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Test: Peavey Session-LTD-400 Preamp Pedal – variables Tool mit Charakter

Mit dem Peavey Session-LTD-400 kehrt die Vorstufe des legendären Peavey-„Session“-Amps aus den Mittsiebzigern im handlichen Pedalformat zurück. Ursprünglich war der Session 400 ein Verstärker für Pedal-Steel-Player, die sich eine bessere Anpassung an ihr Instrument wünschten. Schon bald entdeckten jedoch auch Gitarristen den charakteristischen Sound des Transistor-Amps für sich – bekannt für seinen markanten Cleanton und die angenehm weiche Zerre. Wir haben für euch das Session-LTD-400-Preamp Pedal genauer unter die Lupe genommen.

Peavey Session-LTD-400 Preamp Pedal bonedo Test
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • eigenständiger Klangcharakter
  • überzeugende Clean- und Low- bis Mid-Gain-Zerrsounds
  • effektiver EQ
  • arbeitet auch hervorragend als Booster oder direkt in eine Endstufe
Contra
  • High-End kann etwas harsch werden

Peavey Session-LTD-400 Preamp Pedal – Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist das Peavey Session-LTD-400 Preamp Pedal? Das Peavey Session-LTD-400 Preamp Pedal basiert auf der Vorstufe des Peavey Session-Amps aus den Siebzigerjahren, der eigentlich für Pedal-Steel-Gitarristen gedacht war.
  • Ist das Pedal auch für „normale“ E-Gitarren geeignet? Ja, der charakteristische Sound des legendären Transistorverstärkers war auch schon damals bei E-Gitarristen begehrt.
  • Wo wird das Peavey Session-LTD-400 in der Effektkette eingesetzt? Das Peavey Session-LTD-400 kann vor dem Amp eingesetzt, aber auch direkt vor die Endstufe geschaltet werden, zum Beispiel über den Return. Das Pedal verfügt übrigens über einen Hard-Bypass und lässt sich auch mit Batterie betreiben.
  • Welche Regelmöglichkeiten bietet das Pedal? Mit Volume-, Bass-, Treble-, Sens-, Middle-, Shift- und Presence-Regler steht eine breite Auswahl an Eingriffsmöglichkeiten bereit.
  • Was sagt der Test? Das Peavey Session LTD-400 Preamp Pedal ist ein charakterstarkes und eigenständiges Pedal für markante Cleans und für Blues, Country- und Classic-Rock-Sounds. Es bietet mit seinem umfangreichen EQ tolle Möglichkeiten vor dem Amp als flexibler und variabler Zerrer oder Klangverbesserer, aber auch als Booster vor Overdrives oder als Preamp direkt in die Endstufe.

Gehäuse und Bedienung des Peavey Session LTD-400 Preamp Pedals

Das Peavey Session LTD-400 Preamp Pedal steckt in einem silbernen Metallgehäuse mit den Maßen 122 x 93 x 60 mm (L x B x H). Alle Bedienelemente sind auf der Oberseite angeordnet: Ein Volume-Regler steuert die Eingangslautstärke, während Sens(-itivity) als Master-Volume fungiert. Dazu kommt eine EQ-Sektion mit Bass, Middle, Treble und Presence. Ein zusätzlicher Shift-Regler erlaubt es, die Mittenfrequenz flexibel zu verschieben. Unterhalb der Potis sitzt ein Fußschalter, der das Pedal aktiviert oder in den Hard Bypass schaltet. 

Die Anschlüsse befinden sich an der Stirnseite: ein 6,3-mm-Klinken-Input und -Output sowie der Anschluss für ein optionales 9-V-Netzteil, das laut Peavey bestenfalls 1 A, aber mindestens 250 mA liefert. Intern wird die Spannung auf 25 Volt angehoben, weshalb der Betrieb mit einer 9-V-Batterie laut Manual auf etwa eine Stunde beschränkt werden sollte. Zur korrekten Stromaufnahme des Pedals macht Peavey keine Angaben.

Fotostrecke: 4 Bilder Das Peavey Session LTD-400 Preamp Pedal steckt in einem silbernen Metallgehäuse.
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So werden die Klangbeispiele des Peavey Session-LTD-400 Preamp Pedals in der Praxis aufgezeichnet

Für die Soundfiles setze ich das Pedal direkt vor einen 73er Fender Bassman-Top und gehe von dort in die Faltung eines 4×12″ Celestion PreRola Greenbacks. Zur Überprüfung der Preamp-Arbeitsweise stöpsle ich das Pedal direkt in den Return meines Peavey 5150. Die Gitarren werden jeweils angegeben.

So klingt das Peavey Session LTD-400 Preamp Pedal

Im mittleren Setting überzeugt das Session LTD-400 mit einem klaren, durchsetzungsfähigen Cleansound, der durch einen sehr eigenen Hi-Fi-Höhenschimmer und markante Mitten geprägt ist. Das Ergebnis wirkt griffig und setzt sich im Bandkontext super durch. Der Klang ist sicherlich Geschmackssache, zeigt jedoch insbesondere in bestimmten Anwendungsbereichen – beispielsweise als „Höhenveredler“ – seine besonderen Stärken. Bei einer Reglerstellung von Volume auf 12 Uhr und Sensitivity auf etwa 9 Uhr erreicht man Unity-Gain, sodass noch reichlich Boost-Reserven verfügbar bleiben. 

