Quintenzirkel einfach erklärt!

Sobald im Klavierunterricht der Begriff Quintenzirkel fällt, gerät so mancher Schüler in eine unbegründete Panik. Besonders unter Klavierschülern ist dieses Phänomen häufig zu beobachten, ist es doch auch bei Tasteninstrumenten wichtig, sich mit den Zusammenhängen der unterschiedlichen Tonarten und Akkordverwandtschaften auszukennen. Sehen bei der Gitarre noch alle Töne auf dem Griffbrett gleich aus, vermittelt schon der rein optische Eindruck einer Klaviertastatur mit ihren weißen und schwarzen Tasten, dass man ein besonderes System benötigt, das erklärt, wann man eine weiße oder schwarze Taste drücken muss. Der Quintenzirkel ist das „System“, das dir dabei hilft, die richtigen Tasten zu finden, genauso hilft er dir beim Finden der Töne einer Tonleiter.

Workshop: Quintenzirkel einfach erklärt!
Workshop: Quintenzirkel einfach erklärt!

Inhalte

  1. Quickfacts: Quintenzirkel
  2. Wozu wird der Quintenzirkel benötigt und warum heißt er so?
  3. Wie verwendet man den Quintenzirkel am besten?
  4. Wichtige Schritte, um die Tonart eines Stückes zu bestimmen
  5. Tonleitern und ihre Töne bestimmen
  6. Schlusswort
  7. Weitere interessante Themen


Viele verlassen sich bei der Verwendung des Quintenzirkels allerdings nur auf seine Eigenschaft als reines Hilfsmittel. Daran ist grundsätzlich nichts einzuwenden, aber auch dabei verhält es sich wie mit allem anderen. Man muss verstehen, wie etwas funktioniert, erst dann kann man es auch richtig anwenden und seinen Nutzen daraus ziehen. Aus diesem Grund schauen wir uns den Quintenzirkel erst ausführlich an und dann erkläre ich dir genau, wie er funktioniert. Wenn du das System dann verstanden hast, musst du in Zukunft überhaupt nicht mehr auf diese Übersicht zurückgreifen, sondern kannst dir die Tonart und deren Vorzeichen selbst bestimmen.
Los geht’s!

Der Quintenzirkel. (Foto: Von Jpascher - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25711332)
Der Quintenzirkel. (Foto: Von Jpascher – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25711332)

Quick Facts: Quintenzirkel

Was ist ein Quintenzirkel?
Als Quintenzirkel bezeichnet man in der Musiktheorie eine Reihe von zwölf Tönen, die im Abstand von Quinten kreisförmig angeordnet sind. Bewegt man sich vom vorzeichenfreien ‘C’ in Abständen von Quinten nach rechts erhält man die Tonarten die mit einem ‘#’ (Kreuz-Vorzeichen) versehen sind und das mit steigender Anzahl der Vorzeichen. Bewegt man sich vom ‘C’ in Quint-Abständen nach links, erscheinen alle Tonarten die mit einem ‘b’ (b-Vorzeichen) ausgestattet sind. In seiner gebräuchlichsten Form zeigt er neben den Dur-Tonarten auch die dazugehörigen parallelen Molltonarten an, die mit derselben Anzahl an Vorzeichen versehen sind, wie die verbundenen Dur-Tonarten. Im Aufbau des Quintenzirkels wird deutlich, dass Töne auch zwei Namen haben können, je nachdem, ob man sie per Kreuz- oder B-Tonarten bestimmt. Man spricht dabei von der enharmonischen Verwechslung.
Wie ist der Quintenzirkel aufgebaut?
Der äußere Kreis des Quintenzirkels zeigt die Dur-Tonleitern. Bewegt man sich vom vorzeichenfreien ‘C’ im Uhrzeigersinn ist der Abstand zur jeweils nächsten Tonleiter eine Quinte. Hier wird das Vorzeichen ‘#’ verwendet. Bewegt man sich vom selben ‘C’ gegen den Uhrzeigersinn nach links, beträgt der Abstand zur jeweils nächsten Tonleiter auch eine Quinte. Hier wird das Vorzeichen ‘b’ vergeben. Der innere Kreis zeigt die zur Dur-Tonart zugehörige Molltonart, die dieselbe Anzahl an Vorzeichen verwendet wie die Dur-Tonart. Auch deren Abstand beträgt immer eine Quinte in die Richtungen links und rechts. Die zur Dur-Tonart parallele Moll-Tonart ist ‘A’-Moll’, denn sie hat, wie ‘C-Dur’ kein Vorzeichen. Die Anzahl der jeweiligen ‘#’- und ‘b’-Vorzeichen nimmt auf beiden Seiten stetig um ein weiteres Vorzeichen zu. Oft findet man in Quintenzirkeln neben den jeweiligen Tonarten auch ein Notensystem, in der die Position und die Anzahl der jeweiligen Vorzeichen im Notensystem zu sehen ist.

