Universal Audio Volt 4P Max Test

Universal Audio räumt auf und wertet die Einsteiger-Serie auf! Neben den bekannten Apollo-Interfaces mit DSP-Unterstützung gibt es die günstigere Volt-Serie mit verschiedensten Modellen “Made in China”. Nun gehen die neuen Volt Gen 2 und Volt Max an den Start – wir untersuchen das Topmodell Volt 4P Max, das in die Fußstapfen des UA Volt 476P tritt.

Universal Audio Volt 4P Max Test

Highlights Universal Audio Volt 4P Max Test

  • 4 In / 6 Out USB 2.0 Audiointerface mit vier dicken Preamps
  • TONE/MAX DSP Features für Sättigung und Kompression – latenzfrei
  • einfacher Monitor-Controller mit Cue-Mixer und Kopfhörer-Ausgang
  • zusätzlicher ADAT-Eingang, MIDI I/O, USB-Hub etc.

Vier Preamps, ADAT, jede Menge Komfort und ein solider Look: Universal Audios Volt-Serie zielt klar auf die erfolgreiche Focusrite-Scarlett-Reihe ab. Mit Max darf es sogar etwas mehr und teurer ein.

Der rote Klassiker heißt Scarlett 2i2, das entsprechende Gegenstück Volt 2 Gen 2 kostet gleich. Mit 32 Bit und 192 kHz liefert bereits das Volt 4 Gen 2 sowie sämtliche Max-Modelle einen ADAT-Eingang, Software-Loopback und MIDI-I/O – digitale Erweiterbarkeit für unter 300 Euro, das sieht man gerne!

Das Volt 4P Max bietet darüber vier Preamps mit bis zu 60 dB Gain und sechs Ausgangskanäle. Diese verteilen sich auf zwei Stereo-Line-Ausgangspaare sowie einen separaten Stereo-Kopfhörerausgang. Dessen Buchsen teilen sich den Cue-Mix und eine gemeinsame Lautstärkeregelung.

Volt-Familie: Pro Max Ultra HD

Die Besonderheit aller Max-Modelle sind die 18 Kombinationen aus Tone- und Max-Bearbeitung pro Preamp. Damit bieten sie innerhalb der neuen Volt-Generation die meisten Klangoptionen. Während Tone den Frequenzgang und die harmonische Sättigung beeinflusst, kümmern sich die Kompressor-Presets unter der Rubrik MAX als Cherry on the Cake um die Dynamik. Im Clip-Protection-Modus kommt außerdem eine analoge Schutzschaltung zum Einsatz, die sich über den Preamp-Gain gezielt anfahren lässt. Neu ist das Prinzip nicht, in dieser Qualität aber absolut selten!

Nicht nur Podcaster können ihrer Stimme damit schon bei der Aufnahme latenzfrei den letzten Schliff verpassen, die Möglichkeiten sind gut aufgeteilt. Praktisch auch die obligatorische Loopback-Funktion, mit der sich die Audiowiedergabe des Rechners als Eingangssignal nutzen lässt.

Mehr Sound-Optionen

Dazu gibt es schickes Tabletop-Design anstatt nüchternem Brick-Feeling der “günstigeren” Volt-Gen-2-Serie. Vier Mikrofonvorverstärker gibt es nur beim Volt 4P Max. Volt 4 Max und Volt 4 Gen 2 bieten nur zwei Preamps und zwei Line-Eingänge und kosten damit deutlich weniger.

Schickes Tabletop-Design, reichlich Anschlüsse und die wichtigsten Monitorfunktionen direkt unter den Fingern – was will man mehr?

An die Stelle der bisherigen analogen Vintage-Kompressoren im 1176-Stil tritt das neue Max-Processing. Die Kompressor-Presets orientieren sich an 1176, LA-2A und “SSL/DBX”, Die Max-quisiten Einstellungen heißen Great Vocal, Rap Vocal, Album Vocal, Electric Guitar, Jangly Acoustic und Tight Bass. Wer lieber ohne Kompression aufnimmt, wählt Off.

Unabhängig davon liefert die Tone-Funktion die Klangcharaktere Warmth, Focus und Shine – ebenfalls mit einer Off-Stellung. Die Eingangskanäle lassen sich paarweise verlinken, die Phantomspeisung ist pro Mikrofoneingang zuschaltbar.

