Wir schreiben das Jahr 1970 – die britische Heavy-Metal Band Black Sabbath veröffentlicht mit “Paranoid“ ihr zweites Album und die gleichnamige Single. Das ikonische Gitarrenriff und Ozzys markante Stimme sind unverkennbar und sorgen dafür, dass der Song zu einem der wichtigsten Wegbereiter des frühen Heavy Metal wird. Auch das Schlagzeugspiel von Bill Ward hält Zündstoff bereit. Vor allem seine Arbeit mit der Bassdrum ist überaus interessant. Ursprünglich sollte das Album „War Pigs“ betitelt werden, wegen möglicher politischer Kontroversen (zur Zeit des Vietnamkriegs) entschied sich das Label allerdings dagegen.

Bill Wards organisches, leicht swingendes Drumming offenbart klar seinen Jazz-Background. Der Schlagzeugsound auf Paranoid ist trocken und druckvoll. Die Snaredrum ist eher hoch gestimmt und klingt knackig, während die Bassdrum sehr tief und wuchtig klingt. Bill kommt bei diesem Song komplett ohne Toms aus – auch die Fill-Ins spielt er ausnahmslos auf der Snaredrum.
Auf Paranoid marschiert die Bassdrum in wuchtigen Achtelnoten durch
Nach einem kurzen Gitarren-Intro startet die ganze Band mit dem Interlude, welches in die erste Strophe führt. Bill beginnt mit einem Flam auf der Snaredrum und geht dann in einen stampfenden Groove mit halb offener Hi-Hat über. Der Groove klingt auch deshalb so wuchtig, weil Bill hier die Bassdrum über weite Strecken in Achtelnoten durchtritt. Nach einem kleinen Fill auf der Snaredrum geht es dann in die erste Strophe.

In der Strophe behält Bill den stampfenden Groove aus dem Interlude bei. In jedem vierten Takt spielt die Band ein Unisono-Break, welches Bill mit Bassdrum und Crashes betont. Abschließend spielt er hier wieder einen Snare-Flam auf der „4“.

Bills Bassdrum-Spiel ist sehr dynamisch
Nach der ersten Strophe geht es dann in eine Art Bridge. Bill behält den Groove bei und betont die Akzente der Gitarren mit Bassdrum und Crash. Hier fällt auch auf, wie dynamisch er die Bassdrum spielt. Die Akzente sind nochmal deutlich kräftiger gespielt als die restlichen Noten. Zum Übergang in das nächste Interlude gibt es dann nochmal ein kurzes Snare-Fill aus 16tel- und Achtelnoten.

Nach der zweiten Strophe geht die Band dann in den C-Part, der sich dynamisch nochmal etwas aufbaut. Auch hier bleibt Bill bei dem bereits etablierten Groove und spielt zwischendurch kurze Fill-Ins auf der Snare. Akzente setzt er auch wie gehabt mit kräftigen Bassdrum-Schlägen und Crashbecken. Am Ende dieses Parts spielt Bill einen kräftigen Single Stroke Roll auf der Snaredrum, während er die Bassdrum weiterhin in Achtelnoten durchtritt.

Der Drumpart ist simpel, aber trotzdem anspruchsvoll
Im darauffolgenden Gitarrensolo und über den gesamten Rest des Songs spielt Bill weiterhin den bekannten Groove ohne Variationen durch. Aber gerade in dieser Einfachheit liegt auch die Stärke dieses Schlagzeugparts. Bills dynamisches und kräftiges Spiel bleibt bis zum Ende des Songs spannend.
Was zunächst eher simpel klingt, kann sich auch als echte Herausforderung entpuppen. Versucht einmal, den gesamten Song ohne einen einzigen Flam zwischen Snaredrum und Bassdrum durchzuspielen. Bill passiert über den gesamten Take kein einziger Flam, und die Bassdrum marschiert in druckvollen Achtelnoten durch (wir befinden uns um 1970 in einer Zeit, wo noch ganze Live-Takes eingespielt werden mussten).
Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Nachspielen!
