Vor einiger Zeit hatten wir bereits den neuen Harley Benton MV-4JB Plus BassTheWorld (das Modell mit dem „Plus“ im Namen!) im Test. Der gemeinsam mit Gregor Fris von BassTheWorld entwickelte Jazz Bass hinterließ einen sehr positiven Eindruck. Allerdings dürfte nicht alle Tieftönerinnen und Tieftöner bereit sein, rund 800,- Euro für einen Harley-Benton-Bass auf den Tisch zu legen – egal, wie gut dieser am Ende sein mag. Für diese Zielgruppe gibt es nun den Harley Benton MV-4JB BassTheWorld (das Modell ohne „Plus“). Bei gleichem Grundkonzept wurde hier an einigen Stellen gezielt abgespeckt, um den Preis attraktiver zu gestalten: Die handgewickelten Kloppmann-Pickups mussten Tesla-Tonabnehmer weichen, anstelle eines Palisandergriffbretts findet sich Lorbeer, und auch auf die Gotoh-Hardware muss man verzichten. Wie stark sich diese Unterschiede wohl in der Praxis bemerkbar machen?

- überzeugende klassische Jazz-Bass-Sounds
- hoher Spielkomfort
- solide Hardware
- praktische Features (fluoreszierende Side-Dots und Hals-Einstellrad)
- hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
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Welche Hölzer kommen beim Harley Benton MV-4JB BassTheWorld zum Einsatz?
Billiger als das zuvor getestete Plus-Modell sieht die günstigere Variante jedenfalls schon einmal nicht aus, obwohl sie weniger als die Hälfte kostet – und das ist doch eine gute erste Nachricht! Eigentlich sogar im Gegenteil: Mir persönlich gefällt der Jazz Bass in „Shell Pink“ sogar etwas besser. Zusammen mit dem Parchment-Pickguard, den weißen Pickup-Kappen sowie dem Hals mit Block-Inlays und Binding sieht das günstigere BassTheWorld-Modell wirklich sehr schick aus.
Für den typischen Jazz-Bass-Korpus unseres Testbasses kommt amerikanische Erle zum Einsatz, während der fünffach verschraubte Hals aus karamellisiertem Ahorn gefertigt wird. „Karamellisiert“ ist dabei lediglich der interne Begriff bei Harley Benton für thermisch behandeltes Holz – man könnte also genauso gut von geröstetem Ahorn sprechen.
Der Hals meines Harley-Benton-Testbasses besitzt eine leichte Flammung und sieht wirklich ausgesprochen hübsch aus. Tatsächlich scheinen die Maserungen bei den einzelnen Exemplaren ziemlich unterschiedlich auszufallen – mit etwas Glück erwischt man hier also einen Hals mit sehr ausgeprägter Flammung und einer ordentlichen Portion Boutique-Flair!
Beim Griffbrett kommt dasselbe Holz zum Einsatz wie beim regulären Harley Benton MV-4JB, auf welchem das BassTheWorld-Modell basiert: Lorbeer. Zur Erinnerung: Das teurere Plus-Modell wird mit einem klassischen Palisandergriffbrett ausgestattet. Den Skunk Stripe aus Roseacer auf der Halsrückseite besitzen dagegen alle MV-4-Modelle.
Welche weiteren Ausstattungsmerkmale finden sich beim Harley Benton MV-4JB BassTheWorld?
Ebenfalls identisch fällt die restliche Ausstattung aus, darunter gehören 20 Neusilberbünde, ein cremefarbenes Binding, schicke Pearloid-Block-Inlays sowie fluoreszierende Side-Dots an der Griffbrettkante, welche auf dunklen Bühnen für zusätzliche Orientierung sorgen.
Die Kopfplatte kommt im schicken Matching-Headstock-Look daher – sie ist also in derselben Farbe lackiert wie der Korpus. Hier finden wir vier offene Stimmmechaniken mit der Bezeichnung „JB-350“, die ihren Job leichtgängig und stimmstabil verrichten. Für den nötigen Auflagedruck der drei höheren Saiten am Headstock sorgt ein massiver Saitenniederhalter im Sandberg-Stil, und die Halskrümmung wird über ein modernes Einstellrad am Griffbrettende justiert – die Suche nach einem passenden Inbusschlüssel bleibt einem also erspart!
Welche Brücke findet beim Harley Benton MV-4JB BassTheWorld Verwendung?
Am Korpus werden die Saiten von einer klassischen Blechwinkel-Brücke gehalten. Das Modell hört auf den Namen „Sung Il WB401CR“ und ist mit Messingreitern ausgestattet, die sich für Intonation und Saitenlage justieren lassen.
Damit kommt im Wesentlichen dieselbe Hardware zum Einsatz wie beim regulären MV-4JB. Auf die Gotoh-Komponenten des teureren Plus-Modells muss man beim günstigeren BassTheWorld-Signature-Bass also verzichten. Nicht gespart wurde hingegen bei den Saiten: Wie der große Bruder wird auch dieses Modell ab Werk mit einem Satz D’Addario EXL165 in den Stärken .045 bis .105 ausgeliefert.
Welche Tonabnehmer besitzt der Harley Benton MV-4JB BassTheWorld?
Den größten Unterschied zum Plus-Modell finden wir hinsichtlich der Tonabnehmerbestückung. Die handgewickelten Kloppmann-Singlecoils gehören dort schließlich zu den Hauptgründen für den im Harley-Benton-Kosmos vergleichsweise ambitionierten Preis von knapp 800,- Euro.
Damit der MV-4JB BassTheWorld deutlich günstiger angeboten werden kann, setzt Harley Benton hier auf zwei Tesla VR-1B Alnico-5-Singlecoils. Die weißen Pickup-Kappen bleiben dem Instrument aber erhalten – klar, sie gehören ja auch zur charakteristischen BassTheWorld-Optik.
Die Elektronik fällt erwartungsgemäß passiv aus und besteht aus jeweils einem Lautstärkeregler pro Tonabnehmer sowie einer Tonblende. Natürlich sind auch hier die weißen Regler mit an Bord, auf die hochwertigen CTS-Potis des Plus-Modells muss man beim pinken BassTheWorld-Signature allerdings ebenfalls verzichten.
Gibt es Unterschiede bei der Verarbeitung zwischen beiden Harley Benton BassTheWorld-Modellen?
Hinsichtlich der Verarbeitungsqualität gibt es bei meinem Testbass absolut keinen Unterschied zum deutlich teureren Plus-Modell. Die Bundierung ist tadellos und auch bei den Punkten Lackierung, Holzbearbeitung sowie bei der allgemeinen Endkontrolle gibt es aus meiner Sicht keinerlei Anlass zur Kritik – hier ist wirklich alles tiptop! Ganz ehrlich: Würde man mir den Bass ohne Preisangabe in die Hand drücken, ich hätte ihn deutlich teurer eingeschätzt!