Low-Latency Deluxe

Auto-Gain übernimmt das Einpegeln, während Direct die Eingangssignale inklusive Tone- und Max-Bearbeitung ohne Umweg durch die DAW auf die Abhöre bringt. Das alles sieht mit dem runden Display auch richtig gut aus, eine Pegelübersicht wie in der Werbung konnte ich nicht finden.

Das richtige Apollo X4 ist noch mal ne ganz andere Nummer. Trotzdem: so viele Low-Latency-Optionen wie in der neuen Volt Serie gibt es sonst nirgendwo. Und auch die USB-Treiber sind flink und stabil!

Solider MAX Monitor-Controller

Mit DIM/TALK, ALT und der Umschaltung zwischen Lautsprechern und Kopfhörern gibt sich das Volt 4P Max als erwachsener Monitor-Controller zu erkennen. Der große Dreh-/Drück-Encoder regelt wahlweise die Monitor- oder Kopfhörerlautstärke.

Das neue Display sieht gut aus, besonders übersichtlich ist es aber auch nicht.

DIM/TALK aktiviert das eingebaute Talkback-Mikrofon und senkt gleichzeitig den Monitorpegel ab, ALT schaltet auf ein zweites Lautsprecherpaar um oder liefer auch einen Cue-Mix 2.

Vorn finden sich zwei gemeinsam geregelte Kopfhöreranschlüsse, einmal als 6,35-mm-Klinke und einmal als 3,5-mm-Miniklinke. Beide liefern denselben Cue-Mix-1 aus optionalen und kostenlosen UA Console Software. Ansonsten arbeitet das Interface auch Class-Compliant.

Ebenfalls vorn sitzen zwei hoch-ohmige Instrumenteneingänge für Gitarre und Bass. Sobald hier ein Stecker steckt, übernimmt der jeweilige Frontanschluss anstelle des rückseitigen Eingangs 1 beziehungsweise 2. Die vier Combo-Buchsen nehmen dann rückseitig Mikrofone über XLR und Line-Signale über Klinke entgegen.

Volt 4P Max Anschlüsse
Die Rückseite bietet vielfältige Anschlüsse

Nach draußen geht es über vier symmetrische Klinkenausgänge, adressiert als Monitor 1/2 und Line 3/4. Hinzu kommt der separate Stereo-Kopfhörerweg 5/6 – zusammen macht das sechs analoge Ausgangskanäle.

Weitere, digitale Optionen des UA Volt 4P Max

Über den optischen Eingang lässt sich ein ADAT-Preamp anschließen, um flink ein Drumset mit mehr Mikrofonen aufzunehmen, beispielsweise auch mit dem Behringer Ultragain extrem günstig sowie gut. Mit 44,1 oder 48 kHz kommen bis zu acht Kanäle hinzu. Mit doppelter Samplerate halbieren sich die Kanäle. Alternativ kann dieser ADAT-Anschluss auch Stereo-S/PDIF entgegen nehmen.

Die drei USB-C-Buchsen erfüllen unterschiedliche Aufgaben und werden mit Gummistopfen ausgeliefert. Computeranschluss, Hub für Peripherie und zusätzliche Stromversorgung. MIDI In und Out gibt es ebenfalls, hier als 3,5-mm-TRS-Buchsen vom Typ A. Passende Adapter fehlen im Lieferumfang. Ein Hauptschalter auf der Rückseite rundet die Sache ab.

Das Universal Audio Volt 4P Max in der Praxis

Vier Preamps, jeweils 18 Kombinationen aus Tone und Max – damit geht bereits eine Menge und ohne Latenz! In Verbindung mit dem ADAT-Eingang bietet sich die Aufnahme eines größeren Drum-Setups an. Aber Achtung: Tone Shaping und Max-Processing stehen nur für die Preamp-Eingänge zur Verfügung.

Die ADAT-Kanäle lassen sich immerhin gut in die drei internen Mixer einbinden. Besonders lässig: UA stellt den neuen Volts auch die UAD Console zur Seite. Hinzu kommen jede Menge guter Plugins in nativer Form als VST und Co. Ein ziemlich dickes Paket, zumal die hauseigene DAW LUNA ebenfalls dabei ist!