Wozu wird der Quintenzirkel benötigt und warum heißt er so?

Grundsätzlich ist der Quintenzirkel eine Übersicht, die dir anzeigt, welche Tonart wie viele Vorzeichen hat und wie diese Vorzeichen heißen. Aber wie bereits erwähnt, ist es im Endeffekt wichtig, dass du verstehst, wie diese Übersicht funktioniert. Dann benötigst du sie nämlich ünicht mehr für die Bestimmung der Tonarten oder für die Tonzusammensetzung einer Tonleiter. Zuerst ist es allerdings ebenfalls sehr wichtig, dass du verstehst, wie der Name Quintenzirkel überhaupt zustande kommt.
Zirkel ist ein altes Wort für Kreis, die Tonarten sind nämlich im Kreis angeordnet. Und der Begriff Quinte führt uns in die Welt der Intervalle. Ein Intervall wiederum ist in der Musik der Abstand zweier Töne zueinander. Und so sehen sie aus.

Das sind die ersten acht Intervalle. Ihre Namen gehen auf die Positionen zurück, für die sie stehen. (Foto: Tobias Homburger)
Das sind die ersten acht Intervalle. Ihre Namen gehen auf die Positionen zurück, für die sie stehen. (Foto: Tobias Homburger)

Das Intervall Quinte steht für die Zahl “5”. Das bedeutet: Nimmst du den ersten und fünften Ton einer Tonleiter, so erhältst du eine Quinte.

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Hörbeispiel: Reine Quinte

Für eine genaue Analyse zerlegen wir jetzt die Quinte in Halbtonschritte.

Man braucht sieben Halbtonschritte um vom C bis zum G zu kommen. (Foto: Tobias Homburger)
Man braucht sieben Halbtonschritte um vom C bis zum G zu kommen. (Foto: Tobias Homburger)

Eine Quinte besteht aus sieben Halbtonschritten. Zählst du also von einem beliebigen anderen Ton beginnend die sieben Halbtonschritte, so findest du immer den richtigen Abstand zur nächsten Quinte. Kommt der Begriff Quinte also im Namen der Übersicht vor, ist dieses Intervall für den Quintenzirkel offensichtlich sehr wichtig. Warum, untersuchen wir später. Jetzt schauen wir uns den „Fünf-Kreis“ (Quintenzirkel) erst einmal genau an.

Der Quintenzirkel zeigt dir genau, welche Tonart wie viele Vorzeichen hat. Allerdings ist es immer besser, wenn du das auch ganz ohne seine Hilfe herausfinden kannst. (Quelle: www.lehrklaenge.de)
Der Quintenzirkel zeigt dir genau, welche Tonart wie viele Vorzeichen hat. Allerdings ist es immer besser, wenn du das auch ganz ohne seine Hilfe herausfinden kannst. (Quelle: www.lehrklaenge.de)

Wie der andere Teil des Namens bereits erklärt, sind die Tonarten in einem Kreis angeordnet. Startpunkt ist immer das C. C steht für C-Dur. Das Besondere an dieser Tonart ist: Sie verwendet keine Vorzeichen. Sie steht ganz oben in der Mitte, wie bei einer Uhr in der 12 Uhr Stellung. Auf der rechten Seite des Zirkels befinden sich die „Kreuz“-Tonarten (#), auf der linken dann die B-Tonarten (b). Besonders interessant ist die Stelle in der Mitte unten: Hier treffen sich zwei Tonarten, nämlich Fis- und Ges-Dur. Als Pianist kennst du das Phänomen längst, dass besonders die schwarzen Tasten mehrere Namen haben. Dieses Phänomen wird auch als enharmonische Verwechslung bezeichnet.

