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Die besten Gitarrenriffs in Noten und Tabs – Die Top Surf Guitar Riffs

Surf Music nannte sich eine Musikrichtung, die Anfang der 60er Jahre ganz entscheidend das Erscheinungsbild der amerikanischen Instrumentalmusik prägte und in den letzten Jahren wieder vermehrt in Erscheinung trat. Denn auch wenn dieses Subgenre über viele Jahre vergessen schien, verdankt es vor allem dem Regisseur Quentin Tarantino eine unerwartete Wiedergeburt.

(Bild: © Shutterstock - Steve Collender)
(Bild: © Shutterstock – Steve Collender)


Der garnierte die Soundtracks seiner Filme wie zum Beispiel “Pulp Fiction” mit Musik jener Zeit und verschaffte ihr dadurch wieder die verlorengegangene Aufmerksamkeit. Die Aufforderung “Spiel doch mal so ‘ne Tarantino-Gitarre!” steht als Synonym für Gitarrenriffs im Surf-Stil. Doch was verbirgt sich genau dahinter?

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History:

Der typische Gitarrensound, der landläufig als “Surfguitar” bezeichnet wird, ist eigentlich wesentlich weiter gefasst, als das, was man historisch als Surfmusic bezeichnet und hat seine Wurzeln bereits in den ausgehenden 50er Jahren. Vorläufer dieses Stils waren vornehmlich instrumentale Künstler wie Link Wray mit Rumble aus dem Jahre 1958, Duane Eddy mit dem 1959 veröffentlichten Hit Rebel Rouser, der dem typischen Gitarrensound seiner Musik den Titel “Twang” verlieh, aber sicherlich auch Künstler wie z.B. die britischen Shadows und viele Rockabilly- und Rock’n Roll-Vertreter, die den prägenden Surfsound bereits erahnen lassen.
Dass dieser Musik ein eigener Genrename angedacht wurde, passierte jedoch erst 1962, als Dick Dale mit den Del-Tones die Hits Let’s Go Trippin’ und natürlich Miserilou landete. Ab diesem Zeitpunkt war der Name Surfmusic in aller Munde und stand für diverse Gattungen aus dem südkalifornischen Raum, die einen aggressiveren Gegenpol zur softeren Doo-Wop-Popmusik der 50er Jahre bildeten, ohne Gesang und trotzdem tanzbar.
Rein instrumental waren die Vertreter Dick Dale, The Atlantics mit Bomborra oder Moon Man, The Ventures mit Wipe Out oder die Mustangs mit The Drums und unzählige mehr.
Auch vokale Surfmusik fand hohen Anklang, primär durch die Anfangsphase der Beach Boys, die jedoch nur untergeordnet mit dem typischen Surfgitarrensound zu tun hat.
Viele der typischen Surfsounds fanden sich aber nicht nur in der populären Musikwelt, sondern auch im Filmgenre wieder, denkt man z.B. an das James-Bond-Thema oder auch an die unzähligen Ennio-Morricone-Soundtracks von Filmen wie Spiel mir das Lied vom Tod oder The Good, the Bad and the Ugly, aufgrund derer man auch oft etwas despektierlich von Spaghetti-Western-Gitarre spricht. Ab Mitte der 60er Jahre war es mit dem Boom jedoch auch schon wieder vorbei, als die sogenannte “British Invasion” der Beatmusik und dem Rock’n Roll in Amerika durch Bands wie die Beatles und die Rolling Stones neues Leben einhauchte.
Erst seit Mitte der 90er Jahre erfährt Surfmusic eine neue Beliebtheit, nicht zuletzt aufgrund der bereits erwähnten Soundtracks von Quentin Tarantino, der wohl ein Faible für diese Musik zu haben schien und dem Genre einen modernes, cooles und trashiges Image verleihen konnte.

Gear:

Logischerweise war das zur Verfügung stehende Equipment in den ausgehenden 50er Jahren sehr überschaubar und die verschiedenen Vertreter dieser Gattung spielten ähnliche Instrumente.
Dazu gehörten vorwiegen Fender Stratocaster, Jazzmaster oder Telecaster so wie Gretschmodelle mit dem typischen Filtertron-Pickupsound, dazu Gitarren von Supro oder Danelectro. Einer der aktuellen Hersteller, der stilechte Instrument mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis anbietet, ist der kanadische Anbieter Eastwood.
Für die Amps wird man am ehesten in der Fender- und Vox-Richtung fündig, Marshall gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Fender Tweeds oder Twins (bzw. Dual Showman) und Vox AC15 oder AC30 werden euch sehr nahe ans Ziel bringen, wobei die Amps häufig weit aufgerissen werden.
Auch Effekte waren in dieser Zeit rar gesät. Man nahm meist das, was der Amp bei sich hatte, und das waren Tremolo und Hall. Letzteren muss man für den typischen Surfsound komplett aufreißen, denkt man z.B. an Miserilou, den Tremoloeffekt würde ich nach Geschmack und Kontext einstellen. Für den typischen Western-Sound kam häufig noch etwas Fuzz hinzu und die Shadows mit dem Hank-Marvin-Sound benötigen ein paar ausgefuchste Echotricks, doch dazu unten mehr. Generell hilft ein Slapback-Echo, um einigen Klängen etwas mehr Vintage-Vibe zu verleihen.

