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Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs – Deep Purple / Roger Glover: „Speed King“

Exakt vor 50 Jahren veröffentlichte die britische Hardrock-Band Deep Purple ihr viertes Studioalbum mit dem Titel “In Rock”. Der Name war Programm – mit diesem Album läuteten die fünf Ausnahmemusiker 1970 die Epoche des Hard Rock ein, denn mit einem Schlag verabschiedeten sie sich deutlich von den wesentlich zahmeren Tönen der 60er-Jahre. Ungeahnt wurde das Album zu einer Art Blaupause für viele Rockbands. Der Song “Speed King” war schon vor den Aufnahmen zu “In Rock” im Live-Programm von Deep Purple zu hören, und zwar genau wie auf der LP als Opener. Es scheint, als würde jeder der fünf Beteiligten in diesem Song geradezu um sein Leben spielen und es gelang der Band, ihre sprühende Live-Energie auch im Studio einzufangen. Mit von der Partie: Bassist Roger Glover, ein ebenso sympathischer wie scharfsinniger Mann mit zahlreichen Talenten und Fähigkeiten. So ist E-Bass spielen nur eines seiner zahlreichen kreativen Outlets, zu denen auch das Komponieren, die Malerei, das Schreiben von Kinderbüchern, das Produzieren andere Künstler und vieles mehr gehört. Vor Jahren sagte mir Roger Glover in einem Interview: “Es ist keine Frage des Mediums, es ist eine Frage der Kreativität!”

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“Speed King” – Original im Video

Wie immer hören wir zur Einstimmung zunächst in das Original hinein:

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“Speed King” – History

“Speed King” entstand zur Zeit der hocherfolgreichen, so genannten “Mark II-Besetzung” mit Ian Gillan, Ritchie Blackmore, Jon Lord, Ian Paice und Roger Glover und war eine Hommage an die amerikanischen Pioniere des Rock’n’Roll: Little Richard, Elvis Presley und Chuck Berry, was sich in vielen Textzitaten im Song widerspiegelt. Ritchie Blackmores Gitarrenriffs wiederum waren inspiriert von Jimi Hendrix, den Blackmore stark verehrte.

“Speed King” – Form und Aufbau

Beeindruckend ist bereits der Beginn des Songs, der mit einem 90-sekündigen Intro eingeleitet wird, das sich aus anfänglichem musikalischen Chaos zu einem Barock-angehauchten Orgelsolo entwickelt, bevor schließlich – vollkommen unvermittelt – das Strophenriff und der Gesang einsetzen. Das Tempo beträgt stolze 195 bpm, und der zugrundeliegende Beat bildet die Grundlage vieler späterer Heavy-Metal-Songs, welche dann im Tempo natürlich noch schneller interpretiert wurden.
Die Songform zu Beginn ist mit 16 Takten Strophe und 16 Takten Refrain geradezu klassisch einfach gehalten. Das Ganze wiederholt sich einmal, bevor die Band Purple-typisch in einen langen improvisierten Teil überleitet, in dem sich Gitarre und Keyboard mit Soli und Themen abwechseln.
Hier könnt ihr einen Live-Mitschnitt zu sehen, in dem man gut erkennen kann, dass die Länge der einzelnen Soloteile auf gegenseitigen Zeichen basiert und nicht auf fest abgesprochenen Längen:

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Am Ende des Soloteils folgen acht Takte (in den Noten “Teil 2” ab Takt 27), in denen Roger Glover chromatisch in Achtel-Dreiergruppen aufwärts marschiert. Bei der zweiten Wiederholung dieser Phrase geht er die letzten zwei Takte interessanterweise in Zweiergruppen weiter aufwärts, während Ian Paice an den Drums weiterhin auf der Snare Dreiergruppen markiert, bevor schließlich die dritte Strophe einsetzt – ein sehr gelungener Effekt durch Akzentverschiebungen!

“Speed King” – Tonmaterial

Roger Glover verwendet vorwiegend Tonmaterial in G-Moll – zumeist bedient er sich der Moll-Pentatonik und spielt stark riff-orientiert, andererseits finden sich aber auch chromatische Durchgangstöne, die das Ganze auflockern.

