Gitarren-Verstärker kaufen: Was muss ich wissen?

Der große Kaufberater „Gitarrenverstärker kaufen“ – Wer auf der Suche nach einem E-Gitarrenverstärker ist, steht vor einer riesigen Auswahl an Modellen in jeder erdenklichen Größe und Preisklasse. Gerade Anfänger haben Probleme, sich im stetig wachsenden Dschungel der Formate und Technologien (Combo, Topteil, Preamp, Röhre, Transistor, Modeling) zurechtzufinden. Doch was braucht man eigentlich wirklich zum Glück und welcher Verstärker ist der richtige für zu Hause, für den Proberaum und für die Bühne?
Unser Kaufberater zeigt dir, welcher der richtige Gitarren-Amp für dich ist und worauf du beim Kauf achten solltest.

Gitarrenverstärker kaufen - Beratung
Inhalte
  1. Wie funktioniert ein Gitarrenverstärker?
  2. Welche Gitarrenverstärker gibt es?
  3. Röhrenverstärker kaufen
  4. Transistorverstärker kaufen
  5. Modeling-Verstärker kaufen
  6. Welcher Gitarrenverstärker ist der richtige für mich?

FAQs

  • Welches ist der beste Übungsverstärker für E-Gitarre? Ein Übungsverstärker für zu Hause muss weder besonders groß noch besonders laut sein. Transistor-Combos mit 10- bis 20-Watt-Leistung reichen für den Heimbedarf meistens schon aus. Röhrenverstärker entwickeln bei gleicher Leistung deutlich höhere Lautstärken und können bei 5 Watt manchmal schon zu laut sein. Wer viele verschiedene Sounds ausprobieren möchte und gerne mit Kopfhörern übt, ist mit einem Modeling-Amp gut beraten.
  • Wie teuer ist ein E-Gitarren-Übungsverstärker? Transistor-Combos für den Heimbedarf gibt es schon für unter 100 Euro (z. B. von Harley Benton) und für wenig mehr mit digitaler Vorstufe und Effekten (z. B. von Fender oder Boss). Modeling-Preamps mit Kopfhöreranschluss sind ebenfalls ab etwa 100 Euro erhältlich (z. B. von Valeton oder Hotone). Wer einen echten Röhren-Amp für die eigenen vier Wände sucht, wird ab etwa 250 Euro fündig (z. B. bei Harley Benton, Blackstar oder Marshall).
  • Brauche ich einen Combo, ein Topteil oder einen Preamp? Combos „kombinieren“ Verstärker und Lautsprecher in einem Gehäuse und gelten als besonders unkomplizierte Lösung. Je nach Bauart und Leistung sind sie aber auch am schwierigsten zu transportieren. Ein Topteil beherbergt nur die Verstärkereinheit und muss an eine externe Box angeschlossen werden. Viele Gitarristen bevorzugen Topteile wegen ihrer kompakten Maße und der Möglichkeit des „Boxen-Sharings“. Preamps sind oft nicht größer als ein Effektpedal und gelten als besonders vielseitig und flexibel. Für Bühne und Proberaum ist man hier allerdings auf eine externe Endstufe plus Box oder auf ein In-Ear-System angewiesen.
  • Röhrenverstärker vs. Modeling-Amp – was sind die Vor- und Nachteile? Röhrenverstärker sind in den Augen vieler Gitarristen das Maß aller Dinge in Bezug auf Sound, Ansprache und Spielgefühl. Modeling-Amps können den Klangcharakter eines Röhrenverstärkers nachbilden und sind mit einer Vielzahl an Amp-Modellen und Effekten breiter aufgestellt. In vielen Szenarien gelten Röhrenverstärker heutzutage als überholt, insbesondere in Bezug auf Größe, Gewicht und Lautstärke. Gleichzeitig erfordern Modeling-Amps im Proberaum und auf der Bühne zusätzliches Equipment wie Endstufe, Box oder In-Ear-System. Am Ende entscheidet hier der eigene Geschmack und das angestrebte Einsatzgebiet.
  • Warum gibt es spezielle Akustikgitarrenverstärker? E-Gitarrenverstärker – genauer gesagt E-Gitarrenlautsprecher – geben nur einen sehr eingeschränkten Frequenzbereich des Gitarrensignals wieder. Was für E-Gitarren (insbesondere verzerrte E-Gitarren) in unsere Ohren genau richtig klingt, wirkt mit der Akustikgitarre oft hart, spitz oder nasal. Akustikgitarren sollten über Fullrange-Systeme mit möglichst breitem Frequenzspektrum verstärkt werden. Man kann sich Akustikverstärker also wie eine kleine PA vorstellen, weswegen sie auch gerne für Gesang oder Keyboard genutzt werden.

