Die besten Drummer der Welt: Ginger Baker – zwischen Genie und Wahnsinn

Ginger Baker, Schlagzeuger der wohl kurzlebigsten Supergroup aller Zeiten – Cream – ist mit Sicherheit eine der umstrittensten Figuren in der Drummerszene. Während er sich selbst stets als einen Jazzschlagzeuger bezeichnete und immer wieder auf seine Einflüsse Max Roach und Art Blakey hinwies, gilt er dennoch für die meisten als typischer Rockdrummer, bei dem man allerdings deutlich afrikanische Einflüsse aus seiner Zeit in Nigeria spürt. Für seine Drummerkollegen fand er – abgesehen von seinen Idolen – nur selten lobende Worte und seine explosive Mischung aus purer Leidenschaft, Unberechenbarkeit, Impulsivität und Aggressivität sorgte sowohl für magische als auch beängstigende Momente. Der 2019 verstorbene britische Drummer war ein typisches Beispiel dafür, wie dicht Genie und Wahnsinn beieinander liegen können. In dieser Folge werfen wir einen Blick auf seine 63-jährige Karriere.

Ginger Baker 1967
Credit: Anwar Hussein / Alamy Stock Photo

Jazz war der Grundstein für Gingers Karriere

Peter Edward Baker, der später wegen seiner rötlichen Haarfarbe den Spitznamen Ginger verpasst bekam, wurde am 16. August 1939 in London geboren und begann schon als Kind, auf allem, was er in die Finger bekam, zu trommeln. Als er einmal auf der Feier eines Klassenkameraden eingeladen war, bei der auch eine Band anwesend war, bekam Ginger erstmals die Gelegenheit, an einem echten Drumset zu sitzen und konnte die Anwesenden auf Anhieb überzeugen.

Im Alter von 17 Jahren liehen seine Eltern ihm Geld für sein erstes Drumkit, eine Kombination aus Bassdrum, Snare, einem Tom und einem Becken – genug, um mit Bob Wallis & The Storyville Jazz Band die ersten Band- und Studioerfahrungen zu sammeln. Zu dieser Zeit entwickelte Ginger eine Begeisterung für Jazzdrummer wie z.B. Art Blakey, Elvin Jones und Max Roach und vor allem den britischen Bigband-Drummer Phil Seamen, der als Vorbild und Mentor zu einer zentralen Figur in Bakers Karriere wurde. 

1962 nahm er in Alexis Korners Band „Blues Incorporated“ den Platz von Charlie Watts ein, der kurz darauf seine Karriere bei den Rolling Stones begann. Bei Korner traf er auch auf den späteren Cream-Bassisten Jack Bruce, mit dem er – trotz eines über Jahrzehnte andauernden schwierigen Verhältnisses – ab 1963 auch in einer weiteren Band, der Graham Bond Organization, zusammen spielte. Auf deren 1965er Album „There’s A Bond Between Us“ gibt Baker im Track „Camels And Elephants“ das womöglich erste auf Platte gepresste Rock-Drumsolo überhaupt zum Besten.

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Mit Cream wurde Ginger Baker zum Superstar 

1966 schließlich traf Baker auf Eric Clapton, zu der Zeit Gitarrist bei John Mayall & The Bluesbreakers. Baker und Clapton mochten sich und beschlossen, eine Band zu gründen. Clapton wollte unbedingt Jack Bruce dabei haben, worauf sich Baker zähneknirschend einließ. Damit war der Grundstein für die erste Rock-Supergroup der 1960er-Jahre gelegt.

Cream veröffentlichten in ihrer nur zweieinhalbjährigen Karriere vier Studioalben, die mit Songs wie „White Room“ und „Sunshine Of Your Love“ Hits enthielten, welche zu absoluten Rockklassikern wurden. Was Cream von anderen Bands aus der Zeit abhob, waren die ausgedehnten Improvisationen, die bis dahin im Rock eher unüblich waren. Ein Meilenstein war auch der Track „Toad“ vom Debütalbum „Fresh Cream“, der ähnlich wie „Camels And Elephants“ von Graham Bond konzipiert war und wieder ein Drumsolo enthielt, hier zu hören in einer Liveversion von 1968.

