Anzeige

E-Bass-Brücken im Vergleich

Haben verschiedene E-Bass-Brücken einen hörbaren Einfluss auf den Sound? Kann man seinen E-Bass durch eine andere Bass Bridge upgraden und somit Bespielbarkeit und Klang aufwerten? Neben der Liebe zum Bass vereint uns alle die schier endlose Suche nach dem perfekten Sound! Selbst wer sein vermeintliches Trauminstrument gefunden hat, entdeckt nach einiger Zeit an der einen oder anderen Stelle noch Potenzial zur Optimierung. Gerade für Fender- oder Fender-angelehnte Instrumente gibt es einen großen sogenannten „After Market“, also ein buntes Ersatzteil-Angebot verschiedener Hersteller in den unterschiedlichsten Preis- und Qualitätsklassen. Klassische Aufrüst-Maßnahmen sind z. B. der Einbau oder der Austausch von aktiven Elektroniken oder das Wechseln der Tonabnehmer. Einen großen Teil dieses „After Markets“ machen aber auch E-Bass-Brücken aus, die sich hinsichtlich ihrer Bauweise und Materialien deutlich unterscheiden können. Wir haben für euch vier Archetypen verschiedener Stege für E-Bass miteinander verglichen.

E-Bass-Brücken im Vergleich
Inhalte
  1. Ausgangslage und generelle Aspekte
  2. Hat jede Bassbrücken ihren eigenen Sound?
  3. Vergleich E-Bass-Brücken – unsere Testkandidaten
  4. Gotoh VTB 4
  5. Gotoh 201
  6. Allparts Omega Bass Bridge
  7. Babicz FCH
  8. Video vom Vergleich aller E-Bass-Brücken
  9. Fazit

Ausgangslage und generelle Aspekte

Ausgangspunkt oder Inspiration für diesen Artikel war ein P-Bass, der kürzlich den Weg zu mir gefunden hat. Das Instrument besteht aus einem Korpus und einem Hals der Firma Warmoth, die von Fender zertifizierte Parts herstellt. Der Hals besitzt schwarze Block Inlays im Griffbrett und schwarze Tuner am Headstock. Einzig die Brücke ist verchromt, und dieses optische Ungleichgewicht war für mich natürlich ein „vollkommen unhaltbarer Zustand“. (Genau, wer keine Probleme hat, macht sich eben welche!)

Im Zuge der Umrüstung auf einen schwarze Brücke kam mir der Gedanke, doch auch gleich mit E-Bass-Brücken unterschiedlichen Bauweisen zu experimentieren, um den bereits tollen Bass noch mehr an mich anzupassen.

Voraussetzung bei der Wahl der neuen Bridge war, dass ich keinerlei neue Bohrungen vornehmen wollte: „Alte Brücke runter, neue drauf, und weiter geht’s!“, sollte das Motto sein. Mein Bass besitzt die weit verbreitete 5-Loch-Bohrung, welche bei Jazz und Precision-Bässen eigentlich der Standard ist. Bei der Auswahl habe ich mich für spezielle Archetypen entschieden, die eine bestimmte Bauweise von E-Bass-Brücken repräsentieren und dank passender Bohrungen in einfacher D.I.Y.-Weise austauschbar sind.

Unsere vier Testkandidaten auf einen Blick
Unsere vier Testkandidaten auf einen Blick
So arbeitest du richtig mit einem Envelope Filter!
So arbeitest du richtig mit einem Envelope Filter!
Envelope Filter richtig einstellen

Hat jede Bassbrücken ihren eigenen Sound?

Nach meinen bisherigen Erfahrungen würde ich diese Frage mit „Ja“ beantworten. Ich traue mir aber nicht zu, bestimmten Materialien bestimmte Klangeigenschaften zuzuordnen. Für meinen Geschmack war die Konstruktion, also wenig oder viel Masse etc., entscheidender. Auf folgende Punkte wollte ich daher achten:

  • Attack: Besitzen manche Brücken eine schnellere oder langsamere Ansprache als andere?
  • Sustain: Nehmen verschiedene E-Bass-Brücken unterschiedliche Einfluss auf die Länge der Ausklingphase?
  • Allgemeiner Sound: Verändern unterschiedliche Bass Bridges bestimmte Frequenzbereiche des Instrumentes (mehr oder weniger Bass, Mitten, Höhen)?

