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Songs, die ohne Schlagzeug nicht funktionieren würden

Wenn man darüber nachdenkt – und dazu noch selbst Drummer ist –, könnte man zu dem Schluss kommen, dass es eigentlich keine Pop- oder Rocksongs geben dürfte, die ohne Schlagzeug funktionieren. Doch Spaß beiseite: Das Schlagzeug ist weit mehr als nur Taktgeber. Es bildet häufig das Rückgrat eines Songs, gibt ihm Richtung, Energie und Charakter.

Es gibt jedoch so manche Songs, bei denen der Drumpart oder zumindest Teile davon derart essentiell sind, dass ohne sie alles auseinanderzubrechen und die Wirkung zu verlieren droht. Anders ausgedrückt ist das Schlagzeug bei diesen Songs weit mehr als nur Rhythmusgeber: Es ist ein zentraler Anker, der den Charakter des Songs mehr oder weniger sogar definiert. 

Songs, die ohne Schlagzeug nicht funktionieren würden
Alamy Stock Foto / Andrey Armyagov

Wir stellen euch einmal ein paar solcher Werke vor. Wie immer gilt: Dies ist nur eine kleine, subjektive Auswahl, und die Liste der „Songs, die ohne Drums (so) nicht funktionieren würden“, ist ziemlich lang.  

Queen: We Will Rock You (1977, Drums: Roger Taylor u. a.) 

„Bumm, bumm, tschack! Bumm, bumm, tschack!“ Dieser nahezu weltumspannende und sofort von jedem umsetzbare Rhythmus hat, vor allem in großen Menschenmengen umgesetzt, bereits so manches Stadion zum Beben gebracht. In der Tat würde „We Will Rock You“ ohne dieses Fundament nicht funktionieren – allein schon deswegen, weil es außer Freddie Mercurys Gesang zunächst auch nichts anderes in dem Song gibt – erst nach gefühlter Ewigkeit setzt Brian May, allerdings von langer Hand vorbereitet, mit der Gitarre ein. Davon abgesehen handelt es sich hier nicht einmal um eine Schlagzeugaufnahme im eigentlichen Sinne, sondern um reine Bodypercussion, denn die Sounds wurden sämtlich durch Stampfen und Klatschen erzeugt. 

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Deep Purple: Chasing Shadows (1969, Drums: Ian Paice)

Der Song „Chasing Shadows“ eröffnet das Album „Deep Purple“. Hier spielt Ian Paice einen mehr oder weniger ostinaten Tomgroove, der die einzelnen Stimmen des Songs zusammenhält und dabei swingend wie stampfend zugleich vor sich her treibt. Im Grunde handelt es sich um einen recht simplen, auf zwei Toms aufgeteilten Doppelparadiddle, bei dem allerdings die (im Fall von Linkshänder Paice) rechte Hand (ansonsten die linke) auf der höheren Tom etwas stärker betont wird. Dadurch ergibt sich die federnde Luftigkeit des Grooves, hinzu kommt noch einiges an Percussion, und fertig ist ein bemerkenswerter Song. 

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Tool: The Grudge (2001, Drums: Danny Carey) 

Auch hier handelt es sich, wohl nicht ganz ohne Absicht, um den Eröffnungssong für das Album „Lateralus“. Was Carey in dieser Komposition alles an Ideen verarbeitet und bei allem technischen Anspruch äußerst songdienlich einsetzt, trotzt nahezu jeder Beschreibung: Carey eröffnet mit einem ostinaten 5/8-Motiv auf den Toms über ein ebenfalls ostinates Gitarre-Bass-Riff, bevor massive Akzente auf Becken und Snare, gepaart mit Doublebassarbeit aus dem Schlagzeuglehrbuch, den eigentlichen Groove für den Gesangspart vorbereiten. Und: Auf diesem kompositorischen Niveau geht’s weiter… 

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Pink Floyd: Time (1973, Drums: Nick Mason) 

Bei diesem Stück von „Dark Side of the Moon“ denkt man sofort an die Roto-Toms, auf denen Nick Mason das Intro spielt. Dieser damals besonders herausstechende Sound und vor allem die ruhige, luftige Art und Weise, wie Mason ihn nicht sonderlich virtuos, aber dafür mit umso mehr Geschmack einsetzt, machen den Reiz aus und prägen den Song im Kern. 

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Life Is Live (1984, Drums: Günter Grasmuck)

Es ist eine zweifellos supersimple, aber dafür im besten Sinne wirkungsvolle Idee: Dieses kurze Motiv auf den Toms, bei dem ein jeder sogleich weiß, um welchen Song es sich handelt: „dada da dumm“. Ohne dieses Pattern würde „Life Is Live“ der österreichischen Band Opus wohl kaum so sehr im Kopf bleiben, wie es seit Jahrzehnten der Fall ist.

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Led Zeppelin: Fool In The Rain (1979, Drums: John Bonham) 

Man darf wohl behaupten, dass „Fool In The Rain“ nicht unbedingt der bahnbrechendste Song ist, den Led Zeppelin jemals hervorgebracht haben. Im Grunde ist er harmonisch und gestalterisch, sagen wir mal, ziemlich statisch und nicht gerade von kompositorischen Kabinettstückchen gekennzeichnet. Was ihn jedoch so unverwechselbar macht, sind John Bonhams legendärer Halftime-Shuffle und das unwiderstehliche Feel, das er damit kreiert. 

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James Brown: Funky Drummer (1969, Drums: Clyde Stubblefield)

Wie bei so vielen Funksongs, passiert in der Band ja im Grunde nicht allzu viel – und doch ein ganzes Universum. Kaum jemand hat diese Kunst auf ein solches Niveau gehoben wie Clyde Stubblefield bei „Funky Drummer“. Diese Finesse im Groove und dieses Gefühl für die Time heben den Song auf eine ganz andere Stufe. 

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Portishead: Mysterons (1991, Drums: Clive Deamer) 

Der Song eröffnet das Album „Dummy“, und der Drumgroove mit seinem besonderen Sound zieht ihn sogleich in eine andere Welt. Im Grunde agieren die Drums in dem Song ja recht sparsam, aber die Art und Weise, in der Clive Deamer zum Beispiel den Wirbel am Ende des Grooves spielt und wie dieser in die allgemeine Soundästhetik der frühen Portishead eingebunden wird, waren seinerzeit definierend für ein ganzes Genre und sind noch heute unverkennbar. 

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Michael Jackson: They Don’t Care About Us (1996, Drums: Olodum) 

Diesen Song nahm Jackson mit der brasilianischen Trommlergruppe Olodum auf, und der Groove (natürlich mit diversen elektronischen Gimmicks verfeinert) ist zentraler Bestandteil des Arrangements, das im Wesentlichen auf die perkussiven Vocals à la Jackson und die Trommeln setzt. Erst viel später kommt eine Gitarre hinzu. 

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Van Halen: Hot For Teacher (1984, Drums: Alex Van Halen) 

Es ist wohl eines der meistdiskutierten Drumintros überhaupt, aber darum soll es hier einmal nicht gehen. Was den Song „Hot For Teacher“ davon abgesehen einzigartig macht, sind nicht unbedingt sein inhaltlicher Anspruch, sondern vielmehr das enge Zusammenspiel. Die flitzende Gitarre von Eddie van Halen und die Doppelbassdrum von Bruder Alex lassen den schnellen Shuffle-Track gnadenlos nach vorne marschieren.

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