Teufel goes professional: Teufel STUDIO 5X Test

Der Berliner Boxen- und Kopfhörerspezialist Teufel bietet mit seinem Studiomonitorpaar STUDIO 5X erstmals eine Abhöre für Profis. Das im Jahr 2026 erschienene Stereoboxenpaar scheint für den ambitionierten Klangexperten mit schmalem Geldbeutel gemacht. Dieser bonedo-Test liefert die Fakten und Eindrücke zur Performance.

Review Item TeufelStudio 5X
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • Preis-Leistungsverhältnis
  • sehr gute Impuls- und Phasentreue
  • hohe Lautstärken ohne Zerren möglich
  • DSP-Funktionen zur Klanganpassung
Contra
  • kleine, hörbare Frequenzgang-Auffälligkeiten

Quick Fact zu den Teufel STUDIO 5X

  • Ist die Teufel STUDIO 5X für Studios oder für Heimanwender geeignet? Die Box ist für beide geeignet. Ihre symmetrischen XLR-Klinken-Anschlüsse werden im Studio bevorzugt.
  • Was sind die Besonderheiten? Das 3-Wege-Stereopaar kommt mit 5,25“-Woofer und besticht durch die Koaxiallautsprecher für Mitten und Höhen.
  • Wie ist der Klang? Bestechend klares Stereobild, in dem man Einzelsignale im Mix fast schon analytisch genau lokalisieren kann.
  • Wo kann man die Boxen kaufen? Ausschließlich im Direktvertrieb, also entweder im Teufel-Onlineshop oder in einem der Teufel-Stores vor Ort.

​Exklusivität beginnt schon beim Kauf

Die Teufel STUDIO 5X ist ausschließlich im Direktvertrieb und nicht bei den bekannten, großen Musikalienhändlern erhältlich. In mittlerweile acht europaweit verteilten Stores vor Ort oder im Teufel-Onlineshop gibt es das Stereoset zu kaufen. Das großzügige, achtwöchige Rückgaberecht erlaubt ein ausgiebiges Probehören.

slanted view speaker
Vergleichshören mit Speakern anderer Hersteller geht nur zuhause: Die Speaker werden nur direkt vertrieben oder stehen in den eigenen Stores der Marke.

​Aktive 3-Wege-Box mit koaxialem Mittel-/Hochtöner

Die Teufel STUDIO 5X ist eine aktive 3-Wege-Box – designt und entwickelt in Deutschland (Berlin), hergestellt in China. Ihre drei Wege bestehen aus einem 5,25-Zoll Basstreiber sowie koaxial (also auf der selben, zentralen Achse) angeordneten Mittel- und Höchtöner. Mit nur flüchtigem Blick erkennt man dies nicht sofort, denn der Hochtöner wurde bei diesem Konstruktionsprinzip mittig vor dem Mitteltöner verbaut. Durch diese besondere Anordnung fungieren die beiden Wege quasi als Punktschallquelle. Laufzeitunterschiede beider Wege werden damit auf ein Minimum reduziert, was für eine besonders präzise Klangabbildung sorgen soll. Bei näherer Betrachtung sehen die Koaxiallautsprecher grandios aus.

Coax HF/MF
Das ist kein Hochtöner, das sind Hoch- und Mitteltöner in Koaxialanordnung.
LF Driver
Tieftöner

​Ausstattungsmerkmale

Im mattschwarz gefinishten MDF-Gehäuse kommt die Teufel STUDIO 5X daher. Ein Gewicht von 8 Kilo und Abmessungen von rund 21 mal 33 mal 26 Zentimeter machen die Abhöre zu einem recht großen Kandidaten. Stellt man die STUDIO 5X auf einen durchschnittlichen Schreibtisch oder einen typischen Edit- oder Mixplatz, könnte es Platzprobleme geben. Mit ihren abgerundeten Ecken, der perfekt wirkenden Verarbeitung und den eingelassenen Speakern wirkt die Box optisch wie ein edles Designerstück. Der Bassreflex sitzt vorderseitig unterhalb des Tieftöners. Auf der Unterkante des Ports befindet sich eine mehrfarbige, streifenförmige und dreifach dimmbare Status-LED. Direkt darunter prangt das Teufel-Firmenlogo.

