Controller für Apple Logic Pro X

Apple Logic Pro X ist ein Alleskönner, wenn es um Musikproduktionen oder Filmvertonung geht. Von Notationen und Aufnahme, über Sounddesign bis Mix-und Mastering: Apple’s DAW hat alle passende Features und Plugins an Board. Diese lassen sich per Tastatur und Maus bedienen, doch effektiver und musikalischer wird es mit MIDI/DAW-Controllern.

Controller für Apple Logic Pro X

Zur Bedienung vom DAW-Mixer und einigen Editing-Features gibt es Motorfader-Controller, deren Bedienoberflächen dem eines Mischpult gleichen. Sie alle eifern der klassischen Mackie Control nach, welche allerdings recht klobig und nach wie vor teuer ist. Günstige und bessere Alternativen gibt es mit dem SSL UF8 oder Behringer X-Touch.

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Parallel dazu hält der DAW-Controller-Markt auch eine üppige Palette an Controller-Keyboards bereit, die ebenfalls grundlegende Mixer- und Transport-Funktionen bietet . Viele dieser MIDI-Keyboards sind außerdem in der Lage, VST/AU-Plugins, also Effekte, Instrumente und DAW-spezifische Features, wie Logics Smart Controls, zu bedienen. Wir haben uns die besten Controller herausgepickt und ihre DAW-Integration für Apple Logic Pro X miteinander verglichen. Weitere DAWs und Controller findest du hier!

Inhalte

  1. Nektar Panorama T4, T6 und Apple Logic
  2. Novation 49SL, 61SL Mk3 und Apple Logic
  3. Native Instruments Komplete Kontrol und Apple Logic
  4. Behringer X Touch mit Logic Pro X
  5. SSL UF8 mit Logic Pro X
  6. Novation Launchpad Pro und Launchpad Mini für Logic Pro X (10.6)
  7. Logic Remote (iOS) für Logic Pro X (10.6)
Controller für Apple Logic Pro X: Nektar, Native und Novation.
Im Prinzip alles drin: Keyboard-Controller von Novation, Native Instruments und Nektar!

Nektar Panorama T4, T6 und Apple Logic

Vom Nektar Panorama gibt es eine 49- und 61-Tasten-Version. Sie sind die mit Abstand universellsten DAW-Controller, denn kein Keyboard-Controller bietet es so viele DAW-spezifische Skripte. Dadurch sind sie besonders gut mit den individuellen Features der DAW-Software verzahnt. Ferner lässt sich die T-Serie über das Mackie Control Universal (MCU) Protokoll koppeln.

Einrichtung Nektar Panorama T4 und T6 in Logic Pro X

Nektar erleichtert die Konfiguration und Fernsteuerung mittels Skripten. Nachdem man die T-Serie registriert hat, erscheint die Frage nach Betriebssystem und DAW. Daraufhin werden zum Controller passende Installationsdateien zur DAW-Integration angezeigt. Nach Download und Installation braucht man die DAW nur noch zu starten und alles ist automatisch konfiguriert. Gleiches gilt für den Plugin-Wrapper Nektarine. Er scannt den Rechner nach installierten Dritthersteller-Plugins und ist daraufhin schon startklar. Das ist Alles sehr einfach und komfortabel gelöst.

Controller für Apple Logic Pro X: Logic Bedienoberflächen-Setup
Der Controller wird nach einer gewöhnlichen Installationsroutine und anschließendem Start der DAW automatisch konfiguriert.

Logic Pro X DAW-Steuerung mit Nektar Panorama T4 und T6

Im Mixer-Mode lassen sich die neun Fader der Panoramas zur Steuerung der Kanallautstärken nutzen. Besonders praktisch dabei, dass der Logic Mixer ein- und ausgeblendet wird, sobald man den Mixer-Button am Controller betätigt. Die Kanäle können auf stumm, solo und record ready geschaltet werden. Für die selektierte Spur lassen sich die Sends, das Panorama sowie die Logics-Smart-Control steuern.

Die Transportsektion hält neben Start, Stop, Record, Loop, Vor und Zurück auch sekundäre Belegungen bereit: So lassen sich die Locatorpunkte für den Loop setzen, Aktionen per Undo rückgängig machen, das Projekt vom ersten Takt abspielen, das Metronom ein- und ausschalten. Zudem kann der Automationsmodus zwischen Read und Touch umgeschaltet werden, um Parameter-Automationen von Plug-ins aufzuzeichnen.

Nektar Display
Im Mixer Mode lassen sich auch Logic’s Smart Controls fernsteuern.

Plug-in-Steuerung mit Nektar Panorama T4 und T6 unter Logic Pro X

Wechselt man in den Instrument-Mode, lassen sich die Parameter eines Instrument-Plugins flink über die acht Encoder bzw. Endlos-Drehregler steuern. Auf dem Display werden die Parameterwerte dabei übersichtlich dargestellt, sodass jederzeit deutlich ist, an welchem Parameter geschraubt wird. Die Fader sind dann standardmäßig auf Attack, Decay, Sustain, Release und Volume gemappt.

