Fostex T60RPmk2CL Test

Mit dem Fostex T60RPmk2CL gibt es eine weitere Variante des bereits von uns getesteten T60RPmk2 (halboffen) – nun in geschlossener Bauweise. Ob die „CL(osed)“-Version hierdurch die ideale Wahl zum Recording ist und welche Stärken und ggf. Schwächen uns während des Tests aufgefallen sind, erfahrt ihr in diesem Review!

Unser Fazit:
4 / 5
Pro
  • hochwertige Wiedergabeeigenschaften
  • bauartbedingt größerer Anwendungsradius als die halboffenen Varianten
  • klasse Tragekomfort
  • hochwertige Verarbeitungsqualität und geschmackvolles Design
Contra
  • klanglich und ausstattungsbedingt eher für den Musikkonsum als Profibetrieb
  • preisbezogen magere Lieferumfang

Quick Facts zum Fostex T60RPmk2CL

  • magnetostatische Treiber
  • geschlossene Bauart
  • ohrumschließende Ohrmuscheln
  • Übertragungsbereich: 10 bis 40.000 Hz
  • Impedanz: 28 Ohm
  • beidseitig geführtes abnehmbares Kabel
  • Ohrmuscheln aus Schwarznussholz

Konzept und Merkmale des Fostex T60RPmk2CL

Allen Modellen aus Fostex RP-Serie gemein ist die Verwendung magnetostatischer Schallwandler, die man meist in Kopfhörern höherer Preisklassen antrifft. Doch Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel: So sind bereits RP-Modelle, wie beispielsweise der Fostex T40RPmk3 deutlich unterhalb von 200 Euro erhältlich. Der T60RPmk2CL ist preislich deutlich höher angesiedelt, was man bereits anhand seines edlen Designs mit hölzernen Ohrmuscheln erahnen kann. Mit seiner geschlossenen Bauart ist er eine interessante Option zur halboffenen Variante T60RPmk2 und außerdem ein ungewöhnlicher Hybrid aus einem vom Prinzip her universell verwendbaren Studiokopfhörer und einem Designobjekt für Audioenthusiasten.

Seine technischen Daten bieten hingegen keine großartigen Auffälligkeiten und liegen voll im Trend des zeitgenössischen Kopfhörermarkts. Dank einer geringen Impedanz von 28 Ohm lässt sich der T60RPmk2CL an sämtlichen Zuspielern betreiben und auch der großzügige Übertragungsbereich (10 bis 40000 Hz) entspricht dem, was auch viele Konkurrenzmodelle bieten. Die weiteren Angaben befinden sich am Ende dieses Testberichts.

Verarbeitung und Design

Fostex Kopfhörer habe die interessante Eigenart, dass man die Produkthierarchie anhand der Farbe erkennen kann. Während die günstigeren Modelle mit schwarzen und Premiummodelle mit auffällig rot oder blau gefärbten/lackierten Hörmuscheln ausgestattet sind, erkennt man die „Oberklasse“ an ästhetisch ansprechenden Ohrmuscheln im wohnlichen Naturholz-Look. Die Hörmuscheln des T60RPmk2CL sind aus massivem Schwarznussholz gefertigt und vom halboffenen Modell lediglich durch das Fehlen der beiden unauffälligen Öffnungsschlitze zu unterscheiden.

Eine insgesamt tadellos robuste Verarbeitung komplettiert den erstklassigen Look des Fostex Kopfhörers. Auch der Materialmix entspricht der gehobenen Preisklasse, so wird neben Metall und hochwertigem Kunstleder der Ohrpolster auch echtes Leder für das Kopfband verwendet. Da mögen Veganer zu Recht die Nase rümpfen. Funktional und seitens der Langlebigkeit und des Komforts sehe ich darin allerdings die perfekte Lösung.

Ausstattung des Fostex T60RPmk2CL

Der Lieferumfang ist überschaubar und entspricht nicht ganz dem, was ich für einen Verkaufspreis von derzeit über 600 Euro erwarte und bei vielen Konkurrenzmodellen bereits enthalten ist. Kein Hard Case und auch keine Kabeloption oder Ersatzohrpolster.

