Test: T-Rex Fuzztopia – Wie vielseitig ist das dänische Fuzz-Distortion-Pedal?

Mit dem T-Rex Fuzztopia präsentiert der dänische Hersteller ein Pedal aus eigener Fertigung, das einen klassischen Retro-Fuzz mit einer Distortion-Sektion kombiniert. Beide Schaltkreise lassen sich separat regeln und zusätzlich steht jeweils ein Blend-Regler bereit, mit dem sich das Originalsignal beimischen lässt. Über zwei Fußschalter können Fuzz und Distortion unabhängig voneinander aktiviert oder gemeinsam genutzt werden. Wenn das nicht nach einem spannenden Tool für Indie-, Alternative-, Stoner- und Shoegaze-Fans klingt!

T-Rex Fuzztopia bonedo Test
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • interessantes Fuzz-Distortion-Dual-Konzept
  • vielfältige Zerrsounds aus beiden Welten
  • separate Blend-Regler für beide Sektionen
  • tadellose Verarbeitung
  • faires Preis-Leistungs-Verhältnis
Contra
  • Blend-Regler vor cleanen Amps weniger überzeugend

T-Rex Fuzztopia – Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist das T-Rex Fuzztopia? Das Fuzztopia ist ein duales Fuzz/Distortion-Pedal mit getrennter Klangregelung und separaten Schaltoptionen.
  • Die wichtigsten Features des T-Rex Fuzztopia Das T-Rex Fuzztopia bietet Regler für Fuzz und Distortion sowie für jede der beiden Zerrsektionen eigene Tone-, Blend- und Volume-Potis. 
  • Kann man Fuzz und Distortion separat nutzen? Beide Schaltkreise lassen sich über Fußschalter separat aktivieren und bei Bedarf auch gemeinsam verwenden.
  • Für wen eignet sich das T-Rex Fuzztopia? Das Pedal eignet sich vor allem für Classic-Rock, Punk, Alternative, Indie, Stoner, Shoegaze, Psychedelic und experimentellere Fuzz-Sounds.
  • Was sagt der Test? Das T-Rex Fuzztopia überzeugt als vielseitiges Dual-Pedal mit klassischem Fuzz, warmer Distortion und spannenden Kombinationsmöglichkeiten. Wer ein straffes Metal-Brett oder ein klassisches Low-Gain-Pedal sucht, ist hier weniger gut aufgehoben. Wer jedoch auf Classic Rock, Indie, Alternative, Stoner und Shoegaze steht, bekommt ein hervorragend verarbeitetes, eigenständiges Zerr-Aggregat mit fairem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wie wird das T-Rex Fuzztopia bedient?

Das T-Rex Fuzztopia präsentiert sich in einem sehr robusten, ocker-goldfarbenen Gehäuse mit den Maßen 113 × 116 × 59 mm (B × T × H). Die Bedienelemente sind in der vorderen Pedalhälfte zweireihig und versenkt angeordnet. Neben separaten Reglern für Fuzz und Distortion zum Einstellen des jeweiligen Zerrgrades bietet jede der beiden Sektionen eigene Tone-, Blend- und Volume-Potis. Dahinter befinden sich zwei Fußschalter, mit denen sich die beiden Kanäle separat aktivieren lassen. Ein stirnseitig angebrachter Schalter bestimmt, ob beide Module unabhängig voneinander oder gemeinsam geschaltet werden. 

Ebenfalls an der Stirnseite sitzen die Anschlussoptionen, bestehend aus einem 6,3-mm-Klinkeneingang und einem 6,3-mm-Klinkenausgang. Dazu die Buchse für das optionale Netzteil, das 9 V und mindestens 60 mA bereitstellen sollte. Alternativ ist auch Batteriebetrieb möglich, das entsprechende Fach erreicht man über die Unterseite. 

Fotostrecke: 4 Bilder Das Fuzztopia präsentiert sich als duales Fuzz/Distortion-Pedal mit getrennter Klangregelung und separaten Schaltoptionen.

So wird das T-Rex Fuzztopia getestet 

Für die Soundfiles spiele ich das T-Rex Fuzztopia zunächst in einen cleanen 1973er Fender Bassman sowie über einen leicht angezerrten Marshall Plexi. Beide Amps laufen über die Impulse-Response eines 4×12″-Celestion-Greenback-Cabinets. Die verwendeten Gitarren werden jeweils angegeben.

So klingt der Fuzz-Schaltkreis des T-Rex Fuzztopia

Zunächst möchte ich den Fuzz-Schaltkreis alleine betrachten. In einem mittleren Setting erhält man einen Sound der alten Schule. Das Ganze geht weniger in Richtung Big Muff, sondern erinnert eher an ein schmutziges Fuzz Face. Im Unterschied zu diesem zeigt es sich jedoch weniger wollig und auch deutlich höhenreicher und rauer. Der Fuzz-Regler lässt unterschiedliche Intensitäten zu und insbesondere der Tonregler erweist sich durch seine musikalische Filterschaltung als sehr effektiv. Hier muss man auch vor extremen Werten nicht zurückschrecken. 