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Die anhaltenden Spannungen zwischen Jack Bruce und Ginger Baker, die durch Bakers Heroinkonsum noch verstärkt wurden, führten 1968 schließlich zur Auflösung der Band. Aber bereits einige Monate später gründeten Baker und Clapton zusammen mit dem Sänger und Multiinstrumentalisten Steve Winwood und dem Bassisten Ric Grech die Band Blind Faith, deren Karriere nur ein einziges Studioalbum umfasste, welches allerdings sowohl in England als auch in den USA auf Platz 1 der Charts landete.

Die Reise nach Afrika 

Gegen Ende der 1960er-Jahre begann Ginger Baker, inspiriert durch Phil Seamen, ein verstärktes Interesse an afrikanischer Musik und deren oftmals komplexen polyrhythmischen Grooves zu entwickeln. Dies führte zur Gründung seiner ersten eigenen Band Ginger Baker’s Air Force, welche Jazz, Rock und afrikanische Musik miteinander vereinte. Zur Urbesetzung gehörten auch die ehemaligen Blind Faith-Mitglieder Steve Winwood und Ric Grech sowie später auch Phil Seamen. Nach nur zwei Jahren löste sich die Band im Jahr 1971 auf. Hier ein TV-Konzert:

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In der Zwischenzeit war Ginger Baker nach Nigeria umgesiedelt, um dort ein Recordingstudio zu errichten und ein neues Leben zu beginnen. Die Reise, die ihn mit seinem Range Rover durch die Sahara führte, und seine musikalischen Begegnungen – unter anderem mit dem afrikanischen Superstar Fela Ransome Kuti – wurden für den Film „Ginger Baker in Africa“ dokumentiert. Das Studio wurde im Jahr 1973 eröffnet und brachte während der 1970er-Jahre zahlreiche Produktionen hervor. Allerdings zog Baker aufgrund diverser Streitigkeiten mit seinen afrikanischen Partnern und erheblicher finanzieller Verluste schon 1976 wieder zurück nach England.

Vom Einsiedlertum zurück in die Musikszene

Bei seiner Rückkehr nach London war Baker finanziell so angeschlagen, dass er wieder in den Drogensumpf geriet und zu dealen begann. Es folgten dunkle Jahre mit einer gescheiterten Ehe und Baker schwante, dass er sein Leben radikal umkrempeln musste, um nicht unter die Räder zu geraten. So beschloss er im Jahr 1982, mit seiner damaligen Freundin für einen Neustart nach Italien zu ziehen und begann dort, sich intensiv mit dem Anbau von Oliven zu beschäftigen. Es dauerte allerdings nicht lange, bis die Musik doch wieder Einzug in sein Leben nahm.

1985 machte ihn nämlich – nach einer weiteren desaströsen Ehe – der New Yorker Bassist und Produzent Bill Laswell ausfindig, der mit John Lydon (ex-Sex Pistols) an einem neuen Album von Lydons Band Public Image Ltd. (PIL) arbeitete. Laswell erinnert sich an das skurrile Szenario: 

He lived on top of this mountain and drove us up there drunk as hell in his old jeep. The farm was a disaster. There was no electricity and he had his tiny bed he would sleep in with his dogs. Its a miracle that he was still alive.“ 

Bill Laswell war schon immer ein Fan von Baker und konnte ihn tatsächlich davon überzeugen, an den Sessions in New York teilzunehmen, deren Resultat der erfolgreiche Longplayer „Album“ (1985) war. Auf dieser Platte ist übrigens auch eine zweite Drummerlegende vertreten: Tony Williams! Mit Laswell nahm Ginger Baker in den folgenden Jahren noch weitere Alben auf.

Die besten Drummer der Welt: Ginger Baker
Credit: Heritage Image Partnership Ltd / Alamy Stock Photo

In den 90er-Jahren gab es ein Wiedersehen mit den alten Kumpels…

Nachdem Baker – in diesem Fall unberechtigt – von benachbarten Farmern des Drogenhandels bezichtigt wurde, hatte ihn die italienische Mafia auf dem Schirm. Daraufhin verkaufte er seine Olivenfarm und setzte sich 1988 nach Los Angeles ab. Hier konnte er voll und ganz seiner Leidenschaft für das Polospiel nachgehen, die er während seiner Zeit in Afrika entwickelt hatte. Aber auch das Drumming stand wieder ganz oben auf der Tagesordnung. Sein Ausrüster Ludwig buchte ihm im Jahr 1989 sogar eine Clinic-Tour.

