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Audiovergleich – 7 Tremolo – Pedale unter 100 Euro im direkten Vergleich

Das Tremolo gehört zu den ganz frühen Gitarreneffekten, ursprünglich allerdings nicht in Pedalform, sondern fest im Gitarrenverstärker eingebaut. Allen voran war der Effekt in den Amps der amerikanischen Traditionsmarke Fender anzutreffen, doch auch Vox und selbst Marshall wussten ihn für sich nutzbar zu machen. Verwunderlich ist das nicht, denn der charakteristische Sound steht für den prägenden Sound der 50er und 60er Jahre, und damit für Rock’n’Roll und Surf Music.

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Nach den Achtzigerjahren, in denen der gemütlich wabernde Effekt weitestgehend von der Bildfläche verschwunden war, sorgten nicht zuletzt die Soundtracks einiger Quentin Tarantino Filme wie “Pulp Fiction” für seine Wiedergeburt, auch in Europa. Heute findet man den Tremolo-Effekt natürlich auch in Pedalform, und das in unzähligen Ausführungen und Preislagen. In diesem Audiovergleich nehmen wir sieben davon unter die Lupe, die allesamt die 100-Euro-Hürde nicht überspringen.

Inhalte

  1. 1. TC Electronic Pipeline
  2. 2. Boss TR-2
  3. 3. Mooer Trelicopter
  4. 4. Electro Harmonix Stereo Pulsar
  5. 5. Carl Martin Surf Trem
  6. 6. Harley Benton Vintage Tremolo
  7. 7. Ibanez TRMINI
  8. Audiobeispiele
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1. TC Electronic Pipeline 

TC Electronic Pipeline
TC Electronic Pipeline

“Pipeline” lautet ein klassischer Surftune der Band Chantays, und der war zweifelsohne auch der Namensgeber für dieses Pedal. Wie die meisten TC-Pedale ist auch das Pipeline digital und Tone Print-fähig. Dazu besitzt der Fußschalter eine Doppelfunktion, die in diesem Fall an das Tap-Tempo vergeben ist. Regelbar ist der Effekt in Speed, Depth und Volume, ein Subdivision-Regler bestimmt die rhythmische Unterteilung des per Tapfunktion vorgegebenen Tempos.

2. Boss TR-2 

Boss TR-2
Boss TR-2

Das Boss TR-2 ist ein Klassiker unter den Tremolopedalen und bereits seit über 23 Jahren erhältlich. Regelbar ist der Effekt in Speed und Depth und das Wave-Poti erlaubt es, zwischen Sinus- und Rechteck-Wellenform stufenlos zu wählen. Wie die meisten Boss-Pedale kommt auch der TR-2 mit einem gepufferten Bypass.

3. Mooer Trelicopter

Mooer Trelicopter
Mooer Trelicopter

Der Mooer Trelicopter ist ein kostengünstiges und handliches Kompaktpedal, das mit einem True Bypass ausgestattet ist. Regelbar ist der schwarze Winzling in Speed und Depth, dazu lässt ein Biasregler verschiedene Klangfarben des optischen Tremolos zu.

4. Electro Harmonix Stereo Pulsar

Electro Harmonix Stereo Pulsar
Electro Harmonix Stereo Pulsar

Der Stereo Pulsar aus dem Hause Electro Harmonix ist das Nachfolgemodell des Pulsars, der noch in einer Monoausführung erhältlich war. Regelbar ist das Tremolo in Depth und Rate. Die Wellenform kann über einen Kippschalter zwischen Sinus und Rechteck umgeschaltet werden, Feinjustierungen übernimmt der Shape-Regler. Das Pedal kommt mit einem True Bypass und mit dem Super Pulsar ist auch ein größerer Bruder erhältlich.

5. Carl Martin Surf Trem

Carl Martin Surf Trem
Carl Martin Surf Trem

Auch wenn es aus dem Hause Carl Martin das Tremo’ Vibe gibt, bietet der dänischen Hersteller mit dem Surf Trem zusätzlich ein Pedal für den kleineren Geldbeutel. Dieses lässt sich, wie der Effekt in den alten Röhrenamps, nur in Depth und Speed regeln und besitzt einen True Bypass.

6. Harley Benton Vintage Tremolo 

Harley Benton Vintage Tremolo
Harley Benton Vintage Tremolo

Unser kostengünstigster Kandidat kommt aus dem Hause Harley Benton, derThomann-Hausmarke. Hier stehen Intensity und Rate als Regeloptionen zur Verfügung und das Pedal besitzt einen True Bypass.

