Dass Ikkimel mit ihrem Auftritt im ZDF-„Morgenmagazin“ für Gesprächsstoff sorgen würde, war fast vorhersehbar. Zwischen Schulklasse, Rentnerpublikum und morgendlich gesitteter Fernsehkulisse traf die Berliner Rapperin mit ihrem provokanten Fußballsong auf ein Publikum, das nicht so richtig wusste, ob es lachen, klatschen oder lieber irritiert schauen sollte.

Genau dieser Kulturschock entwickelte sich anschließend zum viralen Thema und schaffte es wenige Tage später sogar bis in die USA. Ausgelöst wurde der Hype unter anderem durch einen TikTok-Post der US-Rapperin Doechii. Vor allem in den sozialen Netzwerken warfen Zuschauer dem ZDF vor, mit ihren Rundfunkbeiträgen eine Künstlerin zu präsentieren, deren Texte zu explizit seien. Andere kritisierten den Auftritt als geschmacklos oder sahen darin ein schlechtes Vorbild für die anwesenden Kinder. Gleichzeitig feierten viele User genau diesen skurrilen TV-Moment und lobten die Selbstironie der Rapperin.
Popkulturelle Phänomene gehören ins Morgenmagazin
Auf die Kritik angesprochen, stellt sich das ZDF nun hinter die Entscheidung. Gegenüber der Bild erklärte der Sender: „Ikkimel wurde im Rahmen der aktuellen Fußballberichterstattung ins ZDF-Morgenmagazin eingeladen. Ihr Song greift das Thema Fußball aus einer popkulturellen Perspektive auf und hat insbesondere bei jungen Menschen große Aufmerksamkeit erhalten. Das ZDF-Morgenmagazin bildet solche gesellschaftlichen und popkulturellen Phänomene regelmäßig ab.“
Von einer Entschuldigung oder einem Eingeständnis ist also keine Rede. Stattdessen macht der Sender deutlich, dass der Auftritt genau in das redaktionelle Konzept gepasst habe.
Moderator Andreas Wunn hatte die Diskussion bereits während der Sendung augenzwinkernd vorweggenommen. Vor Ikkimels zweitem Auftritt sagte er: „Liebe Fußballmänner, nicht beleidigt sein! Das ist Provokation und Kunst und trifft gerade so richtig einen Nerv bei der Generation Z.“
Ob man Ikkimels Musik mag oder nicht: Ihr Auftritt hat wohl sein Ziel erreicht. Kaum eine Performance der vergangenen Wochen hat die Musikwelt und das Fernsehen so stark polarisiert und genau diese Aufmerksamkeit scheint das ZDF bestimmt nicht zu bereuen.























