Die US-Company Lakland zählt seit den 1990er-Jahren zu den festen Größen auf dem Bassmarkt. Während die US-Serie bis heute in der eigenen Werkstatt in Chicago entsteht, richtet sich die 2001 eingeführte Skyline-Serie durch die Fertigung in Indonesien an preisbewusstere Bassleute – die Qualitätskontrolle sowie das finale Setup erfolgen jedoch nach wie vor im Lakland-Headquarter. Eines der beliebtesten Lakland-Modelle ist ohne Frage der 55-94 mit seinem J-Style-Tonabnehmer am Hals mit einem Humbucker an der Brücke, dessen Spulen sich per Dreiwegschalter auswählen lassen. Zusammen mit der aktiven Elektronik deckt der Fünfsaiter damit ein breites Klangspektrum ab und vereint mehrere legendäre Bassklassiker in einem Instrument. In diesem Test untersuchen wir einen Lakland Skyline 55-02 in der Deluxe-Variante mit schicker Spalted-Maple-Decke, einer „Violet Burst“-Lackierung und goldfarbener Hardware.

- enorme klangliche Vielseitigkeit
- hervorragende Bespielbarkeit
- exzellente Plek-Bundabrichtung
- geringes Gewicht für einen aktiven 35“-Fünfsaiter
- attraktive Optik
- insgesamt ordentliche Verarbeitung
- großer Lautstärkeunterschied zwischen Aktiv- und Passivbetrieb
- etwas kopflastig
- leichte Verarbeitungsschwächen (Hals, Potiknöpfe)
Welchen ersten Eindruck vermittelt der Lakland Skyline 55-02 Deluxe?
Beim Deluxe-Modell zieht Lakland optisch gleich mehrere einige Register: Gegenüber der Standardversion wirkt der Bass deutlich edler und macht mit seiner exklusiven Ausstattung so richtig was her!
Unser Testmodell trägt eine attraktive Decke aus Spalted Maple, deren markante Maserung unter der „Violet Burst“-Hochglanzlackierung eindrucksvoll zur Geltung kommt. Komplettiert wird der Boutique-Look durch eine goldene Hardware-Ausstattung. Der geneigte Edelbass-Connaisseur kommt optisch also ohne Frage auf seine Kosten!
Bei den übrigen Spezifikationen geht es dagegen klassisch zu: Der Korpus besteht aus Esche, während der fünffach verschraubte Ahornhals mit einem Ahorngriffbrett mit seinen 22 Neusilber-Bünden und schwarzen Dots auf dem Griffbrett und der Halsflanke kombiniert wird.
Zur Bundierung muss man noch ergänzen, dass der deutsche Vertrieb W-Distribution die in Fernost hergestellten Skyline-Bässe noch zusätzlich mit einer Plek-Maschine bearbeitet. Man kann sich daher darauf verlassen, dass alle Bünde genauso akkurat abgerichtet sind wie bei den kostspieligen USA-Versionen von Lakland – ein toller Service des deutschen Vertriebes aus dem sächsischen Vogtland!
Im Gegensatz zum hochglänzend lackierten Korpus besitzt der Hals lediglich eine matte Versiegelung, was für eine angenehm natürliche Haptik sorgen soll. Der Sattel besteht aus Delrin – einem hochwertigen, verschleißfesten Kunststoff mit guten Gleiteigenschaften – und führt die Saiten zur klassisch gestalteten Kopfplatte mit Lakland-Skyline-Schriftzug.
Welche Hardware kommt beim Lakland Skyline 55-02 Deluxe zum Einsatz?
Am Headstock sitzen die leichten Stimmmechaniken aus dem Hause Hipshot. Vermutlich handelt es sich dabei um die lizenzierten Fernost-Modelle, die qualitativ den amerikanischen Modellen kaum hinterher stehen. Für den nötigen Auflagedruck auf den Sattel sorgt ein Saitenniederhalter, der alle fünf Saiten erfasst.