Wie funktioniert ein Gitarrenverstärker?

Ein E-Gitarrenverstärker, auch Gitarren-Amp genannt, dient dazu, das Signal der E-Gitarre hörbar zu machen. Im Verstärker wird der Klang bearbeitet und geformt, wobei jeder Gitarren-Amp seinen eigenen Klangcharakter hat.
In der Regel besteht ein Verstärker aus einer Vorstufe (Preamp), einer Endstufe (Power Amp) und einem oder mehreren Lautsprechern (Speaker). Bei einem Combo sind diese drei Elemente in einem Gehäuse vereint, während ein Topteil (oder Head) traditionell nur die Vor- und Endstufe beinhaltet und durch eine Gitarrenbox (Cabinet bzw. Cab) ergänzt werden muss. Durch die immer populärer werdende Digitaltechnik ist es heute möglich, alle Elemente eines Gitarrenverstärkers digital nachzubilden, sei es durch sogenannte Amp-Modeler, Multieffektgeräte oder Computer-Plugins. So können einige Gitarrenverstärker auch mit Kopfhörern betrieben oder direkt an einen Computer oder eine PA angeschlossen werden.

Welche Gitarrenverstärker gibt es?

Röhrenverstärker

Die Urform des E-Gitarren-Verstärkers, wie wir ihn kennen, ist der Vollröhren-Amp. Bereits in den 1950er-Jahren von Leo Fender entwickelt und ab den 1960er-Jahren durch Marshall und Vox weltberühmt geworden, ist der Röhrenverstärker bis heute untrennbar mit dem Sound der Rockmusik verbunden. Den ersten Herstellern von Gitarrenverstärkern ging es dabei ausschließlich um klare Sounds in ansprechender Lautstärke. In Ermangelung entsprechender PA-Systeme mussten Gitarristen aber ihre Röhren-Amps auf der Bühne häufig so weit aufdrehen, dass ihre Endstufen in die Sättigung gerieten und übersteuerten. Das Ergebnis waren ungewollte Verzerrungen. Doch ungewollt sollten diese nicht lange bleiben. Musiker wie Ritchie Blackmore, Eric Clapton oder Jimi Hendrix (um nur die bekanntesten zu nennen) entdeckten diese “Nebenwirkung” für sich. Sie rissen ihre Marshalls bewusst bis zum Anschlag auf und nutzten die Verzerrung aktiv für ihre Zwecke.

Ohne Zweifel ist die Röhrentechnologie längst in die Jahre gekommen und wurde in nahezu jedem anderen technischen Gebiet durch Halbleitertechnik ersetzt. Aber viele Gitarristen schwören bis heute auf die natürliche Kompression und das Obertonverhalten von Röhrenverstärkern. Glücklicherweise muss dies nicht mehr mit ohrenbetäubenden, arenatauglichen Lautstärken einhergehen. Moderne Röhren-Amps werden häufig mit leistungsschwächeren Endstufen gebaut, um auch mit weniger Pegel in die beliebte Endstufensättigung zu kommen. Oder sie erzeugen einen Großteil ihrer Verzerrung – quasi lautstärkeunabhängig – in der Vorstufe, dank der Erfindung des Master-Volumes in den 70er-Jahren. Davon abgesehen werden Röhrenamps natürlich längst in Kombination mit digitalen Effekten, Lautsprechersimulationen und in allen erdenklichen Formaten angeboten.    

Gibson Gitarrenverstärker und Archtops

Transistorverstärker

E-Gitarren-Verstärker mit Transistorschaltung verzichten auf die Vakuumröhre als elektrisches Bauelement zugunsten der sogenannten Halbleitertechnik. Auch wenn sie ähnlich lange auf dem Markt sind wie ihre Röhren-Geschwister, spielten sie lange die zweite Geige, wenn es um verzerrte Klänge ging, und galten als steril und undynamisch. Heute arbeiten die meisten Transistorverstärker auf Augenhöhe mit Röhren-Amps und haben in einigen Bereichen sogar unumstritten die Nase vorn. 