1992 folgte mit der US-Rockband Masters Of Reality das nächste musikalische Projekt. Bandleader war der Sänger und Gitarrist Chris Goss, der bereits für die Stoner-Rock-Band Kyuss als Produzent aktiv war. Baker lieferte auf dem Album „Sunrise On The Sufferbus“ ein paar grandiose Drumtracks, Hier gibt es einen Song, in dem er über die Zubereitung von Tee referiert:

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1993 wurden Cream in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen und spielten zu diesem Anlass drei Songs in der Originalbesetzung. Eine kleine Sensation, denn der letzte gemeinsame Auftritt lag 25 Jahre zurück. 1994 schließlich – Baker war inzwischen nach Colorado umgesiedelt – kehrte er mit einem Trio unter seinem Namen, zu dem der Bassist Charlie Haden und der Gitarrist Bill Frisell gehörten, zu seinen Wurzeln zurück. Hier konnte man ihn in einem reinen Jazzkontext erleben, wobei seine rockige Seite aber dennoch klar durchscheint. 

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… und im Jahr 2005 schließlich die Cream Reunion-Tour 

1999 zog Baker aufgrund von Problemen mit den Behörden ein weiteres Mal um. Dieses Mal landete er in Südafrika und zumindest für ein paar Jahre wurde es musikalisch etwas stiller um ihn… bis zum Jahr 2005, in welchem Cream zurückkehrten. Zwölf Jahre nach der Mini-Reunion gab die Band sieben Konzerte der Superlative in der Londoner Royal Albert Hall sowie im New Yorker Madison Square Garden, bei denen die gesamte Rockwelt anwesend war.

Der Impulsgeber war Eric Clapton, der diese Chance noch einmal nutzen wollte, bevor gesundheitliche Probleme seiner Bandkollegen den Plan endgültig zunichte gemacht hätten. Wie nicht anders zu erwarten, flammten die alten Probleme zwischen Baker und Jack Bruce erneut auf. Bakers Version hierzu lautete: 

„He shouted at me on stage, he turned his bass up so loud that he deafened me on the first gig… I was on my best behaviour and I did everything I could to make things go as smooth as possible, and I was really pleasant to Jack.“

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Hier folgt der Track „Sunshine Of Your Love“ aus der Royal Albert Hall 2005:

Beware Of Mr. Baker

2009 veröffentlichte Ginger Baker seine Autobiographie “Hellraiser“, im gleichen Jahr besuchte ihn der Journalist Jay Bulger, um ihn für einen Artikel im Rolling Stone zu interviewen, der im selben Jahr erschien. Damit war das Thema aber für Bulger noch nicht erledigt, denn aufgrund seiner Faszination für die zu Extremen neigende, temperamentvolle und schwer berechenbare Person Baker beschloss Bulger 2011, den ehemaligen Cream-Drummer ein weiteres Mal zu besuchen, um einen Film über ihn zu drehen. 

„Beware Of Mr. Baker“ erschien im Jahr 2012 und kam sowohl bei den Kritikern als auch beim Publikum sehr gut an. Der Film, für den Bulger drei Monate in Bakers Haus verbrachte, zeigt den Drummer in seiner südafrikanischen Heimat als knurrigen Zeitgenossen, der über die Höhen und Tiefen seines Lebens sinniert, viele seiner ehemaligen Mitmusiker verflucht und kein gutes Haar an den Drummerkollegen seiner Generation lässt.