Rückseitig offenbart die STUDIO 5X ihre Features und Bedienelemente. Um analoge Audioquellen anzuschließen, stehen eine XLR-Klinke-Kombibuchse und ein Cincheingang zur Verfügung. Mit dem gerasterten Gainregler lässt sich die Eingangsempfindlichkeit jeder Box individuell justieren. Eine Digital-Schnittstelle ist nicht vorhanden. Alternativ gibt es, für ein paar Euro mehr, die STUDIO 5X BT mit Bluetooth-Funktion. Erst bei der Einbindung von Bluetooth-Signalen wird die RJ45-Buchse benötigt. Bei dem im Test besprochenen, rein analogen 5X-Stereopaar wird der sogenannte „Stereolink“-Eingang nicht benutzt.

Einstellmöglichkeiten Studiomonitor
Settings auf der Rückseite

An Klangbeeinflussung stehen der Teufel STUDIO 5X vier DSP-Filter zur Verfügung. Low- und High-Shelf lassen sich jeweils um 2 Dezibel anheben oder absenken. Außerdem sind Filterkurvenanpassungen für eine Platzierung der Box im Freifeld, vor einer Wand oder in einer Ecke zweier Wände wählbar. Auch an eine Aufstellung auf dem Schreibtisch oder einem Mischpult wurde gedacht. Hierfür gibt es das sogenannte Desk-Filter für große oder kleine Ablageflächen.

Unter dem Stichwort „Settings“ gibt es zwei Systemfunktionen. Zum einen findet man den Standby-Timer. Die automatische Stromsparfunktion lässt sich ausschalten oder nach 15, 30 oder 60 Minuten Stille festlegen. Ähnlich erstaunt bin ich darüber, dass man die Helligkeit der Status-LED in vier Stufen dimmen kann. Hier und beim Standby hätten mir jeweils zwei Stufen – an und aus – gereicht, wenn im Gegenzug mehr Filterstufen verfügbar gemacht worden wären. Geschmackssache.

Die mit „Service“ beschriftete USB-Buchse liefert nicht etwa eine Anbindung als Audiointerface für Computer. Sie ist lediglich für Firmwareupdates vorgesehen.

Rückseite Speaker
Rückansicht eines Studiomonitors

​Technische Daten

Die inneren Werte versprechen ordentlich Dampf unter der Haube. Mit drei Kanälen Class-D-Amping und einer Gesamtausgangsleistung von durchschnittlich 122 Watt, dürften die Boxen zu den lauteren Vertretern ihrer Größe und Gattung gehören.

Stromsparen kann heutzutage ein gewichtiges Argument sein. Die Teufel STUDIO 5X konsumiert maximal 250 Watt. Schaltet die Abhöre in den Stromsparbetrieb, fällt mit 0,5 Watt nur noch wenig Leistung ab. Im Standby-Betrieb sollten dann grob gerundet bei den momentanen Kilowattpreisen von durchschnittlich 25 Cent grob gerundet 1 Euro Stromkosten pro Jahr anfallen.

Ein 5-1/4-Zoll Woofer, koaxialer Mittel-/Hochtöner, Bassreflextechnologie und integrierte, digitale Signalverarbeitung per DSP liefern, jedenfalls auf dem Papier, einen Frequenzgang von 37 bis 24000 Hertz bei einer Abweichung von -10 dB. Ich dehne schon mal vorab meine Trommelfelle für den Hörtest.

​Praxis: Aufstellung der Teufel STUDIO 5X

Um das Stereopaar der STUDIO 5X in meinem natürlichen Habitat auszuprobieren, stelle ich sie auf den mittelgroßen Studio-Desk neben Bildschirmen und Monitorcontroller auf. Als Zubehör bietet Teufel speziell für die 5X-Serie separat zu kaufende Tischstative an. Diese stehen für den Test nicht zur Verfügung und so nutze ich Akustikschaumkeile als Unterlage, um die Speaker von der Tischoberfläche zu entkoppeln und auf meine Ohren auszurichten.