So nimmt eine Verstärkerschaltung auf Transistorbasis gegenüber der Röhre nur einen Bruchteil an Platz ein und wiegt auch entsprechend weniger. Transistoren sind außerdem weniger wartungsintensiv und im Gegensatz zur Röhre keine Verschleißteile, die regelmäßig getauscht werden müssten. Deshalb wundert es auch nicht, dass viele Übungsverstärker für den Heimbedarf auf Transistortechnik beruhen. 

Und mit dieser können auch die immer beliebter werdenden Amps im Pedalformat ähnliche Leistungen wie ein Röhrenamp erzeugen. Auch klanglich schwören einige Gitarristen (insbesondere aus den Genres Jazz und Funk) auf Transistorverstärker und würden sie, bezogen auf den Cleansound, jederzeit einem Röhrenverstärker vorziehen. Eine spannende Mischung aus beiden Ansätzen liefern sogenannte Hybridverstärker, in denen eine Röhrenvorstufe mit einer Transistorendstufe kombiniert wird.  

Modeling-Verstärker

Der Begriff Amp-Modeling bezeichnet die digitale Nachbildung („Modellierung“) eines Gitarrenverstärkers. Viele Modeler sind als Bodenpedal konzipiert und bilden primär den Klang einer (Röhren-)Vorstufe nach, weswegen sie auch oft in der Kategorie „Preamp“ zu finden sind. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, denn moderne Modeler können mithilfe von Digitaltechnik längst alle Elemente einer Verstärkereinheit simulieren. Dazu gehören Vorstufe, Effekte, Endstufe und Lautsprecher (Speakersimulation). Ein Modeler liefert somit bei Bedarf den „fertigen“ Sound eines abgenommenen Gitarrenverstärkers direkt an eine PA, ein Audio-Interface oder einen Kopfhörer. Dank immer leistungsstärkerer Prozessoren sind diese Signale im Band-Kontext kaum noch vom „real deal“ zu unterscheiden.

Gitarristen, die ohnehin mit In-Ear-Monitoring spielen, lassen daher heute den schweren Combo oder die Box einfach zu Hause. Ein großer Teil des Siegeszuges der Modeling-Verstärker ist dabei dem sogenannten „Profiling“, „Capturing“ oder „Matching“ geschuldet. Wenn auch technisch mit unterschiedlichen Ansätzen realisiert, beschreibt jede dieser Techniken das „Speichern“ eines realen Verstärkers durch digitale Analyse und Nachbildung. So können einige Modeling-Versionen den Klang des realen Lieblings-Amps speichern oder jeden beliebigen „Schnappschuss“ eines anderen Verstärkers laden. Den Möglichkeiten an Sounds und Kombinationen sind hier kaum Grenzen gesetzt.

Röhrenverstärker kaufen

  • warme und „natürliche“ Kompression/Verzerrung
  • die Urform des Gitarren-Amps
  • beliebte Basis für Bodeneffekte
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Transistorverstärker kaufen

  • geringeres Gewicht
  • weniger wartungsintensiv als Röhren-Amps
  • oft als handlicher Combo mit integrierten Effekten erhältlich
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Modeling-Verstärker kaufen

  • riesige Auswahl an digitalen Amp-Modellen und Effekten
  • oft als Preamp bzw. Multieffekt im Pedalformat erhältlich
  • optionales „Profiling“/„Capturing“/„Matching“ erlaubt das Speichern und Abbilden realer Amps
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Welcher Gitarrenverstärker ist der richtige für mich?

Die Frage nach dem besten Gitarrenverstärker hängt von vielen Faktoren ab, die man vor dem Kauf gegeneinander abwägen sollte. Wir helfen dir bei den Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Amp-Kauf.

„American“ vs. „British“

Neben Bauart, Ausstattung, Preis und Gewicht spielt der Klang des Gitarrenverstärkers eine entscheidende Rolle. Viele Hersteller orientieren sich bei der Konzeption ihrer Modelle bis heute an den drei großen Verstärkermarken der 50er- und 60er-Jahre: Fender, Marshall und Vox.