Der T60RPmk2CL wird mit beidseitig geführten 1,5m-Kabel in gerader Ausführung geliefert, was zum einen nicht die praktikabelste Variante für den Recording Raum ist, zum anderen sind die Miniklinkenstecker nicht in den Ohrmuscheln verriegel- oder auf andere Weise arretierbar. Dies muss nicht zwingend problematisch sein und es gibt professionelle Kopfhörermodelle, bei denen derartige Anschlüsse schön stramm und sicher sitzen. Beim fast baugleichen Schwestermodell T60RPmk2ai hat sich während des Tests wiederholt der Klinkenanschluss aus der Ohrmuschel gelöst, weil ich beim Hören mit der Hand an das Kabel gekommen bin. Beim vorliegenden Modell sind solche Vorkommnisse ebenfalls nicht auszuschließen. Auch der 6,35mm-Steckadapter am anderen Kabelende ist nicht unbedingt die perfekte Lösung für den Studioalltag, da sich auch hier das Kabel schon bei geringem Zug unbeabsichtigt lösen kann.

Die letztgenannten Kritikpunkte sind nicht dramatisch, wenn man entspannt am Regie- oder Hörplatz sitzt und sich der Kopfhörerverstärker in unmittelbarer Nähe befindet. Sobald aber etwas Bewegung ins Spiel kommt, wie beispielsweise im Aufnahmeraum oder bei der Bedienung von Geräten, entspricht diese Kabelausstattung aus meiner Sicht nicht den Anforderungen ton- oder musikschaffender Profis. Als Zubehör sind übrigens verschiedene unsymmetrische und symmetrische Kabelvarianten von ca. 70 bis 150 Euro erhältlich.

Zum Lieferumfang gehört außerdem ein einfacher Beutel zur Aufbewahrung und zum Transport.

Fostex T60RPmk2CL im Praxis-Check

Der mehrtägige Test des Fostex Kopfhörers erfolgte anhand gemasterter und ungemasterter Produktionen und Produktionselemente sowie dem Monitoring der eigenen Stimme beim Tracking.

Abhörseitig kamen folgende Geräte und Vergleichskopfhörer zum Einsatz:

Der erste Eindruck

Der Direktvergleich mit meinen geschlossenen Studiokopfhörern von AKG und Focal lässt erkennen, dass die Dämmeigenschaften des Testkopfhörers eher moderat sind. Grundsätzlich ist die Verwendung während mikrofonierter Aufnahmen möglich, zum Arbeiten unter hoher Abhörlautstärke oder in einer lauten Umgebung gibt es allerdings geeignetere Studiokopfhörer. Auch beim Monitoring meiner eigenen Stimme empfinde ich meine eigenen Referenzkopfhörer als etwas griffiger. Aus meiner Sicht liegen die Stärken des T60RPmk2CL woanders …

Wie klingt der Fostex T60RPmk3CL?

Der geschlossene T60RP ist für mein Empfinden ein Genußkopfhörer mit einer samtigen Note. Auch wenn ich dem Fostex Kopfhörer die Eignung zum professionellen Einsatz während des Recordings oder zur Mixkontrolle nicht absprechen möchte, sehe ich die Stärken eher im hochwertigen Musik-/Medienkonsum. Interessant ist die doch deutlich mildere Wiedergabe der Höhen und oberen Mitten im direkten Vergleich zum mir gleichzeitig zum Test vorliegenden T60RPmk2ai in halboffener Bauweise.

Auch im Vergleich zum ungefähr gleich bepreisten Focal Lensys Professional klingt der geschlossene Fostex Kopfhörer etwas belegt und weniger dynamisch. Nicht falsch verstehen: Ich mag den Klang des T60RPmk3CL, aber zum Editing und verschiedene andere Produktionsschritte wäre der Fostex Kopfhörer dennoch nicht meine erste Wahl.

