Test: Blackstar ID:X Floor One – Vielseitiger Budget-Modeler für Bühne und Recording

Mit dem Blackstar ID:X Floor One schickt der Hersteller aus dem englischen Northampton einen kompakten Amp- und Effekt-Modeler im Floorboard-Format ins Rennen. Trotz seiner handlichen Abmessungen bringt das Pedal 18 Ampmodelle für Gitarristen und Bassisten, eine CabRig-Sektion, zahlreiche Effekte sowie ein integriertes USB-Audio-Interface mit. Damit empfiehlt sich der ID:X Floor One für den Einsatz auf der Bühne, im Proberaum und im Homestudio gleichermaßen.

Blackstar ID:X Floor One bonedo Test
Unser Fazit:
4 / 5
Pro
  • solide Soundqualität
  • intuitive Bedienung
  • tadellose Verarbeitung
  • kompakte Maße
Contra
  • kein Expression-Pedal-Anschluss
  • Laden eigener IRs wird nicht unterstützt
  • manche Amp-Sounds etwas flach

Blackstar ID:X Floor One – Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist der Blackstar ID:X Floor One? Der Blackstar ID:X Floor One ist ein kompakter Amp- und Effekt-Modeler im Floorboard-Format für Gitarristen und Bassisten.
  • Welche Amps und Effekte bietet der Blackstar ID:X Floor One? Insgesamt stehen 18 Verstärkermodelle bereit, darunter 12 für Gitarre, 3 für Bass und 2 für akustische Instrumente. Eine zusätzliche Akustiksimulation bietet den Klang einer Akustikgitarre per E-Gitarre. Dazu kommen eine Pre-FX-Sektion mit Verzerrern, Filtern und Kompressoren sowie Modulations-, Delay- und Reverb-Blöcke.
  • Lässt sich der Blackstar ID:X Floor One einfach bedienen? Die Bedienung geht ausgesprochen intuitiv von der Hand. Vor allem das übersichtlich aufgebaute Amp-Bedienfeld fällt positiv auf und erlaubt sogar einen Manual-Mode. Darüber hinaus überzeugt auch der Editor mit einer klar strukturierten Benutzeroberfläche.
  • Kann der Blackstar ID:X Floor One direkt an PA oder Audio-Interface angeschlossen werden? Dank Stereo-XLR-Out und CabRig-Sektion lässt sich das Pedal direkt mit dem FOH oder einem Audio-Interface verbinden. Für den Betrieb an einer Endstufe empfiehlt sich hingegen der „To Amp“-Out, der ohne Speakersimulation arbeitet.
  • Was sagt der Test? Im Test überzeugt der Blackstar ID:X Floor One als kompakter, intuitiv bedienbarer Budget-Modeler mit praxisgerechter Ausstattung und einem für seine Preisklasse gutem Klangniveau. Kleine Abstriche gibt es beim fehlenden Expression-Anschluss, der überschaubaren Cab-Auswahl und einer im Vergleich zu teureren Modelern etwas flacheren Klangqualität. Insgesamt bietet das Pedal aber ein sehr stimmiges Gesamtpaket bei einem fairen Preis.

Blackstar ID:X Floor One: kompakte Maße, sinnvolle Ausstattung

Der Blackstar ID:X Floor One präsentiert sich in einem kompakten schwarzen Metallgehäuse mit den Maßen 215 × 151 × 66 mm (L × B × H). Dank solch überschaubarer Abmessungen dürfte das Pedal problemlos in jedem Gigbag Platz finden.

Die Bedienoberfläche ist klar strukturiert: Acht Potis kümmern sich um den direkten Zugriff auf die Amp-Sektion. Darunter finden sich ein – für meinen Geschmack etwas zu kleines – LC-Display, neun Softpotis sowie zwei Endlosencoder mit Druckfunktion. Am unteren Rand stehen drei Fußschalter bereit, über die sich Presets abrufen, der Tuner aktivieren oder das Tempo eintappen lässt.

Sämtliche Anschlüsse sitzen stirnseitig. Die Konnektivität fällt zwar nicht üppig aus, erweist sich aber als überaus praxisgerecht. Neben dem Instrumenteneingang bietet der ID:X Floor One einen Stereo-XLR-Output sowie einen „To Amp“-Ausgang. Ergänzt wird das Anschlussfeld durch einen USB-Port, einen Line-/Phones-Out im 6,3-mm-Klinkenformat, einen Line-In sowie einen MIDI-In als Miniklinke. Etwas vermisst habe ich den Zugang für ein Expression-Pedal, mit dem man z. B. die Wah-Funktion des Pedals hätte steuern können. Rechts außen befindet sich schließlich der Anschluss für das mitgelieferte Netzteil, das das Pedal mit 9 Volt bei 500 mA versorgt.