Um all dies herauszufinden, habe ich jeweils drei Klangbeispiele erstellt: Fingerstyle, Slapping und lange Noten. Auf diese Weise sollten alle angesprochenen Aspekte zur Geltung kommen.

In dieser Workshopserie kannst du dein Timing verbessern!
In dieser Workshopserie kannst du dein Timing verbessern!
Groove und Timing verbessern – Teil 1

Vergleich E-Bass-Brücken – unsere Testkandidaten

Hier sind meine vier Kandidaten für den Vergleichstest von E-Bass-Brücken. Sie stehen für vier grundsätzlich unterschiedliche Bridge-Konstruktionen:

Gotoh VTB 4

  • Art: Vintage-Blechwinkel aus Messing. Sehr einfache und leichte Konstruktion
  • Einstellmöglichkeiten: Höhe der Saitenreiter, Intonation
  • Gewicht: 79 Gramm
  • „String Through Body“-Option: Nein
  • Produktseite auf thomann.de (Affiliate-Link)

Gotoh 201

  • Art: Moderner Blechwinkel, deutlich massiver als Gotoh VTB 4, Material ebenfalls Messing
  • Einstellmöglichkeiten: Höhe der Saitenreiter, Intonation
  • Gewicht: 165 Gramm
  • „String Through Body“-Option: Nein
  • Produktseite auf thomann.de (Affiliate-Link)

Allparts Omega Bass Bridge

  • Art: Derivat der berühmten Badass-Brücke (bekannt durch Marcus Miller etc.). Setzt auf das „Prinzip Masse“. Große und hohe Grundplatte.
  • Einstellmöglichkeiten: Höhe Saitenreiter, Intonation
  • Gewicht: 214 Gramm
  • „String Through Body“-Option: Nein
  • Produktseite auf thomann.de (Affiliate-Link)

Babicz FCH

  • Art: Moderne und leichte Hightech-Brücke aus Aluminium mit erweiterten Einstell- und Arretierungsmöglichkeiten. (Die Brücke war leider zum Zeitpunkt des Vergleichs noch nicht wieder in Schwarz lieferbar.)
  • Einstellmöglichkeiten: Höhe Saitenreiter, Intonation, Arretierung Saitenreiter in Höhe und Intonation
  • Gewicht: 110 Gramm
  • „String Through Body“-Option: Nein
  • Produktseite auf thomann.de (Affiliate-Link)

Video vom Vergleich aller E-Bass-Brücken

In diesem von mir produzierten Video könnt ihr alle Bridges im Direktvergleich hören und sehen:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Fazit

Ein paar generelle Punkte vorneweg: Jede Brücke macht ihren Job tadellos! Keine Brücke ist klanglich wirklich objektiv „besser“ als die andere – die Kaufentscheidung hängt eindeutig vom persönlichen Geschmack ab. Merkliche Unterschiede gibt es, aber diese haben eher mit dem Spielgefühl zu tun, spiegeln sich also nicht in voller Gänze in den Klangbeispielen wieder.

Sound

Die ursprünglich verbaute Vintage-Brücke (bekannt als „Blechwinkel“) klingt irgendwie immer „frech und spritzig“. Es gibt also durchaus gute Argumente für diese scheinbar „windige“ Konstruktion, auch wenn sie mitunter etwas harsch wirken kann. Alle anderen Brücken klangen im Vergleich über das gesamte Frequenzspektrum zwar ausgewogener, allerdings fehlte ihnen diese spezielle Spritzigkeit.

Zudem besitzen die Gotoh 201, die Allparts Omega und die Babicz FCH etwas mehr Substanz im Ton. Während die Gotoh 201 und die Babicz – abgesehen von der angesprochenen Ausgewogenheit und der tonalen Substanz – klanglich relativ neutral blieben, färbte die Allparts doch hörbar. Sie besitzt für meinen Geschmack (zumindest in dieser speziellen Konfiguration) eine leichte Anhebung der hohen Mitten. Das fördert natürlich auch das Attack, ist aber in Wahrheit eher eine Frage der Frequenzen.

