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Kadenzen einfach erklärt!

Ähnlich wie der Quintenzirkel, ist auch das Thema ‘Kadenzen’ für Anfänger ein Buch mit sieben Siegeln. Zu vieles ist unklar. Man muss viele Töne spielen und dann auch noch in unterschiedlichen Tonarten. Aller Anfang ist eben auch hier nicht ganz leicht. Deshalb gilt: Verstehst du die Kadenz und weißt, wie sie funktioniert, wird der Umgang mit ihr leicht. Außerdem bietet das Kadenzspiel viele Vorteile für das Verstehen von Musik und deren Aufbau.

Workshop: Kadenzen einfach erklärt! (Foto: Shutterstock / Von Ratchat)
Workshop: Kadenzen einfach erklärt! (Foto: Shutterstock / Von Ratchat)

Inhalte

  1. Quick Facts: Die Kadenz
  2. Was versteht man unter einer Kadenz?
  3. Wie ist eine Kadenz aufgebaut?
  4. Was versteht man unter Stimmführung?
  5. Was sind Akkordfunktionen und wie lauten deren Bezeichnungen?
  6. Was ist beim Verteilen der Stimmen im Rahmen der Stimmführung wichtig?
  7. Wie werden Kadenzen in Moll aufgebaut?
  8. Schlusswort
  9. Weitere interessante Themen


Besonders wichtig ist die Urform der Kadenz, eine Abfolge bestimmter Harmonien bzw. Akkorde. Ihr Einsatz dient einer schnellen Orientierung auf der Klaviatur, sie hilft beim Spiel in anderen Tonarten und ist außerdem auch eine Basis für Improvisation, Komposition und Liedbegleitung. Gerade die anfänglich beängstigende Menge an Tönen, die ein Klavier bereitstellt, bedarf einer klar strukturierten Übefolge, wenn man beginnt, sich mit diesem Instrument und dem Thema Akkordfolgen zu beschäftigen. Gerade dafür ist die Kadenz absolut perfekt.  

Quick Facts: Die Kadenz

Was ist eine Kadenz?
Der Begriff Kadenz, in der Musik verwendet, beschreibt eine besondere Abfolge bestimmter Akkorde oder Harmonien, die zum Grundbaustein der Harmonik erklärt werden. In ihrer Grundform beschreibt die Kadenz mit der Struktur Tonika Subdominante – Dominate – Tonika eine Basis, mit der man schnell viele Musikstücke begleiten kann, oder selbst eigene Lieder komponiert. (Herkunft: italienisch ‘cadenza‘, von lateinisch ‘cadere‘ = fallen)

Was versteht man unter einer Kadenz?

Eine Kadenz ist im Wesentlichen eine festgelegte Abfolge bestimmter Harmonien. Man kann sie deshalb also auch als Akkordfolge bezeichnen. Ursprünglich bestand sie aus gerade mal vier Akkorden, und in ihrer Reinform tut sie das auch heute noch. Der erste und der letzte Akkord sind gleich, also eigentlich sind es nur drei verschiedene Akkorde. Die Kadenz wird seit dem Barock als Schlussformel, als Basis für Kompositionen, Improvisationen und für Song-Ideen benutzt. So etwas gab es also auch schon vor Punk und Dieter Bohlen. Im Jazz wurde sie in leicht abgewandelter Form (II-V-I) sogar zu einem der wichtigsten harmonischen Elemente, das so gut wie in jedem Jazz-Standard der Welt vorkommt und deshalb auch zu Übungszwecken von Jazzern exzessiv genutzt wird.
Eine Kadenz kann erweitert werden. Wenn man weiß wie, kann man so locker auf über zehn Akkorde kommen. Dadurch klingt sie äußerst interessant, weil sie dann fortgeschrittene Harmonieverbindungen nutzt. Und auch heute spielt die Kadenz in der Musik immer noch eine große Rolle. In zeitgenössischen Kompositionen wird sie allerdings fast ausschließlich in freierer Form eingesetzt und deshalb eher Akkordfolge oder Akkordschema genannt. Aber auch hier setzen sich in vielen Songs immer wieder die gleichen Akkordfolgen durch. Da die heutige Popmusik strukturell immer noch sehr vom Hip-Hop und seinen Loops geprägt ist, und so auch die meisten Popsongs mit einem einzigen viertaktigen Akkordschema auskommen, lebt der Gedanke der ursprünglichen Kadenz weiter.

