Neben den drei Archetypen Precision Bass, Jazz Bass und Music Man Stingray gibt es gar nicht so viele Bassmodelle, die tatsächlich Kultstatus erreicht haben. Der Rickenbacker-Bass zählt jedoch ohne Frage dazu: Das optisch wie klanglich äußerst markante Bassmodell erblickte im Jahr 1961 das Licht der Welt und bot sogleich eine Alternative zu den damaligen Platzhirschen Fender und Gibson. Die klare Abgrenzung zu den bisher etablierten Instrumenten machte viele Bassleute auf den Rickenbacker aufmerksam. Heute blicken wir auf zehn Bassisten, Songs und Basslines, auf denen ein Rickenbacker-Bass seinen eindeutigen Fingerabdruck hinterlassen hat.

Welche Rickenbacker-Bässe sind die prägendsten Bassmodelle der Company?
“Der” Rickenbacker-Bass? Hier müssen wir natürlich spezifizieren, denn in diesem Artikel widmen wir uns primär den Modellen 4003 und 4001. Der „Ur“-Rickenbacker 4001 kam im Jahr 1961 auf den Markt, während sein Nachfolger, der Rickenbacker 4003, im Jahr 1979 eingeführt wurde und den 4001 in den 1980er-Jahren vollständig ablöste.
Wer gerne mehr über die spannende Rickenbacker-History erfahren möchte und schon immer wissen wollte, was man unter „Horseshoe“ und „Toaster-Pickup“ versteht, findet in diesem Artikel weitere Informationen.
Unsere Auswahl steht wie immer in keiner speziellen Reihenfolge und ist darüber hinaus natürlich subjektiv. Ein weiteres Kriterium bei der Auswahl ist, dass jeder Bassist nur einmal vorkommen darf. Falls ihr noch andere bzw. weitere Favoriten habt, schreibt sie uns gerne in die Kommentare.
Was sind die bekanntesten Songs mit Rickenbacker-Bässen?
▶ Motörhead (Lemmy Kilmister): „Ace Of Spades“
Da Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister ein Die-Hard-Rickenbacker-Fan war und man ihn nur selten mit einem anderen Instrument gesehen hat, könnte man hier haufenweise Motörhead-Basslines nennen, aber der Song „Ace Of Spades“ steht natürlich exemplarisch für den Durchbruch und Erfolg des legendären Trios.

Müsste man all sämtliche Aspekte des Rock'n'Roll in nur einer einzigen Person vereinen – es gäbe wohl nur eine Wahl: Ian Fraser Kilmister, besser bekannt als Lemmy. Ein Portrait.
▶ Yes (Chris Squier): „Roundabout“
Als geistiger Vater aller Prog- und Art-Rock-Bassisten zeigte Chris Squire bereits 1971 eindrucksvoll, wie musikalisch und technisch anspruchsvoll Bassspiel in diesen Genres sein kann. Ein hervorragendes Beispiel dafür ist der Song „Roundabout“ der Band Yes:
▶ The Beatles (Paul McCartney): „Taxman“
In der späteren Phase der Beatles griff Paul McCartney gerne mal zu einem Rickenbacker. Als Beispiel dafür dient uns heute der Song „Taxman“, der, wie von Paul gewohnt, mit einer melodisch und rhythmisch äußerst interessanten Bassline garniert wird.
▶ Metallica (Cliff Burton): „Anesthesia – Pulling Teeth“
Dieses Werk von Cliff Burton ist eines der ersten Metal-Basssoli, die jemals auf Schallplatte gepresst wurden und genießt daher bis heute einen besonderen Stellenwert. Cliff liebte seinen legendären Rickenbacker – und wir lieben seinen legendären Sound!

Mit gerade einmal 24 Jahren wurde Metallica-Bassist Cliff Burton am 27. September 1986 jäh aus dem Leben gerissen. Ein Portrait des wegweisenden Metal-Bassisten.
▶ Tool (Paul d’Amour): „Sober“
Justin Chancellors Vorgänger Paul d’Amour griff für diese Monster-Bassline zu einem Rickenbacker – und bildet mit ihm ein Dreamteam, welches diesen Progrock-Track massiv prägt.
▶ Rush (Geddy Lee): „Xanadu“
Eigentlich könnte man natürlich jedwede Bassline von Geddy Lee aus den 70er-Jahren nehmen, da er in dieser Zeit fast ausschließlich mit seinem Rickenbacker-Bass zu sehen und zu hören. Sogar ein Spezialmodell mit zwei Hälsen war häufig im Spiel. Der Song „Xanadu“ steht exemplarisch für diese kreative Phase der Band und beinhaltet zahlreiche melodische Passagen, in denen der einzigartige Sound vor allem in den mittleren und hohen Lagen des Basses wunderbar zur Geltung kommt.
▶ Deep Purple (Roger Glover): „Smoke On The Water“
No words needed: Deep Purples Meisterwerk hat sich einfach tief in unser aller kollektives Gedächtnis eingebrannt und ist Teil der Pop- und Rockkultur!

Hardrock ohne Deep Purple? Undenkbar! In diesem Workshop erlernst du die besten Basslinien von Roger Glover / Deep Purple!
▶ Rick James: „Superfreak“
Cool, Cooler, Rick James! Man denke nur an das Cover zu seinem Album „Street Songs“, auf dem er lässig in schwarzen Klamotten mit kniehohen roten Lederstiefeln und einem weißen Rickenbacker posiert. Seine Bassline zum Hit „Superfreak“ ist ebenso einfach wie genial und diente unzähligen Künstlern als Sample für ihre eigenen Songs, z. B. „Der Kommissar“ von Falco.
▶ Spacehog (Royston Langdon): „In The Meantime“
Bassist Royston Langdon zeigt auf Spacehogs ersten Hit die ganze Bandbreite seines Rickenbacker-Basses. Mithilfe zahlreicher Registerwechsel kreierte er eine melodisch wunderbar fließende Bassline, deren klangliche Bandbreite von cleanen bis zu dreckigen Sounds reicht.
▶ Sleep (Al Cisneros): „Dragonaut“
Frontman, Sänger und Bassist Al Cisneros der Band Sleep verfügt aufgrund seiner stattlichen Körpergröße und seines Vollbarts ein beeindruckendes Erscheinungsbild, welches durch seinen Signature-Rickenbacker Vollendung findet. Mit den coolen Riffs zum Song „Dragonaut“ zeigt Al, wie gut ein waschechter Ricky im Stoner Rock und mit ordentlich Zerre funktioniert.
Viel Spaß mit diesen Rickenbacker-Basslines wünscht
Thomas Meinlschmidt