Was du über E-Bass-Mensuren wissen musst!
Was du über E-Bass-Mensuren wissen musst!
Alles über E-Bass-Mensuren

Apropos Attack, hier liegt für meinen Geschmack ebenfalls der Blechwinkel vorne; Gotoh 201 und Babicz opfern im Vergleich etwas Attack zugunsten der Ausgewogenheit. Hier geht es aber wirklich nur um kleine Nuancen, insgesamt besitzen alle Kandidaten ein ausreichendes Attack.

Genauso verhält es sich mit dem Sustain: Hier scheint das „Prinzip Masse“ (Allparts, Gotoh 201) tatsächlich zu wirken. Die Masse hält durch ihre Trägheit die Schwingung in der Saite und verlängert somit die Ausklingphase. Aber auch hier gilt: Wir reden von marginalen Unterschieden, alle Brücken verfügen definitiv über ausreichendes Sustain für jede erdenkliche Situation.

Eine grobe stilistische Einordnung könnte daher lauten: Vintage und Allparts tunen den Bass mehr in Richtung für Rock, Blues und Heavy, Gotoh 201 und Babicz unterstützen Stilistiken wie Soul und Pop minimal besser.

Spielgefühl

Klingt komisch, aber mit den leichten E-Bass-Brücken (Gotoh Vintage und Babicz) spielt es sich auch „leicht“. Sie bringen eine schnelle Ansprache mit sich, und man hat das Gefühl, etwas weniger Kraft investieren zu müssen, damit die Saite in Schwung kommt. Die Gotoh 201 lag knapp dahinter. Bei der Allparts hatte ich das Gefühl, den größten Aufwand betreiben zu müssen. Allerdings reden wir hier abermals nur von Nuancen in einem niedrigen einstelligen Prozentbereich. Spürbar war es für mich aber trotzdem!

Optik

Die Optik spielt zumindest für mich durchaus eine gewisse Rolle – gerade bei einem P-Bass, der unbestritten zu den absoluten Klassikern der E-Bassmodelle gehört. In allen anderen Punkten hätte ich mich wahrscheinlich für die Babicz-Brücke entschieden. Auf dem Bass geblieben ist letztlich die Gotoh 201. Sie war klanglich nach der Babicz meine Nummer 2, passt aber optisch einfach besser zum Bass. Die Babicz hingegen landete auf einem Fender Meteora – und hat diesen tatsächlich merklich aufgewertet!

Ich hoffe, ihr hattet Spaß mit diesem Vergleich von E-Bass-Brücken! Bis zum nächsten Mal, euer Thomas Meinlschmidt

Hot or Not
?
Bass Brücke

Wie heiß findest Du diesen Artikel?

flame icon flame icon flame icon flame icon flame icon
Your browser does not support SVG files

von Thomas Meinlschmidt

Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Für dich ausgesucht
Coated Bass Strings: Beschichtete Saiten für E-Bass im Vergleich
Feature

Coated Bass Strings versprechen Top-Sound über eine lange Zeit. Heute werfen wir einen Blick auf das aktuelle Angebot von beschichteten Basssaiten am Markt und vergleichen deren Spielgefühl und Sound.

Coated Bass Strings: Beschichtete Saiten für E-Bass im Vergleich Artikelbild

Es hilft alles nichts, irgendwann muss man neue Saiten aufziehen. Die Toleranzschwelle für den Zeitpunkt mag unterschiedlich ausfallen, aber wenn man einen guten Sound schätzt, muss ab und zu ein frischer Satz Basssaiten her. Natürlich hängt die Häufigkeit auch stark von der individuellen Beanspruchung ab, also wie häufig man spielt, wie stark man anschlägt, wie viel man beim Spielen schwitzt etc. Leider variieren die Preise für Basssaiten grob zwischen 20-35,- Euro pro Viersaiter-Satz – nicht gerade ein Schnäppchen also! Da überlegt man schon, wie häufig man die Saiten auf seinem Instrument austauschen sollte. Schon seit über einem Jahrzehnt hat die Industrie dafür scheinbar eine Lösung: Beschichtete Bass-Saiten bzw. Coated Bass Strings. Eine hauchdünne Nanobeschichtung schützt die Saite vor Verschmutzung und soll ihre Lebensdauer bei gleichbleibendem Sound deutlich verlängern! Pionier in diesem Bereich war die Firma Elixir, die als Tochter von Gore (Gore Tex) bereits in anderen industriellen Sparten Erfahrung auf diesem Gebiet hatte. Mittlerweile hat nahezu jeder Hersteller Coated Bass Strings im Programm und auch die Zeiten, als die Beschichtung noch relativ grob war und irgendwann in Fetzen von den Saiten hing, sind heute längst vergangen. Heute werfen wir einen Blick auf das aktuelle Angebot von beschichteten Basssaiten am Markt und vergleichen deren Spielgefühl und Sound.