Wie ist eine Kadenz aufgebaut?

Aus welchen Akkorden genau besteht nun aber eine Kadenz? Dazu schauen wir uns noch einmal die C-Dur Tonleiter an.
Das sind die Töne der C-Dur Tonleiter in beiden Händen. (Foto: Tobias Homburger)
Das sind die Töne der C-Dur Tonleiter in beiden Händen. (Foto: Tobias Homburger)

Bauen wir nun auf jedem Ton dieser C-Dur Tonleiter einen Akkord auf, sehen wir folgendes Bild.

Baut man auf jedem Ton Der C-Dur Tonleiter einen Akkord auf, erhält man diese Harmonien. (Foto: Tobias Homburger)
Baut man auf jedem Ton Der C-Dur Tonleiter einen Akkord auf, erhält man diese Harmonien. (Foto: Tobias Homburger)
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Diatonische Akkorde in C-Dur.

Das sind alle Akkorde, die in C-Dur vorkommen können. Da wir nur die Töne der C-Dur Tonleiter benutzen und somit in diesem Fall auf Vorzeichen verzichten, sprechen wir von der sogenannten Diatonik. Bestimmen wir die sieben Akkorde, stellen wir folgende Verteilung fest.

So heißen die Akkorde, die in C-Dur vorkommen können. (Foto: Tobias Homburger)
So heißen die Akkorde, die in C-Dur vorkommen können. (Foto: Tobias Homburger)
Es gibt drei Dur-, drei Mollakkorde und einen verminderten Akkord. Also C-, F- und G-Dur, d-, e- und a-moll, sowie h vermindert. Dabei bezeichnet man die Dur-Akkorde auch als Hauptklänge oder -Hauptfunktionen und die Moll-Akkorde als Nebenklänge oder Nebenfunktionen. Der verminderte Akkord fristet ein eher stiefmütterliches Dasein, weil er für unsere Betrachtung keine Rolle spielt. 
Eine Kadenz besteht aus den drei Dur- und somit den drei Hauptklängen, in unserem Fall C-, F- und G-Dur.
Fotostrecke: 2 Bilder Die Kadenz in C-Dur besteht aus den drei Durakkorden. (Foto: Tobias Homburger)
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Kadenz in C-Dur, alle Akkorde in Grundstellung.

Spielt man wie in diesem Fall alle Akkorde in Grundstellung, klingt das noch ein bisschen hölzern, denn dann bewegt sich immer jeder Ton und somit jede Stimme im gleichen Abstand und in die gleiche Richtung. Dadurch entstehen Parallelen und die gilt es zu vermeiden, weil sie einfach nicht schön klingen. Die Lösung für dieses Problem bietet die sogenannte Stimmführung.

Was versteht man unter Stimmführung?

Die Stimmführung klärt die Frage, wie genau sich jede Stimme bewegt. Gut geführte Stimmen klingen sehr gut, deshalb üben Musiker diese Disziplin intensiv. Haben zwei aufeinander folgende Akkorde gleiche Töne, dann bleiben diese einfach liegen. Diese Stimme spielt also beim nächsten Akkord den gleichen Ton. Somit werden Parallelen vermieden, da sich nicht alle Töne gleich bewegen. Haben zwei aufeinander folgenden Akkorde keine gleichen Töne, bedient man sich eines Tricks.

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F-Dur geht zu G-Dur, dadurch entstehen Parallelen

Hier sehen wir zwei aufeinander folgende Akkorde, die beide in Grundstellung gespielt werden. Wie dieses Beispiel zeigt, kann der Basston allerdings nicht anders, als vom F zum G aufwärts zu gehen. Tun es ihm die anderen Stimmen gleich, kommt es zu den oben erwähnten Parallelen. Deshalb benutzt man in diesem Fall die sogenannte Gegenbewegung.

Durch die Gegenbewegung können Parallelen vermieden werden. (Foto: Tobias Homburger)
Durch die Gegenbewegung können Parallelen vermieden werden. (Foto: Tobias Homburger)
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F-Dur zu G-Dur in Gegenbewegung.

