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Architekturbeleuchtung im Fokus: Anforderungen an das Lichtequipment

Bei der Architekturbeleuchtung geht es höchst selten um eine rasante Lichtshow mit dynamischen Bewegt-Scheinwerfern, engem Fokus wie bei der Personenbeleuchtung oder Dancefloor-Effekten mit Chases, Lauflichtern, Strobes und Co. Vielmehr steht in den meisten Fällen die stimmungsvolle Ästhetik im Vordergrund, oftmals ruhevoll, je nach Projekt dezent oder imposant. Indes wir bei der szenischen Lichtinszenierung von Show- oder Theaterbühnen von Beleuchtung sprechen, reden wir bei der Architekturbeleuchtung treffenderweise von Illumination. Und die stellt Lichtdesigner vor sehr spezielle Herausforderungen.

Architekturbeleuchtung im Fokus: Anforderungen an das Lichtequipment
(Bild: Shutterstock / Von: Dziurek)

Architekturbeleuchtung im Wandel der Zeit

In den vergangenen Jahren hat sich die Architekturbeleuchtung zu einer geradezu kunstvollen Disziplin gewandelt. Auch aufgrund des technologischen Fortschritts wird insbesondere im Außenbereich mit einer Synergie aus architektonisch funktionalem Licht und entertainenden Effekten, Farben und Farbspielen eine außergewöhnliche Atmosphäre geschaffen. In der professionellen Lichtarchitektur hat sich vor diesem Hintergrund sogar das Wortspiel Architainment durchgesetzt.

Art der Installation

Zu den grundsätzlichen Überlegungen in diesem Beleuchtungssegment gehört insbesondere die Frage nach der Art der Installation. Werden die Scheinwerfer in Fassaden und Gebäuden wie etwa in der Hotellerie integriert oder werden Fassaden und bestimmt Zonen, historische Gebäude, Kirchen oder ganze Parks von externer Position aufmerksamkeitswirksam angestrahlt?

Ebenso bedeutend ist, ob es sich um eine dauerhafte oder zeitlich begrenzte Installation handelt. Die Anforderungen an das Lichtequipment für die Architekturbeleuchtung unterscheiden sich grundlegend.

Charakter von Gebäuden betonen

Bei der Architekturbeleuchtung, ob innen oder außen, müssen spezielle Dinge beachtet werden, die auf herkömmliche Eventlocations so eher nicht zutreffen. Dabei geht es beispielsweise darum, ob bauliche Strukturen geschützt werden müssen, Sicherheitsvorkehrungen etwa in Museen vorhanden sind oder sensible Oberflächen von Kunstwerken nicht angeleuchtet werden dürfen.

Die Installation soll inspirieren und dabei nicht zum Selbstzweck verkommen. Die Lichttechnik muss mit Fingerspitzengefühl den individuellen Charakter des Gebäudes oder der Objekte betonen, ohne zu irritieren. 

Bedeutung der Farbvielfalt und Farbqualität

Möglicherweise noch bedeutender als bei Festival-Beleuchtung ist die facettenreiche Farbvielfalt und Farbqualität bei der Architekturbeleuchtung. Es wird nicht permanent mit Strobes und rasanten Chases geballert. Vielmehr geht es um Harmonie, um Licht, das sich ausbreitet und steht. Die Farbqualität muss sich gerade bei statischen und stehenden Farben auf hohem Niveau befinden.

Zugleich ziehen die Scheinwerfer neben den RGB-Farben insbesondere durch ruhevolle Pastelltöne die Blicke auf Fassaden, Objekte und mehr. Gäste im Innenbereich fühlen sich in ein geschmackvolles Meer der emotionalen Farben gehüllt.

Architekturbeleuchtung im Außenbereich

Im Außenbereich wird vielfach auf Washlights und Fluter gesetzt. Gebäude oder Objekte werden in den meisten Fällen großflächig beleuchtet. Bedeutend dabei ist, dass der umliegende Bereich nicht mitbeleuchtet wird.

Das lässt sich auf unterschiedliche Weise umsetzen. So etwa durch das Up-Lighting, indem die Scheinwerfer unmittelbar am Fuß der Gebäude positioniert werden und die Lichtstrahlen mit leichter Neigung zum Gebäude direkt nach oben abgeben.

Markanter Unterschied zur Personenbeleuchtung

Schon hier ist ein markanter Unterschied zur Personenbeleuchtung erkennbar. Würden Personen ausschließlich von unten beleuchtet, würden sie leicht krank aussehen. Anders bei Fassaden und immobilen Objekten im Außenbereich.