Screenshot

Die neuen Volts sind damit ab Werk extrem umfangreich und komfortabel ausgestattet. Bei der Modellwahl geht es vor allem darum, wie viele Preamps ihr braucht und ob ihr die Max-Kompressor-Presets nutzen möchtet. Die kleinen Extras wie Talkback zugunsten der Max Modelle sowie Monitorumschaltung können auch den Unterschied machen. Zugegeben: Selbst die Verpackung ist bei Max lässiger – allein davon würde ich die Entscheidung aber nicht abhängig machen.

Wie klingt Gen2 bzw. Max Volt ?

Schauen wir uns die Settings einmal genauer an: Focus verspricht den knackigen Sound amerikanischer Transistorkonsolen und ist damit typischerweise der Ausgangspunkt. Shine orientiert sich an britischen Class-A-Schaltungen und soll Overheads und Becken luftige Höhen verleihen.

Audio Samples
0:00
Bass – Digital Bass – DA/AD + Cable only 96kHz Bass – TONE: none + MAX: Thight Bass Bass – TONE: Focus Bass – TONE: Focus + MAX: tight Bass Bass – TONE: Shine Bass – TONE: Shine + MAX: tight Bass Bass – TONE: Warmth Bass – TONE: Warmth + MAX: tight Bass Pick – Digital Pick – TONE: Clean + MAX: Jangly Guitar Pick – TONE: Focus + MAX: Electric Guitar Pick – TONE: Shine + MAX: Jangly Guitar Pick – TONE: Warmth + MAX: Electric Guitar Vocal – Digital Vocal – DA/AD 96 kHz Cable only Vocal – TONE: Focus Vocal – TONE: Focus + MAX: Album Vocal Vocal – TONE: Shine Vocal – TONE: Shine + MAX: Rap Vocal Vocal – TONE: Warmth Vocal – TONE: Warmth + MAX: Great Vocal

Warmth wiederum nimmt den UA 610 zum Vorbild und empfiehlt sich für mehr Körper bei Kick, Toms oder Raummikrofonen. Praktisch: Die Klangcharaktere lassen sich für jeden Preamp separat auswählen und innerhalb einer Aufnahme beliebig kombinieren.

Auch softwareseitig liefert UA einiges mit, wenn auch vieles davon bereits kostenlos verfügbar ist. Das UAD Volt Studio Bundle umfasst u.a. die hauseigene DAW LUNA sowie reichlich Plugins und tolle Instrumente.

Mit dabei sind unter anderem die nativen Varianten des LA-2A und 1176, die UA 610 Tube Preamp & EQ Collection, sowie Century Tube Channel Strip, der Pure Plate Reverb und der Oxide Tape Recorder.

Gitarren bekommen mit Lion ’68 und Showtime ’64 zwei Amp-Simulationen, für Synths sorgen der ausgezeichneten PolyMAX und auch Anthem. Weitere Werkzeuge von Partnerherstellern kommen ggfls. hinzu, der genaue Bundle-Umfang kann sich ändern.

Was sind die Alternativen?

Die größten Konkurrenten des Volt 4P Max kommen aus eigenem Hause: Volt 4 Max und Volt 4 Gen 2. Alle drei bieten die gleiche Anzahl an Ein- und Ausgangskanälen. Der Unterschied liegt bei den Preamps. Das 4P Max hat vier, die anderen jeweils zwei sowie zusätzliche Line-Eingänge. Das Volt 4 Gen 2 verzichtet außerdem auf die Max-Kompressoren sowie Komfort wie Talkback und Alt-Speaker. Im Kern die selbe Soße, nur anders gewürzt und verpackt!

Darf es ein bisschen mehr sein? Für 100 Euro mehr gibt es zwei Preamps mehr!

Auch das Focusrite Scarlett 18i16 4th Gen ist dem Volt 4P Max recht ähnlich: vier Preamps, vier Line-Outs und zwei Kopfhöreranschlüsse. Allerdings bietet es zusätzlich zum ADAT-In auch den ADAT-Out sowie vier weitere analoge Line-Eingänge. Die Kopfhörerausgänge lassen sich außerdem unabhängig voneinander mit Mixen versorgen – beim Volt teilen sie sich einen Mix und die Lautstärkeregelung.