7. Ibanez TRMINI

Ibanez TRMINI
Ibanez TRMINI

Das TRMINI der japanischen Gitarrenschmiede Ibanez ist ein extrem handlicher und platzsparender Bodentreter, der bequem eine Heimat auf jedem Pedalboard finden dürfte. Regelbar ist das Tremolo in Speed und Depth, dazu lässt sich die Wellenform einstellen. Das Minipedal ist mit einem True Bypass ausgestattet und verfügt über einen seitlich angebrachten und versenkten Lautstärkeregler, an dem sich mithilfe eines Kreuzschraubendrehers der Effektpegel einstellen lässt.

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Audiobeispiele

Für die Soundfiles spiele ich die aufgeführten Modelle erst in einen cleanen Fender Silverface Bassman aus dem Jahre 1973, dann in einen angezerrten Marshall JTM45. Als Cabinet kommt jeweils die Faltung einer Celestion Greenback-Box zum Einsatz.
Die Audiobeispiele sind nicht als gematchte Vergleiche zu verstehen, sondern lediglich grobe Näherungen, da alle vorgestellten Pedale vollkommen unterschiedliche Sounds repräsentieren. Vielmehr geht es darum, die Unterschiede herauszukristallisieren und damit die Entscheidung für euch zu erleichtern.

Zunächst hört ihr den Amp alleine:

Audio Samples
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Tremolo_Pedale_Amp_alleine.wav

a) Clean – Medium Setting – Single Coils
Als erstes hört ihr ein mittiges Setting, gespielt mit einer Fender Stratocaster in der Halsposition.

Audio Samples
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TC Electronic – Pipeline Boss – TR-2 Mooer Trelicopter Electro Harmonix – Pulsar Carl Martin Surf Trem Harley Benton – Vintage Tremolo Ibanez TRMINI

b) Clean – Medium Speed – Higher Depth-Single Coils
Nun drehe ich den Depth-Regler weiter auf und wechsele zum Stegpickup der Stratocaster.

Audio Samples
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TC Electronic – Pipeline Boss – TR-2 Mooer Trelicopter Electro Harmonix – Pulsar Carl Martin Surf Trem Harley Benton – Vintage Tremolo Ibanez TRMINI

c) Crunch – Humbucker
Für die Folgebeispiele stöpsele ich die Gitarre in den Marshall und wähle wieder ein halbwegs mittiges Setting am Pedal. Diesmal ist eine Maybach Les Paul mit Humbuckern im Einsatz.

Audio Samples
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TC Electronic – Pipeline Boss – TR-2 Mooer Trelicopter Electro Harmonix – Pulsar Carl Martin Surf Trem Harley Benton – Vintage Tremolo Ibanez TRMINI

d) Slicer Effect
Der typische Slicer-Effekt kommt durch einen hohen Depth-Wert und vorzugsweise eine Rechteck-Wellenform zustande, hier wieder über die Les Paul gespielt.

Audio Samples
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TC Electronic – Pipeline Boss – TR-2 Mooer Trelicopter Electro Harmonix – Pulsar Carl Martin Surf Trem Harley Benton – Vintage Tremolo Ibanez TRMINI

e) Praxisbeispiel
Zum Abschluss hört ihr die Pedale im Einsatz zu einem Playback. Sowohl die Akkorde als auch die Surf-Singlenotes stammen von einer Fender Stratocaster in der Stegposition.

Audio Samples
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Praxisbeispiel

Fazit

Sind gute Tremolosounds für unter 100 Euro möglich? Die Antwort: Ja – auch wenn unsere Auflistung Preise von knapp 30 bis 100 Euro umreißt, finden wir hier doch einiges an interessanten Tremolosounds. Die höchste Flexibilität besitzt zweifelsohne der TC Electronic Pipeline, der aufgrund seiner Toneprint-Fähigkeit eine wahre Spielwiese für Programmierfans bietet. Das Boss TR-2 liefert sehr klare und brillante Tremolosounds, die sich aufgrund der freien Gestaltung der Wellenform ebenfalls für einen großen Einsatzbereich eignen. Aus dem Hause Mooer zeigt sich der Trelicopter als solides und kostengünstiges Tremolopedal, das mit seiner Biasregelung die Wellenform subtil beeinflussen kann und weiche bis hin zu etwas kantigeren Tremolosounds generiert. Der Pulsar von Electro Harmonix sticht etwas heraus, da hier auch außergewöhnlichere Wellenrhythmisierungen möglich sind und das Pedal den stärksten Eigencharakter mitbringt. Der Carl Martin Surf Trem ist mit seinen zwei Potis auf Funktionalität ausgelegt, bietet sehr schöne Tremolosounds und deckt trotz der eingeschränkten Regelmöglichkeiten eine relativ große Palette ab. Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Harley Benton Vintage Tremolo, das für knapp 30 Euro mit bemerkenswert guten Tremolosounds überrascht. Das Ibanez TRMINI bietet für die Größe eine Menge an Eingriffsmöglichkeiten inklusive Level-Poti, ist allerdings neben dem Boss TR-2 auch der teuerste Kandidat in unserer Auflistung.

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von Haiko Heinz

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