Was ist eine enharmonische Verwechslung?
Eine enharmonische Verwechslung wird in der Musik als das Phänomen bezeichnet, wenn derselbe Ton bei der Interpretation durch verschiedene Vorzeichen [b und #] einen anderen Namen erhält.
Beispiel:  Das durch ein # erhöhte ‘F” wird zu ‘Fis‘, ein ‘G‘ durch ein b erniedrigt wird zum ‘Ges‘. Fis und Ges sind somit derselbe Ton, der vorzeichenabhängig zwei unterschiedliche Namen tragen kann.
Wenn zwei Töne unterschiedliche Namen haben, aber genau gleich klingen, spricht man von der enharmonischen Verwechslung. (Foto: Tobias Homburger)
Wenn zwei Töne unterschiedliche Namen haben, aber genau gleich klingen, spricht man von der enharmonischen Verwechslung. (Foto: Tobias Homburger)
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Hörbeispiel: Ton “Fis” gefolgt von Ton “Ges”

Spielt man beide Noten, hört man jeweils den gleichen Ton, allerdings heißen sie anders, da der Ausgangston jeweils ein anderer ist. Erhöht man das F um einen halben Ton, entsteht ein Fis, erniedrigt man das G um einen halben Ton, entsteht ein Ges. Klingend sind die Töne aber gleich. Genau das passiert an dieser Stelle auch im Quintenzirkel. Die Tonarten Fis- und Ges-Dur sehen völlig unterschiedlich aus, die eine ist mit sechs Kreuzen (#) belegt und die andere mit sechs B‘s (b) ausgestattet ist, beide klingen aber völlig identisch.

Hier siehst du die Tonleitern Fis- und Ges-Dur. Obwohl sie völlig unterschiedlich aussehen, klingen sie genau gleich. (Foto: Tobias Homburger)
Hier siehst du die Tonleitern Fis- und Ges-Dur. Obwohl sie völlig unterschiedlich aussehen, klingen sie genau gleich. (Foto: Tobias Homburger)
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Hörbeispiel: Tonleiter Fis-Dur gefolgt von Tonleiter Ges-Dur

Im Inneren des Zirkels zeigen sich noch weitere Tonarten, die allerdings mit kleinen Buchstaben gekennzeichnet sind. Hierbei handelt es sich um die parallelen Molltonarten. Jede Durtonart hat also eine parallele Molltonart. Das bedeutet, dass es immer zwei Tonarten mit derselben Anzahl an Vorzeichen gibt: Eine Dur- und eine Molltonart. Am Beispiel von C-Dur ist erkennbar, dass A-Moll die parallele Molltonart ist. Beide Tonarten kommen ohne Vorzeichen aus. Sie teilen sich also die gleichen Töne, verwenden allerdings unterschiedliche Starttöne. Deshalb sind parallele Tonarten auch miteinander verwandt. Die parallele Molltonartliegt immer drei Halbtonschritte unter der Durtonart. Warum das wichtig ist, und was wir mit dieser Information machen, folgt im nächsten Teil.

Wie verwendet man den Quintenzirkel am besten?

