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5 Tipps zur Improvisation mit der Pentatonik

Die Pentatonik ist eine Art Wunderwaffe unter den Tonleitern und das hat verschiedene Gründe. Zum einen ist sie die älteste Tonleiter, womit ihr Sound quasi in das kollektive Musikgedächtnis eingebrannt ist, und in der Tat sind auch viele Melodien in bekannten Songs rein pentatonisch. Ein anderer Grund ist, dass die Pentatonik keine Halbtonschritte und keine Avoid-Notes kennt, die in Konflikt und Reibung zu den zugrundeliegenden Harmonien treten können.

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Auch wenn jeder mit dieser Skala vertraut ist, so gibt es doch ein paar Tipps und Tricks, wie man vielleicht noch das eine oder andere Extra aus dieser Skale zaubern kann. Hier sind fünf davon:

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1. Dur- und Mollparallelität der Pentatonik

Jede Durtonart hat auf der sechsten Stufe eine sogenannte parallele Molltonart, die sich mit ihr die gleichen Töne und Vorzeichen teilt. Das trifft auch auf die Pentatonik zu, wodurch wir identische Fingersätze für diese Skala beispielsweise in C-Dur und Am erhalten. Doch diese Parallelität geht über das reine Tonmaterial weit hinaus und trifft auch auf unsere Lieblingslicks zu. Das heißt, dass ein Lick, das super über C-Dur funktioniert, auch über einen Am-Akkord gut klingen wird und umgekehrt. Manchmal kann es vorkommen, dass man die Note, in die man das Lick auflöst, der Harmonie etwas anpassen muss, aber grundsätzlich ist alles austauschbar. Im folgenden Beispiel hört ihr das identische Lick erst über C-Dur und dann über einen Am-Akkord:

Dur- und Mollparallelität der Pentatonik
Dur- und Mollparallelität der Pentatonik
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Dur- und Mollparallelität der Pentatonik

2. Vermischung von Dur und Mollpentatonik

Dieses Prinzip findet man im Blues sehr häufig: Moll über Dur, das heißt, über einen Blues in A kann man sowohl in der A-Dur (F#m-) Pentatonik spielen, oder aber die Am-Pentatonik zu Rate ziehen. Erstere Variante ergibt einen fröhlichen, country-artigen Sound, während die Mollvariante eher den traurigeren, bluesigeren Charakter herausbildet. Richtig interessante Ergebnisse erhält man, wenn man beide Pentatoniken miteinander kombiniert, allerdings funktioniert das nicht nur beim Blues, sondern auch bei jedem Stück in Dur. Angus Young von AC/DC ist ein gutes Beispiel für diesen Trick und in Soli wie “Highway to hell” oder “You shook me all night long” ist dieser Mix gut zu hören.
Wichtig ist für diesen Trick die Dosis und wie man den Wechsel zwischen beiden Geschlechtern einleitet. Hier findet ihr ein Beispiel dafür über C-Dur:

Vermischung von Dur und Mollpentatonik
Vermischung von Dur und Mollpentatonik
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Vermischung von Dur und Mollpentatonik

3. Pentatonik auf diversen Skalenstufen suchen

Wie bereits bekannt, findet man in der C-Dur-Tonleiter die C-Dur- bzw. Am-Pentatonik eingebettet. Betrachtet man die Dur-Tonleiter jedoch genauer, erkennt man, dass sie ebenfalls die Dm- und Em-Pentatonik beheimatet. Die kann man nun ebenfalls über Akkorde aus C-Dur bzw. A-Moll anwenden, womit sich sehr interessante Effekte erzielen lassen, die ich etwas ausführlicher in meinem Pentatonik Workshop erläutere.
Hier findet ihr ein Beispiel, bei dem ich die Em-Pentatonik über einen Am-Akkord einsetze:

Pentatonik auf diversen Skalenstufen
Pentatonik auf diversen Skalenstufen
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Pentatonik auf diversen Skalenstufen suchen

4. Ungitarristische Zerlegungen suchen

In der Pentatonik kennt man natürlich seine Licks und seine 3er- und 4er- Zerlegungen, allerdings bieten sich auch pentatonische Dreiklänge als Zerlegung an, die, wenn sie interessant rhythmisiert werden, sehr ungitarristisch und frisch klingen.
Diese Pentatonikakkorde bestehen meist aus Quarten und gelegentlich einer Terz. Hier eine Zerlegung der Am-Pentatonik:

Ungitarristische Zerlegungen
Ungitarristische Zerlegungen
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Ungitarristische Zerlegungen

5. Stretchpentatoniken für Skalenläufe

Da man die Pentatonik häufig mit den bekannten Fingersätzen lernt, bei denen jeweils zwei Noten auf einer Saite liegen, fällt es häufig sehr schwer, klassische Skalenläufe wie in der Durtonleiter abzufeuern. Dieses Problem kann man jedoch umgehen, wenn man zwei Pentatonik-Shapes zu einem Fingersatz zusammenfasst und auf die sogenannten Stretchpentatoniken zurückgreift.
Nun habe ich zwei Möglichkeiten:
a) Ich spiele auf jeder Saite drei Töne und nehme dadurch die Tonwiederholungen in Kauf, was ein sehr cooler Effekt sein kann!
b) Ich spiele abwechselnd drei Töne auf der einen und dann nur einen auf der nächsten Saite und erhalte somit die skalenmäßige Pentatonik-Tonabfolge.
Hier seht ihr beide Beispiele für jeweils dasselbe Shape einer Dm-Pentatonik:

Stretchpentatoniken
Stretchpentatoniken
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Stretchpentatoniken

Wer sich noch etwas intensiver mit den obigen Vorschlägen beschäftigen will, findet hier Vertiefungen zu diesem Thema:

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von Haiko Heinz

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