Die bunten Achtziger: MTV, Ghettoblaster, Mixtapes, Schulterpolster, Fönfrisuren, Aerobic, Neonfarben – was war das bloß für eine verrückte Zeit! Die Popmusik erreichte ungeahnte Höhen, Hardrock und Heavy Metal waren auf dem Vormarsch, neue Genres wie die „Neue Deutsche Welle“ entstanden, Synthesizer wurden zum festen Bestandteil von Pop- und Rockmusik etc. Es gab unglaublich viel Bewegung und die Lust am Experimentieren war groß. Auch einige höchst kreative und interessante Basslinien entstanden zur damaligen Zeit. Wir haben uns der (fast unmöglichen) Aufgabe gestellt, zehn der besten Basslines der 1980er-Jahre für euch zusammenzutragen.

- Auswahlkriterien
- ▶ Iron Maiden (Steve Harris): „The Number Of The Beast“
- ▶ Rush (Geddy Lee): “YYZ”
- ▶ Madonna (Guy Pratt): „Like A Prayer“
- ▶ Queen (John Deacon): „Another On Bites The Dust“
- ▶ Rick James: „Superfreak“
- ▶ The Police (Sting): “Spirits in the Material World”
- ▶ Joy Division (Peter Hook): “Love Will Tear Us Apart”
- ▶ Level 42 (Mark King): „Love Games“
- ▶ Paul Simon (Bakithi Kumalo): “Call Me Al“
- ▶ Peter Gabriel (Tony Levin): „Sledgehammer“
Auswahlkriterien
Bei unserer Auswahl haben wir uns einmal mehr dafür entschieden, wie sehr sich die jeweilige Bassline in unsere kollektive Bass-DNA eingenistet hat und bis heute neue Generationen an Bassistinnen und Bassisten beeinflusst. Außerdem wollten wir ein möglichst breites Spektrum abdecken – es sollte also von jedem wichtigen Genre sollte etwas dabei sein.
Ein weiteres Kriterium beziehungsweise Einschränkung ist, dass jeder Protagonist nur einmal vorkommen darf. Erschwerend kommt wie immer hinzu, dass eine solche Liste auch nie ganz objektiv sein kann und vermutlich jeder bis auf wenige Überschneidungen seine eigenen Top Ten wählen würde.
▶ Iron Maiden (Steve Harris): „The Number Of The Beast“
- Album: The Number Of The Beast
- Jahr: 1982
Der Titeltrack von Iron Maidens erstem Album mit Bruce Dickinson am Mikro ist ein absoluter Meilenstein für das gesamte Genre und demonstriert deutlich, warum Steve Harris DER Rockbassist schlechthin ist. Steve setzte 1982 den Standard, an dem sich seitdem andere messen müssen.
▶ Rush (Geddy Lee): “YYZ”
- Album: Moving Pictures
- Jahr: 1981
Das Album „Moving Pictures“ der kanadischen Prog-Rocker von Rush gilt allgemein als deren Meisterwerk. Der Song „YYZ“ wiederum wird häufig als Geddy Lees beste Bassline überhaupt bezeichnet und beinhaltet sowohl seine sämtlichen Trademarks wie auch die besten Zutaten eines Progrock-Titels inklusive eines aberwitzigen 10/8-Taktes!
▶ Madonna (Guy Pratt): „Like A Prayer“
- Album: Like A Prayer
- Jahr: 1989
Im Studio gab Megastar Madonna dem britischen Session-Bassisten Guy Pratt absolut freie Hand, um aus der Bridge ihres Mega-Hits „Like A Prayer“ etwas ganz Besonderes zu machen. Das ließ sich Guy nicht zweimal sagen, nahm kurzerhand seinen Spector NS II und einen Boss OC-2 Octaver zur Hand und schuf eine Pop-Bassline für die Ewigkeit.
▶ Queen (John Deacon): „Another On Bites The Dust“
- Album: Hot Space
- Jahr: 1980
Ganz ehrlich: Was soll man zu dieser Bassline aus den Händen von Queen-Bassist John Deacon noch sagen? Ikonischer wird es definitiv nicht mehr!
▶ Rick James: „Superfreak“
- Album: Street Songs
- Jahr: 1982
Cool, cooler, Rick James! Die prägnante Bassline zu seinem Hit „Superfreak“ ist Popkultur und wurde unzählige Male gesampelt bzw. diente als Vorlage für Hits wie z. B. “Der Kommissar” Falco. „Superfreak“ darf auch auf keiner „Beginner Basslines“-Liste fehlen.
▶ The Police (Sting): “Spirits in the Material World”
- Album: Ghost In The Machine
- Jahr: 1981
Bei Sting könnte wie man ganz ohne Probleme unzählige Beispiel hernehmen. Das eingängige „Spirits in the Material World“ ist aber ein hervorragendes und wegweisendes Beispiel, wie man eine rhythmisch wie melodisch ungewöhnliche und komplexe Bassline organisch in einen Popsong einbindet.
▶ Joy Division (Peter Hook): “Love Will Tear Us Apart”
- Album: Substance
- Jahr: 1980
Kurz nach dem Selbstmord von Sänger Ian Curtis erschien dieses wunderschöne und tragische Liebeslied. Die Bassline des Bassisten Peter Hook gibt die Melodie vor, die Ian Curtis dann aufgreift. Peter spielt im kompletten Song nahezu ausschließlich Double Stops, um sowohl der Melodie wie auch der Bassline gerecht zu werden. Für 1980 war das enorm innovativ und Peters innovative Idee inspiriert Bassisten bis heute. Man hör sich nur mal „Love Will Tear Us Apart“ und „Longview“ von Green Day an.
▶ Level 42 (Mark King): „Love Games“
- Album: Level 42
- Jahr: 1981
Mark King war gewissermaßen Europas Antwort auf Larry Graham, Louis Johnson und Stanley Clarke. Eigentlich vom Schlagzeug kommend, fügte Mark King der Slaptechnik deutlich mehr perkussive Elemente wie „Left Hand Slaps“ hinzu. „Love Games“ war einer von Level 42s ersten Hits, und an der Basslinie beißen sich heute noch viele ambitionierte Slap-Interessierte die Zähne aus.
▶ Paul Simon (Bakithi Kumalo): “Call Me Al“
- Album: Graceland
- Jahr: 1986
Nahezu die gesamte Bassszene hat sich in den Achtzigern die Zähne an Bakithi Kumalos Solo in Paul Simons Hit „Call Me Al“ ausgebissen. Der Trick mit der rückwärts abgespielten Aufnahme war damals kaum jemandem bekannt, was die Sache definitiv nicht leichter machte. Der Rest der Bassline ist aber ebenfalls eine Herausforderung – vor allem, wenn man sie wie Bakithi Kumalo auf einem Fretless-Bass slappt.
▶ Peter Gabriel (Tony Levin): „Sledgehammer“
- Album: So
- Jahr: 1986
Bewaffnet mit einem bundlosen Music Man Stingray, einem Boss OC-2-Octaver, einer Menge Kompression und etwas Chorus schuf Bassist Tony Levin in Peter Gabriels Hit „Sledgehammer“ sowohl eine Bassline wie auch einen Sound für die Ewigkeit.
Viel Spaß mit diesen Basslines der 80er-Jahre und bis zum nächsten Mal!
Thomas Meinlschmidt