Zoom PodTrak P4next Test – Next, please?

Podcasts erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit. Die Technik, die es dafür braucht, sollte jedoch möglichst einfach funktionieren und gut klingen. Zoom hat das bereits früh erkannt, das unkomplizierte, qualitativ hochwertige Aufnehmen von Geräuschen aller Art ist ein Markenzeichen der Firma. Vor ein paar Jahren kam der PodTrak P4 auf den Markt, jetzt hat man mit dem PodTrak P4next nachgelegt. Das Gerät orientiert sich an der neuen Zoom Formensprache, welche zunächst mit dem PodTrak P2 vorgestellt wurde. Vier Mikrofone lassen sich am Testgerät anschließen, weiterhin kann ein Sprecher per USB-Gerät oder Telefon (mit Zubehör) hinzugeschaltet werden. Aber auch die technischen Innereien wurden verbessert. Ob sich der Kauf lohnt, lest ihr auf den folgenden Zeilen.

Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • sehr guter Klang
  • logische Bedienung
  • Klang- und AI-Schaltungen
  • Interface-Funktionalität mit separater Ausgabe aller Spuren
Contra
  • sehr kleines Display
  • relativ leiser Kopfhörerpegel

Quick Facts zum Zoom PodTrak P4next

  • Was ist der Zoom PodTrak P4next? Der P4next ist ein Podcaster Interface mit Anschlussmöglichkeit für bis zu vier Mikrofone (XLR-Buchsen).
  • Wieviele Kopfhörer lassen sich anschließen? Vier Kopfhörer können angeschlossen und getrennt geregelt werden.
  • Wieviele Gesprächsteilnehmer sind maximal möglich? Parallel können bis zu fünf Teilnehmer sprechen.
  • Können Mikrofone mit Phantomspeisung verwendet werden? Ja, eine globale Phantomspeisung kann aufgeschaltet werden.

Vier XLR-Buchsen und vier Kopfhöreranschlüsse sind vorhanden

Der Lieferumfang nimmt sich Zoom-typisch bescheiden aus. Im Karton finde ich genau ein Teil, nämlich das PodTrak P4next selbst, eingehüllt in einen schwarzen Beutel. Mit knappen 12,5 Zentimeter Breite und und einem Gewicht von 300 Gramm (mit zwei AA Batterien) kommt das Testgerät kompakt und leicht daher, die Formensprache des kleineren PodTrak P2 wird hier auf die nächste Ausbaustufe gehoben. Alle Gehäuseteile bestehen aus Kunststoff. Anders als das, für USB-Mikros konzipierte, P2 ist das PodTrak P4next für den Betrieb mit XLR-Mikrofonen vorgesehen, vier Stück lassen sich auf der Rückseite des leichten Kunststoffgehäuses anschließen. Damit korrespondieren vier große Gain-Regler in der Mitte der leicht geneigten Bedienfront.

Auf der Rückseite können bis zu vier Mikrofone angeschlossen werden.

Bis zu 70 dB Verstärkung sind möglich, per seitlich platziertem Schieber kann eine globale Phantomspeisung aufgeschaltet werden. Alle vier Mikrofonkanäle lassen sich einzeln muten. Die Stirnseite des Gerätes beherbergt vier Kopfhörerbuchsen für das 3,5mm-Miniklinkeformat, alle vier Podcast-Teilnehmer können ihre Lautstärke separat über kleine blaue Drehregler selbst einstellen.

Effekte, AI Noise Reduction und Sound Pads

Wie schon beim P4-Vorgängermodell besitzt auch das P4next insgesamt vier Taster zum Abfeuern von Klangeffekten. Sie sitzen links mittig und fungieren beim Abspielen aufgenommener Files gleichzeitig als Transporttaster. Die Sounds könnt ihr auch selbst erstellen und als Wavedateien laden. Wie die voreingestellten klingen, habe ich euch aufgenommen. Vom moderneren P2 hingegen stammen die Möglichkeiten, in das klangliche Geschehen einzugreifen. Tone soll Stimmen einen typischen, etwas sonoren Sprecherklang verleihen, Comp ist ein Kompressor und AI Noise Reduction analysiert störende Umgebungsgeräusche, um sie nach kurzer „Bedenkzeit“ herauszufiltern. Auch diese drei Knöpfe besitzen jeweils eine Zweitfunktion, nämlich die Navigation im Menü.