Tipp:

Mein ganz persönlicher Tipp zum Spielen der meisten Riffs ist: Habt keine Angst davor “ranzig” zu klingen! Vieles muss mit etwas trashigem Sound und demnach auch trashiger Attitüde gespielt werden, um den Riffs Authentizität zu verleihen. Nicht selten wird sehr hart in Stegtonabnehmer-Stellung angeschlagen, und das klingt für sich alleine bereits sehr brutal, ergibt im Kontext aber genau den richtigen Sound!

Praxis:

Kommen wir nun zur Praxis! Die von mir vorgestellten Stücke sollen einen größeren Rundumschlag aus Vorgängern, Klassikern und Filmmusikvertretern des Genres bieten und sind demnach nicht ganz strikt auf die “offizielle” Stilrichtung Surf von ca. 1962 – 1964 beschränkt, zeigt aber das weite Feld und die Variationen zu diesem Sound.

1. Miserilou – Dick Dale and the Del-Tones

Der wohl bekannteste Surfklassiker aus dem Jahre 1962 ist Dales Interpretation eines klassischen Volksliedes aus Fernost. Dick Dale ist Linkshänder und spielt eine Linkshänderstrat, allerdings rechtshändig bespannt, und das mit sehr dicken Saiten. Als Amp kommt ein Fender Dual Showman zum Einsatz. Der Reverb ist ganz aufgedreht! Nehmt die Noten nicht zu genau – Dick Dale variiert ganz gerne das Thema und lässt auch mal fünfe gerade sein.

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Miserilou – Dick Dale and the Del-Tones – Riff Miserilou – Dick Dale and the Del-Tones – Playback

2. James Bond Theme – Monty Norman/John Berry Orchestra

Vic Flick heißt der Studiogitarrist, der das James-Bond-Thema mit seinem Gitarrenmotiv veredelt und mit unzähligen Künstlern arbeitete. Seine Gage betrug damals 15 Pfund für die Studioaufnahme. Das verwendete Equipment war laut Vic: “Big, blonde f-hole Clifford Essex Paragon Cello-Bodied guitar, fitted with a DeAmond Volume Pedal into a Vox 15-Watt Amplifier.”

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James Bond Theme – Monty Norman/John Berry Orchestra – Riff James Bond Theme – Monty Norman/John Berry Orchestra – Playback

3. Rumble – Link Wray

Auch dieser Song ist auf dem Pulp-Fiction-Soundtrack zu finden. Link Wray gilt als Erfinder der Powerchords, da er häufig nur die beiden tiefsten Saiten einsetzte und er war auch einer der ersten, der sich einen Verzerrer “baute”, indem er kleine Löcher in den Speaker seines Premier-Amps stach. An Gitarren kommt hier eine Supra Dual Tone zum Einsatz.

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Rumble – Link Wray – Riff Rumble – Link Wray – Playback

4. Rebel Rouser – Duane Eddy

Duane Eddy zählt zu den Pionieren der instrumentalen Rockmusik und zu den frühesten Guitar Heroes. Dazu war er eines der größten Idole Ritchie Blackmores. Duane setzte eine Gretsch 6120 Chet Atkins Gitarre über einen Magnatone Amp mit Tremolo ein.

(Zum Vergrößern ins Bild klicken)
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Rebel Rouser – Duane Eddy – Riff Rebel Rouser – Duane Eddy – Playback

5. Apache – The Shadows

Hank Marvin von den Shadows gehört sicherlich eher zu den etwas feingeistigeren Spielern inmitten der ganzen Rocker, die hier vorgestellt werden. Demzufolge ist sein Sound auch wesentlich cleaner und sensitiver gespielt. Hank setzt heute eine Custom Fenderstrat ein und benutzt für seine Melodien den Stegtonabnehmer über einen Vox AC 15. Besondere Erwähnung verdient sein Delaysound, der durch das Überlagern von bis zu vier unterschiedlichen Delaysettings entsteht und sich bei jedem Song grundlegend unterscheidet. Wer hier dem Originalsound nahe kommen will, braucht ein Multidelay.
Hier findet ihr ein solches Setting zu Apache, programmiert im Axe Fx. Wenn ihr nur drei Delays zur Verfügung habt, könnt ihr das Delay 2 im Screenshot auslassen:

Multi-Delay Setting
Multi-Delay Setting
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Apache – The Shadows – Riff Apache – The Shadows – Playback

6. Wipe Out – The Ventures

Die Ventures gehören neben Dick Dale sicherlich zu den prominentesten Vertreter des Surfgenres, was sie auch ihren sehr simplen und eingängigen Melodien zu verdanken haben. Ihren größten Erfolg verzeichnen die Ventures mit dem Soundtrack zur TV-Serie Hawaii Five-O, den auch heute noch jeder mitpfeifen kann. Hier ein anderer Klassiker, Wipe Out:

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Wipe Out – The Ventures – Riff Wipe Out – The Ventures – Playback

7. The Drums – Les Mustangs

Die französische Band Les Mustangs sind bestimmt eine eher unbekannte Formation, haben jedoch als One-Hit-Wonder mit dem Stück Drums und als Backing Band des Sängers Billy Bridge ihren Beitrag zum Genre geleistet. Das folgende Stück kann man sich problemlos in jedem 60er Jahre Western vorstellen.

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The Drums – Les Mustangs – Riff The Drums – Les Mustangs – Playback

Und nun wünsche ich viel Spaß mit diesen Klassikern – Surfs Up!

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(Bild: © Shutterstock - Steve Collender)

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von Haiko Heinz

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Profilbild von danlunche

danlunche sagt:

#1 - 05.06.2020 um 06:58 Uhr

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Cool. Thanks for these riffs.

Kommentare vorhanden
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