Millenium präsentiert mit dem MPS-1500 Hybrid-X sein bisher teuerstes E-Drumset. Als Basis diente das bisherige Topmodell Millenium MPS-1000, allerdings liegt dem MPS-1500 ein neuartiges Konzept zugrunde. Während bei herkömmlichen E-Drumsets Soundmodul und Pads strikt voneinander getrennt sind, kommt beim MPS-1500 mit einem Modul mit integrierten Schlagflächen zum Einsatz. Solche Multipads sind zwar nicht neu, aber bisher waren sie nie Bestandteil eines E-Drumsets, sondern wurden meist als Ergänzung zum Akustik-Drumset eingesetzt. Wir ergründen in diesem Test, ob das Konzept aufgeht und ob das MPS-1500 seinen Preis wert ist.

- große Auswahl an Sounds
- Modul separat als Multipad nutzbar
- vollflächig bespielbare Cymbal Pads
- Bluetooth-Schnittstelle
- Funktionsmängel bei der Hardware (siehe Praxis)
- hohe Latenz
E-Drumset im Akustik-Look
Bei den Drumpads haben wir es mit Holzkesseln zu tun, die mit Mesh Heads bespannt sind. Dabei verfügen die Toms und die Snaredrum über jeweils zwei Triggerzonen.
Die Maße lauten:
- 22“ x 16″ Bassdrum
- 10“ x 06“ und 12“ x 06“ Racktoms
- 14“ x 14“ Floortom
- 13“ x 5,5“ Snaredrum
Hinzu kommen eine zweiteilige 13“ Dual Zone Hi-Hat, zwei 15“ Dual Zone Crashes und ein 18“ Triple Zone Ride. Alle Beckenpads können auf der gesamten Fläche bespielt werden.
Das Hardwarepaket besteht aus einem Snareständer, einer Hi-Hat-Maschine, drei Galgenbeckenständern und einem Bassdrum-Pedal. Darüber hinaus gibt es zwei Halter für die Racktoms, die mit Multiklammern an den Beckenständern befestigt werden sowie ein Stativ für das Modul.
Das Soundmodul ist als Multipad nutzbar
Die Pads werden per DB-25 Port am Modul angeschlossen, und hier kommt die Besonderheit: Beim Modul handelt es sich um ein Multipad, welches weitere neun Schlagflächen bereitstellt und auch separat nutzbar ist. Damit erinnert es an das Millenium NonaPad, allerdings ist das MPS-1500 Modul eine Neuentwicklung und bietet insgesamt deutlich mehr. Es beinhaltet über 3600 Sounds und 160 Drumkits, davon 80 Preset- und 80 User-Kits. Die Sounds können mit Effekten wie Reverb, Chorus, Flanger, Equalizer, Kompressor und Delay bearbeitet werden. Eine Layer-Funktion ermöglicht es, einem Pad zwei Sounds zuzuweisen.
Begrenzter Speicher, kein USB-To-Audio
Bis zu 600 eigene Samples mit einer Gesamtkapazität von 500 MB können in das Modul importiert werden. Im Vergleich zum Roland SPD-SX oder dem Alesis Strike Multipad mit 16 bzw. 32 GB ist das leider ziemlich mager. Ein sinnvolles Feature für Live-Anwendungen ist die Möglichkeit, 16 verschiedene Setlists zu erstellen.
Für Play-Along-Zwecke gibt es 79 Loops, zu denen man trommeln kann. Das MPS-1500 kann MIDI-Daten über den USB-Anschluss senden und empfangen und verfügt über Bluetooth Audio. Das bedeutet, dass beispielsweise Songs vom Smartphone kabellos ins Modul eingespeist werden können. Eine USB-to-Audio-Funktion ist nicht vorhanden, was bedeutet, dass man, um Audio vom MPS-1500 auf einen Rechner aufzuzeichnen, ein Audio Interface benötigt.
Das Millenium MPS-1500 Modul kann 23 Pad-Kanäle verwalten
Neben den fünf Drum- und vier Cymbal Pads können übrigens fünf weitere externe Pads an das Modul angeschlossen werden. Zusammen mit den neun internen Pads kann das MPS-1500 Modul also 23 Instrumentenkanäle steuern. Mit acht Direct Outs können Einzelinstrumente wie Bassdrum, Snare oder Toms auf verschiedene Kanäle an ein Mischpult geleitet werden. Eine solche Möglichkeit bieten die Konkurrenten Alesis Strike Multipad und Roland SPD-SX nicht. Eine Gemeinsamkeit mit den eben genannten Kits sind die Pad-LEDs, die bei Anschlägen des jeweiligen Pads aufleuchten und auch zur Signalisierung des Tempos verwendet werden können.
Sämtliche Pads können nicht nur Sounds triggern, sondern auch Steuerbefehle ausgeben. So können sie beispielsweise Effekte an- und ausschalten, das Metronom steuern oder durch die Kits navigieren.



























