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Richtig und effektiv Üben am E-Bass

Jeder von uns hat verbringt gefühlt zu wenig Zeit am Instrument. Gleichzeitig möchten wir uns aber konstant verbessern und spürbare Fortschritte machen. Diese beiden Aspekte können schon mal kollidieren und zu Frustration führen, da die Dinge eben nicht so schnell vorangehen, wie wir das gerne möchten. Die Frustration kann sich sogar noch steigern, wenn man sich unnötig unter Druck setzt und sich Gedanken wie “Jetzt habe ich schon wieder eine Woche lang nicht geübt!” breit machen. Eine wundersame Vermehrung der zur Verfügung stehenden Zeit ist ja leider nicht zu erwarten, daher lautet das Stichwort “Effizienz” – d. h. möglichst viel aus der uns zur Verfügung stehenden Zeit herauszuholen. Doch wie geht das eigentlich? Gibt es hier allgemeine Regeln? Üben ist ja immerhin eine höchst individuelle Angelegenheit, denn wir alle lernen auf verschiedene Weise und werden durch unterschiedlichste Dinge motiviert. Effizienz ist also nicht gleich Effizienz! Um den richtigen Weg für uns selbst zu finden, habe ich heute ein paar wichtige Punkte zum Thema “Üben” zusammengestellt.

Bild: Shutterstock / Author: Skylines
Bild: Shutterstock / Author: Skylines

Inhalte

  1. Richtig E-Bass üben: Wann macht Üben Sinn?
  2. Richtig E-Bass üben: Wann macht Üben keinen Sinn?
  3. Richtig E-Bass üben: Wie und was soll ich üben?
  4. Richtig E-Bass üben: Typische Übe-Stereotypen
  5. Richtig E-Bass üben: Wo macht Üben Sinn?

Richtig E-Bass üben: Wann macht Üben Sinn?

Üben ist ein Vorgang, bei dem ich mich kontrolliere und analysiere, bei dem ich meine Grenzen verschieben und mich aktiv verbessern will. Während des Übevorgangs prasselt eine Vielzahl an unterschiedlichsten Informationen auf unser Gehirn ein und soll dort gespeichert werden. Zudem ist jede Menge Feinmotorik nötig. Das ist alles in allem schon eine enorme Leistung und verlangt entsprechende Kapazitäten.
Es versteht sich von selbst, dass dies nur funktionieren kann, wenn ich dafür auch geistig und körperlich bereit dafür bin. Ich sollte also halbwegs ausgeruht und konzentrations- bzw. aufnahmefähig sein.
Die Motivation für das Üben sollte daher niemals das schlechte Gewissen mit Gedanken wie “Ich muss jetzt aber auch noch Bass üben!” oder “Mist, jetzt habe ich schon wieder zwei Wochen nichts gemacht!” sein, sondern die Lust darauf, in Kombination mit den nötigen Kapazitäten. Und das führt uns direkt zum nächsten Punkt …

Richtig E-Bass üben: Wann macht Üben keinen Sinn?

Falls ich vom Berufs- und Familienalltag bereits “platt” bin, hat der Versuch zu üben beste Chancen darauf, nach hinten loszugehen. Dann fehlen nämlich die angesprochenen Kapazitäten, und wenn ich mich dann noch mit “Ich muss endlich mal wieder üben!” hinsetze, führt dies unweigerlich zum gegenteiligen Ergebnis!
Zum schlechten Gewissen kommt nun auch noch die Frustration hinzu, wenn aufgrund mangelnder Konzentration gar nichts so klappt, wie ich es will! Gefühle von “Es wird ja eh nie besser!” oder “Ich kann nichts!” machen sich dann breit. Mit der Zeit kann dies sogar dazu führen, dass das Thema Üben für mich in Gänze negativ belegt ist, da es ja anscheinend eh nichts bringt – außer Druck und Frustration! Am Ende habe ich dann weder effizient geübt, noch mich in dieser Zeit entspannt oder erholt.

Ganz wichtig: Wer mit Musik kein Geld verdienen muss, für den sollte stets der Spaß am Bassspiel an erster Stelle kommen. Ein guter Lehrer sollte also auch viel Freude am Instrument vermitteln! (Bild: www.floriansbassunterricht.de)
Ganz wichtig: Wer mit Musik kein Geld verdienen muss, für den sollte stets der Spaß am Bassspiel an erster Stelle kommen. Ein guter Lehrer sollte also auch viel Freude am Instrument vermitteln! (Bild: www.floriansbassunterricht.de)

Wer kein Profimusiker ist, für den sollte gelten: Üben ist kein Zwang und Musik ist ein Hobby, welches in erster Linie Spaß machen und man wieder Energie tanken sollte. Es sollte ein Ausgleich zu Beruf und Familie sein!
Falls man nicht die nötige Energie, aber trotzdem Zeit und Lust auf seinen Bass hat, sollte man sich lieber mit dem Spielen belohnen. Zwischen Üben und Spielen besteht nämlich ein großer Unterschied: Üben bedeutet konzentriertes Arbeiten, und Spielen heißt Spaß haben ohne jegliche Analyse und Kontrolle. Hinunter fallen Dinge wie einfach zu den Lieblingssongs jammen, sich mal vor dem Spiegel als Rockstar fühlen, etc. Auch dabei legt man die Hände an das Instrument, hält sich in Form – und schafft sich gleichzeitig einen wunderbaren Ausgleich zum Alltag!
Ich mache häufig die Erfahrung, dass Schüler oder Schülerrinnen mit schlechten Gewissen in den Unterricht kommen und sagen: “Ich habe die ganze Woche nichts geübt, sondern nur gespielt!” Ganz wichtig: Spielen ist kein zweitklassiger Ersatz für Üben. Beides ist in gleichem Maße notwendig, um dafür Sorge zu tragen, dass uns unser Hobby dauerhaft Spaß macht!

