Heute haben wir den Swissonic Professional Router 2 MKIII im Test. Und ehrlich gesagt war es an der Zeit für einen neuen 19-Zoll-Rack-Router, denn jeder Tontechniker kennt wohl das folgende Problem: Das Digitalmischpult hängt am Netzwerk, die In-Ear-Apps der Musiker wollen ebenfalls per WLAN kommunizieren und dann bricht irgendwo die Verbindung zusammen, weil der Consumer-Router aus dem Elektronikmarkt mit der Situation schlicht überfordert ist.
Swissonic, die Hausmarke von Thomann, schickt mit dem Professional Router 2 MKIII ein Gerät ins Rennen, das genau für diesen Live-Alltag auf der Bühne gemacht ist. WiFi 7, PoE+, Mesh, einfache Einrichtung per Browser – das klingt nach einem ernsthaften Werkzeug. Ob der Router diese Versprechen auch in der Praxis einlöst, klären wir in diesem Testbericht.

- Swissonic Professional Router 2 MKIII – das Wichtigste in Kürze
- Was ist im Lieferumfang enthalten?
- Wie ist das Gehäuse des Swissonic Professional Router 2 MKIII beschaffen?
- Welche Ein- und Ausgänge bietet der Swissonic Professional Router 2 MKIII?
- Welche WLAN-Standards, Betriebsmodi und Funktionen bietet der Swissonic Professional Router 2 MKIII?
- QoS und VLAN
- Webbrowser-Oberfläche für Einstellungen
- Swissonic Professional Router 2 MKIII in der Praxis
- PoE+- und Antennentechnik
- Einsatzgebiete und typische Anwender
- Swissonic Professional Router 2 MKIII – mögliche Alternativen
- Fazit zum Swissonic Professional Router 2 MKIII Test
- Features Swissonic Professional Router 2 MKIII
Swissonic Professional Router 2 MKIII – das Wichtigste in Kürze
- WiFi 7 mit bis zu 2.882 Mbps im 5-GHz-Band
- PoE+ LAN-Ports mit verriegelbaren EtherCon-Buchsen
- integriertes Netzteil
- 1HE/19-Zoll-Rackformat perfekt für Stage-Racks
- Rack-Winkel abnehmbar und wahlweise weiter hinten am Gehäuse montierbar
- Mesh-Netzwerk mit bis zu 6 Geräten
- QoS, VLAN, Parental Control, Website-Blocking, IPv6
- übersichtliche Menüoberfläche
- hohe Reichweite
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Was ist im Lieferumfang enthalten?
Der Swissonic Professional Router 2 MKIII kommt in einer stabilen Verpackung samt Schaumstoff-Inlays. Im Lieferumfang befinden sich das Gerät selbst, fünf abnehmbare Antennen (zwei für 2,4 GHz, drei für 5 GHz), ein Kaltgerätekabel sowie der übliche Papierkram (Bedienungsanleitung etc.).
Rack-Montagewinkel (abnehm- und rückversetzbar) sind bereits am Gehäuse montiert. Somit ist der Router direkt bereit für den Einbau in ein 19-Zoll-Rack. Wer das Gerät bevorzugt in einem Transport-Case mitführen möchte, findet bei Thomann ein passendes Bundle-Angebot.


Wie ist das Gehäuse des Swissonic Professional Router 2 MKIII beschaffen?
Das Gehäuse des Professional Router 2 MKIII macht sofort klar, an welche Zielgruppe sich das Gerät richtet. Das schwarz eloxierte Rack-Chassis im 19-Zoll-Format mit einer Einbautiefe von 1 HE ist von Grund auf für den Bühneneinsatz her konzipiert. Die Verarbeitung ist ordentlich: Alle Kanten sind sauber ausgeführt, die Oberfläche ist matt und griffig. Mit 2,4 kg fühlt sich das Gerät solide und durchweg „road-tauglich“ an.
Auf der Frontseite sitzen die fünf Antennen-Anschlüsse, die Statusanzeigen (PWR, WiFi, WAN, LAN 1-5, POE) sowie ein Netzschalter. Die Buchsen für WAN, LAN und PoE sind als verriegelbare RJ45-Buchsen ausgeführt.
Swissonic spricht hier von Neutrik-EtherCon-kompatiblen Steckern. Das ist auf der Bühne tatsächlich ein echter Mehrwert. Wer schon einmal erlebt hat, wie sich ein gewöhnlicher RJ45-Stecker in einem lebhaft bespielten Rack von selbst löst, wird diese Funktion zu schätzen wissen. Auf der Rückseite befindet sich der Netzanschluss, drei weitere LAN-Ports und der obligatorische WAN-Port sowie ein Reset-Taster.