Ganz zum Schluss in der Kadenz folgt dann noch einmal der C-Dur Akkord. Eine Kadenz in C-Dur, bei der alle Stimmen richtig geführt werden, sieht also so aus.

Bei korrekter Stimmführung bleiben gemeinsame Akkordtöne einfach liegen. (Foto: Tobias Homburger)
Bei korrekter Stimmführung bleiben gemeinsame Akkordtöne einfach liegen. (Foto: Tobias Homburger)

Und so klingt sie.

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Kadenz in C-Dur.

Wie du hörst, klingt das tatsächlich viel besser, als würden alle Akkorde in Grundstellung gespielt werden. Und hier siehst du noch die anderen Lagen.

Kadenzen sind sowohl in Grundstellung wie auch den Umkehrungen möglich. (Foto: Tobias Homburger)
Kadenzen sind sowohl in Grundstellung wie auch den Umkehrungen möglich. (Foto: Tobias Homburger)
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Kadenz in C-Dur, erste und zweite Umkehrung.

Jetzt fehlen uns nur noch die korrekten Namen. 

Was sind Akkordfunktionen und wie lauten deren Bezeichnungen?

Analysiert man Akkorde, die in einem Zusammenhang stehen, teilt man den Einzelakkorden Funktionen zu, um ihr Zusammenwirken besser verstehen zu können. Das tun wir auch im Alltag. Zum Beispiel nennst du deine Mutter wahrscheinlich Mama oder Mutti. Ihr Name aber lautet ganz anders, du nennst sie entsprechend der Funktion, die sie für dich hat. 
Der erste Akkord in der Kadenz und somit also der Ausgangspunkt (C-Dur) wird Tonika genannt. Der fünfte Akkord bekommt den Namen Dominante und der vierte Akkord heißt Subdominante, weil er einen Schritt unter der Dominante liegt. Ab jetzt benutzen wir nur noch diese Begriffe, das ist viel leichter. Schau dir nun noch einmal alle drei Lagen der C-Dur Kadenz mit ihren Funktionsbezeichnungen an.

Fotostrecke: 3 Bilder Die Zuordnung zu Funktionen erleichtert den Umgang mit Akkordverbindungen. (Foto: Tobias Homburger)
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C-Dur Kadenz in allen drei Lagen mit Funktionsbezeichnungen

Was ist beim Verteilen der Stimmen im Rahmen der Stimmführung wichtig?

Sehr wichtig ist, dass die Stimmführung der einzelnen Töne immer gleich bleibt, und das in allen drei Lagen. Ich zeige dir das konkret am Ton C. Von der Tonika zur Subdominante bleibt das C einfach liegen. Für die Dominante bewegt es sich einen Halbton tiefer zum H und danach für die Schlusstonika wieder nach oben zum C.

Eine gute Stimmführung ist für einen ausgewogenen Klang sehr wichtig. (Foto: Tobias Homburger)
Eine gute Stimmführung ist für einen ausgewogenen Klang sehr wichtig. (Foto: Tobias Homburger)
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C-Dur Kadenz in Grundstellung, nur die C-Stimme ist hörbar.

Beginnen wir nun die Kadenz mit C-Dur in der ersten Umkehrung, liegt das C an einer anderen Stelle im Akkord. Trotzdem bleibt es zur Subdominante wieder liegen, bewegt sich für die Dominante runter zum H und steigt für die Schlusstonika wieder zum C. Genau wie in der C-Dur Kadenz, die in der zweiten Umkehrung beginnt.

Ungeachtet der Umkehrung verläuft jede Stimme immer gleich. (Foto: Tobias Homburger)
Ungeachtet der Umkehrung verläuft jede Stimme immer gleich. (Foto: Tobias Homburger)
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C-Dur Kadenz in Grundstellung, wieder ist nur die C-Stimme hörbar.

Übst du irgendwann Kadenzen in verschiedenen Tonarten, kannst du dir das zu Nutze machen. Denn egal in welcher Tonart oder Lage du bist, die Stimmen bewegen sich immer gleich. Untersuchen wir das in E-Dur.

