Der in Kollaboration von Warm Audio und Sound Techniques entwickelte Jude-MP2 Preamp wurde mit Spannung erwartet. Immerhin verspricht er die Wiedergeburt des legendären englischen Vorverstärkers, mit dem schon die Beatles, Stones, Elton John, Queen, David Bowie und die Doors ihre Hits aufnahmen. Wir haben die zweikanalige Variante im Test.

- charakterstark
- vielseitige Färbungsoptionen
- gute Fertigungsqualität
- 5 Jahre Garantie
- kein Output-Trim
- Gain-Matching der beiden Kanäle nicht perfekt
”Sound Wer?”
Die Firma Sound Techniques gehört zu den legendärsten Namen der Audiobranche, ist Generationen von Engineers allerdings völlig unbekannt. Ende 1964 gründeten Geoff Frost und John Wood das gleichnamige Studio im Londoner Stadtteil Chelsea, später vertrieben sie unter gleichem Namen die „A-Range“ Mixing-Konsole. Gerade einmal 14 Stück wurden gebaut und in Topstudios wie Trident (die später selbst „A-Range“ Konsolen bauten), Sunset Sound oder Elektra installiert.

Die A-Klasse
Nachdem Frost und Wood 1974 den Mietvertrag für das Gebäude, in dem sich Studio und Firma befanden, verloren, endete das Kapitel Sound Techniques 1976. Der Name verschwand in der Versenkung – doch die Liste von Hits, die auf einer Sound Techniques Konsole aufgenommen oder gemischt wurden, ist lang und prominent: Bowies „Ziggy Stardust“ etwa, Led Zeppelins „When the Levee Breaks“ oder „Angie“ von den Stones. Auch „Hey Jude“ von den Beatles gehört dazu und steht namentlich Pate für die Neuauflage des originalen „A-Range“ Mikrofon-Preamps.

Mic Pres gibt es viele, doch nur einige Klassiker dürfen sich "Studiostandards" nennen, weil sie oft und gerne benutzt werden. Wir zeigen, welche das sind.
Ist das nun ein Warm Audio oder ein Sound Techniques?
2014 kauft der US-Musiker Danny White den Namen Sound Techniques von Geoff Frost, seit 2018 bringt die Firma wieder Konsolen und Hardware auf den Markt. Um die Reichweite zu vergrößern, findet White Partner in Korneff Audio, die den A-Range-Sound als Plug-in anbieten sowie Warm Audio, deren bezahlbare Nachbauten von Studioklassikern sie zu einem der umsatzstärksten Audiobrands gemacht haben. Der Jude-Preamp wird nach Sound Techniques‘ Spezifikationen von Warm Audio in Asien gefertigt und anschließend im Warm-Hauptsitz in Texas von Hand getestet und endgeprüft.

Match the mic
Der Jude, den es als Ein- und als Zweikanaler gibt, wird als originalgetreuer Nachbau des Originals beworben. Der in diskreter Class-A Schaltung aufgebaute Preamp setzt an Ein- und Ausgang auf eigens gewickelte Custom-Übertrager des renommierten Herstellers CineMag, zudem kommen hochwertige Widerstände und Kondensatoren zum Einsatz. Die größte Besonderheit ist jedoch Geoff Frosts legendäre Z-Match-Schaltung: Die Impedanz kann in 9 Positionen verändert und so an Mikrofon und Signalquelle optimal angepasst werden. Gerade Bändchen-Mikrofone profitieren oft von einer höheren Impedanz und klingen dann weniger gedämpft.







