Mit dem MemoryTone widmet sich Xils Lab einem der markantesten polyphonen Moog-Synthesizer: Das Plugin emuliert das 1982 erschienene Flaggschiff des US-Herstellers und überträgt seine Synthese-Architektur nun in die virtuelle Welt.

Die französische Softwareschmiede um Xavier Oudin spezialisiert sich seit Jahren auf die detailreiche Nachbildung historischer Synthesizer. Mit ihren Emulationen hat sie bereits mehrfach ein gutes Gespür für die klanglichen Eigenheiten analoger Klassiker bewiesen. Dazu zählen etwa der RSF Polykobol II als Xils Lab PolyKB II, den Yamaha CS-80 als Xils Lab The Eighty oder den seltenen wie frühen FM-Synthesizer Yamaha GS-1 als Xils Lab KaoX.
- Original Layout des Memormoog
- Charaktervoller Vintage-Sound
- 16 Stimmen, MPE-Support
- Modulationsmatrix
- Gute Preset-Library
- Praktisches Effekt-System
- Relativ hoher Preis
Im Grunde überrascht es kaum, dass XILS-lab nun den Memorymoog ins Visier genommen hat. Das einstige Moog-Flaggschiff besitzt einen ausgesprochen eigenständigen Klangcharakter – umso reizvoller ist die Möglichkeit, diesen Sound als Plugin zu nutzen, ohne sich mit der notorischen Wartungsanfälligkeit des Originals auseinandersetzen zu müssen.
Xils Lab bleibt möglichst nahe am Konzept des Memorymoog
Das GUI von MemoryTone ähnelt der moog’schen Original-Benutzeroberfläche stark. Trotz Skalierung finde ich die MemoryTone-Oberfläche aber ein wenig unscharf – und das selbst mit Lesebrille. Was man sieht, entspricht dem Grundprinzip des Memorymoog. Xils Lab möchte den Synthesizer also schon mal nicht neu erfinden. Pro Stimme gibt es hier drei Oszillatoren, deren Signale ins Moog-Ladder-Filter weitergeleitet werden, um sich danach in leicht unberechenbare, musikalisch aber durchaus sinnvolle und erhabene Klänge zu verwandeln.

Für breite Pads und komplexere Akkorde macht sich die auf 16 Stimmen erweiterte Polyphonie gut. Im Mixer ergänzt Xils Lab noch einen Kanal für Noise und rundet den Basisklang mit einem Sub-Oszillator ab.
MemoryTone bietet zusätzliche Modulationen, Effekte und einen Arpeggiator
Wenn ihr nicht nur klassische Memorymoog-Patches nachbauen möchtet, dürften euch die sechs zuweisbaren Modulation-Slots von MemoryTone gefallen. Hier könnt ihr einiges miteinander verknüpfen und den dritten Oszillator als Modulationsquelle einsetzen. Zusammen mit MPE, Aftertouch und anderen MIDI-Quellen lässt sich der neue Synth von Xils Lab ausdruckstark als Performance-Synth spielen.

Eine weitere Ergänzung zum originalen Memorymoog ist der Arpeggiator, der sich auch als polyphoner Sequenzer einsetzen lässt. Hinzu kommt ein FX-System mit sechs Effekten, die sich individuell routen lassen: Chorus, Delay, Phaser, EQ, Resonator und Reverb. Die Effekte sind recht einfach zu programmieren und runden den Sound des MemoryTone sinnvoll ab.
Trotz dieser Erweiterungen versucht Xils Lab nicht, das Memory-Konzept zwanghaft zu modernisieren – das passt gut, schließlich geht es hier um die Emulation eines Vintage-Modells.

Fett, breit und kraftvoll – der Sound von Xils-Lab MemoryTone
Grundsätzlich klingt der MemoryTone fett, breit, leicht rau und kraftvoll. Besonders gefallen mir die überraschend analogen Sounds mit Ecken und Kanten. Außerdem schätze ich die mächtigen Poly-Sounds und Flächen, die kernigen Bässe, die kräftigen Leads und die strammen Arpeggios.

Für die insgesamt zwölf Audio-Demos habe ich einige Factory Presets ausgewählt, die sich gut auf der Tastatur spielen ließen – und meinem Geschmack entsprachen. Im Preset-Browser findet ihr aber noch viele weitere Sounds.
Zwei starke Alternativen: Arturia Memory V und Cherry Audio Memorymode 2
Wer hätte gedacht, dass wir 2026 gleich mit drei virtuellen Memorymoogs gesegnet werden? Damit muss sich der MemoryTone von Xils Lab nun gegen den Arturia Memory V und den Cherry Audio Memorymode 2 behaupten – bei einem regulären Preis von fast 200 Euro kein leichtes Spiel.
Auf den Punkt gebracht: Die preiswerteste und flexibelste der drei Lösungen ist eindeutig der Cherry Audio Memorymode. Tatsächlich enthält die neue Version 2 zwei Layer, Poly-Step-Sequenzer, 22 Studio-Effekte und eine Factory Library mit über 800 Presets – für 69 Euro unser Budget-Tipp.
Den Arturia Memory V holt ihr euch am besten zusammen mit Arturias V-Collection. Er integriert sich gut in die DAW und besticht mit einem modernen Workflow. Wer dem markanten Vintage-Sound des originalen Flaggschiffs klanglich am nächsten kommen möchte, entscheidet sich letztlich doch für den Xils-Lab MemoryTone.
Mein Bauchgefühl sagt mir, dass wir noch nicht ganz am Ende angekommen sind. Es könnte sein, dass in absehbarer Zeit auch andere Hersteller – wie zum Beispiel Softube – mit einer weiteren Memorymoog-Emulation nachziehen.

FAZIT: Xils Lab MemoryTone Test
Den Xils Lab MemoryTone habe ich in der Version 1.0.0 Beta getestet. Abstürze unter Apple Logic Pro habe ich keine erlebt. Insgesamt hinterlässt der Synth einen stabilen Eindruck. Die Konkurrenz macht es Xils Lab aber nicht leicht – vor allem Cherry Audio ist mit dem Memorymode 2 sowohl preislich als auch von den Features her kaum zu toppen. Dafür treffen Puristen und Soundästheten, die auf den einzigartigen Memorymoog-Charakter großen Wert legen, mit dem MemoryTone derzeit die wohl beste Wahl. Ich sehe den MemoryTone vor allem in Synthwave, Electro oder elektronischen Retro-Projekten.
Alles in allem ist der Xils Lab keine x-beliebige Memorymoog-Kopie, sondern ein neues Software-Instrument mit analogem Charakter – nicht gerade billig, aber seinen Preis wert.
Features

- Emulation des Moog Memorymoog
- Systemvoraussetzungen: Ab Windows 7, Mac OS X 10.13 (M1 Support), Online-Aktivierung, VST2, VST3, AU, AAX.
- WEBSEITE: xils-lab.com/store/memorytone/
- PREIS: 79 €

























hz. sagt:
#1 - 18.09.2026 um 11:39 Uhr
"... bei einem regulären Preis von fast 200 Euro hat er kein leichtes Spiel. ..." ??? ... bei Thomann79€
Matthias Sauer sagt:
#1.1 - 18.09.2026 um 11:55 Uhr
Hallo! Für aktuell 79 Euro ist das ein klarer Favorit unter den virtuellen Memorymoogs ...
Antwort auf #1 von hz.
Melden Empfehlen Empfehlung entfernenJohn sagt:
#2 - 24.09.2026 um 00:31 Uhr
Aktionspreis von 79 Euro bis 1.11.26, dann regulär 199 Euro