Der Verlauf jeder einzelnen Stimme ist der Schlüssel zu einem guten Kadenzspiel. (Foto: Tobias Homburger)
Der Verlauf jeder einzelnen Stimme ist der Schlüssel zu einem guten Kadenzspiel. (Foto: Tobias Homburger)
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Kadenz in E-Dur, in allen drei Lagen ist nur der Grundton hörbar.
Du siehst, dieses Mal ist der Grundton ein E, aber auch hier bleibt er zur Subdominante liegen, bewegt sich für die Dominante einen Halbton tiefer und steigt für die Schlusstonika dann wieder einen Halbton. Und das ist auch hier in allen drei Lagen gleich. Und genau darin besteht der Vorteil, wenn du beginnst, Kadenzen auf dem Klavier zu spielen. Im Prinzip musst du vorerst gar nicht wissen, wie der Ton oder Akkord heißt, den du als nächstes spielen musst. Aber du weißt wo er liegt, bzw. wie sich die Stimmen bewegen. Untersuchen wir noch, wie sich die anderen Stimmen bewegen. Dafür gehen wir wieder zurück nach C-Dur.
Auch die mittlere Stimme des Akkordes verläuft in einer Kadenz immer gleich. (Foto: Tobias Homburger)
Auch die mittlere Stimme des Akkordes verläuft in einer Kadenz immer gleich. (Foto: Tobias Homburger)
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Kadenz C-Dur, alle drei Lagen, nur Terz hörbar.

Die Terz des Akkordes, in unserem Fall der Ton E, steigt zur Subdominante um einen Halbton, fällt zur Dominante dann eine kleine Terz und steigt dann zur Schlusstonika wieder einen Ganzton.

Hier sieht man, wie sich die Quinte der Tonika durch die anderen Funktionen bewegt. (Foto: Tobias Homburger)
Hier sieht man, wie sich die Quinte der Tonika durch die anderen Funktionen bewegt. (Foto: Tobias Homburger)
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Kadenz C-Dur, alle drei Lagen, nur Quinte hörbar.
Die Quinte des Akkordes, hier ein G, steigt zur Subdominante um einen Ganzton, fällt zur Dominante direkt wieder um einen Ganzton und wiederholt in der Schlusstonika den gleichen Ton. Das überprüfen wir jetzt wieder an E-Dur.
Der Verlauf der Terz der Tonika in allen drei Lagen. (Foto: Tobias Homburger)
Der Verlauf der Terz der Tonika in allen drei Lagen. (Foto: Tobias Homburger)
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Kadenz E-Dur, alle drei Lagen, nur Terz hörbar.

Die Terz des Akkordes, im jetzigen Fall der Ton Gis, steigt zur Subdominante um einen Halbton, fällt zur Dominante dann eine kleine Terz und steigt dann zur Schlusstonika wieder einen Ganzton.

Hier sieht man noch einmal die Stimmführung der Quinte der Tonika. (Foto: Tobias Homburger)
Hier sieht man noch einmal die Stimmführung der Quinte der Tonika. (Foto: Tobias Homburger)
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Kadenz E-Dur, alle drei Lagen, nur Quinte hörbar.
Die Quinte des Akkordes, hier ein H, steigt zur Subdominante um einen Ganzton, fällt zur Dominante direkt wieder um einen Ganzton und wiederholt in der Schlusstonika den gleichen Ton. Wie du siehst, bleiben auch die Bewegungen der anderen beiden Stimmen in allen Lagen und Tonarten gleich. Mache dir diese Erkenntnis beim Üben von Kadenzen zu Nutze und studiere vor allem die Stimmen und deren Verlauf. Höre dir die einzelnen Stimmen immer wieder an. Singe sie nach, auch das hilft sehr! Und mache dir beim Spielen einer Kadenz immer wieder klar, wohin sich die einzelnen Töne oder Stimmen bewegen. So wirst du immer sicherer und deine Finger finden den Weg mit der Zeit von ganz alleine.

Wie werden Kadenzen in Moll aufgebaut?

Für den Aufbau einer Kadenz in Moll betrachten wir zunächst die Tonleiter in a-moll. Das hier ist die reine a-moll Tonleiter.

Das ist reines oder äolisches Moll. (Foto: Tobias Homburger)
Das ist reines oder äolisches Moll. (Foto: Tobias Homburger)

Jetzt bauen wir auf jedem Ton wieder einen Akkord auf und analysieren diese.