Black-Nylon-Basssaiten im Vergleich
Feature

Black-Nylon-Saiten versprechen einen warmen, akustisch geprägten Ton bei gleichzeitig langem Sustain. So weit, so interessant, nur: Welche Black Nylon Strings soll ich kaufen?

Black-Nylon-Basssaiten im Vergleich Artikelbild

Black-Nylon-Saiten (auch "Tape Wound Strings" oder "Tapewound Strings") für E-Bass besitzen einen magnetischen Stahlkern, der mit einem schwarzen Nylon-Flachdraht umwickelt wird. Die Saiten besitzen aufgrund des geschliffenen Drahtes ein sehr angenehmes und leichtes Spielgefühl sowie einen ausgewogenen Sound. Störende Fingergeräusche können aufgrund der flachen Umwicklung wirkungsvoll minimiert werden. Black-Nylon-Saiten eignen sich hervorragend für Akustikbässe sowie Fretless-Bässe, haben aber auch auf herkömmlichen Bundbässen viele Freunde gefunden. Unser Vergleichstest soll zeigen, ob die schwarzen Drähte eine ernsthafte Alternative zu den uns bekannten herkömmlichen Roundwound- und Flatwound-Saiten bieten - und wie sich die Produkte einzelner Hersteller unterscheiden. Ich bin sehr gespannt, was da klanglich auf mich zukommt!

4x10-Bassboxen im Vergleich
Feature

Seid ihr bereit für den ultimativen 4x10-Bassboxen-Vergleichstest? Wir haben die Produkte von zehn renommierten Herstellern miteinander verglichen.

4x10-Bassboxen im Vergleich Artikelbild

4x10-Bassboxen im Direktvergleich: Du bist auf der Suche nach einer geeigneten 4x10-Bassbox, weißt aber nicht, welche die richtige für dich ist? Wie ist der Sound der Produkttypen unterschiedlicher Hersteller von Bassboxen mit vier Zehner-Speakern? Wie ist die Verarbeitung, und wie verhält es sich mit dem Gewicht? In unserem großen Vergleichstest haben wir zehn Exemplare renommierter Bassboxen-Hersteller direkt miteinander verglichen, um dir bei deiner Suche behilflich zu sein. Dazu gibt es natürlich Klangbeispiele, damit du dir ein besonders gutes Bild machen kannst. Außerdem bekommst du in diesem Artikel noch zahlreiche Hintergrundinfos rund um das Thema "4x10-Bassboxen"!

Bass lernen für Anfänger (Teil 7): Die wichtigsten Fingersätze für E-Bass
Workshop

Bass Guitar Fingerings: In dieser Workshopfolge geht es um drei elementar wichtige Archetypen an Fingersätzen, die am E-Bass Verwendung finden.

Bass lernen für Anfänger (Teil 7): Die wichtigsten Fingersätze für E-Bass Artikelbild

In dieser Workshopfolge unserer Serie "Bass lernen für Anfänger" geht es nicht um spezielle Tonleitern, Arpeggios oder dergleichen, sondern um drei verschiedene Archetypen an Fingersätzen (engl. Fingerings), die am E-Bass Verwendung finden. Diese lassen sich dann wiederum auf das genannte Tonmaterial anwenden. Welche der drei Fingersätze man wählt, hängt von unterschiedlichen Faktoren bzw. Situationen ab. Hier gibt es kein "richtig" oder "falsch", kein "besser" oder "schlechter", stattdessen gibt es für jeden Fingersatz zu jeder Zeit verschiedene Pro- und Contra-Argumente, warum er in einer bestimmten Situationen die beste Wahl sein kann - oder eben nicht.

Bonedo YouTube
  • Markbass Little Mark 58R - Sound Demo (no talking)
  • Darkglass Microtubes Infinity - Sound Demo (no talking)
  • EBS Magni 502-210 - Sound Demo (no talking)