Beim Nektar werden Parameter-Werte abgeholt, sodass es nicht zu Parametersprüngen kommt. Das gilt für den Instrument- als auch für den Mixer-Mode. Bewegt man also einen Fader, um die Lautstärke zu ändern, ändert sich der Volume-Parameter erst, wenn man beim Bewegen des Faders den entsprechenden Wert erreicht hat.

Bei Klangerzeugern lassen sich die Presets mit den Tasten unter dem Display bequem durchskippen – so muss man bei der Soundsuche nicht zwingend zur Maus greifen. Das funktioniert sogar bei vielen unbekannten Plugins gut. Für Logic-fremde Plugins nutzt man Nektarine, was als Plugin in die DAW geladen wird. Diese überträgt die Parameter automatisch auf den Controller, auch bei recht unbekannter Plugin. Im Edit-Mode lassen sich die Mappings auch beliebig anpassen.

Novation 49SL, 61SL Mk3 und Apple Logic

Das Novation SL MK3 ist ein weiterer, umfangreich ausgestatteter MIDI-Controller. Das Keyboard verfügt neben einen USB und MIDI I/O sogar über zwei CV/Gate-Anschlüssen inklusive Clock-Out. Neben der umfangreichen Steuerung von Hardware kann die SL-MK3-Serie auch DAWs und Plugins fernsteuern, unterstützt dabei jedoch nicht so viele verschiedene DAWs wie Nektar. Außerdem kann das Novation bis zu acht Geräte via Template gleichzeitig ansteuern.

Einrichtung Novation 49SL und 61SL Mk3 in Logic Pro X

Auf der Novation-Website sind für Logic Pro X und Propellerhead Reason entsprechende DAW Integration Scripts verfügbar. Nach der Installation wird lediglich die DAW gestartet und der Controller ist automatisch mit der DAW konfiguriert.

Bedienoberfläche-Setup Novation
Bei der Installation des DAW Integration Scripts wird der Controller automatisch in Logic eingerichtet.

Logic Pro X DAW-Steuerung mit Novation 49SL und 61SL Mk3

Im Modus „IN-Control“ arbeitet das SL MK3 softwarespezifisch. In Logic lässt sich der Mixer inklusive Volume, Mute, Solo, Input Monitoring und Record Arm sowie die Transportsektion fernsteuern. Mit den Buttons unterhalb der Displays und den darüberliegenden Endlosdrehreglern sind für jeden Kanal das Panorama, die Sends und die Smart-Controls fernsteuerbar.

Über die Short-Cuts des Controllers erhält man Zugriff auf Undo/Redo, Metronom inklusive Vorzähler sowie auch auf die üblichen Transport-Funktionen, um Aufnahmen zu starten, zu stoppen und den Cycle zu aktivieren. Insgesamt lassen sich mit SL MK3 die essentiellen Features der DAW steuern, um Performances einzuspielen, im Mixer kleine Anpassungen vorzunehmen und über die Smart-Controls auch die Parameter der Plug-ins zu steuern.

Smart Controls Novation
Fotostrecke: 2 Bilder Mit dem Controller lassen sich die Logic’s Smart Controls und somit die Parameter-Plugins bedienen.
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Plug-in-Steuerung mit Novation 49SL und 61SL Mk3 unter Logic Pro X

Auf eine umfangreiche Plugin-Steuerung mit vorgefertigten Mappings und einem Kategorie-Browser, wie sie beispielsweise aus Native Instruments’ Komplete Kontrol oder Nektar’ Panorama T-Serie bekannt sind, muss man beim SL MK3 verzichten. In Logic Pro X nutzt ihr dann die Smart Controls, um mit dem Novation-Controller Plugins fernzusteuern.

Native Instruments Komplete Kontrol und Apple Logic

Die Komplete-Kontrol-Serie von Native Instruments ist ein Verbundsystem aus Controller-Keyboards und der Softwareschnittstelle „Komplete Kontrol“, dass es standalone als auch als Plugin gibt. Mit dieser lassen sich Plug-ins organisieren sowie mit vielen, bereits fertigen Mappings steuern. Sozusagen ein Plugin für Plugins.

Es gibt die günstige A-Serie mit Mini-Display und die “Premium” S-Serie mit großen Display, sowie jeweils verschiedensten Keyboard-Längen. Interessant sind das S49 MK2 für 589,- EUR , das  S61 MK2 für 698,- EUR sowie das ganz große S88 MK2 für 1079,- EUR. Für schmale Budget kommst das A25 für 139,- EUR, das A49 für 179,- EUR und das A61 für 213,- EUR in Frage. Eine mobile Variante mit Minitasten ist als Komplete Kontrol M32 für 109,- EUR erhältlich. Alle Preise: Straßenpreis Stand 14.4.2022

Einrichtung NI Komplete Kontrol in Logic Pro X

In Logic Pro X läuft die Einrichtung des Komplete-MK2-Controllers automatisch. Nach der Installation des DAW Integration Skripts und dem Start der DAW fragt Logic ab, ob Komplete Kontrol als DAW Controller eingerichtet werden soll – das war’s auch schon. Unter „Bedienoberflächen → Setup“ lässt sich einsehen, dass der Controller mit einem eigenständigen Protokoll aufgeführt wird und dass die entsprechenden Ports auch schon ausgewählt worden sind. 