Menü und Display

Über ein sehr kleines, mittiges OLED-Display mit 128 x 64 Pixeln wird das PodTrak P4next gesteuert. Hier lassen sich die aufgenommenen Dateien verwalten, Limiter und Low Cut einzeln schalten, die Sound Pads zuweisen und sowohl global als auch separat in der Lautstärke regulieren. Ein großer Vorteil ist, dass alle Spuren nicht nur als Stereosumme, sondern auch einzeln übertragen werden können. Die Aufnahme geschieht übrigens endlich mit 24 Bit Wortbreite und 48 kHz Samplingrate, was für einige P4-Besitzer schon alleine ein guter Grund zum Upgrade sein dürfte.

Auf der rechten Seite kann ein Smartphone per optionalem TRRS-Kabel oder BTA-2 Bluetooth-Adapter verbunden werden.

Typisch für Zoom Produkte ist mittlerweile auch die erweiterte Benutzerführung für Menschen mit Sehbehinderungen. Praktisch erscheinen auch kleine Details wie die Möglichkeit, den Play/Pause Button so zu belegen, dass die Betätigung zusätzlich einen Marker setzt oder nur einen Marker setzt.

Links: Globale Phantomspeisung, MicroSD-Slot, Buspower und USB-C Anschluss

Stromversorgung, Speichermedien und die Anschlüsse an den Seiten

An der linken Seite befinden sich der Slot für eine microSDHC oder microSDXC-Speicherkarte (bis zu 2 TB), daneben sitzen zwei USB-C 2.0 Buchsen für eine externe Stromversorgung und den Datentransfer. Damit fungiert das PodTrak P4next als USB Interface mit zwölf Ein- und zwei Ausgängen. Interessant wird es auf der anderen Seite, denn hier läßt sich ein Handy-Gast zuschalten. Dies geschieht entweder über den optionalen BTA-2 Bluetooth-Adapter oder über ein, ebenfalls optionales TRRS-Miniklinkekabel. Allerdings müssen sich Nutzer entscheiden, ob sie das Handy oder den Kanal 4 nutzen möchten, beides parallel geht nicht. Dafür kann zusätzlich jedoch per USB-Kabel auf der anderen Seite ein Audiogast zugeschaltet werden. Fünf Teilnehmende sind also maximal möglich. Für eine autarke Versorgung mit Strom können die beiden, auf der Unterseite angeordneten, AA-Format Batterieplätze mit Alkaline, Lithium oder NiMH-Akkus befüllt werden.


Handling und Klang des Zoom PodTrak P4next in der Praxis

Im Einsatz gefällt das Testgerät zunächst mit wirklich gutem, sauberen Klang. In einer Gesprächssimulation mit vier Mikrofonen (zwei dynamische, zwei Kondensatormikros) lassen sich alle Schallwandler problemlos mit sauberem Gain versorgen. Aber Vorsicht, ein Betrieb mit Batterien ist für so ein Szenario nicht zu empfehlen, zu schnell sind diese leer. Zoom selbst gibt 20 Minuten für den Betrieb mit vier phantomgespeisten Mikros an, und das dürfte auch ziemlich genau hinkommen. Also solltet ihr für entspanntes Podcasten lieber mit einer Powerbank oder Buspower arbeiten. Zum Soundcheck habe ich schließlich das mäßig empfindliche Shure SM57 plus Poppschutz verwendet, die Ergebnisse sind einwandfrei, bei Pegeln jenseits der 15:00h-Stellung fängt es jedoch deutlich an zu rauschen.

Shure SM57

Auffällig ist die geringe Kopfhörerlautstärke an hochohmigen Kopfhörern wie dem Beyerdynamic 770. Hier wurde die Leistung offenbar zugunsten des Energie-Managements reduziert.

Der haptische Eindruck des Geräts ist zufriedenstellend, die eigentlich gut und schnell vonstatten gehende Bedienung leidet aber unter dem winzigen Display und den etwas wackeligen Reglern.