3-wege coax
Nicht “Pfui, Teufel”, sondern mit ziemnlich guter Performance: 5X.

In mein gewohntes Setup von Signalkette und Abhörraum integriert, und um Zweifel meiner eigenen Kalibrierung zu minimieren, steht selbstverständlich mein seit Jahren gleiches, eingemessenes Boxenpaar hilfreich zur Seite.

Erstes Durchhören

Beim Durchhören meiner Liste diverser, oft gehörter Songs, festigen sich einige Höreindrücke. Das Stereobild wirkt ausbalanciert, sehr klar, und einzelne musikalische Elemente bzw. Instrumente lassen sich präzise orten. Ein wenig voreingenommen durch die Tatsache, dass es sich um eine Abhöre mit Koaxiallautsprecher handelt, kann ich der Teufel STUDIO 5X eine fein wirkende Auflösung bescheinigen. Einzelne Attacks von Percussion wie Shaker, Schlagzeugbecken oder auch die Finger-Zupfgeräusche von Akustikgitarren-Aufnahmen empfinde ich als besonders deutlich, natürlich-klingend und wie aus einem sehr genau definierten, akustischen Ort kommend. Ein kurzer Vergleich mit meiner gewohnten Abhöre bestätigt mir meinen Eindruck, welche im Vergleich deutlich schwammiger klingen und nicht so gut aufgelöst abbilden.

Auffälligkeiten im Frequenzgang

In Sachen Frequenzgang wird wahrscheinlich jeder User in seinem Abhörraum zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Dennoch fallen mir im Vergleich zu zwei anderen Abhörpaaren ein paar Dinge auf, die den Sound der STUDIO 5X meiner Meinung nach grundsätzlich zuzuschreiben sind.

Die Teufel STUDIO 5X liefert von Haus aus (also in den Grundeinstellungen ohne Filteranpassungen) recht dezente bis leise Höhen. Songs, die von Haus aus fast schon zu höhenreich klingen sollten, wie beispielsweise „Advice for the young at heart“ von Tears for Fears, klingen auf den Studioteufel obenherum unauffällig mild. Eine Anhebung der Höhen um 2 Dezibel mit Hilfe des Highshelf-Schiebers auf der Rückseite der Box führt den Klang schon ein wenig in die für mich richtige Richtung. Ein, zwei dB mehr könnten es aber durchaus noch gerne sein.

Und dennoch gibt es in dem verhaltenen oberen Frequenzbereich zwei hörbare Überbetonungen. Rund um 1600 und auch bei 6000 Hertz fallen mir zu laute Bänder ins Gehör. Sie sind nicht dramatisch, färben aber beim Durchskippen diverser Songs meiner Lieblingsplaylist zuverlässig wahrnehmbar den Frequenzgang. Im Bereich der Mitten kann ich rund um 300 Hertz ebenfalls eine leichte Anhebung heraushören.

Der Bassbereich klingt erfreulich klar und präzise. Unter 100 Hertz konnten die Berliner der Box noch einiges an Gewicht in die akustische Waagschale legen. Oberhalb von 100 Hertz sind sie mir fast schon zu zurückhaltend. Dies erzeugt aber im Ergebnis einen aufgeräumten, nicht verwaschenen Bassbereich. Ein guter Ausgangspunkt, denn die STUDIO 5X bietet ja die Möglichkeit, per Lowshelf noch 2 Dezibel Bass hinzuzugeben. Ich habe es spaßeshalber noch per zusätzlichem EQ noch bassiger gemacht und kann der 5X eine hohe Toleranz attestieren. Selbst zusätzliche 6 Dezibel Bassanhebung spielen die kleinen Teufelchen ohne ins Schwitzen zu kommen ab. Wer also viel mehr Bass möchte, als die Abhöre von Haus aus bietet, muss nicht zwingend zum Subwoofer greifen. Was aus den dafür zu kleinen Treibern + Bassreflex + DSP ohne hörbar zu zerren drücken kann, ist beeindruckend.

