Wie alle akustischen Instrumente ist auch die Akustikgitarre in ihrer natürlichen Lautstärke begrenzt. Wer sich mit seiner Westerngitarre, Konzertgitarre oder Ukulele auch auf der Bühne oder neben einem Schlagzeug Gehör verschaffen möchte, braucht früher oder später einen Tonabnehmer. Mikrofone gelten zwar immer noch als das Nonplusultra für die authentische Wiedergabe und die Aufzeichnung von akustischen Gitarren. In der Praxis stößt man mit ihnen allerdings schnell an Grenzen. Wir erklären euch die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Tonabnehmersysteme für die Akustikgitarre und wie ihr sie nachrüsten könnt.

- Die besten Systeme zur Verstärkung von Akustikgitarren
- Kaufempfehlungen: Piezo Tonabnehmer
- Kaufempfehlungen: Magnetische Tonabnehmer
- Kaufempfehlungen: Transducer
- Kaufempfehlungen: Mikrofone für Akustikgitarren
- Kann ich einen Tonabnehmer selbst einbauen?
- Brauche ich einen externen Preamp für mein Tonabnehmersystem?
- EQ, Notch-Filter, Phasenschalter, DI-Out – welche Features braucht mein Preamp?
Die besten Systeme zur Verstärkung von Akustikgitarren
Piezo-Tonabnehmer
Piezo-Tonabnehmer sind in vielen Westerngitarren, Konzertgitarren und Ukulelen schon ab Werk eingebaut und funktionieren gleichermaßen mit Stahl- und Nylonsaiten. Die Signalabnahme übernimmt dabei ein schmaler Keramikstreifen unter der Stegeinlage. Dieser piezoelektrische Sensor wandelt Druckunterschiede und Schwingungen im Holz in elektrische Spannung um. Für die finale Verstärkung benötigen diese Systeme einen Preamp (Vorverstärker), der in der Regel in die obere Zarge eingelassen oder im Schallloch montiert ist. Die Anschlussbuchse für das Instrumentenkabel verbirgt sich meist im hinteren Gurtpin.
Die Preamp-Module von Piezo-Pickups werden mit einer Batterie betrieben und haben häufig ein Stimmgerät und eine Klangregelung mit an Bord. Der Piezo-Tonabnehmer ist bekannt für seinen klaren und präsenten Klang, kann aber insbesondere mit Nylonsaitengitarren auch etwas hart klingen. Außerdem überträgt er viele Korpusgeräusche, was zwar Rückkopplungen begünstigt, aber auch das rhythmische Spiel bereichern kann.
Magnetische Tonabnehmer
Magnetische Tonabnehmer funktionieren im Prinzip wie der Pickup einer E-Gitarre und eignen sich ausschließlich für Stahlsaitengitarren. Meist sind sie als sogenannter Soundhole-Pickup konzipiert und werden mit einem Klemmsystem unter den Saiten im Schallloch angebracht. Je nach Modell wird das Anschlusskabel aus dem Schallloch heraus oder durch das Korpusinnere geführt.
Magnetische Pickups gibt es sowohl als aktive wie auch als passive Systeme. Passive Soundhole-Pickups benötigen keine Stromversorgung, sollten für eine optimale Klangausbeute aber mit einem Akustikverstärker oder einem externen Preamp verstärkt werden. Magnettonabnehmer sind bekannt für ihren warmen, mittenbetonten Sound. Außerdem übertragen sie weniger Korpusgeräusche als ein Piezo und sind damit weniger anfällig für Rückkopplungen.
Transducer
Transducer (auch Kontakttonabnehmer) funktionieren nach dem gleichen piezoelektrischen Prinzip wie Piezo-Systeme, werden jedoch nicht fest in die Stegeinlage integriert. Stattdessen wird der flache Kontakttonabnehmer je nach Bauart außerhalb oder innerhalb des Korpus, beispielsweise auf der Decke in Stegnähe, befestigt und über ein Kabel mit der Anschlussbuchse verbunden. Viele Transducer-Systeme sind vergleichsweise einfach aufgebaut und lassen sich mit geringem Montageaufwand nachrüsten. Der eigentliche Wandler wird dabei meist ohne bleibende Veränderungen am Instrument befestigt, während die Anschlussbuchse häufig als Endpin-Buchse am Gurtpin montiert wird. Transducer eignen sich perfekt für die ersten Gehversuche mit einem Tonabnehmer, liefern ein ausgewogenes Klangbild und funktionieren im Prinzip mit jedem akustischen Instrument. Bei Transducern handelt es sich in den meisten Fällen um passive Systeme, deren Signal mit einem externen Preamp oder einem Akustik-Amp verstärkt werden sollte.