Wenn auch du den Quintenzirkel als reines Hilfsmittel verwenden möchtest, ergibt sich daraus das Problem, dass du ihn immer bei dir tragen musst, um die Tonart des Stückes zu bestimmen, dass du gerade auf demKlavierspielen möchtest. Oder du musst ihn auswendig lernen. Viele Schüler behelfen sich mit Merksätzen, die du bestimmt auch schon mal gehört hast.
Für die Bestimmung der Kreuz-Tonarten wird oft die Eselsbrücke „Geh-Du-Alter-Esel-Hole-Fische“ verwendet. Der Satz zur Bestimmung der B-Tonarten lautet in der Sprache der Eselsbrücken: „Feine-Braune-Esskastanien-Ass-Desmond-Gestern“.
Die Anfangsbuchstaben der Wörter zeigen dir die Tonarten an. G-Dur ist die erste Tonart mit einem Kreuz (#), D-Dur verwende zwei Kreuze, usw. F-Dur ist die Tonart mit einem B (b), B-Dur hat schon zwei „B’s“ usw. Aber selbst diese Eselsbrücken musst du dir ja merken und auswendig lernen. Aus meiner Sicht ist es also besser, wenn du verstehst, wie genau der Quintenzirkel funktioniert und wie du selbstständig ‘ausrechnen’ kannst, um welche Tonart es sich handelt. Und genau das zeige ich dir jetzt.
Machen wir uns nun also noch einmal klar, wie der Name des Quintenzirkels zustande kommt: Zirkel bedeutet Kreis, das bezieht sich auf die Form der Übersicht. Und Quinte deshalb, weil sich hier alles in Quinten bewegt. Die Tonart ohne Vorzeichen (weder # noch b) heißt C-Dur. Zählt man nun sieben Halbtonschritte nach oben (rechts) gelangt man zum G. Spielt man das C und das neu gefundene G zusammen, hören wir eine Quinte, basierend auf dem Grundton C (= Tonart C-Dur = keine Vorzeichen). Nimmt man nun das eben durch Zählen gefundene G als Ausgangsbasis und zählt von dort aus erneut sieben Halbtonschritte nach oben (rechts) gelangt man zum D. Werden das als Ausgangsbasis gewählte G und der durch Zählen neu gefundene Ton D zusammengespielt, hören wir wieder eine Quinte, basierend auf dem Grundton G, der die nächste Kreuz-Tonart im Quintenzirkel darstellt: Tonart G-Dur = ein Vorzeichen (#).
Diese Übung lässt sich jetzt immer so weiterführen. Zählt man nach rechts erhält man somit die Tonarten mit dem #-Vorzeichen, startet man ausgehend von C um sieben Halbtonschritte nach links gelangt man in den Bereich der B-Tonarten und man landet auf dem F. Der neu gefundene Ton F bestimmt auch die Tonart, die das erste Vorzeichen im Bereich der B-Tonarten hat: Tonart F-Dur = ein Vorzeichen (b). Vom neu gewonnenen Ton F erneut sieben Habtonschritte nach links (Quinte) gelangt man zum B (schwarze Taste), welche die zweite Tonart im Bereich der B-Tonarten zeigt: Tonart B-Dur = zwei Vorzeichen (b). Die Quinte ist also die Einheit des Quintenzirkels, welche es möglich macht die Anzahl der Vorzeichen – immer um ein Vorzeichen steigend – anzuzeigen.

Wichtige Schritte, um die Tonart eines Stückes zu bestimmen 

Wie finde ich schnell die Tonart eines Stückes heraus?

  • Schaue dir die Art der Vorzeichen an und zähle sie.
  • Suche ein „C“ auf der Klaviatur.
  • Bei Kreuzen (#) bewegst du dich vom C aus nach rechts oder nach oben, bei B’s (b) nach links oder nach unten.
  • So viele Vorzeichen du gezählt hast, so oft bewegst du dich eine Quinte vom C weg. Zur Erinnerung: Eine Quinte besteht aus sieben Halbtonschritten.
  • Der Ton, bei dem du ankommst, zeigt dir die mögliche Tonart, in der du dich befindest. Möglich deshalb, weil es noch eine Tonart gibt, die genau gleich viele Vorzeichen hat, nämlich die parallele Molltonart. Diese findest du immer drei Halbtöne tiefer, egal ob du Kreuze oder B’s als Vorzeichen hast.
  • Jetzt navigierst du in den letzten Takt deines Stückes und suchst den Ton der Moll-Parallele. Findest du ihn, ist dein Stück in eben dieser Molltonart geschrieben. Findest du ihn nicht, bist du in der parallelen Durtonart. Bei fast allen Stücken zeigt sich im Schlussakkord auch die eigentliche Tonart. Wie du den Ton der Moll-Parallele suchen musst, siehst du hier:
Die Akkorde D-Dur und H-Moll haben zwei gemeinsame Töne. (Foto: Tobias Homburger)
Die Akkorde D-Dur und H-Moll haben zwei gemeinsame Töne. (Foto: Tobias Homburger)

D-Dur und H-Moll verwenden zwei gemeinsame Töne. Suchst du nach dem Ton der Durtonart, also nach dem D, wirst du in beiden Fällen fündig, kannst aber keine abschließende Zuordnung vornehmen. Nur ein Ton, der in einem Akkord (drei gleichzeitig gespielte Töne) vorkommt, gibt dir wirkliche Klarheit über die verwendete Tonart. Am besten nimmst du dafür den Ton der Moll-Parallele, schließlich kennst du den ja bereits. Das Ganze werden wir jetzt noch einmal an einem praktischen Beispiel durchgehen.

