Black-Nylon-Basssaiten im Vergleich

Black-Nylon-Saiten (auch “Tape Wound Strings” oder “Tapewound Strings”) für E-Bass besitzen einen magnetischen Stahlkern, der mit einem schwarzen Nylon-Flachdraht umwickelt wird. Die Saiten besitzen aufgrund des geschliffenen Drahtes ein sehr angenehmes und leichtes Spielgefühl sowie einen ausgewogenen Sound. Störende Fingergeräusche können aufgrund der flachen Umwicklung wirkungsvoll minimiert werden. Black-Nylon-Saiten eignen sich hervorragend für akustische und Fretless-Bässe, haben aber auch auf herkömmlichen Bundbässen viele Freunde gefunden.

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Inhalte

  1. Was sind Black-Nylon-Basssaiten?
  2. Wie unterscheiden sich Black Nylon Strings von herkömmlichen Basssaiten?
  3. Aufbau & Kriterien dieses Vergleichstests
  4. Der Testbass
  5. D’Addario Nylon Tapewound XL, ETB 92
  6. Höfner H1133BN (Shortscale!)
  7. La Bella, Black Nylon Tape Wound 750N
  8. Pyramid Electric Bass Guitar, Black Nylon Tape Wound, No. 648/1, long scale
  9. Rotosound, tru bass RS88LD
  10. Alle Klangbeispiele der Black Nylons im Direktvergleich
  11. Funky Fingerspiel (beide Tonabnehmer)
  12. Walking Jazz (Hals-Tonabnehmer)
  13. Slapping (beide Tonabnehmer)
  14. Chords (Bridge-Tonabnehmer)
  15. Fazit Vergleichstest Black-Nylon-Saiten


Dieser Test soll zeigen, ob die schwarzen Drähte eine ernsthafte Alternative zu den uns bekannten herkömmlichen Saitensorten Roundwounds und Flatwounds bieten – und wie sich die Produkte einzelner Hersteller unterscheiden. Ich bin sehr gespannt, was da klanglich auf mich zukommt!

Was sind Black Nylon-Basssaiten?

Obwohl schon Bassheroes der ersten Stunde (wie etwa Larry Graham bei Sly & The Family Stone) gerne Tapewound-Saiten auf ihren Instrumenten einsetzen, haben bis heute viele Bassisten von dieser Art Basssaiten noch nicht viel bis gar nichts gehört.
Black-Nylon-Saiten (auch “Tape Wound Strings” oder “Tapewound Strings“) für E-Bass besitzen einen magnetischen Stahlkern, der mit einem schwarzen Nylon-Flachdraht umwickelt wird. Ohne den magnetisierendes Material könnten die Tonabnehmer des Basses die Saitenschwingung gar nicht abnehmen, was ihn in der Herstellung unentbehrlich macht. 
Black-Nylon-Saiten besitzen aufgrund des geschliffenen Drahtes ein sehr angenehmes und leichtes Spielgefühl sowie einen ausgewogenen Sound. Störende Fingergeräusche können aufgrund der flachen Umwicklung wirkungsvoll minimiert werden, was die Strings geradezu ideal für akustische und Fretless-Bässe macht. Aber auch auf herkömmlichen Bundbässen haben sie viele Freunde gefunden.

War es lange Zeit mitunter gar nicht so einfach, an diese außergewöhnlichen Saiten heranzukommen, haben mittlerweile fast alle renommierten Saitenmarken einen oder auch mehrere Sätze dieser Strings im Programm. Ich habe mir für meinen Vergleichstest fünf Kandidaten herausgesucht.
Dabei muss erwähnt werden: Das Thema Saiten ist grundsätzlich sicher kein leichtes, weil sehr viele Faktoren (wie Bespielbarkeit und Sound) sehr vom persönlichen Geschmack und der individuellen Wahrnehmung des Spielers abhängen. Mit der Wahl seiner Basssaiten bestimmt der Bassist von Anfang an, in welche klangliche Richtung die Reise geht: Nickelsaiten klingen etwas wärmer und knurriger, Stahlsaiten dafür etwas knalliger, Flatwounds (also geschliffene Saiten) kommen weich und warm daher, und Black-Nylon-Saiten versprechen einen warmen, akustisch geprägten Ton bei gleichzeitig langem Sustain.
>>>Seid ihr süchtig nach Basssaiten? Kennt ihr schon unseren großen Vergleichstest von Flatwound Strings? Wenn nicht, dann schnell hier klicken!<<<

