Songwriting Workshop: Modale Kadenzen #1

Wenn der Titel eines Workshops aus zwei Wörtern besteht, die man Reflex-artig im Langenscheidt Wörterbuch Fachchinesisch-Deutsch nachschlagen möchte, dann gibt es in der Regel Aufklärungsbedarf. Ich möchte also zuerst einmal die Bedeutung hinter dem ominösen Begriffspärchen entschleiern.

Songwriting Workshop: Modale Kadenzen #1. (Foto: Bonedo)
Songwriting Workshop: Modale Kadenzen #1. (Foto: Bonedo)


Das Wörtchen „Kadenz“ steht für eine Akkordfolge, die das Tonmaterial einer ihr zugrunde liegenden Tonart verwendet und im Normalfall auf der Tonika beginnt und endet. Die Tonika ist dabei der harmonische Ruhepunkt der Tonart, der Akkord, der das Gefühl vermittelt, „zu Hause“ zu sein. Eine Lehrbuch-Kadenz in F-Dur besteht also aus leitereigenen Akkorden von F-Dur und endet auch auf einem F-Dur Akkord. Es ist davon auszugehen, dass fast jeder Musiker, der jemals ein Harmonieinstrument unter seinen Fingern hatte, schon Kadenzen gespielt hat, auch wenn er sie vielleicht nicht als solche bezeichnet hat. Sie gehören zur Musik (zumindest zur westlichen Popmusik) wie das Atmen zum Leben gehört und laufen täglich millionenfach im Radio. Höchst unspektakulär!
In diesem Workshop geht es uns aber um eine spezielle Form von Kadenzen, nämlich eben um modale Kadenzen. Das bedeutet vor allem, dass die Grundlage dieser Kadenzen der Modus einer Tonleiter ist, im Falle der „normalen“ Tonleitern aus dem Quintenzirkel also eine Kirchentonart. “Kirchentonleiter, was ist das denn?”, werdet ihr euch jetzt vielleicht fragen. Aber keine Sorge: Im ersten Teil meines Workshops werden wir uns genau mit der Frage beschäftigen, was Kirchentonarten eigentlich sind, wie sie mit der handelsüblichen Dur-Tonleiter in Verbindung stehen und natürlich auch wie sie klingen. Wir besprechen also vorerst die Basics, die wir in den beiden darauffolgenden Teilen in die Praxis umsetzen werden. Was modale Kadenzen für uns als Songwriter interessant macht, ist die Tatsache, dass sie frei von funktionsharmonischen Wendungen und Bindungen sind, also nicht die üblichen Fortschreitungen einsetzen, die sich von der  Tonika über die Subdominante zur Dominante und wieder zurück zur Tonika bewegen. Sie bieten eine Möglichkeit, einem Song oder dem Teil eines Songs eine frische Farbe zu verleihen und können beim Komponieren hochgradig inspirierend wirken. Starten wir mit einer kleinen Rückblende.
Doch vorher möchten wir euch die Möglichkeit geben, euch mit dem Noten-Komplettpaket (PDF) zu versorgen. Einfach auf das Icon klicken und ausdrucken!

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Profilbild von Anonymous

Anonymous sagt:

#1 - 23.10.2011 um 23:01 Uhr

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Der Autor versteht was von seinem Handwerk: er weiß, wie klar und anschaulich man den Stoff aufbereitet und er versteht, den angemessenen Ton für interessierte Schüler/innen und Student/inn/en zu treffen. Viel Erfolg und viel Vergnügen bei der Lektüre und der Mitarbeit.

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Jonathan sagt:

#2 - 26.07.2013 um 22:21 Uhr

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Super Workshop. Freue mich auf weitere dieser Art!!!

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