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5 legendäre Plektrum-Bassriffs

Das Pick (bzw. lateinisch Plektrum oder griechisch Plektron) ist ein häufig unverzichtbares Werkzeug in bestimmten musikalischen Situationen. Vorrangig in Stilrichtungen der härteren Gangart beheimatet, heißt das aber noch lange nicht, dass man das Pick ausschließlich im Rock oder Metal verwenden kann. Generell kann das Plektrum eure Klangpalette beim Bassspiel um eine weitere tolle Facette erweitern. Zur Inspiration und als praktisches Beispiel dafür, dass man in vielen Songs Übungsvorlagen finden kann, habe ich fünf kurze Plektrum-Bassriffs aus Songs namhafter Bands extrahiert, die sich hervorragend zum Üben eignen. Man muss nämlich gar nicht immer einen kompletten Song lernen, um Spaß zu haben und spieltechnisch wie auch musikalisch weiterzukommen. Wie immer sollen diese Beispiele natürlich als Ausgangsbasis für eigene Variationen und Erweiterungen dienen. In jedem Video seht ihr das jeweilige Plektrum-Bassriff in zwei unterschiedlichen Tempi hintereinander gespielt – erst im Original-Tempo, dann in einem langsameren Übe-Tempo.

Bass-Workshop: 5 legendäre Plektrum-Bassriffs

Inhalte

  1. Pick-Bassriff 1: “Paradox” (Kansas)
  2. Pick-Bassriff 2: “Stormbringer” (Deep Purple)
  3. Pick-Bassriff 3: “Too Much Time On My Hands” (Styx)
  4. Pick-Bassriff 4: “It Can Happen” (YES)
  5. Pick-Bassriff 5: “London Lady” (The Stranglers)

Pick-Bassriff 1: “Paradox” (Kansas)

“Dieses Riff entspringt der Strophe des Songs “Paradox” vom Album “Point of Know Return” der amerikanischen Progrock-Pioniere Kansas. Ihr Bassist Dave Hope liefert übrigens auf dem kompletten Album einen endlosen Reigen an genialen Plektrum-Basslinien ab. Das von Sechzehnteln und Oktaven dominierte Riff besitzt einen sehr treibenden Charakter, der innerhalb des Originalsongs noch durch eine Pizzicato-Melodie von Violine und Gitarre unterstützt wird. Im Originalsong taucht das Riff zum ersten Mal ab Minute 0:58 auf.

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Pick Bass-Riff 1: Dave Hope (Kansas – “Paradox”) 80 bpm Pick Bass-Riff 1: Dave Hope (Kansas – “Paradox”) 110 bpm

Pick-Bassriff 2: “Stormbringer” (Deep Purple)

Das zweite Riff stammt aus der Feder der Hardrock-Ikonen Deep Purple, aus der Ära mit dem Bassisten Glenn Hughes. Der Titel “Stormbringer” diente auch als Name für das legendäre Album, auf dem Glenn Hughes nicht nur äußerst hörenswerte Basslinien spielte, sondern auch mit beeindruckenden Gesangspassagen aufwartet, bei denen er mit dem damaligen Leadsänger David Coverdale geradezu wetteiferte.

Auch dieses Riff basiert auf einem Sechzehntel-Groove. Da es allerdings langsamer ist als das vorangegangene Riff, kann man es idealerweise ausschließlich mit “Downstrokes” (also Abwärtsschlägen) des Picks spielen, wie ihr im Video sehen könnt. Eine kleine Besonderheit stellt der Aufwärts-Slide in die jeweils erste Note zum Beginn des Riffs dar.