Ehe wir richtig einsteigen, zuvor noch eine kurze Anregung: Der YouTube-Bassworkshop-Papst Scott Devine von “Scott’s Bass Lessons” hat sich ebenfalls bereits zum Thema “Tapewound Strings” geäußert und dazu einige Videos veröffentlicht. Der erste Link ist ein interessanter Vergleichstest unterschiedlicher Saitentypen (Tapewound, Roundwound und Flatwound), in den es sich durchaus lohnt, mal rein zu schauen. Die ersten sieben Minuten können dabei für unseren Zweck getrost übersprungen werden.

Video: The ULTIMATE bass string Shootout… tapes vs rounds vs flats

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Wie unterscheiden sich Black Nylon Strings von herkömmlichen Basssaiten?

Allen Black Nylons gemein ist aufgrund des schwarzen Tapes – na klar – die schwarze Farbe! Abgesehen davon besitzen alle Black-Nylon-Saiten weitaus dickere Saitenstärken mit einer daraus resultierenden “andersartigen” Bespielbarkeit. Im Vergleich zu Roundwounds bringen die Black Nylons dafür aber einen weitaus geringeren Saitenzug auf den Hals – und damit auch eine geringere Saitenspannung, was sich beim Spielen deutlich bemerkbar macht: Sie lassen sich trotz der teilweise extremen Dicke überraschend leicht spielen! Manch einen wird es wundern, aber sogar Slapping ist ohne Probleme möglich und macht sogar richtig Spaß! Durch die geringere Saitenspannung fühlen sich die Saiten nämlich sogar vergleichsweise dünner an als entsprechende Roundwound-Saiten!
>>>Ihr wollt noch mehr Saitentests? Klickt hier für einen Vergleichstest von Basssaiten des US-Traditionsherstellers Ernie Ball (Roundwounds und Flatwounds)!<<<

Aufbau & Kriterien dieses Vergleichstests

Bei meinem Test gehe ich folgendermaßen vor: Zuerst spiele ich den Bass für mich “trocken”, also ohne Verstärkung, um ein Gefühl für die Saiten und ihr Schwingverhalten am Instrument zu bekommen. Danach geht es an den Amp, und dafür habe ich mir ein paar Kriterien überlegt, um die Saiten zu beurteilen.
Testkriterien, Bewertungsaufbau und Anmerkungen Black Nylon Strings:

  • Saitenstärke
  • Saitenzug
  • Haptik & allgemeine Bespielbarkeit
  • Sound
  • Preis
  • Verpackung
  • Besonderheit
  • Weblink
  • Bemerkung

Die Reihenfolge der Saitensets habe ich alphabetisch angelegt:

  • D’Addario
  • Höfner
  • La Bella
  • Pyramid
  • Rotosound

Und so habe ich die Klangbeispiele für die Black-Nylon-Saiten gegliedert:

  1. Funky Fingerspiel (beide Tonabnehmer)
  2. Walking Jazz (Hals-Tonabnehmer)
  3. Slapping (beide Tonabnehmer)
  4. Chords (Bridge-Tonabnehmer)

>>>”Äh, wie wechselt man eigentlich gleich nochmal richtig seine Basssaiten?” In diesem Workshop erfahrt ihr es!<<<

Der Testbass

Als Bass dient mir mein “gepimpter” 74er Fender Jazz Bass mit Delano-Tonabnehmern, Babicz-Brücke und Richter-Passivelektronik – also eine eher “moderne” Klangprägung. Ich gehe über eine Radial pro48 D.I.-Box direkt in ein Presonus Studio 192 Interface. Minimale Parallelkompression und etwas Hall gebe ich dem Ton hinzu, eine Frequenzbearbeitung mittels Equalizer findet selbstverständlich nicht statt. Auf Backings habe ich bewusst verzichtet, damit ihr die Klangnuancen besser wahrnehmen könnt – was in einigen Fällen tatsächlich nicht ganz einfach ist! Daher empfehle ich auch, die Klangsbeispiele mit einem guten Kopfhörer oder über gute Boxen abzuhören. Na, dann mal los!

