Der Name „Sadowsky“ steht seit den 80er-Jahren für handgefertigte E-Bässe auf höchstem Niveau. Firmengründer Roger Sadowsky hat sich aber stets auch Gedanken gemacht, wie uns Bassleuten das Leben noch weiter erleichtern kann – man erinnere sich nur an den legendären Sadowsky-Preamp! So entstand irgendwann die Idee, eben auch hochwertige Saiten unter dem Namen „Sadowsky“ produzieren zu lassen. Gab es zu Beginn lediglich eine Sorte, haben wir mittlerweile die Auswahl zwischen drei Serien mit insgesamt fünf verschiedenen Varianten an Basssaiten. Diese haben wir für den heutigen Artikel unter die Lupe genommen und miteinander verglichen.

- Welche Sorten von Sadowsky-Basssaiten gibt es?
- Was ist eine Taper Wound B-Saite?
- ▶ Sadowsky Blue Label Bright Nickel
- ▶ Sadowsky Blue Label Stainless Steel
- ▶ Sadowsky Black Label Bright Nickel
- ▶ Sadowsky Black Label Stainless Steel
- ▶ Sadowsky Silver Label Stainless Steel
- Sadowsky-Basssaiten – Direktvergleich im Video
- Sadowsky-Basssaiten – Fazit
Welche Sorten von Sadowsky-Basssaiten gibt es?
Zunächst einmal gibt es drei verschiedene Serien: Blue Label, Black Label und Silver Label. Das klingt fast etwas nach einer berühmten Whisky-Marke, wir haben es aber nach wie vor mit Basssaiten zu tun. Blue Label und Black Label gibt es jeweils in einer mit Nickel-Legierung sowie in einer „Stainless Steel“-Ausführung. Darüber hinaus sind von den Blue Labels auch Flatwounds erhältlich. Die Silver Labels gibt es ausschließlich in Stainless Steel.
Sadowsky lässt sich nicht genau in die Karten schauen, wenn es um die konstruktionsbedingten Unterschiede zwischen Sadowsky Blue Label und Sadowsky Black Label geht. Ich vermute, dass die Blues einen runden (Round Core) und die Black einen sechseckigen (Hex Core) besitzen und es sich um verschiedene Legierungen handelt.
Die Silver Label Saiten laufen etwas außer Konkurrenz, denn sie haben relativ wenig gemeinsam mit Blue und Black Label – kosten dafür aber auch nur einen Bruchteil der anderen Sets.
Was ist eine Taper Wound B-Saite?
Sämtliche Sadowsky 5-Saiter-Sätze kommen mit einer Taper Wound B-Saite. Bei dieser verjüngt sich die Wicklung ein paar Zentimeter vor dem Ball End, welches in die Brücke eingehängt wird. Die Saite liegt folglich mit weniger Masse auf dem Kontaktpunkt der Brücke auf. Dadurch kommt es zu weniger Eigendämpfung, d. h. die Saite bremst ihre Schwingung nicht selbst mit ihrer großen Auflagefläche wieder aus. Das Resultat ist ein besseres Schwingungsverhalten und ein definiertes Low End mit viel Sustain.
▶ Sadowsky Blue Label Bright Nickel
- Saitenspannung: Eher gering, weich
- Haptik: relativ glatte Oberfläche, wenig Rutschgeräusche bei Lagenwechseln
- Sound: Ausgewogen mit charakterstarken Mitten
- Made in USA
▶ Sadowsky Blue Label Stainless Steel
- Saitenspannung: Eher gering, weich
- Haptik: etwas rauer als Nickel und als die Black Label Stainless Steel, etwas mehr Rutschgeräusche bei Lagenwechseln
- Sound: Ausgewogen, etwas mehr Bässen und Höhen als die Nickel-Variante
- Made in USA
▶ Sadowsky Black Label Bright Nickel
- Saitenspannung: Etwas straffer als Blue Label
- Haptik: relativ glatte Oberfläche, wenig Rutschgeräusche bei Lagenwechseln
- Sound: Minimal weniger Mitten und etwas mehr Bass- und Höhenanteil als Blue Label Nickel
- Made in USA
▶ Sadowsky Black Label Stainless Steel
- Saitenspannung: Etwas straffer als Blue Label
- Haptik: vergleichsweise raue Oberfläche, mehr Rutschgeräusche bei Lagenwechseln
- Sound: Etwas weniger Mitten und etwas mehr Bass und Höhen als Blue Label Steel
- Made in USA
▶ Sadowsky Silver Label Stainless Steel
- Saitenspannung: relativ weich
- Haptik: leicht rauer als Nickel aber glatter als z. B. Black Label Stainless
- Sound: klingen im Direktvergleich etwas bedeckter und weniger definiert, einige Töne wirken leiser und matter, hatten Schwierigkeiten, bei schnelleren Slap- oder Pick-Einlagen hinterher zu kommen.
- Made in China
Sadowsky-Basssaiten – Direktvergleich im Video
Hier könnt ihr sämtliche Sadowsky Bass Strings im direkten Vergleich im Video hören:
Sadowsky-Basssaiten – Fazit
Sadowsky Blue Label und Black Label Saiten spielen auf sehr hohem Niveau und erfüllen professionelle Ansprüche. Alle vier Versionen der beiden Linien kann ich uneingeschränkt für sämtliche Genres und Spieltechniken empfehlen. Unterschiede in Saitenspannung und Sound sind vorhanden, bleiben aber in einem niedrigen Prozent-Bereich. Das ist auch gut so, denn sämtliche Saiten liefern genügend Bässe, Mitten und Höhen in allen denkbaren Situationen.
Bei Bedarf hat man dann mit der Wahl der richtigen Saite die Möglichkeit, sein Instrument in die gewünschte Richtung fein zu tunen und an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Im Laufe der Jahre habe ich bereits lange vor diesem Test auch immer wieder mal privat Sadowsky Blue Label und Black Label Strings gekauft und kann ihnen daher eine lange Haltbarkeit bestätigen. Freilich ist dies ist jedoch abhängig von individuellen Faktoren, wie Nutzungsdauer, Handschweiß, Anschlag, Technik, etc.
Bei den Sadowsky Silver Label Strings muss man klanglich natürlich in allen Bereichen Abstriche machen. Zudem fehlt ihnen die Ausgewogenheit, einige Töne inklusive der leeren E-Saite waren doch merklich leiser beziehungsweise matter als andere. Für schnelles Slapping oder Plektrum-Spiel waren sie mir persönlich mitunter etwas zu träge, aber ich möchte noch einmal betonen, dass wir hier über einen Grenzbereich reden, der im Bandalltag kaum eine Rolle spielt. Für rund ein Drittel des Preises von Blue und Black Label sind die Silver Label definitiv solide – vor allem zu Beginn ihrer Lebensdauer. Und dank Taper Wound verfügen sie über eine erstaunliche gute B-Saite für ihren Preis!
Viel Spaß beim eigenen Ausprobieren der Sadowsky-Saiten, wünscht euer Thomas Meinlschmidt


