Erst Mastering-, dann Mixing-Suite und nun kompakter Preset-Controller: was Softube Flow alles sein kann, da verliert man schnell den Überblick. Was unterscheidet also Flow Studio, die Suite sowie das Mix- und Mastering – und wie passt Console 1 ins Bild? Wir haben das junge Flow-Universum im Test deshalb einmal genauer sortiert.

- Hochwertige Hardware und durchdachte Bedienung
- Sinnvoll kuratierte Flows und Makro-Zuweisungen
- Gute DAW-Integration
- Credit/Upgrade-Policy nicht ganz klar
DETAILS
Flow Studio: Plugin-Bundle, Wrapper & DAW-Controller
Das Produkt Flow Studio ist zur Hälfte ein kompakter Hardware-Controller mit Display und zur anderen Hälfte ein umfangreiches Software-Bundle bzw. System aus Softube-Plugins samt übergreifendem Plugin-Wrapper.
Es kombiniert exklusiv Softube-Plugins zu Channelstrips und Effekt-Ketten, deren wichtigste Parameter sich über vor-definierte Makro-Regler schnell und übersichtlich anpassen lassen.

Diese vorkonfigurierten Ketten, man könnte auch sagen Presets, nennt Softube Flows. Sie bündeln typische Aufnahme-, Mixing- und Effektbearbeitungen in fertig abgestimmten Signalwegen und beschleunigen so zum einem wiederkehrende Arbeitsschritte.
Fast alle Makro-Regler sind dann über den ganz großen Regler nochmal dynamisch zusammengefasst, welcher somit immer die globale Intensität regelt – die Defaults sind dabei allesamt gut gewählt. Die Library deckt viele Standards und typische Kombinationen ab, enthält aber bereits auch ein paar drastischere Effekt-Ketten. Inspirationen durch flinke Soundwechsel holt man sich dabei allemal!
Anfänger können zudem die Profi-Setups studieren, zu denen einige Infotexte mitgeliefert werden. Softube ist kein kleiner Player und die Kooperation mit Künstlern und Producer werden sicherlich hochwertig. Zudem kann man bereits in der ebenfalls verfügbaren BETA-Variante von Flow eigene Zusammenstellungen erstellen und dabei die Makro-Übersetzung auch üppig selbst beeinflussen.

Flow neben Console 1
Der Controller erinnert nicht zufällig an Console 1 und teilt sich dessen Formfaktor natürlich. Mit optionalen Ständern lässt er sich angewinkelt aufstellen und problemlos in bestehende Setups integrieren.



Verbindung und Stromversorgung erfolgen ausschließlich über USB-C, ein Netzteil ist nicht erforderlich, ein zweiter USB-C-Anschluss wäre aber sowieso nicht vorhanden. Die Aussparungen am Gehäuse und dem Ständer harmonieren sehr gut mit den Kabeln eines MacBooks. Tolles Detail!
Das sauber verarbeitete Gehäuse mit seiner Alu-Platte wirkt hochwertig und fasst sich entsprechend angenehm an. Die fünf Encoder sind berührungsempfindlich und mit mehrfarbigen LED-Ringen ausgestattet, der große Hauptregler sogar mit zwei Ringen.
Die leuchtenden Farben greifen gelungen die Darstellung der Software auf, ihr Wechsel beim Umschalten ist gut nachzuvollziehen. Zusätzliche Visualisierungen und Analyzer auf dem Display helfen außerdem dabei, komplexere Prozesse schnell zu erfassen. Keine der LEDs blendet, keine leuchtet nervig.

Was steckt in welcher Flow Suite?
Flow Studio selbst ist ein Einmalkauf und bringt die Flow Studio Suite mit 25 dauerhaft lizenzierten Plugins sowie mehr als 100 Flows mit. Darunter viele Gitarren-Amps, aber auch Clipper, Verzerrer, Delays, usw. Ein zusätzliches Abo ist für den initialen Betrieb nicht erforderlich. Wer die Auswahl erweitern möchte, kann dann eine der drei Flow Subscriptions ergänzen.

Flow Mixing Suite und Flow Mastering Suite kosten jeweils 14,99 Euro im Monat und setzen entsprechend unterschiedliche Schwerpunkte. Mixing bündelt eine große Auswahl an Channelstrips, Dynamik-, EQ- und Effekt-Plugins, während Mastering 19 spezialisierte Werkzeuge für die Bearbeitung und Analyse der Summe bereitstellt.
Auch wenn Mastering drauf steht, kann man damit trotzdem Mixen. Meines Erachtens nach sind im Mastering Bundle die besseren Plugins gebündelt, im Mixing Bundle gibt es aber viel mehr Flows. Für 24,99 Euro kombiniert die Flow Complete Suite beide Bereiche und schenkt einen auch die Model-Series-Synthesizer.
Softube bezeichnet das Modell weiterhin als Subscribe-to-own: Mit jedem Abo-Monat sammelt man Credits, die anschließend im Flow Credit Store für dauerhafte Plugin-Lizenzen eingesetzt werden können.


Zwei Flow-Plugins, ein System
Mixing und Mastering laufen tatsächlich über zwei unterschiedliche Flow-Plugins, die beide vom Flow-Studio-Controller bedient werden können. Die Kommunikation mit der DAW übernimmt dabei nicht allein das Plugin. Hinzu kommt das Softube On-Screen Display, kurz OSD, das zusätzliche Informationen und Bedienelemente über der DAW darstellt und Hardware, Plugins und Host miteinander verbindet.
Dadurch beschränkt sich Flow Studio nicht auf die Makro-Steuerung der Effektketten. In unterstützten DAWs lassen sich zusätzlich Funktionen wie Spurauswahl, Lautstärke, Panorama, Solo, Mute und sechs Sends direkt über den Controller bedienen. Auch Spurnamen und Farben greift der Controller auf. Softube hat diese DAW-Integration zuletzt immer weiter ausgebaut.
Die grundsätzliche Architektur erinnert damit an Console 1, beide Systeme bleiben jedoch eigenständig. Flow und Console 1 lassen sich parallel im selben Projekt verwenden, und zahlreiche Softube-Plugins stehen in beiden Umgebungen zur Verfügung. Das eigentliche Flow-Plugin lässt sich allerdings nicht direkt mit einer Console-1-Hardware bedienen. Ähnliches gilt auch für Equalizers.
Wichtig ist vor allem die Instanzierung: Softube empfiehlt nur eine Flow-Instanz pro DAW-Spur, da die Spur innerhalb des Systems eindeutig adressiert wird. Flow und Console 1 können dagegen problemlos nebeneinander im selben Track eingesetzt werden. Mehrere Flow-Instanzen auf einer Spur hingegen führen zu unerwartetem Verhalten.