Fotostrecke: 2 Bilder Der Testbass: 74er Fender Jazz Bass mit Delano-Tonabnehmern
Fotostrecke
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Profilbild von Shane McGill

Shane McGill sagt:

#1 - 28.06.2018 um 21:05 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Great piece - so helpful and informative, thank you!

Profilbild von B. Bass

B. Bass sagt:

#2 - 23.07.2018 um 15:02 Uhr

Empfehlungen Icon 0

... and the winner is: Galli G77 Black Nylon! ?Habe mich über den Test sehr gefreut, denn ich spiele schon sehr lange Black Nylon Saiten auf meinen Bässen und es war interessant zu lesen, welche meiner Erfahrungen und Eindrücke sich darin wiederfinden.
Ich habe eigentlich alle Black Nylon Saiten auf dem Markt durchprobiert, auf dem Akustikbass, sowie auf Semiakustik- und Solidbody-E-Bässen.
Ich spiele in verschiendensten Formationen: Akustik-Bands, im Duo, in einer Big-Band und in einer Jazz-Pop-Rock-Band.
Nach meiner Erfahrung braucht es schon ein wenig Zeit, um die Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Sets im Lifebetrieb / Bandmix zu erkennen.Meine persönliches Resümee zu 3 der hier vorgestellten Saiten:- die PYRAMID fand ich immer in der Haptik am besten, die insgesamt klanglich sehr nahe am Kontrabass ist; leider stört mich, dass die G-Saite im Ton deutlich "heller" klingt, als die übrigen, die Übergänge von D zu G sind daher klanglich nicht homogen; die E-Saite hat m. E. zu wenig Spannung im Vergleich zu den übrigen Saiten im Satz, das macht sich auch im Ton bemerkbar, dem etwas Kraft und Sustain fehlt; ich habe schon vor Jahren mit dem Inhaber von Pyramid darüber gesprochen, die klangliche Ausrichtung der G-Saite sei ein Wunsch vieler Kunden und die E-Saite soll künftig straffer modifiziert werden, ob das bereits geschehen ist, weiß ich nicht- die LA BELLA fand ich immer etwas zu höhenbetont, sie klingen für mich zu sehr nach "Kunststoff" und da mein Klangideal eher der Kontrabass ist (den ich auch spiele) haben mir die Saiten auf Dauer nie besonders gut gefallen, auf keinem meiner Bässe, obwohl sie abgesehen davon sonst im Ton und im Sustain sehr gut sind- die ROTOSOUND gefallen mir am wenigsten von den dreien, weil sie kaum Obertöne haben und für mich etwas lebslos wirken; erstaunlicherweise hat die dicke E-Saite am wenigsten Sustain von allen Black-Nylon-Sets, die ich kenne, die Dicke der Saiten bringt in keiner Weise einen Vorteil - für meinen Geschmack.Mein persönlicher Testsieger nach all den Jahren sind und bleiben die Galli G77.
Sie sind klanglich recht nahe an dem schönen Kontrabass-Ton der Pyramid, klingen nicht so nach Kunststoff wie die La Bella, haben in allen Lagen eine gleichmäßig gute Ansprache und viel Kraft und Sustain - auch in den tiefen Lagen. Man lann sie auch problemlos unverstärkt auf dem Akustikbass spielen, natürlich sind sie leiser, als Bronze-Saiten...
Mir ist bisher noch kein Minuspunkt bei den Galli aufgefallen. Ich kann sie guten Gewissens empfehlen.

Profilbild von Jenny

Jenny sagt:

#3 - 24.01.2020 um 21:44 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Nicht mal ein Jahr später kosten die D’Addarios leider nicht mehr
38,50 Euro,sondern happige 54 Euro!

Kommentare vorhanden
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