Der Volume-Regler liefert bei einem Blend-Wert von 100 % Fuzz ungefähr bei 13 Uhr Unity Gain. Es sind also ausreichend Output-Reserven vorhanden, um die Vorstufe anzublasen. Mit Blend-Reglern habe ich bei Distortion- und Fuzz-Pedalen immer meine Probleme, wenn ich in einen cleanen Amp spiele, da sich diese Sounds deutlich schwerer mischen als z. B. bei einem Overdrive-Pedal. Umso überzeugender funktioniert das Ganze mit dem Fuzztopia jedoch vor meinem bereits zerrenden Plexi. Hier entsteht ein toller Mix und auch sehr eigene Zerrtexturen.

Audio Samples
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Fuzz – Mid-Setting – Stratocaster Fuzz – High-Gain – Stratocaster Fuzz – Tone-Regler – Les Paul Fuzz – Marshall Plexi – Blend-Regler – Stratocaster

So klingt der Distortion-Schaltkreis des T-Rex Fuzztopia

Wirft man die Distortion-Sektion an, zeigt sich eine sehr musikalische Zerrtextur. Im Vergleich zu etablierten Distortion-Pedalen wie dem Boss DS-1 oder dem Maxon SD-9 fällt die T-Rex-Auslegung deutlich mittiger, wärmer und auch weniger harsch aus als bei den Klassikern. Für Metal ist der Schaltkreis aufgrund seiner körnigen britischen Textur nicht unbedingt ausgelegt, aber alles von Mid- bis Indie-High-Gain wird hier tadellos umgesetzt. Selbst niedrige Gain-Werte kommen überzeugend und punkten mit einer überraschend guten Dynamik. Dezente Overdrive-Sounds sollte man dennoch nicht erwarten. Erneut überzeugt mich der Blend-Regler am meisten in Kombination mit einem bereits zerrenden Amp.

Audio Samples
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Distortion – Mid-Setting – Les Paul Distortion – Low Gain – Stratocaster Distortion – High Gain – Les Paul Distortion – Marshall Plexi – Blend-Regler – Stratocaster

So klingen beide Schaltkreise im Verbund

Nutzt man beide Zerr-Schaltkreise zusammen, erhält man sehr eigene Zerrsounds, die sich dank der effektiven Potis vielschichtig gestalten lassen. Beim Fuzz kann sich je nach Setting sogar eine untere Oktave einschleichen, wodurch klassische Octave-Fuzz-Anleihen entstehen. Der Nachteil sind allerdings die Nebengeräusche, die in dieser Kombination deutlich zunehmen. Bei Gain-Settings jenseits der 11-Uhr-Marke empfiehlt es sich aus meiner Sicht, ein zusätzliches Noise-Gate zurate zu ziehen. Außerdem sollte man darauf achten, dass der Sound im Low-End aufgrund der massiven Gain-Reserven nicht zu undefiniert wird. Hier ist Fingerspitzengefühl angesagt, insbesondere, wenn man einen eher klassischen Sound für Powerchord-Playing sucht.

Audio Samples
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Fuzz + Distortion – Rhythm – Stratocaster Fuzz + Distortion – Lead – Stratocaster

Fazit

Das T-Rex Fuzztopia präsentiert sich als extrem gelungenes Dual-Pedal, das Fuzz und Distortion sinnvoll miteinander verbindet. Die Fuzz-Sektion liefert dreckige, höhenreiche Vintage-Sounds, während die Distortion-Seite mit einer warmen, mittigen und musikalischen Zerrtextur punktet. Die getrennten Blend-Regler sind ein tolles Plus und überzeugen mich vor allem vor bereits angezerrten Amps. Auch in der Kombination beider Schaltkreise kommt das Pedal ungemein vielseitig und schafft es, eigenständige Zerrmixturen zu generieren. Damit eignet sich das Fuzztopia besonders für Player, die charakterstarke Sounds für Classic Rock, Indie, Alternative, Stoner, Psychedelic oder experimentellere Klangfarben suchen. Wer hingegen ein klassisches Low-Gain-Pedal oder ein straffes Metal-Brett erwartet, ist hier weniger gut aufgehoben. Auch sollte man bei höheren Gain-Settings, insbesondere im Dual-Betrieb, die Nebengeräusche und die Transparenz im Auge behalten. Insgesamt liefert T-Rex ein sehr interessant konzipiertes Pedal mit astreiner Verarbeitung und mehr als nur fairem Preis-Leistungs-Verhältnis.

  • Hersteller: T-Rex
  • Name: Fuzztopia
  • Typ: Fuzz/Distortion-Pedal
  • Herstellungsland: Dänemark
  • Regler: Fuzz, Distortion, 2 × Tone, Blend und Volume
  • Schalter: Fuzz, Distortion (Fußschalter), individual/Both-Switch
  • Anschlüsse: Input, Output (je 6,3 mm Klinke), Netzteileingang (9 V)
  • Stromaufnahme: 60 mA
  • Batteriebetrieb: ja
  • Abmessungen: 113 × 116 × 59 mm (B × T × H)
  • Gewicht: 449 g
  • Ladenpreis: 149,00 Euro (Stand: August 2026)

Herstellerseite: https://www.t-rex-effects.com/

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