Mikrofone für Akustikgitarren
Mikrofone gelten als Goldstandard für eine möglichst natürliche und authentische Abbildung des Sounds einer Akustikgitarre. In Tonstudios werden hierfür vor allem Kondensatormikrofone eingesetzt, oftmals in einer Stereoanordnung. Mikrofone können den Attack und die perkussiven Höhen einer Akustikgitarre am besten übertragen und nehmen eine ausgewogene Mischung aus Saiten- und Korpusgeräuschen auf.
Für den Live-Betrieb liegen die Nachteile aber auf der Hand: Mikrofone reagieren sehr empfindlich auf andere Schallquellen (z. B. Schlagzeuge) und schränken die Bewegungsfreiheit auf der Bühne drastisch ein. Einen Kompromiss bilden hier spezielle Mikrofone, die von außen an der Gitarre befestigt und vor dem Schallloch positioniert werden. Einige Hersteller arbeiten auch mit fest installierten Mikrofonen im Gitarrenkorpus, die oftmals mit einem Piezo-System kombiniert werden.
Kaufempfehlungen: Piezo Tonabnehmer
Pro:
- guter Allrounder für die Bühne
- für Stahl- und Nylonsaiten geeignet
- integrierter Preamp (EQ, Tuner etc.)
Contra:
- Bohrungen in der Zarge nötig
- anfälliger für Korpusgeräusche und Feedbacks
Kaufempfehlungen: Magnetische Tonabnehmer
Pro:
- unkomplizierte Installation (Soundhole-Pickup)
- warmer, mittenbetonter Klang
- weniger anfällig für Feedbacks
Contra:
- von außen im Schallloch sichtbar
- nicht für Nylonsaiten geeignet
Kaufempfehlungen: Transducer
Pro:
- recht unkomplizierte Installation
- ausgewogener Klang
- relativ günstig
Contra:
- ggf. von außen sichtbar
Kaufempfehlungen: Mikrofone für Akustikgitarren
Pro:
- authentische und natürliche Klangabbildung
- ideal fürs Recording
Contra:
- kaum Bewegungsfreiheit
- Anfällig für Feedbacks und Übersprechen
Kann ich einen Tonabnehmer selbst einbauen?
Die meisten Transducer lassen sich problemlos selbst installieren und bei Bedarf rückstandslos wieder entfernen. Der eigentliche Wandler wird – je nach Bauart – außerhalb oder innerhalb des Korpus, beispielsweise an der Decke, befestigt. Das Anschlusskabel wird in der Regel durch das Korpusinnere geführt und endet an einer Buchse, die häufig gleichzeitig als Gurtpin dient.
Etwas anders gestaltet sich die Montage magnetischer Tonabnehmer. Zwar wird der Pickup selbst meist mit einem Klemmsystem im Schallloch befestigt, die Elektrik verläuft jedoch ebenfalls durch das Korpusinnere. Die Anschlussbuchse sitzt in der Regel als Endpin-Buchse am Gurtpin und erfordert gegebenenfalls eine entsprechend große Bohrung.
Noch aufwendiger gestaltet sich die Nachrüstung eines Piezo-Systems. Neben der Buchsenbohrung muss hier ein Keramikstreifen in der Stegeinlage verbaut werden. Außerdem benötigen einige Preamp-Module eine relativ große Aussparung in der oberen Zarge, während andere Systeme dezent über das Schallloch zu erreichen sind. Kurz gesagt erfordert die Nachrüstung der meisten professionellen Tonabnehmersysteme einen mehr oder weniger drastischen Eingriff in die Bausubstanz der Gitarre. Solche Arbeiten sollten im Zweifel immer von einer Gitarrenwerkstatt übernommen werden.
Brauche ich einen externen Preamp für mein Tonabnehmersystem?
Die meisten Piezo-Tonabnehmer übertragen von sich aus nur ein sehr schwaches und vergleichsweise unnatürliches Signal. Für eine optimale Klangausbeute und Verstärkung benötigen sie das Zusammenspiel mit einem Preamp (Vorverstärker). Daher sind fast alle Piezo-Systeme bereits von Haus aus mit einem batteriebetriebenen Preamp-Modul ausgestattet.