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Was kann man erkennen und wie gehst du vor?
  • Du erkennst in diesem Stück ein Kreuz (#).
  • Du suchst dir ein C auf der Klaviatur.
  • Da dieses Stück ein Kreuz (#) als Vorzeichen hat, bewegst du dich nach rechts, bzw. nach oben.
  • Bei nur einem Kreuz gehst du also nur eine Quinte höher, das sind sieben Halbtonschritte.
  • Du landest bei einem G. Das Stück kann also in G-Dur geschrieben worden sein. Jetzt bestimmst du die parallele Molltonart, indem du drei Halbtöne nach unten zählst. Hier gelangst du zu einem E, die zweite mögliche Tonart ist somit E-Moll. 
  • Jetzt suchst du im letzten Takt nach dem Ton der Moll-Parallele, also nach einem E.
  • Im letzten Takt ist kein E zu finden, deshalb steht das Stück in G-Dur

In 99% der Fälle lässt sich im letzten Takt herausfinden, ob das Stück in Dur oder Moll geschrieben wurde. (Foto: Tobias Homburger)
In 99% der Fälle lässt sich im letzten Takt herausfinden, ob das Stück in Dur oder Moll geschrieben wurde. (Foto: Tobias Homburger)

Du siehst, wenn du dich an diesen Plan hältst, findest du bei jedem Stück ganz leicht die Tonart heraus. Mit etwas Übung wird das sogar sehr schnell gehen.

Tonleitern und ihre Töne bestimmen

Wie baut man eine Tonleiter anhand der Vorzeichen auf?
Es existiert im Quintenzirkel aber noch etwas, das sich in Quinten bewegt. Und zwar sind das die Vorzeichen selbst. Das erste Kreuz (#) heißt immer „Fis“, das zweite dann „Cis“, das dritte „Gis“ usw. Bei den B’s (b) hast du als erstes immer den Ton „B“, dann folgt „Es“, danach „As“ usw. Möchtest du also herausfinden, wie eine F-Dur-Tonleiter aussieht, bestimmst du als erstes die Anzahl der Vorzeichen. Der Ton F liegt genau sieben Halbtonschritte unter dem C. Das ist eine reine Quinte. Das bedeutet zunächst: F-Dur hat nur ein Vorzeichen, nämlich ein „b“. Das befindet sich in direkter Nähe des Tons H, der dadurch zum B wird. Das Vorzeichen und der Ton selbst haben zufällig denselben Namen. Spielst du nun vom Ton F aufwärts zum nächsten F, verwendest du zunächst nur weiße Tasten, lediglich das H wird durch das B ersetzt. Das ist die erste schwarze Taste unterhalb des Tons H.

Das ist die F-Dur Tonleiter. Nur ein Ton wird erniedrigt. (Foto: Tobias Homburger)
Das ist die F-Dur Tonleiter. Nur ein Ton wird erniedrigt. (Foto: Tobias Homburger)

Selbst dieser Vorgang ist mit der richtigen Vorgehensweise und dem entsprechenden Hintergrundwissen überhaupt kein Problem mehr. Bei allen anderen Tonleitern gehst du genauso vor, lediglich die Anzahl der Vorzeichen und damit die Anzahl der zu erniedrigenden Töne steigt dabei an. Spielst du eine Tonleiter mit Kreuzen, musst du die Töne natürlich entsprechend erhöhen. Schauen wir uns das einmal konkret an.
Jetzt wählen wir die D-Dur Tonleiter. Du startest wieder beim Ausgangston C, gehst eine Quinte höher (sieben Halbtöne) und landest somit beim G. Jetzt steigst du eine weitere Quinte höher und kommst beim D an. D-Dur hat also zwei Kreuze. Du weißt, dass das erste Kreuz immer mit Fis benannt wird und das zweite Kreuz wiederum eine Quinte höher zu finden ist. Hier landest du beim Cis. Alles was du jetzt noch tun musst, ist von einem D zum nächst höheren D zu spielen. Bis auf das Fis und das Cis, spielst du dabei nur weiße Tasten.