Roger Glover ist ein erstaunlich vielseitiger kreativer Geist! (Bildquelle: www.youtube.com/watch?v=55CBXBI5M7s)

“Speed King” – Basssound

Die Vermutung liegt auf der Hand: Fender Precision Bass mit einem Plektrum gespielt über ein kräftiges Röhren-Bass-Stack. Um diesen Sound authentisch nachzubilden, habe für die Audiobeispiele eine “Tech21 SansAmp Character VT DI” verwendet.
Ein typisches Stilelement von Deep Purple speziell in jener Ära bestand übrigens darin, dass der Bass zeitweise von Jon Lord mit der Hammond-Orgel gedoppelt wurde, deren Signal ihrerseits stellenweise über einen verzerrten Marshall-Amp geschickt wurde.
Hier und da entsteht dadurch der Eindruck, als hätte Roger Glover ein Octaver-Pedal verwendet – dem ist aber nicht so! Wohl aber wurde der Bass leicht über den Amp angezerrt, jedoch weitaus weniger drastisch, als dies aufgrund der besagten Orgeldopplung den Anschein hat.
Gleichfalls doppeln Bass und Gitarre zeitweise einige Motive – auch hier ist die Gitarre das deutlich verzerrtere Instrument. Die Kombination aus alldem erzeugt die Magie dieses Tracks!

“Speed King” – Noten, TAB und Klangbeispiele

Hier findet ihr die Noten/TABs und die von mir eingespielten Sounds.

Viel Spaß mit diesem Meilenstein der Rockmusik und bis bald, euer Oliver

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von Oliver Poschmann

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Die besten Bass Riffs in Noten und Tabs – Muse: „Hyper Music“ Artikelbild

Kaum zu glauben, aber wahr: Die britische Rockband Muse steuert langsam aber sicher auf ihr 30jähriges Jubiläum zu! Bereits 1994 spielte das Trio auf dem College zusammen, 2001 schaffte man mit dem Album "Origin Of Symmetry" den endgültigen Durchbruch. Hört man eine Muse-Scheibe, so würde man nicht vermuten, dass es sich bei dieser Band gerade mal um ein Trio handelt - derart mächtig klingt die Musik der Briten! Einen entscheidenden Anteil dazu trägt Bassist Chris Wolstenholme mit seinen innovativen Basslines und seiner Liebe zu experimentellen Basssounds bei. So ist Chris im Alleingang auch für mehrere Rockbass-Klassiker der 2000er-Jahre verantwortlich. Einer davon ist ganz sicher der Song "Hyper Music", welcher sich auf erwähnten "Origin Of Symmetry" befindet!

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In der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre gründeten einige Mitglieder der Berliner Polit-Theaterband "Lokomotive Kreuzberg" mit einer bis dato unbekannten Sängerin die Nina Hagen Band. Nach nur zwei Alben trennten sich die Wege der Sängerin und der Gruppe wieder, aber die Musiker arbeiteten unbeirrt unter dem neuen Namen "Spliff" weiter. Alle Mitglieder waren außerordentlich talentierte Musiker, Songwriter, aber auch Produzenten. Diese geballte Ladung Talent führte zunächst zu einem englischsprachigen Rock-Konzeptalbum mit dem Titel "Radio Show". Danach vollführte man eine 180-Grad-Kehrtwende, und die Band meldete sich kurz darauf unerwartet mit einem deutschsprachigen Popalbum zurück. Es trug als Titel ganz banal die Album-Bestellnummer: "85555". Innerhalb von nur drei Jahren hatte man sich also in einer nicht zu bremsenden Kreativitätslawine satte drei Mal neu erfunden. Das Album räumte Platin ab, und die Single "Carbonara" wurde kurzerhand zum Sommerhit. Als ab 1982 der Song "Deja Vu" (ganz ohne die eigentlich nötigen Sonderzeichen der französischen Schreibweise!) im Radio gespielt wurde, begriffen viele Hörer urplötzlich, was ein E-Bass ist: Hier hörte man doch tatsächlich ein Basssolo in einem Popsong - gespielt von dem charismatischen und leider im Jahr 2012 viel zu früh verstorbenen Manfred "Manne" Praeker.

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Mit diesem Workshop zum Bob-Dylan-Klassiker "Jokerman" aus dem Jahr 1983 ehren wir die kürzlich verstorbene Reggae-Basslegende Robbie Shakespeare!

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