Welche Ein- und Ausgänge bietet der Swissonic Professional Router 2 MKIII?
Die Anschlussausstattung ist auf den professionellen Einsatz ausgelegt. Neben dem WAN-Port (1.000 Mbps) notiere ich fünf LAN-Ports: Zwei davon sind als reine LAN-Ports (LAN1, LAN2) ausgeführt, die drei weiteren (LAN3, LAN4, LAN5) sind PoE+-fähig und liefern damit ausreichend Leistung für PoE-fähige Access Points, IP-Kameras oder andere Netzwerkgeräte, die keinen eigenen Stromanschluss benötigen. Alle fünf LAN-Ports erreichen 1.000 Mbps (Gigabit Ethernet.
Für die Stromversorgung sorgt ein integriertes Netzteil, das mit 100-240 Volt befeuert, universell einsetzbar ist. Die Gesamtleistungsaufnahme des Geräts beträgt 65 Watt, was für einen Router mit aktivem PoE+ und fünf Antennen ein vertretbarer Wert ist. Die Verbindung zum Stromnetz erfolgt über eine Standard-Kaltgerätebuchse. Tipp: Für solch ein missionskritisches Gerät lohnt das Investment in ein verriegelbares Netzkabel.
Die fünf Antennen sind abnehmbar und lassen sich für den Rack-Transport demontieren. Im Betrieb werden zwei Antennen für das 2,4-GHz-Band und drei für das 5-GHz-Band genutzt.
Welche WLAN-Standards, Betriebsmodi und Funktionen bietet der Swissonic Professional Router 2 MKIII?
Das Herzstück des Professional Router 2 MKIII ist sein WiFi-7-Chip, der den aktuellen WLAN-Standard beherrscht und dabei auch mit älteren Geräten wie Smartphones, Tablets und Laptops problemlos kommuniziert. Im 2,4-GHz-Band sind Übertragungsraten von bis zu 688 Mbps möglich, im 5-GHz-Band bis zu 2.882 Mbps. Für den Live-Betrieb bedeutet das: Auch wenn gleichzeitig mehrere iPads, Smartphones und Laptops im Netz hängen, bleibt die Verbindung stabil.
Drei Betriebsmodi stehen zur Wahl. Im Router-Modus – dem normalen Alltagsmodus – verteilt das Gerät eigenständig das Netzwerk und vergibt Adressen an alle angemeldeten Geräte. Das ist genau das, was man auf der Bühne in der Regel braucht.
Im Access-Point-Modus hängt man den Swissonic per Kabel an einen vorhandenen Router am Venue und ergänzt das Netz einfach um ein eigenes WLAN. Praktisch, wenn am Spielort schon eine Internetverbindung vorhanden ist und man nur das iPad für die Pultsteuerung einbinden will.
Im Repeater-Modus verlängert das Gerät die Reichweite eines vorhandenen WLANs, also wenn die Bühne weit vom FOH-Platz entfernt ist und das Signal sonst nicht zuverlässig ankommt. Wer mehrere Swissonic-Router betreibt, kann diese zu einem Mesh-Netzwerk zusammenschalten. Dabei bilden alle Router gemeinsam ein einziges, nahtloses WLAN, sodass Tablets und Smartphones sich ohne Verbindungsabbruch im Raum bewegen könnten.
QoS und VLAN
Bei den Netzwerkfunktionen ist der Swissonic gut ausgestattet. QoS (Quality of Service) bedeutet, dass man bestimmten Geräten Vorfahrt im Netz geben kann. Konkret: Das iPad zur Pultsteuerung bekommt Vorrang vor dem Smartphone eines Bandmitglieds, das nebenbei YouTube streamt. Für die Remote-Steuerung eines Digitalmixers ist das eine der nützlichsten Funktionen überhaupt.
VLAN steht für „Virtual Local Area Network“ und erlaubt es, ein physisches Netz in getrennte Bereiche aufzuteilen. Etwa ein eigenes Netz nur für die Pultkommunikation, während Musiker in einem zweiten Bereich surfen, ohne sich gegenseitig zu stören. Für den einfachen Bühnenbetrieb braucht man VLAN nicht zwingend, für größere Produktionen oder komplexe Setups ist es aber ein praktisches Zusatz-Feature.
Webbrowser-Oberfläche für Einstellungen
Die Konfiguration des Professional Router 2 MKIII erfolgt ausschließlich über eine browserbasierte Oberfläche, die über die Adresse www.netlogin.link oder alternativ direkt über 192.168.1.1 erreichbar ist. Das Standard-Passwort lautet schlicht „admin“, das sollte man nach dem ersten Login selbstverständlich ändern. Die Standard-SSIDs heißen „Swissonic Pro Router 2.4G“ und“ Swissonic Pro Router 5G“.
Die Oberfläche ist übersichtlich gestaltet und der weniger erfahrene Anwender findet sich ohne große Netzwerkkenntnisse zurecht. Beim ersten Start führt ein Einrichtungsassistent durch die wichtigsten Schritte: Internetanschluss-Typ auswählen, WLAN-Name und Passwort vergeben – fertig! Das dauert wenige Minuten und erklärt sich von selbst.



Im laufenden Betrieb sind alle Einstellungen schnell erreichbar. Unter „Network“ kann man zwischen den drei Betriebsmodi wechseln. Wer mehrere Swissonic-Router zu einem gemeinsamen Netz zusammenschalten möchte, findet unter Mesh eine übersichtliche Verwaltung.
Neue Geräte werden per Pairing-Taste hinzugefügt. Bis zu sechs Router lassen sich so zu einem nahtlosen WLAN verbinden. Sind am Veranstaltungsort bereits Netzwerkkabel verlegt, können die Router auch per Kabel miteinander kommunizieren, was die WLAN-Kapazität für Tablets und Smartphones schont.
Firmware-Updates können sowohl manuell (Upload einer Datei) als auch automatisch per One-Click-Upgrade aus dem Internet eingespielt werden. Der aktuelle Firmware-Stand lässt sich direkt in der Oberfläche prüfen. Ein Factory-Reset ist per Hardware-Taster auf der Rückseite oder über die Browser-Oberfläche möglich.
Insgesamt ist die Browser-Oberfläche erfreulich zugänglich. Man muss kein Netzwerkspezialist sein, um das Gerät auf der Bühne in Betrieb zu nehmen. Wer einfach nur ein stabiles WLAN für die Pultsteuerung per iPad braucht, ist mit dem Einrichtungsassistenten in wenigen Minuten fertig. Wer tiefer einsteigen möchte, findet genug Einstellmöglichkeiten.






