Der Begriff American wird dabei häufig verwendet, um warme und klare Clean-Sounds im Stil traditioneller Fender-Amps zu umschreiben. Gleichzeitig steht dieser Begriff auch für eine bestimmte Art der Vintage-Verzerrung, die sich durch moderates Gain, warme Bässe und offensive Höhen auszeichnet. Auf der anderen Seite wird „American“ auch im Zusammenhang mit modernen High-Gain-Amps verwendet. Hier beschreibt der Begriff eine besonders dichte und druckvolle Verzerrung. Als bekannteste Namen für den „amerikanischen“ Sound gelten neben Fender auch Mesa Boogie, Soldano oder Dumble. Typische Endstufenröhren in diesen Amps sind die 6L6 oder die 6V6. 

Der Begriff British beschreibt in der Regel die Klangeigenschaften von Marshall- und Vox-Amps. Während der Vox-Sound für perlige Cleansounds am Rande der Übersteuerung steht, verbindet man mit Marshall eine bissige und kraftvolle Verzerrung mit mittleren Gain-Reserven. Beide Amps zeichnen sich im Vergleich zum „amerikanischen“ Sound durch einen mittenbetonteren und raueren Grundsound aus. Das bedeutet aber nicht, dass sich mit „englischen“ Amps keine ansprechenden Cleansounds erzeugen lassen. Vox-Style-Amps arbeiten traditionell mit der EL84-Endstufenröhre, während Marshall in der Regel auf die EL34 setzt. Andere britische Traditionsfirmen sind Laney, Orange oder Hiwatt. 

Natürlich lassen sich heute längst nicht mehr alle Verstärkermodelle in diese zwei Bereiche aufteilen. Viele moderne Amps bieten Sounds aus beiden „Welten“ mit fließenden Übergängen. Hinzu kommt, dass die ursprünglichen Schaltungen von Fender, Marshall und Vox über die Jahrzehnte immer weiter modifiziert wurden, was zu völlig eigenständigen Verstärkergattungen führte. Als Grundorientierung bei der Umschreibung von Amp-Modellen oder Modeling-Presets tauchen die Begriffe „American“ und „British“ allerdings immer wieder auf.   

Röhren eines Gitarrenverstärkers

Größe und Gewicht

Gitarrenamps gibt es in jeder erdenklichen Form und Größe. Für den Heimgebrauch in „Wohnzimmerlautstärke“ reicht oft schon ein kleiner Übungs-Combo mit 8-, 10- oder 12-Zoll-Lautsprechern. Bei den Transistorverstärkern werden hier in der Regel Leistungen zwischen 10 und 20 Watt empfohlen, wohingegen ein Röhrenamp schon ab 5 Watt für die meisten Mietwohnungen zu laut wird. Da es sich bei Combos oder Boxen im 2 × 12-Format und spätestens bei der 4 × 12-Box schon um echte Möbelstücke handelt, sind auch die Maße des Verstärkers ein wichtiger Faktor.

Möchte man mit seinem Traum-Amp mobil sein und ihn in unterschiedlichen Szenarien einsetzen (Proberaum, Bühne, Session), ist meistens ein Topteil die richtige Wahl. Viele „Heads“ werden heute im handlichen Lunchbox-Format angeboten und passen problemlos in eine Tasche, den Rucksack oder sogar den Fahrradkorb. Entsprechende Boxen können dann fest am jeweiligen Ort platziert werden und bei Auftritten mit mehreren Bands kann ein „Cab-Sharing“ die Umbaupausen entscheidend verkürzen.

Auch ein Modeling-Amp oder -Preamp kann in allen beschriebenen Einsatzgebieten seinen Zweck erfüllen. Er kann zu Hause über die (Computer-)Monitore verstärkt werden, lässt sich direkt an eine PA/Gesangsanlage anschließen und kann auf der Bühne mit einem Monitor, einer zusätzlichen Endstufe oder über In-Ears wiedergegeben werden. Besonders praktisch gestaltet sich dieser Ansatz, wenn das Gerät in der Lage ist, den analogen Lieblings-Amp zu „profilen“, „capturen“ oder zu „matchen“. 

