Test: Beetronics Tuna Trem – Wie viel Tremolo passt in eine Thunfisch-Dose?

Mit dem Beetronics Tuna Trem präsentiert der Effektpedal-Hersteller aus Los Angeles ein Tremolo-Pedal, das bereits optisch ziemlich aus dem üblichen Stompbox-Rahmen fällt. Wie schon beim Tuna Fuzz steckt die Elektronik in einer stilechten Thunfischdose, wobei sich hinter dem ungewöhnlichen Gehäuse ein erstaunlich vielseitiges Konzept verbirgt. Insgesamt neun sogenannte „Species“ decken neben klassischen Sinus- und Square-Tremolos auch zufällige Modulationen, rhythmische Patterns, Volume-Swells und eine Killswitch-Funktion ab. Dabei kommt das Tuna Trem mit lediglich zwei Reglern und einem Fußschalter aus und verbindet laut Hersteller vollanalogen Sound mit digitaler Steuerung. 

Unser Fazit:
4 / 5
Pro
  • ausgezeichnete Soundqualität
  • neun sehr unterschiedliche Tremolo-Modi
  • Latching- und Momentary-Betrieb
  • einfache Bedienung trotz großer Klangvielfalt
Contra
  • Gehäuse nur bedingt pedalboard-/roadtauglich
  • Depth-Werte nur über Zweitfunktion erreichbar

Checkliste zum Kauf von XY

  • Was ist das Beetronics Tuna Trem? Das Beetronics Tuna Trem ist ein Tremolo- und Modulationseffekt mit neun unterschiedlichen Modi. 
  • Welche Regler besitzt das Beetronics Tuna Trem? Das Pedal kommt mit einem Species-Regler zur Auswahl der neun Effekttypen sowie einem Speed-Regler für die Modulationsgeschwindigkeit. Depth wird über eine Zweitfunktion des Speed-Reglers eingestellt.
  • Welche Modi liefert das Beetronics Tuna Trem? Neben klassischen Sinus- und Square-Tremolos stehen unter anderem unregelmäßige Modulationen, rhythmische Patterns, kurze Tremolo-Bursts, Volume-Swells und eine Killswitch-Funktion zur Verfügung.
  • Kann das Tuna Trem auch momentary betrieben werden? Ja. Der Fußschalter funktioniert sowohl latching als auch momentary. 
  • Was sagt der Test? Das Beetronics Tuna Trem überzeugt mit hervorragender Klangqualität, warmem, organischem Grundsound und einer erstaunlichen Vielfalt an klassischen und experimentellen Tremoloeffekten. Abstriche gibt es bei den eingeschränkten Regelmöglichkeiten und dem wenig pedalboardfreundlichen Dosendesign, was angesichts des Preises und der kompakten Abmessungen jedoch auch Teil des Grundkonzepts ist.

Aufbau und Bedienung des Beetronics Tuna Trem

Das Beetronics Tuna Trem steckt in einer runden Dose mit den Maßen Ø 88 x H 37 mm – ein Konzept, das man bereits vom Tuna Fuzz kennen dürfte. Die Idee ist zweifellos witzig, allerdings hätte ich aufgrund der dünnen Aluminiumkonstruktion und des Kunststoffdeckels auf der Unterseite nur begrenztes Vertrauen in die Roadtauglichkeit. 

Hinzu kommt, dass sich die Montage auf einem Pedalboard etwas abenteuerlich gestalten dürfte. Die Bedienelemente fallen entsprechend spartanisch aus: Neben dem zentral positionierten Fußschalter stehen lediglich zwei Regler bereit. Der Species-Regler wählt einen der neun Effektmodi, während Speed die jeweilige Modulationsgeschwindigkeit bestimmt. Ein- und Ausgang sitzen seitlich, die Spannungsversorgung erfolgt über ein 9-V-Netzteil, das 50 mA bereitstellen muss.

Neun „Species“ sorgen beim Beetronics Tuna Trem für Abwechslung

Das Tuna Trem bietet neun Modi, die passend zum hauseigenen Bienenkosmos als „Species“ auftreten: Surfer Bee und Leafcutter Bee liefern Tremolos mit Sinus- bzw. Rechteckwelle, während Bug Bee als unregelmäßiges Lo-Fi-Tremolo zu Werke geht. Pecker Bee erzeugt kurze, sich wiederholende Tremolo-Bursts, beim Helicop Bee wechseln sich unterschiedlich starke Pulse ab. Jatai Bee arbeitet mit einem synkopierten Pattern, während Orchid Bee längere rhythmische Abläufe bietet. Sweller Bee verwandelt das Tuna Trem schließlich in einen Volume-Swell-Effekt, während der neunte Modus Morse Bee als Killswitch fungiert.

Fotostrecke: 5 Bilder Das Beetronics Tuna Trem ist ein Tremolo-Pedal,…

Ein Tritt, mehrere Jobs: So arbeitet der Fußschalter

Der Fußschalter übernimmt beim Tuna Trem gleich mehrere Aufgaben. Ein kurzer Druck aktiviert das Pedal, während längeres Gedrückthalten die Momentary-Funktion aufruft. Auch beim Tweaken kommt der Footswitch ins Spiel: Hält man ihn gedrückt, lässt sich mit dem Speed-Regler die gewünschte Effekttiefe (Depth) einstellen. Das Tuna Trem speichert den Wert anschließend für jeden Modus separat.