Im Einsatz

Die genaue Arbeitsweise des Tone-Buttons bleibt unklar, allerdings wird der Klang dank einer Mittenreduktion etwas direkter, eine leichte Bassanhebung simuliert eine Art Radiosprechereffekt. Ich persönlich würde jegliche Nachbearbeitung in der DAW machen, die Verwendung dürfte allgemein unter Geschmackssache fallen. Beim Kompressor ist eine deutliche Lautstärkeanhebung festzustellen, S-Laute und leise Sprachanteile werden hervorgehoben. Eine individuelle Zuweisbarkeit sowie ein Eingriff in die Parameter wären eine nette Zugabe, wer in die DAW aufnimmt, beziehungsweise die Einzelspuren dorthin überträgt, wird dort die professionelleren Resultate erhalten.


Etwas anders sieht es bei der AI Noise Reduction aus, die sich im Einsatz als sehr sinnvoll erweisen kann, besonders dann, wenn die Umgebung weniger optimal isoliert ist als ein Studio. Die Funktion nimmt zwar auch vom Kernsignal etwas weg, macht das jedoch nicht zu invasiv. Zuviel des Guten wird es jedoch meiner Meinung nach, wenn alle drei Taster aktiviert werden. Am Ende wird jedoch euer individuelles Setting über die Verwendung der drei Parameter entscheiden.

Audio Samples
0:00
Sprache, SM57, neutral Preamp-Rauschen Tone Feature Compressor Feature AI Noise Reduction Alle Effekte Sound Pads


Problemlos und einfach funktionierte im Test auch die Einbindung des Smartphones über den BTA-2 Adapter.

Mit Bluetooth-Adapter

Alternativen zum Zoom PodTrak P4next

Zum Testzeitpunkt ist das Vorgängermodell PodTrak P4 noch im Handel, wer sich mit einer niedrigeren Abtastrate und Wortbreite zufriedengeben mag, und die erweiterte Interface-Funktion mit separaten Spuren nicht benötigt, erhält damit eine kostengünstige Alternative. Weitere, speziell auf Podcasts ausgelegte Produkte gibt es nicht, dafür jedoch eine große Auswahl an Handyrekordern und mobilen Audio-Interfaces.

Test des Zoom PodTrak P4next: Fazit

Nach dem kleinen PodTrak P2 für USB-Mikros, bietet das P4next nun die logische Ausbaustufe. Vier XLR-Eingänge sowie die Möglichkeit, ein Handy per Bluetooth oder Kabel einzubinden, schaffen deutlich mehr Optionen für größere Gesprächsrunden. Klanglich kann das Gerät überzeugen und die Möglichkeit, den Klang der Sprache direkt bei der Aufnahme zu optimieren oder von Störgeräuschen zu befreien, dürfte für viele Anwender eine willkommene Vereinfachung darstellen. Wer es professioneller angehen möchte, routet einfach alle Kanäle separat in die bevorzugte DAW und nimmt dort eventuelle Bearbeitungsschritte vor. Dass das PodTrak P4next nun alle zwölf möglichen Kanäle getrennt in einen Rechner oder Tablet schicken kann, ist ein weiterer Vorteil zum Vorgänger P4.

In Sachen Handling stört das winzige Display ein bisschen, die Möglichkeit, sich alle Tastenfunktionen ansagen zu lassen, dürften daher nicht nur Sehbehinderte begrüßen. Beim Betrieb mit hochohmigen Kopfhörern könnte es lauter zugehen, für das angedachte Setting im ruhigen Sprechumfeld reicht es jedoch. Insgesamt stellt das Zoom mit dem PodTrak P4next zum Testzeitpunkt jedoch ein schwer schlagbares Gesamtpaket auf die Beine. Wer regelmäßig in größeren Runden podcastet, sollte das Gerät auf jeden Fall ausprobieren.

Artikelbild
PodTrak P4next
Für 169,00€ bei
  • 4 x XLR-Mikrofonbuchsen
  • 4 x Kopfhöreranschlüsse 3,5 Stereoklinke, einzeln regelbar
  • USB-C-Anschluß für Rechner/Tablet/Smartphone
  • TRRS-Miniklinke für Smartphone oder Bluetooth-Adapter (BTA-2, optional erhältlich
  • USB-Interface-Funktion
  • Stromversorgung: 2 AA Batterien, Akkus oder USB-C Bus-Power
  • bis zu 2 TB Speicher mit Micro SDXC
  • hergestellt in: Vietnam
  • Webseite: zoomcorp.com
  • Preis: € 169,– (Straßenpreis am 19.5.2026)
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