Der EQ arbeitet äußerst effektiv und erlaubt eine sehr differenzierte Anpassung aller Frequenzbereiche. Besonders bei Single-Coils kann das High-End allerdings etwas scharf und stellenweise unangenehm wirken. Hier lohnt es sich, auch sehr niedrige Presence- und Treble-Werte auszuprobieren – dumpf klingt das Pedal dabei nie. Wird das Volume-Poti weiter aufgedreht, entwickelt sich ein beinahe „fendriger“ Overdrive-Sound. Zwar bringt das Pedal naturgemäß weniger typisch amerikanische Röhrenwärme mit und neigt dezent zum „Bretzeln“, dennoch überzeugt es mit klaren, druckvollen und gut definierten Sounds. High-Gain darf man vom LTD-400 nicht erwarten, doch seine Zerrtextur weiß sowohl im Country- als auch im Classic-Rock-Bereich absolut zu überzeugen. Besonders in verzerrten Settings glänzt die flexible Mittenregelung, die sowohl breitbandiges Boosten als auch gezieltes Ausdünnen ermöglicht.

Auch in Kombination mit Zerrpedalen und direkt in eine Endstufe überzeugt das Peavey Session-LTD-400 Preamp Pedal

Ganz hervorragend eignet sich das Session-LTD-400 Preamp Pedal auch als flexibler Booster vor einem Overdrive. Im Klangbeispiel parke ich einen JRAD Archer Overdrive (Klon-Typus) hinter dem Peavey-Pedal und erhalte deutlich mehr Zerre, aber auch Transparenz in den Höhen. Und auch die Verwendung als reiner Preamp direkt in eine Endstufe überzeugt: Der Klang erhält tolle Transienten und der „Silberschimmer“ des Höhenbereichs kommt sehr gut zur Geltung.

Audio Samples
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Mid Setting – Pedal Off/On (Stratocaster) Low Gain (Stratocaster) Mid Gain (Les Paul) High Gain (Les Paul) Lead Sounds (Stratocaster) Middle Shift Check-Scoop (Les Paul) Middle Shift Check-Boost (Les Paul) Pedal vor Overdrive (Les Paul) Pedal direkt in Endstufe (Les Paul)
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Fazit

Das Peavey Session LTD-400 Preamp Pedal überzeugt mit toller Verarbeitung und einem eigenständigen Sounddesign. Der Cleansound kommt griffig, „hi-fi-ig“, und trumpft mit markanten Mitten und reichlich Boost-Reserven. Der präzise EQ ermöglicht feinfühlige Eingriffe in alle Frequenzbereiche. Da das High-End insbesondere mit Single-Coils mitunter harsch und auch etwas ungemütlich werden kann, lässt es sich per Presence- und Treble-Regler leicht entschärfen. 

Verzerrt liefert das Pedal knackig-freche Sounds mit leichtem „Fender-Charakter“, ohne jedoch in High-Gain-Sphären vorzudringen. Ebenfalls überzeugend ist die Verwendung als flexibler Booster vor Overdrives oder aber als Preamp direkt in eine Endstufe, wo Transparenz, Durchsetzungsfähigkeit und der charakteristische Höhenschimmer bestens zur Geltung kommen. Insgesamt wird schon beim ersten Anspielen schnell klar, dass es sich hier nicht um eine gängige Preamp/Overdrive-Einheit handelt, sondern um ein charakterstarkes Pedal mit speziellem Sound und Einsatzbereich. Wer einfach nur auf der Suche nach einem weiteren Standard-Zerrer ist, wird hier eher nicht fündig. Aber Freunde markanter Clean-Töne, von Blues, Country-Rock und Classic-Rock oder solche, die einfach nur ihrem Amp etwas mehr Präsenz entlocken wollen, finden hier ein interessantes Pedal abseits ausgetretener Pfade.

Artikelbild
Session LTD 400 Preamp Pedal
Für 179,00€ bei
  • Hersteller: Peavey
  • Name: Session LTD-400 Preamp Pedal
  • Typ: Preamp
  • Herstellungsland: Taiwan
  • Regler: Volume, Bass, Treble, Sens, Middle, Shift, Presence
  • Schalter: On/Off (Footswitch)
  • Anschlüsse: In- & Output (je 6,3-mm-Klinke), Netzteileingang
  • Bypass: Hard Bypass
  • Batteriebetrieb: 9 V
  • Netzteil: optional 9 V, 1000 mA, mindestens 250 mA
  • Stromaufnahme: k/A
  • Abmessungen (L × B × H): 122 × 93 × 60 mm
  • Gewicht: 385 g
  • Ladenpreis: 179,00 Euro (Mai 2026)

Herstellerseite: https://peavey.com/

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