Fotostrecke: 6 Bilder Der kompakte Blackstar ID:X Floor One dürfte problemlos in jedem Gigbag Platz finden.

Was bieten die Amp-, Cab- und FX-Sektionen des Blackstar ID:X Floor One?

Der Blackstar ID:X Floor One verfügt neben einer Amp- und einer Cab-Sektion auch über ein Pre-FX-Modul sowie drei Post-FX-Blöcke. Insgesamt stehen 18 Amp-Modelle bereit, verteilt auf drei Gruppen mit je sechs Voices, darunter drei Bass- und zwei Akustikmodelle sowie eine Akustiksimulation. Inhaltlich orientiert sich Blackstar dabei teils an bekannten Vorbildern, ergänzt das Angebot aber auch um eigene Amp-Modelle.

Zur weiteren Klangformung spendiert Blackstar dem Gerät neben Noise-Gate und Dreiband-EQ auch den hauseigenen ISF-Regler, mit dem sich das Tonestack stufenlos zwischen amerikanischer und britischer Ausrichtung verschieben lässt. Sogar der Endstufentyp kann frei bestimmt werden. Die CabRig-Sektion arbeitet mit IR-basierter Speaker- und Mikrofon-Simulation samt Raumparametern und auch die Effektsektion zeigt sich vielseitig: Der Pre-FX-Block beinhaltet zahlreiche Zerrer, aber auch Kompressoren und Filter. Dahinter folgen Modulations-, Delay- und Reverb-Effekte.

Sämtliche Voreinstellungen können auf 99 Preset-Slots abgespeichert werden, die in 33 Bänken angeordnet sind. Erfreulich ist dabei, dass die Bedienung trotz des beträchtlichen Funktionsumfangs sehr zugänglich bleibt, wobei gerade das übersichtlich aufgebaute Amp-Bedienfeld positiv hervorsticht.

Wie benutzerfreundlich ist der Blackstar Architect Editor?

Noch komfortabler gehen Editiervorgänge mit dem Blackstar Architect Editor von der Hand. Die Software ist grafisch ansprechend umgesetzt, erschließt sich weitgehend intuitiv und gewährt Zugriff auf globale Parameter und Systemeinstellungen. Auch der Einsatz des Blackstar ID:X Floor One als USB-Audio-Interface ist problemlos möglich.


So wird der Blackstar ID:X Floor One getestet

Für die Soundfiles stöpsle ich den Blackstar ID:X Floor One zunächst in Stereo in mein Audio-Interface, eine RME Fireface UFX. Im weiteren Verlauf kommt das Pedal im Return eines Peavey 5150 zum Einsatz, der über die IR einer 4×12″-Box mit Celestion PreRola Greenbacks läuft.

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So klingt der Blackstar ID:X Floor One in ein Audio-Interface

Zum Einstieg geht es zunächst durch die Werkspresets, um ein Gefühl für das grundlegende Klangpotenzial des Blackstar ID:X Floor One zu bekommen. Die Presets sind praxisnah programmiert und decken ein erfreulich breites stilistisches Spektrum ab. Ansprache und Spielgefühl fallen ordentlich aus und dazu angenehm direkt. Bei Dynamik und Auflösung macht sich der günstige Preis etwas bemerkbar – im Vergleich zu hochpreisigen Modelern wirkt das Ganze etwas flacher und weniger detailreich. Aber innerhalb der Budget-Klasse zeigt der ID:X Floor One dennoch eine weitgehend überzeugende Performance.

Audio Samples
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Glass Clean – Stratocaster Big Chime – Stratocaster Tight Rock – Les Paul Modern Metal – Les Paul

Wie gut sind die Amp-Sounds und Effekte des Blackstar ID:X Floor?