Transducer und magnetische Tonabnehmer sind oft als passive Systeme konzipiert. Man merkt es daran, dass sie keinen Strom (Batterie) benötigen. In solchen Fällen kann ein externer Preamp den Sound nachhaltig aufwerten und mit seiner Klangregelung für mehr Flexibilität sorgen; insbesondere beim direkten Betrieb an einer PA. Wer einen Akustikverstärker besitzt, hat den Preamp hier im Prinzip schon eingebaut, inklusive Klangregelung und Effekten. Verboten ist die Kombination aus externem Preamp und Akustik-Amp aber selbstverständlich nicht.

Unser „Kaufberater Akustikverstärker“ zeigt, worauf du beim Kauf achten solltest, welche Features wichtig sind und wie du den besten Amp für deine Musik findest.
EQ, Notch-Filter, Phasenschalter, DI-Out – welche Features braucht mein Preamp?
Egal, ob fest installiert, extern oder als Teil eines Akustik-Amps: Preamps für die Akustikgitarre bieten unterschiedliche Funktionen und Ausstattungsmerkmale, deren Sinn und Zweck stark vom Einsatzgebiet abhängt.
EQs gehören zur Standardausstattung jedes Preamps und helfen dir dabei, den Sound deines Pickup-Systems an unterschiedliche Szenarien anzupassen. Dabei gilt: Je mehr Bänder (z. B. Bässe, Mitten, Höhen), desto flexibler.
DI-Outputs geben ein symmetrisches Signal deines Tonabnehmer-Sounds aus und können direkt mit einem Mischpult, einem Recording-Interface oder einer PA per XLR-Kabel verbunden werden. Man kann sie sich vorstellen wie eine eingebaute DI-Box.
Der Phasenschalter (Phase-Switch) kommt in vielen Akustik-Preamps zur Klanganpassung und zur Feedback-Unterdrückung zum Einsatz. Da bei einer verstärkten Akustikgitarre zwei phasengleiche Signale aufeinandertreffen (das akustische und das verstärkte) können sich bestimmte Frequenzen bei ungünstiger Phasenlage gegenseitig auslöschen oder aufschaukeln. Der Phasenumkehrschalter sorgt hier für Abhilfe.
Notch-Filter dienen primär zur Feedback-Unterdrückung und sind in der Lage, eine spezifische Frequenz schmalbandig abzuschwächen, ohne dabei den Gesamtsound zu stark zu beeinflussen. Die meisten Notch-Filter bestehen aus einem einzigen Poti, mit dem die problematische Frequenz gesucht und unterdrückt werden kann.

Uwe Lohschelder sagt:
#1 - 18.03.2022 um 14:25 Uhr
Hallo liebe Bonedos! Ich finde das das war ein sehr irreführender, unzureichender Bericht zum Thema PickUps für Akustik-Gitarre. Wo bleiben Fishman, Schertler, L:R:Baggs? Pickup mit Humbucker? Mit Humbucker und Mikro? Für mich z.B. gibt es nur ein Akustik-TA-System - Fishman Rare Earth Mic Blend - Alleine der Humbucker klingt erheblich besser wie jeder Piezo. Dazu noch etwas Mikroanteil und der Klang ist fats Perfekt. Wenn ich eine bestimmte Gitarre darstellen will nutze ich ein Weissklang V17 am 12 Bund in 30cm und Parrallel im Raum ein AKG C3000. Für normales Picking und Strumming nutze ich an meiner Furch Vintage 3 ein ganz normales Gesangsmikro und richte es auf den Bereich kurz vor dem Schallloch. Wo genau, das hört man beim einpegeln über den Kopfhörer. Noch ein Tipp- auch an euren Gitarristen - Das saubere einspielen mit etwas Kompression ist das wichtigste bei der Tonabnahme. Also - üben, üben, üben. - LG - Uwe
Uwe Lohschelder sagt:
#2 - 14.03.2023 um 07:11 Uhr
Uppps, ist das schon wieder der gleiche Bericht aus März 2022 ? Ohne Rare Earth, Lewitt 140, LR Baggs, SE8 ????? - LG
Hartmut sagt:
#3 - 30.03.2023 um 23:30 Uhr
Was soll dieser Bericht? Vor allem - nach der Kritik von Uwe Lohschelder von vor einem Jahr - IMMER noch OHNE LR-Baggs, Fishman und allen, die ein Micro mit einbauen! Grenzt an Irreführung!
Achim sagt:
#4 - 07.05.2025 um 14:42 Uhr
Danke für diese Zusammenfassung. Was mir fehlt sind hier die Transducer-Systeme oder sowas wie der LR.Baggs Hifi bzw. Hifi Duet. Die Hörbeispiele finde ich schon extrem genial.