Das ist die D-Dur Tonleiter. Zwei Töne werden erhöht. (Foto: Tobias Homburger)
Das ist die D-Dur Tonleiter. Zwei Töne werden erhöht. (Foto: Tobias Homburger)

Das folgende Video zeigt wie man den Quintenzirkel anwendet und Tonarten bestimmt.

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Schlusswort

Das Thema Quintenzirkel mag zunächst recht trocken klingen, ist aber nach ein wenig Übung nicht wirklich schwer zu verstehen. Der Quintenzirkel ist eine einfache und geläufige Methode um die Tonart eines Musikstücks zu bestimmen und die entsprechende Tonleiter zu konstruieren. Wenn man sich die Materie mit ein bisschen Üben verinnerlicht hat, ist das Bestimmen von Tonarten nachher nur noch ein Klacks. Hier lohnt es sich am Ball zu bleiben, denn in der Musik hat man immer mit unterschiedlichen Tonarten zu tun.

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21.05.2021
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von Michael Geisel

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Profilbild von yak martin

yak martin sagt:

#1 - 24.08.2019 um 17:49 Uhr

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Sehr gut geschrieben, nur weiß man nie, wie wenig/sehr drøge Theorie vermittelt werden muß. Was ich vermisse:
Die Hinweise, sich das Ganze anzutun, während man an einem Keyboard sitzt (mindestens ein niedliches Casio SA76 gehørt in jeden Haushalt); und, daß man die Intervalle høren lernen muß.
Außerdem hab' ich's gerne simpel (dramatisches Outing!):
"Wenn Du eine Durtonleiter finden willst, mußt Du nur wissen, daß die Halbtonschritte von 3 auf 4 und von 7 auf 8 liegen." Daraus folgt dann, daß sich beim Erhøhen um eine Quinte nur der Schritt 7 auf 8 ändert, da kommt also das nächste # hin. (Also andersherum konstruieren als erst die Vorzeichen zu zählen.)
Also ja, der Artikel ist "einfach erklärend", aber eben natürlich so komprimiert, daß man schon nach den ersten Textbløcken abwinken und nach entspannenden Substanzen greifen kønnte, je nach Neugier/Lerneifer. Neuer Softsynth mit fetten Presets, neue Loops, neuer Overdrive mit tüchtigem Djent kombiniert, das bringt alles erstmal schnellere Befriedigung. Wie macht man den Kram "sexy"? Wilde Etüden?
( ^^)v

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Micha Karmann sagt:

#2 - 20.01.2021 um 13:45 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Hallo hallo :-)
Echt sehr, sehr gut erklärt. Hut ab.
Trotzdem mag ich dir mal den 7-Zirkel ans Herz legen.
Wenn du gestattest: www.7zirkel.de
Viele Grüße, Micha

Profilbild von peter breit

peter breit sagt:

#3 - 02.03.2022 um 23:00 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Hallo bonedo, hallo Michael Geisel, einige Anmerkungen zum Artikel “Quintenzirkel einfach erklärt“. 1. Wie verwendet man den Quintenzirkel am besten? An den meisten Schulen wird ein anderer Merkspruch verwendet. Frische Brötchen Essen Asse Des Gesangs. 2. Bild (9) fehlt. Hier siehst du den ersten Takt einer Komposition von Johann Sebastian Bach. (Foto: Tobias Homburger) 3. Tonleitern und ihre Töne bestimmen Wie baut man eine Tonleiter anhand von Vorzeichen auf? Unklare Erklärung: - Warum heißt das erste Kreuz (#) „Fis“ u.s.w. und nicht wie wir oben gelernt haben G? - Warum heißt das erste bes (b) „B“ u.s.w. und nicht wie wir oben gelernt haben F? Es fehlt eine eindeutige Erklärung warum sich die Töne für das erste # und b plötzlich ändern und warum das so ist. Beste Grüße

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