So heißen die Akkorde, die in a-moll vorkommen können. (Foto: Tobias Homburger)
So heißen die Akkorde, die in a-moll vorkommen können. (Foto: Tobias Homburger)

Da a-moll und C-Dur parallele Tonarten sind, treffen wir hier auf die gleichen Akkorde wie in C-Dur. Dieses Mal heißen der erste, vierte und fünfte Akkord aber a-, d- und e-moll.

Fotostrecke: 2 Bilder Auch eine Mollkadenz besteht grundsätzlich aus den drei Mollakkorden. (Foto: Tobias Homburger)
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Kadenz in a-moll, alle Akkorde in Grundstellung.

Allerdings muss an einem der Akkorde eine kleine Änderung vorgenommen werden, nämlich an der Dominante. Ihre Dominanz auf den nachfolgenden Klang übt sie nämlich durch einen bestimmten Ton aus. Schauen wir uns das noch einmal in C-Dur an.

In einer Durtonart ist der Leitton automatisch in der Dominante enthalten. (Foto: Tobias Homburger)
In einer Durtonart ist der Leitton automatisch in der Dominante enthalten. (Foto: Tobias Homburger)
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Dominante und Tonika in C-Dur.
Die Terz der Dominante ist in diesem Fall der Ton H. Er liegt einen Halbton unter dem Grundton des Folgeakkords und wird deshalb Leitton genannt, weil er sich nach oben zum C auflösen möchte und den Klang dorthin leitet.  Zurück in a-moll fällt auf, dass dieser Ton fehlt.
In einer reinen Molltonart fehlt der Leitton. Somit entsteht kein dominanter Klang. (Foto: Tobias Homburger
In einer reinen Molltonart fehlt der Leitton. Somit entsteht kein dominanter Klang. (Foto: Tobias Homburger
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Dominante und Tonika in a-moll ohne Erhöhung von G.

Denn der Akkord auf der fünften Stufe heißt e-moll, die Terz dieses Akkordes somit G. Der Leitton zu A fehlt also, somit handelt es sich um eine sogenannte Molldominante. Der Name ist etwas irreführend, eine Dominanz auf den folgenden Klang kann dieser Akkord nämlich nicht ausüben. Gelöst wird dieses Problem dadurch, dass das G zu Gis erhöht wird. Somit entsteht E-Dur, der Leitton ist damit vorhanden und die Dominante verdient ihren Namen damit wieder. 

Durch die Erhöhung der siebten Stufe erhält man den Leitton und das sogenannte harmonische Moll. (Foto: Tobias Homburger)
Durch die Erhöhung der siebten Stufe erhält man den Leitton und das sogenannte harmonische Moll. (Foto: Tobias Homburger)
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Dominante und Tonika in a-moll mit Erhöhung von G.

Bei einer Mollkadenz muss die Terz der Dominante also immer durch Vorzeichen erhöht werden. Die komplette a-moll Kadenz in allen Lagen sieht also so aus.

Beim Üben von Kadenzen ist besonders das Wissen um den Verlauf der Stimmen wichtig. (Foto: Tobias Homburger)
Beim Üben von Kadenzen ist besonders das Wissen um den Verlauf der Stimmen wichtig. (Foto: Tobias Homburger)
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A-moll Kadenz in allen drei Lagen.

Schlusswort

Abschließend bist du wieder gefragt, wie immer. Mache das Thema Kadenzen unbedingt zu einem festen Bestandteil deiner musikalischen Übungen. Als Pianist lernst du das Klavier dadurch auf ganz neue Art kennen. Außerdem wirst du in puncto Harmonien und Akkordverbindungen sehr sicher und lernst so auch erste Bausteine für Improvisation und Komposition kennen.
Gehe zusätzlich in deiner Klavierliteratur auf die Suche nach Kadenzen. Mit etwas Übung wirst du in sehr vielen Stücken diese harmonischen Verbindungen finden. Auch wenn sie in einer Mozart Klaviersonate nicht unbedingt als vierstimmiger Akkord, der gleichzeitig angeschlagen wird, auftauchen werden. Schau dir genau an, wie die großen Komponisten diese Schemen verwendet haben und wende diese Techniken auf deine Übestruktur an. 
Viel Spaß und viel Erfolg!

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von Tobias Homburger

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