Durch die Up-Light-Beleuchtung wirken Gebäude harmonisch und zusätzlich monumental. Mit leistungsfähigen Flutern werden auch große Strecken überwunden.

(Bild: Shutterstock / Von: Martin Kimla)

Elektrische Spannung und Feuchtigkeit vertragen sich nicht

Selbstredend sind die Scheinwerfer beim Einsatz im Outdoor-Bereich Witterungs- und Umweltbedingungen wie Feuchtigkeit durch Regen oder Schnee, Hitze- und UV-Einwirkungen durch das Sonnenlicht ausgesetzt. Nässe und elektrische Spannung sind bekanntlich evolutionäre Feinde.

Im Outdoor-Bereich verwendbare Scheinwerfer, müssen gegen diese und weitere äußere Einflüsse gesichert sein. In die Elektronik, wozu auch die Anschlüsse und das Display gehören, darf keine Feuchtigkeit eindringen. Erst dadurch werden Kurzschlüsse wie auch eine etwaige Korrosion der Bauteile unterbunden.

IP65 gegen Feuchtigkeit

Scheinwerfer, die diesen Anforderungen entsprechen, sind gemäß der Schutzart IP65 klassifiziert, wobei die Abkürzung IP für International Protection oder auch Ingress Protection (Schutz gegen Eindringen) steht. Darüber hinaus geht noch die Schutzart IP67, solche Scheinwerfe sind berührungsgeschützt, staubdicht und verkraften über IP65 hinausgehend auch ein zeitweiliges Tauchen unter Wasser. Die Konstruktion gemäß IP65 oder IP67 wirkt sich in der Regel auch deutlich auf den Preis der Scheinwerfer aus.

Praktisches Beispiel für Outdoor-taugliche Scheinwerfer

Ein gutes Beispiel dafür ist der Hochleistungs-LED-Fluter Stairville Stage Flood Inst QCL 24x10W im Road- und Tour-tauglich wetterfesten Gehäuse. Ausgestattet ist der Fluter einem Panel, das sich neigen und fixieren lässt, um eine ideale Ausleuchtung zu gewährleisten.

Bestückt ist das Panel mit 24 QCL 10 W LEDs, die per Chip Farben und Mischfarben aus dem RGBW-Spektrum liefern. Das Gerät entspricht der Schutzklasse IP65 und ist damit für den Outdoor-Betrieb geeignet. Der Fluter bietet sich sowohl für den mobilen Einsatz als auch die Festinstallation an.

Architekturbeleuchtung im Innenbereich

Im Innenbereich ist eher das indirekte Licht gefordert. Das Licht wird zum architektonischen Gestaltungselement. So werden beispielsweise Entrees, Wände, Decken und Objekte mit oftmals dezentem Licht ins Szene gesetzt. Etwa Designobjekte wie Kunstbäume wirken mit farbigem Licht besonders eindrucksvoll. Sie werden zum Blickfang, ohne sich dabei in den Mittelpunkt zu drängen.

Zumal wir nicht etwa von einer Rock ‘n’ Roll-Bühne sprechen, müssen die Scheinwerfer sich mit unaufdringlichem und ästhetischem Design dem Einsatzort und dem vorhandenen Interieur unterordnen. Daraus entsteht ein Kuriosum: Die Geräte müssen lichtintensiv wirkungsvoll sein, ohne aufdringlich zu wirken.

Geringere Anforderungen an die Konstruktion

Scheinwerfer, die für die Architekturbeleuchtung im Innenbereich zum Einsatz kommen, müssen den IP65-Anforderungen nicht entsprechen. Immerhin ist kaum damit zu rechnen, dass es im Innenraum einer Kirche, in einer Cafeteria, einem Restaurant oder in einer Messehalle plötzlich regnet, sofern nicht unerwartet die Sprinkler-Anlage angeht.

In der Regel werden diese Lichtkomponenten der Schutzart IP20 zugeordnet. Aus pragmatischen Gründen werden im Innenbereich dennoch oftmals Outdoor-taugliche Scheinwerfer mit IP65-Klassifizierung eingesetzt. Zumal IP65-Scheinwerfer gegen das Eindringen zugleich gegen Eindringen von Staub und Co. geschützt sind, wird der Wartungsaufwand deutlich reduziert.