Am Korpus werden die Saiten von der sogenannten Lakland Dual Access Bridge gehalten. Im Grunde handelt es sich um eine klassische Winkelkonstruktion mit Einstellmöglichkeiten für Intonation und Saitenlage, die allerdings ausgesprochen massiv und solide ausgeführt ist. Als zeitgemäßes Feature bietet die Brücke zudem eine String-Through-Body-Option, sodass die Saiten wahlweise auch durch den Korpus geführt werden können. Die Saitenabstände sind nicht verstellbar und betragen 19 mm – das wohl am weitesten verbreitete Fünfsaiter-Spacing, mit dem die meisten Bassleute gut klarkommen dürften.
Welche Pickups und welche Elektronik beherbergt der Lakland Skyline 55-02 Deluxe?
Damit wären wir beim wohl markantesten Merkmal der Lakland 55-02-Bässe angekommen: der Tonabnehmer- und Elektronikausstattung, die konsequent auf größtmögliche klangliche Flexibilität ausgelegt ist und komplett aus eigener Fertigung stammt.
Die Pickup-Bestückung setzt sich aus einem Lakland LH55 Dual Coil in der Halsposition sowie einem Lakland LH55 Quad Coil Soapbar an der Brücke zusammen. Damit ist allerdings noch nicht Schluss, denn der Stegtonabnehmer bietet gleich mehrere Betriebsarten, die über einen Dreiwegschalter angewählt werden. In der Mittelstellung arbeiten alle vier Spulen, in den beiden äußeren Schalterpositionen jeweils nur die beiden linken beziehungsweise rechten Spulen.
Für die Verstärkung und Klangbearbeitung sorgt schließlich Laklands aktiver LH3-Preamp mit Dreiband-EQ. Entsprechend stehen Regler für Lautstärke, Tonabnehmerbalance sowie Bässe, Mitten und Höhen zur Verfügung. Der als Push/Pull-Schalter ausgelegte Volume-Regler ermöglicht zudem den Wechsel in den Passivbetrieb, sodass sich der 55-02 bei Bedarf auch ohne Batterie spielen lässt. Für den aktiven Betrieb wird hingegen eine 9-Volt-Batterie benötigt, die in einem separaten Klappfach auf der Rückseite untergebracht ist.
Was ist zum generellen Fertigungsniveau des Lakland Skyline aus Indonesien zu sagen?
Die Verarbeitungsqualität meines Testbasses aus Fernost bewegt sich insgesamt auf einem durchaus hohen Niveau. Der Hals sitzt absolut spielfrei in der Halstasche, die geplekte Bundierung ist erwartungsgemäß hervorragend abgerichtet, und auch an der Hochglanzlackierung gibt es nichts auszusetzen. Lediglich die matte Versiegelung auf der Halsrückseite weist einige kleinere Unebenheiten auf, die ich beim Spielen durchaus als störend empfinde. Ob diese vom Holz oder von der Versiegelung selbst stammen, kann ich nicht wirklich sagen.
Natürlich ließe sich dieses Thema mit wenigen Handgriffen und etwas feinem Schleifpapier auf eigene Faust beheben. Bei einem Budget-Bass wäre das durchaus noch tolerierbar, in dieser Preisklasse möchte ich aber eigentlich nicht selbst Hand anlegen müssen.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Potiknöpfe aus Gummi: Zum einen sitzen diese auf den sehr kurzen Potiachsen teilweise nicht besonders fest. Das macht sich vor allem beim Ziehen des Push/Pull-Volume-Reglers meines Testbasses bemerkbar, bei dem sich wirklich jedes mal der Knopf löst, während der Bass aktiv bleibt. Zum anderen habe ich bei mehreren älteren 55-02-Modellen beobachtet, dass dieses Poti-Material mit der Zeit etwas klebrig wird und Schmutz regelrecht anzieht. Hier könnte Lakland meiner Meinung nach gerne mal nachbessern. Klar ist aber natürlich auch: Gravierende Mängel sind dies logischerweise nicht!