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Pick Bass-Riff 2: Glenn Hughes (Deep Purple – “Stormbringer”) 65 bpm Pick Bass-Riff 2: Glenn Hughes (Deep Purple – “Stormbringer”) 87 bpm

Pick-Bassriff 3: “Too Much Time On My Hands” (Styx)

Mit dem Riff Nr. 3 aus dem Titel “Too Much Time On My Hands” konnte die amerikanische Band Styx in den 1980er-Jahren die Disco-Szene kräftig aufmischen. Der Song mit dem hervorragenden Chuck Panozzo am Bass birgt eines der coolsten Bassriffs überhaupt in sich. Im Intro noch mit einem Keyboard-Bass beginnend, kommt nach wenigen Takten zusätzlich ein E-Bass dazu.

Das Riff bedient sich geschickt der Leersaiten im Wechsel mit gegriffenen Tönen. Auch wenn man dieses Riff mit dem Plektrum als Wechselschlag (Up- und Down-Stroke) spielen kann, so kommt es weitaus mächtiger, wenn man es ausschließlich mit Abwärtsschlägen (Downstrokes) ausführt. Der Trick liegt dabei im geschickten Abstoppen der Leersaite mit der Greifhand, wenn die gegriffenen Töne klingen, so dass keine überlappenden Töne entstehen.

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Pick Bass-Riff 3: Chuck Panozzo (Styx – “Too Much Time On My Hands”) 90 bpm Pick Bass-Riff 3: Chuck Panozzo (Styx – “Too Much Time On My Hands”) 131 bpm

Pick-Bassriff 4: “It Can Happen” (YES)

Jemand, der stets wusste, dass ein Plektrum-Bassriff auch dann hervorragend klingen kann, wenn man es in einer ungewöhnlich hohen Lage spielt, war der Ausnahmebassist Chris Squire von der britischen Progressive-Band Yes. Bilderbuchhaft setzte er das hier skizzierte eintaktige Riff in dem Song “It Can Happen” ein, einem Titel des Erfolgsalbums “90125”. Das Album wurde übrigens von einem ebenfalls keinesfalls unbekannten Bassisten produziert: Trevor Horn!

Das Riff setzt auf die Zählzeit “2 +” ein, also eine Achtel nach dem zweiten Beat. Auf der Originalaufnahme hört man es zum ersten Mal bei Minute 0:19 im Strophen-Intro. Im Prinzip besteht es aus einem Abwärtslauf auf der C-Dur-Pentatonik, dessen letzte Note jeweils abwärts geslided wird.
Eine Frage, die sich euch unweigerlich stellen wird, ist, ob das Riff mit einem Upstroke (Aufwärtsbewegung) oder einem Downstroke (Abwärtsbewegung) des Picks beginnt. Mein Tipp: Das gilt es auszuprobieren, denn beides ist möglich, wie man auch im Video erkennen kann!

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Pick Bass-Riff: 4 Chris Squire (Yes – “It Can Happen”) 80 bpm Pick Bass-Riff: 4 Chris Squire (Yes – “It Can Happen”) 112 bpm

Pick-Bassriff 5: “London Lady” (The Stranglers)

Das letzte Riff stammt aus dem Intro des Stranglers-Songs “London Lady” vom Album “Rattus Norvegicus” und wurde eingespielt vom Bassisten Jean Jacques Burnel. Die Basslinie bewegt sich in schnellen Achteln durch Mixolydische-Tonleitern (also Dur-Tonleitern mit kleiner Septime), und zwar über die Stufen IV (F), V (G) und I (C). Gespielt werden kann das Riff sowohl mit Wechselschlag, als auch ausschließlich mit Downstrokes. Ich persönlich habe mich hier für die Wechselschlag-Variante entschieden.

Übrigens: Wer mehr über Jean Jacques Burnel, seine Spielweise und seinen Sound erfahren möchte, dem sei auch der speziell ihm gewidmete Workshop ans Herz gelegt: Play-Alike JJ Burnel (The Stranglers) – Bass Workshop

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Pick Bass-Riff 5: JJ Burnel (Stranglers – “London Lady”) 100 bpm Pick Bass-Riff 5 JJ Burnel (Stranglers – “London Lady”) 162 bpm

Viel Spaß beim ausgiebigen Pick-Workout wünscht

Euer Oliver

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von Oliver Poschmann

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