Neigungswinkel für Up-Lighting einstellen

Der Klassiker in der Architekturbeleuchtung ist die Inszenierung von Fassaden, Wänden und Objekten. Die Scheinwerfer strahlen auf dem Boden oder sonstiger geeigneter Fläche stehend nach oben. Wichtig dafür ist allerdings, den Scheinwerfer so neigen zu können, dass er nicht einfach nur in die Höhe strahlt, sondern stattdessen die definierte Fläche illuminiert.

Dafür stellen die Scheinwerfer unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Üblich ist die Einstellung über den Montagebügel. Ebenso kann die Neigung als Up-Light über eine Justage-Schraube auf der Unterseite des Gerätes erreicht werden, was sich insofern als pragmatisch erweist, zumal in solchen Fällen auf einen separaten Montageständer verzichtet werden kann.

Architekturbeleuchtung: Steuerung für Profis und weniger technikaffine Anwender

Die Scheinwerfer für die Architekturbeleuchtung unterscheiden von anderen Lichtkomponenten hinsichtlich der Steuerung und nicht aufgrund der Anwendung, allerdings oftmals wegen der Anwender. Betrieben werden die Scheinwerfer beispielsweise in der Gastronomie häufig von Angestellten oder sonstigen Anwendern, die mit der professionellen Lichttechnik weniger vertraut sind.

Das heißt, die Ansteuerung muss in solchen Fällen simpel und auch von Laien durchführbar sein. Inzwischen gibt es am Markt etliche Geräte, die zwar über DMX-512 ins Setup eingebunden werden können, es aber nicht zwingend müssen, zumal sie mit einer handlichen Fernbedienung wie ein handelsüblicher Fernseher angesprochen werden können.

Bei der professionellen Architekturbeleuchtung hingegen ist es erstens wichtig, dass die Komponenten ins DMX-Universum eingebunden werden können und zweitens stehen die Scheinwerfer nicht selten sehr weit auseinander, dürfen aber keineswegs durch überbordende Kabelverlegung den Laufweg von Passanten queren. Vor diesem Hintergrund wird die Nachfrage nach Scheinwerfern mit Wireless-DMX immer größer.

Beispiel für per IR-Remote steuerbare LED-Bar

Um eine wetterfeste LED-Bar handelt es sich bei der Stairville LED IP Bar 320/8 RGB DMX IP65. Die Bar ist mit 240 LEDs bestückt und bietet auch auf kurze Distanz eine hervorragende Farbmischung im RGB-Spektrum. Lediglich einer der Vorteile ist die Bedienbarkeit mit der optionalen Infrarot-Fernbedienung.

Aufgrund zahlreicher weiterer Ansteuerungsmöglichkeiten ist das Gerät auch ideal für Festinstallationen im Innenbereich geeignet. Die LED-Bar von Stairville hat einen Abstrahlwinkel von 30 Grad und lässt sich dank der Montagevorrichtung in den jeweils gewünschten Winkel neigen.

Flügeltore und weitere Begrenzungen

Die Aufgabe von Scheinwerfern beim Up-Lighting ist es nicht, sämtliche umliegenden Zonen mit zu beleuchten. Das heißt, der Abstrahlbereich muss begrenzt werden. Erreicht wird das beispielsweise durch Torblenden oder eben die weiter entfernte Positionierung. Hochwertige Scheinwerfer haben für solche Zwecke elektronische Shutter mit an Bord. Auch sind für manche der Geräte Streuscheiben erhältlich, wodurch das Licht noch weicher und somit harmonischer gezeichnet wird.

Sicherheitsbeleuchtung

Auch die Sicherheitsbeleuchtung ist ein wesentlicher Teil der Architekturbeleuchtung. Durch Musterverordnungen und Musterrichtlinien der jeweiligen Landesbauordnungen ist es geregelt, dass etwa in Versammlungsstätten, Sportstätten, Verkaufsstätten, Gaststätten und etlichen weiten Gebäuden und Locations im öffentlichen Raum eine Sicherheitsbeleuchtung vorgesehen sein muss, falls bei einem etwaigen Ausfall der Allgemeinbeleuchtung mit Unfallgefahren zu rechnen ist.

Kurioserweise handelt es sich dabei lediglich um Mindestanforderungen. Einig sind sich die Experten, dass überall dort, wo durch einen Lichtausfall Unfallgefahr entstünde, eine Sicherheitsbeleuchtung, also eine Backup-Lösung installiert sein muss.

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von Jörn Petersen

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