So wird das Beetronics Tuna Trem in der Praxis getestet

Für die Soundfiles parke ich das Beetronics Tuna Trem vor einen 73er Fender Bassman, der durch die Faltung eines 4×12″ Celestion PreRola Greenbacks geschickt wird. Für die verzerrten Sounds kommen ein Walrus Audio Ages Overdrive sowie ein BSM Fuzz Bender zum Einsatz. Delay und Reverb stammen aus dem Fractal Audio Axe-Fx III.

Das Beetronics Tuna Trem im Soundcheck

Beim ersten Anspielen des Pedals fallen sofort die enormen klanglichen Möglichkeiten des Dosen-Tremolos auf. Die Soundqualität ist wirklich hervorragend und die Modulationen liefern einen warmen und sehr organischen Grundsound. Auch wenn Beetronics in erster Linie für ausgeflippte und ungewöhnliche Klänge steht, werden mit Surfer und Leafcutter Bee auch klassische Tremolo- bzw. Slicer-Sounds hervorragend bedient. 

Mit den Species 3 bis 7 wird es deutlich experimenteller. Trotzdem lassen sich die außergewöhnlichen Tremolosounds größtenteils musikalisch einsetzen und bieten gleichzeitig viel Raum für psychedelische Klangkollagen, insbesondere im Verbund mit Delay und Reverb. Sweller Bee arbeitet ausschließlich im Momentary-Footswitch-Betrieb und ermöglicht Volume-Swells, wobei sich die Geschwindigkeit der Pegelanhebung und -absenkung über den Speed-Regler bzw. dessen Zweitfunktion bestimmen lässt. Morse Bee fungiert dagegen als eine Art Killswitch, setzt allerdings eine gewisse Geschicklichkeit mit dem Fuß voraus, zumal sich die Dosenform nicht gerade für schnelle Trittbewegungen anbietet.

Beetronics Tuna Trem – Großer Sound, kleine Kompromisse

Klanglich gibt es von meiner Seite jedenfalls nichts zu bemängeln. Hinsichtlich der Bedienung stellt sich natürlich die Frage, inwieweit Beetronics in dem kompakten und, wenn wir ehrlich sind, etwas „Gadget-artigen“ Gehäuse noch mehr hätte unterbringen können. Klar, ein separater Depth-Regler anstelle der Doppelfunktion des Speed-Potis und eventuell ein zusätzlicher Level-Regler zum Ausgleich eines möglichen Lautstärkeabfalls wären sinnvolle Features. Allerdings hätten diese auch dem Grundkonzept eines bewusst reduzierten Pedals widersprochen. 

Wirft man Preis und Größe in die Waagschale, ist es allemal erstaunlich, was Beetronics hier in die Dose gepackt hat. Da bleibt eigentlich nur der Wunsch, dass die Company dieses Pedal irgendwann auch in einem amtlichen Gehäuse mit erweiterten Funktionen auf den Markt bringt.

Audio Samples
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Surfer Bee – Stratocaster Leafcutter Bee – Stratocaster Bug Bee – Les Paul Pecker Bee – Les Paul Helicop Bee – Les Paul Jatai Bee – Stratocaster Orchid Bee – Les Paul Sweller Bee – Les Paul Morse Bee – Les Paul

Fazit 

Mit dem Tuna Trem liefert Beetronics ein Tremolopedal, das deutlich flexibler ist als das Dosendesign vermuten lässt. Zwar gehören mit Surfer Bee und Leafcutter Bee auch die obligatorischen Sinus- und Rechteck-Tremolos zum Angebot, doch spätestens bei Random-Modulationen, Tremolo-Bursts und rhythmischen Patterns schlägt das Pedal in eine deutlich experimentellere Kerbe. Volume Swells und die Killswitch-Funktion erweitern das Einsatzgebiet zusätzlich. Klanglich gibt es dabei absolut nichts zu bemängeln: Die Soundqualität ist hervorragend und die Modulationen überzeugen mit einem warmen, organischen Grundcharakter.

Die Bedienung bleibt überschaubar und das automatische Abspeichern der Depth-Werte für jede Species ist ein cleveres Feature. Natürlich bringt das kompakte Format auch einige Einschränkungen mit sich. So wäre ein separater Depth-Regler ebenso wünschenswert gewesen wie ein zusätzlicher Level-Regler zum Ausgleich eines möglichen Lautstärkeabfalls. Andererseits hätten zusätzliche Bedienelemente dem bewusst reduzierten Konzept widersprochen. Hinzu kommt ein Design, das nicht gerade sonderlich roadtauglich oder pedalboardfreundlich wirkt. 

Nichtsdestotrotz: Gemessen an Preis und Größe ist es erstaunlich, was Beetronics hier zustandegebracht hat. Bei dieser Klangqualität und der Fülle an Tremolomodi wünscht man sich das Tuna Trem fast schon in einem amtlichen Pedalgehäuse.

  • Hersteller: Beetronics
  • Name: Tuna Trem
  • Typus: Tremolo- und Modulationseffekt
  • Regler: Species (9 Effektmodi), Speed (Depth über Zweitfunktion einstellbar)
  • Schalter: Fußschalter On/Off (Latching- und Momentary-Betrieb)
  • Anschlüsse: In- und Output (6,3-mm-Klinke), Stromversorgung (9-V-DC)
  • Stromaufnahme: 50 mA
  • Maße: Ø 88 mm x H 37 mm – mit Potis/Schalter B 119 x H 52 mm
  • Gewicht: 101 g
  • Ladenpreis: 149,00 Euro (Oktober 2026)

Herstellerseite: https://www.beetronicsfx.com/

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