Bass Port
Frontseitiger Bassport

Pegel

Apropos beeindruckend: Die Teufel STUDIO 5X können richtig laut. Hier zahlt sich das Boxendesign im Zusammenspiel mit den DSPs aus. Um es anschaulicher zu beschreiben, würde ich sagen, dass ich für solch eine Lautstärke eher doppelt so große Boxen erwartet hätte.

Der Sweetspot, also der Bereich, in dem man sich beim Hören ohne klangliche Einbrüche frei bewegen kann, ist groß. Die Zeiten von meterbreiten Riesenmischpulten sind so gut wie vorbei, aber beim normalen Hin und Her am Schreibtisch fallen die 5X niemals negativ auf und bleiben klanglich, auch bei großzügigen Kopfbewegungen, stabil.

​Alternativen zur Teufel STUDIO 5X

Tannoy Gold 7Presonus Eris Pro 6IK Multimedia iLoud MTM MK II
2-Wege Boxen, ebenfalls mit Koaxiallautsprecher, zum ähnlichen Preis. Ordentliche Klangeigenschaften, aber etwas weniger tight in den Bässen.ebenfalls mit zwei koaxialen Wegen. Größerer Woofer, aber vergleichbare Basswiedergabe.platzsparende Alternative für „auf den Schreibtisch“. Die fehlende Koaxial-Präzision wird durch viel DSP-Power und Einmessfunktion aufgewogen.

​Test der Teufel STUDIO 5X: Fazit

Boxen und deren Klang sind nicht nur Geschmackssache. Und sie sind ähnlich vielfältig wie die Abhörsituationen und deren Anwender. Die Teufel STUDIO 5X gehören für mich zu den Preis-/Leistungs-Empfehlungen. Was man für den momentanen Paarpreis von rund 500 Euro bekommt, ist beachtens- und hörenswert. Eine Abhöre mit Koaxiallautsprecher, vielen Anpassungsmöglichkeiten, ansprechendem Design und einer ordentlichen Leistung. Nur im Direktvertrieb erhältlich, dafür aber mit 8-wöchigem Rückgaberecht. Für 50 Euro mehr gibt es die gleiche Box mit eingebauter Bluetooth-Funktion.

Studiolautsprecher angled view
  • Stereoboxen-Set, aktiv
  • 3-Wege-System
  • 5,25-Zoll-Basstreiber
  • koaxiale Mitten-/Höhenlautsprecher
  • Gehäuseprinzip Bassreflex
  • Eingänge: symmetrische XLR-Klinke-Kombibuchse; unsymmetrisch Cinch
  • Maximaler Schalldruck 106 dB @1m
  • Frequenzbereich 42 – 20000 Hertz (+/- 3 dB)
  • Frequenzbereich 40 – 22000 Hertz (+/- 6 dB)
  • Frequenzbereich 37 – 24000 Hertz (- 10 dB)
  • Class D Verstärker
  • maximale Leistungsaufnahme 250 Watt
  • Standby-Funktion, schaltbar aus, 15, 30 oder 60 Minuten
  • Standby-Leistungsaufnahme 0,5 Watt
  • Gesamtausgangsleistung (RMS) 122 Watt
  • DSP-Filter zur Klanganpassung
  • Low- und High-Shelf, 0 und +/- 2 dB
  • Raumplatzierung- und Schreibtisch-Filter, 3-stufig
  • Ein-/Ausschalter rückseitig
  • Status-LED vorderseitig, 4-stufig dimmbar
  • integriertes Schaltnetzteil: 100-240 V (50/60 Hz)
  • Gehäusematerial: MDF
  • Oberfläche: Schleiflack, matt
  • Maße (H/B/T): 328 x 213 x 260 mm
  • Gewicht: 8 kg
  • Montagepunkte an der Gehäuserückseite
  • Tischstativ separat erhältlich
  • Designt und entwickelt in: Deutschland
  • hergestellt in: China
  • Webseite: STUDIO 5X | Teufel
  • Preis: € 499,99 (Teufel Onlineshop, Preis am 16.10.2026)
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