-Down-Sound, aufgrund dessen der Octamizer seit Jahren derart viele Fans hat.

Die Deluxe-Version legt in Sachen Flexibilität allerdings eine ordentliche Schippe drauf: Der zusätzliche B-Mode erweitert das Pedal um einen charakterstarken OC-2-inspirierten Sound mit deutlich mehr Synth-Vibes, während die zuschaltbare Oktave nach oben weitere Klangfarben ins Spiel bringt. Die Filter arbeiten über einen erfreulich großen Regelbereich und ermöglichen eine wirkungsvolle Anpassung aller drei Signalanteile. Für mich persönlich wäre ein eigener Filter-Regler für den B-Mode allerdings das i-Tüpfelchen gewesen. Praktisch ist außerdem die Möglichkeit, das Clean-Signal per Fußschalter stummzuschalten – ein echter Pluspunkt für den Livebetrieb!

Natürlich bewegt sich der Octamizer DLX preislich im Boutique-Segment. Angesichts der erstklassigen Verarbeitung, des hervorragenden Sounds und des enormen Funktionsumfangs halte ich den aufgerufenen Preis aber für absolut gerechtfertigt. Zwei unterschiedlich abgestimmte Octave-Down-Sounds, eine zuschaltbare Oktave nach oben, sowie die flexible Filtersektion bieten deutlich mehr Möglichkeiten als viele andere Bass-Octaver am Markt. Wer einen hochwertigen Bass-Octaver sucht, der vom klassischen Subbass bis hin zu modernen Synth-Sounds ein außergewöhnlich breites Spektrum abdeckt, sollte den Aguilar Octamizer DLX unbedingt auf seine Anspielliste setzen!

Aguilar Octamizer DLX
Aguilar Octamizer DLX
  • Technische Spezifikationen:
  • Hersteller: Aguilar
  • Model: Octamizer DLX
  • Regler/Schalter: Down Filter, Down Level, Clean Filter, Clean Level, Up Filter, Up Level, OctDown/Mode, Engage/Mute, Oct Up
  • Anschlüsse: In/Out Klinken, 9 Volt Netzteil (center negativ)
  • Stromversorgung: optionales 9 Volt Netzteil, 500 mA Strombedarf
  • Maße (B x H x T): 145 x 60 x 86 mm
  • Gewicht: 260 g
  • Ladenpreis: 329,- Euro (Ladenpreis im September 2026)

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