Ebenfalls interessant ist das Harrison FLEX-10: Es bietet zwar nur zwei Preamps, aber bessere Anschlüsse sowie regelbare Übertragersättigung, analoge Hoch- und Tiefpassfilter sowie sogar Hardware-Inserts. Vier Line-Outs, zwei separat regelbare Kopfhöreranschlüsse und ADAT In/Out gehören aber auch hier zur Ausstattung.

MerkmalFocusrite Scarlett 18i16 4th GenUniversal Audio Volt 4P MaxHarrison FLEX‑10
Mikrofonvorverstärker442
Gain-Bereich69 dB60 dB63 dB
KlangoptionenAir: Presence sowie Presence + Harmonic DriveTone: Warmth, Focus und ShineRegelbare H-Drive-Übertragersättigung
Extras–6 Max-Kompressor-PresetsAnaloge Hoch-/Tiefpassfilter und symmetrische Hardware-Inserts pro Kanal
Mikrofon, Line & Instrumente4 Combo-Buchsen inkl. Instrumenten-Eingang, 4 Line-Klinken hinten 4 Combo-Buchsen inkl. Instrumenten-Eingang2x XLR, 2x Line, zusätzliche Instrumenten-Eingang
Kopfhörer-MonitoringZwei unabhängige Mixe und LautstärkereglerGemeinsamer Mix und gemeinsame LautstärkeSeparate Lautstärkeregler; HP2 auf Alt 3/4 umschaltbar
StromversorgungUSB-Bus-Power bei ausreichender Leistung oder NetzteilUSB-Bus-Power bei ausreichender Leistung oder NetzteilExternes Netzteil

Fazit: Universal Audio Volt 4P Max Test

Universal Audio hat die Volt-Serie ordentlich aufgewertet! Bereits die Gen-2-Modelle überzeugen mit üppiger Ausstattung und starkem Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Max-Modelle setzen bei Klanggestaltung, Bedienkomfort und Auftritt noch einen drauf – hochwertig gemacht und maximal ausgereift, sozusagen!

Das Top-Produkt Volt 4P Max kombiniert vier Preamps mit vielseitigem Tone Shaping, gelungenen Kompressor-Presets und praktischen Monitorfunktionen. ADAT-Erweiterung, UAD Console und das dicke Software-Paket machen die Sache rund. Die gemeinsam geregelten Kopfhörerbuchsen schränken den Komfort indes etwas ein, auch das Display scheint mehr Spielerei. Wer vier Mikrofone direkt anschließen möchte und ab und zu Drums bzw. die Band aufnimmt, macht hier absolut nichts verkehrt!

  • USB 2.0 Audiointerface: 4 Preamps, sechs Outs, ADAT-In
  • Tone Shaping Preamp mit 60 dB Verstärkung und drei Charaktermodi Warmth / Focus / Shine, +48 V Phantomspeisung für Kondensatormikrofone, Auto-Gain, Clip-Schutz
  • Max Kompression Presets basierend auf 1176 und LA-2A
  • integriertes Talkback-Mikrofon, Lautsprecherumschaltung, kompatibel mit UAD Console-App und LUNA DAW, Loopback-Funktion
  • 4x Preamp-Combos inklusive 2x 6,3 mm Klinke Instrumenten-Eingang an der Front
  • 4x Line-Ausgang: 6.3 mm Klinke, 2x Stereo-Kopfhörerausgang: 6,3 mm Klinke
  • optischer S/PDIF / ADAT Eingang, MIDI Ein- und Ausgang: 3,5 mm Miniklinke, 3x USB-C, USB bus-powered
  • kompatibel mit macOS 12 oder neuer, Windows 10 64-Bit Edition oder neuer sowie iPadOS / iOS 16 oder neuer, inkl. UAD Volt Studio Bundle
  • Abmessungen (B x T x H): 216 x 115 x 54 mm
  • Gewicht: 0,7 kg
  • Hergestellt in: CHINA
  • PREIS: 499 € Straßenpreis am 4.11.26
Hot or Not
?
UA_Volt4?Mac_01_Test Bild

Wie heiß findest Du dieses Produkt?

Kommentieren
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Bonedo YouTube
  • SSL Bus Comp Classic Demo (no talking)
  • The ultimate all-in-one PA system?
  • Best Wireless Audio Under €200? | the t.bone free 300