Ginger Baker live
Credit: Gijsbert Hanekroot / Alamy Stock Photo

Über John Bonham sagt er, dass dieser zwar technisch versiert war, aber keinen Swing hatte („He couldn’t swing a f*** sack of shit“). Und auch von Keith Moon hielt er offenbar nicht viel. Umgekehrt äußern sich im Film aber zahlreiche Drummer, darunter Neil Peart, Chad Smith und Stewart Copeland durchweg positiv über Baker und betonen, wie groß sein Einfluss auf die Entwicklung des Rockdrumming war. Peart über Baker:

His playing was revolutionary – extrovert, primal and inventive. He set the bar for what rock drumming could be. […] Every rock drummer since has been influenced in some way by Ginger – even if they don’t know it“

Dass mit Baker – vorsichtig formuliert – nicht gut Kirschen essen ist, musste Jay Bulger am Ende der Dreharbeiten leibhaftig erfahren. Als er bei seiner Abreise ankündigte, dass er für die Fertigstellung des Films nun noch Interviews mit verschiedenen Leuten, die in Beziehung zu Baker standen, führen wolle, rastete dieser aus und schlug Bulger seinen Gehstock ins Gesicht. So verließ der Filmemacher die Ranch mit einer gebrochenen Nase…

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Ginger Bakers Stil: Rock & Jazz meets African Music

Bakers Wurzeln lagen ganz klar im Jazz, was man auch dann deutlich hörte, wenn er in einem Rock-Kontext spielte. Er benutzte häufig sein Sizzle Ride, trat die Hi-Hat auf den Zählzeiten 2 und 4 und spielte, wie auch Mitch Mitchell bei Jimi Hendrix oder John Bonham bei Led Zeppelin (obwohl Ginger da ja offenbar anderer Meinung war), immer mit einem leichten Swing-Feel.

Was ihn von seinen Kollegen abhob, war seine Vorliebe für Polyrhythmen, die ihren Ursprung in der afrikanischen Musik haben und die er über Phil Seamen kennenlernte. Baker, der sich als Autodidakten bezeichnete und angeblich selten bis nie übte, lehnte Musikkategorien ab und stritt ab, dass es sich bei Cream um eine Rockband handelte, denn schließlich seien ja 80 Prozent der Musik improvisiert gewesen.

Die Idee, zwei Bassdrums zu verwenden, war inspiriert von Sam Woodyard, dem Drummer des Duke Ellington Orchestra, den er 1966 live gesehen hatte. Angeblich war auch Keith Moon dort anwesend und bestellte sich anschließend – wie auch Ginger – bei seinem Ausrüster eine zweite Bassdrum.

Baker war von den großen Bands der 1960er-Jahre der erste, der ein ausgedehntes Drumsolo zum Bestandteil der Shows machte. Dabei tauchten als Motiv immer wieder triolische Tomfiguren über einem 4/4-Puls der Bassdrum auf, sodass stets eine Spannung zwischen einem binären und ternären Feeling entstand. Auf ein sauberes Tuning seiner Toms legte er immer großen Wert:

„I’ve heard so many drummers say you can’t tune drums. Well, what have I been doing for the last thirty-six years then? I used to get in trouble in bands. They’d start tuning up and I’d start banging my drums. They’d go, ‚Oh, we’re trying to tune up here, shut up.‘ And I’m thinking: That’s what I’m trying to do.“

Ginger liebte auch die alte Idee der „Drum Battles“, wie man sie z.B. von Gene Krupa und Buddy Rich kannte. Im folgenden Clip kann man sehen, wie sich Baker unter anderem mit Art Blakey duelliert:

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Ginger Bakers Equipment: Vom Eigenbau-Kit über Ludwig…

Sein erstes Drumkit bekam Ginger Baker im Alter von 17 Jahren von seinen Eltern geschenkt. Es bestand aus einer Bassdrum, einer Snare und einem Tom in jeweils unterschiedlichen Farben sowie einem Becken. Bereits kurz danach folgte ein etwas umfangreicheres weißes Kit von Vic O’Brien (London), welches er während seiner Zeit bei Terry Lightfoot ab 1957 benutzte. 1961 entdeckte Baker einen Shop, der Acrylglas (Perspex)-Platten verkaufte und kam auf die – damals ziemlich abstruse – Idee, Trommeln daraus zu bauen. Also kaufte er drei grüne Platten, formte sie, nachdem er sie in einem Gasofen erhitzt hatte, zu Trommelkesseln und installierte daran die Hardware seines weißen Kits. Dieses nach Bakers Aussage erste Acryl-Drumkit der Welt benutzte er bis 1966, als er bei Cream einstieg.