Als gut befinde ich die Beurteilbarkeit des Bassbereichs. Für viele meiner tonschaffenden Kollegen ist dies einer der Hauptgründe, einen Kopfhörer als Abhöralternative einzusetzen. Tiefe Frequenzen gibt der Fostex Kopfhörer zwar etwas schlanker wieder als mein französisches Referenzmodell, liefert aber genügend Druck, Kontur und tonale Treue zur kritischen Beurteilung.

Ein großes Plus des T60RPmk3CL ist die feine Auflösung und organisch wirkende Stereobühne – ein tatsächliches Unterscheidungsmerkmal zu vielen Kopfhörern mit Ohrmuscheln in geschlossener Bauweise, das möglicherweise der verwendeten Treiberart geschuldet ist. Dem Fostex Kopfhörer gelingt es, auch komplexe Signale zu einem ästhetischen Ganzen zu vereinen. Es würde mich nicht wundern, wenn sich die Fangemeinde der geschlossenen T60RP-Variante vorwiegend aus audiophilen Musikliebhabern und weniger aus Audioprofis zusammensetzt.

Körperaufliegendes Kopfband aus echtem Leder

Tragekomfort

Die Gehäusekonstruktion des T60RPmk2CL besitzt flexibel gelagerte Ohrmuschel, die sich (vermutlich nicht nur) meiner Kopfform hervorragend anpassen. Der komplett ungerasterte und demnach stufenlos verstellbare Mechanismus zur Größenanpassung funktioniert einwandfrei und behält seine Einstellung auch bei wiederholtem Ab- und wieder Aufsetzen. In Verbindung mit einem Kopfband anstatt eines gepolsterten Bügels erinnert diese Konstruktion an einige legendäre Kopfhörerklassiker aus dem Hause AKG. Wie beispielsweise auch der AKG K-712 Pro besitzt der Fostex Kopfhörer ein Kopfband aus Echtleder, was eine perfekte Anpassung, Atmungsaktivität und Langlebigkeit gewährleistet. Die Ohrpolster hingegen sind mit Kunstleder bezogen, wodurch sich eine Schweissbildung bei längeren Sessions oder hohen Temperaturen nicht ganz vermeiden lässt. Damit erreicht der T60RPmk2CL nicht ganz die volle Punktzahl der halboffenen „ai-Variante“ mit ihren „Ultrasuede“-Ohrpolstern, ist in der Summe aber dennoch ein äußerst komfortabler Kopfhörer.

Alternativen zum Fostex T60RPmk2CL

Focal Lensys ProfessionalFostex T50RPmk4CL
universell einsetzbarer Profikopfhörer mit dynamischen Wandlern in der gleichen Preisklassedeutlich günstigere Alternative im Profi-Look aus gleichem Hause; etwas heller abgestimmt


Test des Fostex T60RPmk2CL: Fazit


Vom Handel überwiegend als Studiokopfhörer gelistet, sehe ich den Fostex T60RPmk2CL eher als hochwertigen HiFi-Kopfhörer, der sich in manchen Teilbereichen durchaus professionell verwenden lässt. Seine Ausstattung und Klangsignatur ist nicht so kompromisslos auf den Studiobetrieb ausgerichtet, wie man es von vielen Mitbewerbern kennt. Der magnetostatische Fostex Kopfhörer klingt so edel und schön wie sein Design – nicht zuletzt dank seiner natürlichen Raumabbildung und Bühne, die so manch einem ambitionierten geschlossenen Kopfhörer deklassiert.

  • geschlossene Bauart
  • ohrumschließend
  • magnetostatische Treiber
  • Impedanz: 28 Ohm
  • Übertragungsbereich: 10 – 40.000 Hz
  • Empfindlichkeit: 96 dB/mW
  • abnehmbares beidseitig geführtes Kabel (1,5 m) mit 3,5 mm-Klinke und Steckadapter auf 6,35 mm
  • Transport-/Aufbewahrungsbeutel
  • Gewicht: 360 g (ohne Kabel)
  • Ohrmuscheln aus massivem Schwarznussholz
  • Kopfband: Echtleder
  • Ohrpolster: Kunstleder
  • hergestellt in: China
  • webseite: fostex.jp
  • Preis: € 635,– (Straßenpreis am 21.7.2026)
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