Lautstärke und Leistung

Lautstärke ist ein sensibles Thema, wenn es um Nachbarn, Bandkollegen und Tontechniker geht. Das Gitarren-Stack (Topteil mit zwei 4 × 12-Boxen) wurde einst erfunden, um die E-Gitarre auch in großen Hallen hörbar zu machen. Heute übernimmt in der Regel die PA einen Großteil der Verstärkung des Gitarrensignals und Verstärker werden über ein Mikrofon vor dem Lautsprecher oder externe Speakersimulationen „abgegriffen“. Da auch die Monitoring-Systeme immer besser geworden sind, ist die Lautstärke eines Gitarren-Amps auf der Bühne kaum noch entscheidend für den allgemeinen Hörgenuss. Und vielen FOHs und Bandkollegen ist es sogar am liebsten, wenn diese möglichst gering oder bei Null gehalten wird (In-Ear-Monitoring).

Anders sieht es natürlich im Proberaum, bei kleinen Sessions oder auf der Kneipenbühne aus. Hier ist nicht selten das Schlagzeug der Maßstab für die benötigte Lautstärke und dementsprechend auch für die Leistung des Gitarrenverstärkers, angegeben in Watt (W). Wichtig: Röhren-Watt ist nicht gleich Transistor-Watt! Einem moderat gespielten Drumkit sollte man als Gitarrist schon mit mindestens 20 Transistor- bzw. 5 Röhren-Watt begegnen, um sich Gehör zu verschaffen. Bei Röhren-Amps gehen höhere Lautstärken dann irgendwann mit der Übersteuerung der Endstufe und entsprechender Verzerrung einher. So sorgen Röhren-Amps ab etwa 15 Watt für mehr Luft nach oben („Headroom“), wenn es mal lauter werden soll. Ein glasklarer Cleansound zusammen mit einem lauten Drummer kann schon mal 30 Watt (Röhre) oder 100 Watt (Transistor) erfordern. Alles, was darüber hinausgeht (50, 100, 120 … Watt), sorgt vor allem für stabile und übersteuerungsresistente Signale und kann auch mit den lautesten Drummern dieser Welt mithalten. Dabei ist zu beachten, dass das Verhältnis aus Schallleistung und Schallpegel bzw. empfundener Lautstärke oft missverstanden wird. So ist ein 50-Watt-Röhren-Verstärker keinesfalls halb so laut wie ein 100-Watt-Amp und ein 120-Watt-Bolide kann durchaus von einem 30-Watt-Combo übertönt werden. Als Faustregel gilt vielmehr, dass uns ein 5-Watt-Röhrenverstärker etwa halb so laut erscheint wie sein 50-Watt-Pendant und alles über 30 Watt eher eine Frage von Sound, Feeling und Clean-Reserven ist.  

Effekte

Der Einsatz von Effekten ist für viele Gitarristen unverzichtbar, und der vielleicht wichtigste von allen ist – wenn man ihn überhaupt als Effekt bezeichnen will – die Verzerrung. Viele Verstärker verfügen über mehrere Kanäle (oft „Clean“, „Crunch“, „Lead“ etc. genannt) und bieten grundsätzlich mehrere (meist fußschaltbare) Abstufungen zwischen clean und verzerrt. Auch ein Hall oder Reverb gehört zur Standardausrüstung vieler Verstärker und ist entweder über eine Hallspirale oder per Digitaltechnik in das Amp-Design integriert. Alles, was darüber hinausgeht, ist in der Regel den Transistor- oder Modeling-Amps vorbehalten, die oft über eine ganze Palette an integrierten Effekten verfügen.

Wer seine Sounds vor allem über Bodenpedale erzeugt, dem reicht vielleicht ein puristischer, einkanaliger Röhren- oder Transistor-Amp (optional sogar im Pedalformat). In diesem Fall fungiert der Verstärker vor allem als „Lautmacher“ oder Pedal-Plattform für Verzerrer, Reverbs, Delays und Modulationseffekte und weniger als klangbildendes Element der Signalkette.

Für Pedalnutzer kann dabei ein Einschleifweg (FX-Loop) am Verstärker wichtig sein. Dieser ermöglicht es, Effektpedale hinter die Vorstufe zu schalten, also zwischen Vor- und Endstufe „einzuschleifen“, was im Zusammenspiel von Preamp-Verzerrung und zeitbasierten Effekten wie Delay und Reverb von Vorteil sein kann.   

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