Ikonisch: das Ludwig Silver Sparkle

Das dann folgende ikonische Drumkit war ein Ludwig Silver Sparkle in der damals typischen Bauweise mit 3-ply Kesseln und Verstärkungsringen. Dazu gehörten zwei Bassdrums in 20“x12“ und 22“x12“ sowie Toms in 12“x8“, 13“x9“, 14“x14“ und 16“x14“. Die Snare, die er benutzte, war schon damals Vintage. Es handelte sich um eine 14“x6,5“ Leedy Broadway aus den 1940er-Jahren mit Mahagonikessel. 

Ginger Baker während der Cream Reunion-Tour.
Credit: PA Images / Alamy Stock Photo

1968 bekam Baker ein fast identisches Kit, allerdings dieses Mal mit Bassdrums in 20“x14“ und 22“x14“ sowie einer 14“x5“ Ludwig Super Sensitive Snare. Dieses Kit verwendete er bis Mitte der 1970er-Jahre. Abgelöst wurde es von einem Ludwig Vistalite Kit in derselben Konfiguration und einige Jahre später von einem weiteren Ludwig Kit in Natural Mahogany, welches über die damals neuartigen Modular-Halterungen verfügte.

Bei diesem Kit hatte Baker die Racktoms nicht zwischen den beiden Bassdrums, sondern auf der rechten montiert – ein Aufbau, den er bis zum Ende seiner Karriere fast ausnahmslos beibehalten hat. In den 1980er-Jahren war an seinem Kit auch oft eine 14“x5“ Ludwig Supra Phonic Alu, eine 14“x6,5“ Supra Phonic Bronze und zeitweise auch eine Bronze Piccolo zu sehen. Das Mahogany-Kit benutzte er bis Ende der 1990er-Jahre, bevor er dann zu DW wechselte. 

… bis hin zum DW Collector’s Series Kit

Die DW Collector’s Series Kits, die er fortan benutzte, orientierten sich bezüglich der Konfiguration weitgehend an seinen vorherigen Drumsets, allerdings waren die Toms allesamt eine Nummer kleiner. So bestand das grüne, mit goldfarbener Hardware bestückte Kit, das er auf der 2005er Cream Reunion-Tour benutzte, aus einer 20“x12“ und einer 22“x12“ Bassdrum, Toms in 10“x8“, 12“x9“, 13“x10“ und 14“x12“ sowie einer 13“x5,5“ DW Craviotto/Edge Snaredrum. Alle paar Jahre baute DW ihm ein neues Kit, wobei beim allerletzten, das er spielte, die Toms wieder mittig zwischen den Bassdrums installiert waren.

Bezüglich der Becken gab es für Baker niemals eine Alternative zu Zildjian. Er benutzte sowohl A- als auch K-Zildjians und verwendete die 14“ Hi-Hat und das 22er, mit Nieten bestückte Ride, welche er sich 1966 im Zildjian-Werk ausgesucht hatte, fast während seiner gesamten Karriere. Seine bevorzugte Stickgröße war 7A, wobei Zildjian ihm seinerzeit ein Signature-Modell widmete.

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Trotz seiner Krankheit ließ ihn die Bühne bis zum Schluss nicht los

Nach einigen ruhigeren Jahren zog es Ginger Baker 2013 und 2014 wieder auf die Bühne. Er tourte mit seinem Quartett „The Ginger Baker Jazz Confusion“ und nahm 2014 sein letztes Album „Why?“ auf. Ab etwa dieser Zeit verschlechterte sich Bakers aber von Jahr zu Jahr. Zu den bereits seit vielen Jahren bestehenden Lungenproblemen kamen Arthritis und später Probleme mit dem Herzen dazu, dennoch trat Baker immer wieder mal auf der Bühne in Erscheinung. Eine seiner letzten öffentlichen Performances stammt aus dem April 2019:

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Am 25.September 2019 schließlich gab Bakers Familie öffentlich bekannt, dass sich der Drummer in einem kritischen Zustand befand, und nur wenige Tage später, am 6. Oktober 2019 starb er im Alter von 80 Jahren in einem Krankenhaus im britischen Canterbury an den Folgen einer COPD-Erkrankung. Er hinterließ drei Kinder, darunter sein Sohn Kofi Baker, ebenfalls Drummer, und seine Frau Kudzai.

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