Richtig E-Bass üben: Wie und was soll ich üben?

Die großen Fragen beim Üben sind:

  • Übe ich das Richtige?
  • Übe ich das Richtige richtig?
  • Wie und was soll ich eigentlich üben?
  • etc.

Um dies zu klären, wird es jetzt etwas vielschichtiger als die ersten beiden Aspekte, die ziemlich logisch und selbsterklärend waren. Nun kommen wir in den Bereich der individuellen Lerntypen und unterschiedlichen Motivationen.
Der Einfachheit halber werde ich mich hier auf drei wesentliche Stereotypen beschränken:

Richtig E-Bass üben: Typische Übe-Stereotypen

1.) Üben nach Lust und Laune

Dann üben, wann man will – und zwar nur das, was man will! Die Inspiration für Inhalte kommt aus dem Moment heraus, z. B. durch einen coolen Song, den man hört oder ein YouTube-Video, in welchem man etwas Anspornendes sieht. Spontane Gedanken wie “Das will ich auch können!” oder “Wow, was war das?” generieren hier die Motivaton.

2.) Üben nach aktuellem Bedarf

Im Controlling gibt es den schönen Begriff der Engpass-Analyse, was übersetzt in unsere Situation bedeutet: Ich stelle fest, wo es bei der letzten Probe oder beim Gig gehakt hat und übe dann genau das. Anderes Szenario: Ich bekomme Anfragen für Gigs, bei denen etwas verlangt wird, was ich nicht bzw. nur unzureichend kann und stürze mich dann deshalb aus Vorbereitungsgründen darauf. 

3.) Üben nach festem Übeplan

Eine dritte Variante ist das Üben nach einem konkretem Plan. Dies kann sowohl für die Inhalte wie auch für die dafür vorgenommene Zeit (z. B. 10 Minuten Etüden für die Greifhand) oder für feste Wochentage und Uhrzeiten sein.

Fotostrecke: 3 Bilder Ein cooles YouTube-Video eines bekannten Bass-Heroes kann ein echter Übe-Ansporn sein!
Fotostrecke

Na, welcher Übetyp bist du? Wichtig hierbei: Alle drei Varianten schließen sich nicht aus und können sich durchaus vermischen. Um aber möglichst viel aus meiner Übezeit zu gewinnen, macht es Sinn, einmal zu analysieren, wie ich persönlich am besten funktioniere, was mich am meisten motiviert, auf welche Weise ich die meisten Fortschritte mache und wobei ich den meisten Spaß habe.

Richtig E-Bass üben: Wo macht Üben Sinn?

Ein letzter Aspekt ist der Ort bzw. die Orte, an denen man übt. Definitiv hilfreich ist dafür ein Platz, der mich motiviert. Das kann z. B. eine bestimmte Atmosphäre sein, etwa ein eigenes Musikzimmer, ein eigener Proberaum im Keller oder einem anderen Ort, das Poster der Lieblingsband, ein gefülltes Schallplattenregal, oder ein gemütliches Eck im Wintergarten.
Die Hauptsache ist, man fühlt sich wohl und wird auf irgendeine Weise inspiriert. Man sollte auch möglichst von niemanden gestört werden und gleichzeitig nicht das Gefühl haben, jemanden mit dem Üben zu stören, denn dies kann sehr hemmend wirken. Sowohl für unsere Mitmenschen wie auch für das eigene Gehirn sollte dieser Platz für ein ungestörtes Musizieren stehen!

Üben an einem gemütlichen Platz kann ein Rückzug von den Problemen des Alltags sein!
Üben an einem gemütlichen Platz kann ein Rückzug von den Problemen des Alltags sein!

Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man seinen Übeplatz so einrichten, dass alles schon bereitsteht und man sofort loslegen kann. Wenn man jedes Mal erst wieder die komplette Infrastruktur dafür wieder auf- und wieder abbauen muss, ist die Gefahr groß, dass man es häufig gleich bleiben lässt.
Eine Besonderheit gibt es aber, die sogenannte “Muscle Memory” (dt. “Gedächtnis der Muskeln”), welches sich nicht in diesen selbst, sondern im extrapyramidalen System des Gehirns befindet. Habe ich einen neuen Bewegungsablauf wie z. B. das Auf und Ab des Daumens beim Double Thumbing erlernt, geht es darum, diesen so oft zu wiederholen, dass er zum Automatismus wird.
Diese Wiederholungen macht man bestenfalls am gewohnten Platz mit entsprechendem Fokus. Sie sind aber z. B. auch vor dem Fernseher oder der Stereoanlage möglich, ohne sich dabei groß konzentrieren zu müssen. Die Bewegung ist ja bereits erlernt, die Muskeln müssen sie aber noch hunderte Male wiederholen, um sie jederzeit von “Null auf Hundert” abrufen zu können.

Viel Spaß beim Üben und bis zum nächsten Mal,
euer Thomas Meinlschmidt

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Bild: Shutterstock / Author: Skylines

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von Thomas Meinlschmidt

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