Nun mache ich mich an einige Eigenkreationen. Die Programmierung geht sowohl direkt am Gerät als auch im Editor schnell von der Hand. Die Auswahl an Amp-Modellen ist zwar nicht allzu üppig, deckt aber die gängigen Sound-Standards überzeugend ab. Von Clean über Break-Up bis hin zu Mid-Gain liefert das Pedal durchweg brauchbare Ergebnisse. Lediglich im High-Gain-Bereich hätte ich mir stellenweise etwas mehr Definition gewünscht.

Zusätzliche Flexibilität bringen der CabRig-Block und die wählbaren virtuellen Endstufen. Im CabRig ist zwar auch die Auswahl an Cabinets überschaubar, und dass sich keine eigenen IRs laden lassen, ist schade. Dennoch erweisen sich die vorhandenen Optionen in der Praxis als sinnvoll gewählt, sodass man schnell zu stimmigen Ergebnissen gelangt. Auch die Effekte bieten eine solide Qualität und eine praxisgerechte Auswahl. Von Standardsounds bis hin zu großen Ambient-Flächen ist alles an Bord, was man im Alltag braucht. Dass der ID:X Floor One qualitativ nicht an die etablierten Platzhirsche heranreicht, überrascht in dieser Preisklasse kaum, aber gerade Delays, Reverbs und einige der Drive-Sounds machen ihre Sache richtig gut.

Audio Samples
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Clean – Stratocaster Low Gain – Stratocaster Mid Gain – Stratocaster High Gain – Les Paul Chorus + Delay – Stratocaster Fuzz + Uni Vibe – Stratocaster K Drive + Tremolo – Stratocaster Octave Fuzz – Les Paul

Wie klingt der Blackstar ID:X Floor One an einer Röhrenendstufe?

Zum Abschluss verbinde ich das Blackstar ID:X Floor One über den „To Amp“-Out mit einer Röhrenendstufe. Das Ergebnis fällt absolut überzeugend aus. Für meinen Geschmack gewinnt der Sound dabei noch einmal spürbar an Autorität und Durchsetzungsvermögen. Dass Blackstar den Ausgang ab Werk ohne CabRig-Simulation auslegt, ist ein cleverer Schachzug. So steht einem Setup mit echter Endstufe auf der Bühne und einem parallelen Signalweg zum FOH nichts im Wege.

Audio Samples
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Clean – Stratocaster (Amp Return) Mid Gain – Les Paul (Amp Return)

Fazit

Der Blackstar ID:X Floor One erweist sich im Test als durchdachter und praxistauglicher Budget-Modeler, der mit intuitiver Bedienung, kompakten Abmessungen und einer insgesamt soliden Soundqualität punktet. Die Amp-Sektion deckt die wichtigsten Klangbereiche souverän ab, die Effekte sind sinnvoll gewählt und liefern für diese Preisklasse ein durchweg solides Niveau. Besonders positiv fallen das direkte Bedienkonzept, der gelungene Architect-Editor sowie die flexible Konnektivität durch den Stereo-XLR-Out oder „To Amp“-Out auf. Abstriche muss man beim fehlenden Anschluss für ein Expression-Pedal, bei der Cab-Auswahl, dem fehlenden IR-Import sowie der stellenweise etwas flacheren Klangqualität im Vergleich zu teureren Modelern machen. Aber unterm Strich ist der Blackstar ID:X Floor One dennoch ein absolut überzeugender Allrounder in der Budget-Klasse, der mit cleverem Bedienkonzept, ordentlichen Sounds und großer Praxisnähe deutlich mehr bietet, als es der mehr als faire Preis zunächst vermuten lässt.

Artikelbild
IDX:Floor One
Für 189,00€ bei
  • Hersteller: Blackstar
  • Name: ID:X Floor One
  • Typ: Amp-Modeler
  • Herstellungsland: China
  • Regler: Voice, Gain, Volume, Bass, Middle, Treble, ISF, Master, 2 Endlosencoder mit Druckfunktion
  • Schalter: 9 Softbuttons, 3 Fußschalter
  • Anschlüsse: In- & Amp-Output, Line-Out/Phones (je 6,3-mm-Klinke), Stereo-Out (XLR), Line-In, MIDI-In (je Miniklinke) Netzteileingang (9 V)
  • Batteriebetrieb: nein
  • Stromverbrauch: 500 mA
  • Abmessungen: 215 × 151 × 66 mm (L × B × H)
  • Gewicht: 1331 g
  • Ladenpreis: 189,00 Euro (Stand: April 2026)

Herstellerseite: https://de.blackstaramps.com/de/idx-floor/

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