Bedienoberfläche Setup Komplete kontrollieren
Das NI Komplete Kontrol S49 MK2 wurde erfolgreich von Logic Pro X erkannt.

Logic Pro X DAW-Steuerung mit NI Komplete Kontrol

Auf den beiden Farbdisplays wird Logics Mixer übersichtlich dargestellt. Mit den Endlosdrehreglern werden entweder die Volume-Fader oder die Panorama-Potis gesteuert. Welche der beiden Optionen gewählt wird, lässt sich mit dem 4-D-Encoder einstellen. Mit den Soft-Buttons über den Endlosdrehreglern lassen sich die Kanäle stumm bzw. solo schalten.

Mixerbutton Komplete Kontrol
Fotostrecke: 3 Bilder Mit dem „Mixer“-Button wird das Komplete Kontrol zur DAW-Fernsteuerung. So lässt sich …
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Zum Recorden in der DAW lässt sich die Transportsektion inklusive Record, Play, Stop, Loop, Metronom und Tap Tempo fernsteuern. Nicht jeder spielt die Performance sofort perfekt ein, daher sind Undo-/Redo-Funktion und Notenquantisierung eine große Hilfe, um nicht zwischen den Takes zur Maus greifen zu müssen. Möchte man Automationen von Mixer- oder Plug-in-Parametern aufzeichnen, lässt sich Logics Touch-Modus aktivieren. Zur Navigation im Projekt dient der 4-D-Encoder als eine Art Jogwheel und erlaubt gleichzeitig das gezielte Anwählen der Regionen im Arrangierfenster.

Die Transportfunktionen ist sowohl bei der S-Serie und der A-Serie identisch. Durch die fehlenden, großen Displays schaut man öfter zum Rechner. Zwar werden auf dem kleinen OLED-Display der günstigeren Controller-Variante die Parameterwerte des Mixers ebenfalls dargestellt, jedoch nur für den aktuell ausgewählten Kanal. Das Wechseln der Bänke 1-8, 9-16 usw.) ist nicht möglich. Stattdessen skippt man mit dem 4-D-Encoder alle Kanäle durch.

Ob die acht Regler die Lautstärke oder das Panorama regeln, wird am A-Series via Shiftbutton, statt dem 4-D-Encoder gesteuert – also nicht wirklich umständlicher. Da der A-Serie die Mute und Solo-Button fehlen, werden die Kanäle mit gehaltener Shifttaste und den die Page-Tasten stumm bzw. solo geschaltet. Dadurch ist die Navigation und Bedienung im Mixer unübersichtlicher, aber dennoch problemlos möglich.

Plugin-Steuerung mit NI Komplete Kontrol unter Logic Pro X

Zur Steuerung von Plugins wird in der DAW ganz einfach eine Instrumentspur angelegt, inder die  Komplete-Kontrol-Software als Plug-in eingefügt wird. Daraufhin lässt sich am Controller der Browser öffnen, der wiederum alle Plugins und Kontakt-Librarys kategorisiert darstellt, die auf dem Rechner installiert sind.

Durch Auswählen von Attributen können die Presets sortiert werden. Noch bevor ein Sound geladen ist, kann man dank Prehear-Feature im Browser bereits vorhören. Klangerzeuger, für die es keine NKS-Mappings gibt, werden – statt über das” Komplete-Browser-Plugin” – direkt in der DAW als Plugin geladen, komfortable Mappings gibt es dann aber nicht.

Hat man sich einen Klangerzeuger bzw. ein Preset herausgesucht und geladen, kann man direkt drauf los spielen und die Aufnahme der Performance mit der einfachen Transportsektion starten. Mit den Softbuttons über dem rechten Display lassen sich außerdem Insert-Slots anwählen, um Effekt-Plug-ins hinzuzufügen und die Sounds zu veredeln.

Das Laden und Steuern von Plugins ist bei der A-Series weniger galant, aber möglich. Die Browser-Navigation ist über den 4-D-Encoder gelöst, wobei man beim Navigieren und der Parametersteuerung der Plugins besser zum Bildschirm schaut, da es auf dem kleinen OLED-Display einfach zu unübersichtlich ist, das immer nur der aktuelle Parameter dargestellt wird. Schaut man zum Rechner, sieht man welche Plugin-Parameter auf die Endlosdrehregler gemappt sind und kann den Klangerzeuger bzw. das Effekt-Plugin deutlich besser steuern.

Fotostrecke: 4 Bilder Über den Browser werden Soundpresets von NKS-fähigen Klangerzeugern geladen. Mittels Kategorien und Attributen lässt sich der gesuchte Klang definieren.
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Presonus Faderport 16 und Logic Pro X

Der Faderport 16 von Presonus basiert auf der Mackie Control und kann mit dem entsprechenden Script sehr viele Funktion von Apple´s DAW steuern. Der Fokus liegt dabei auf typischen Mix und Routing-Aufgaben, aber auch Plugins lassen sich steuern.

Einrichtung Presonus Faderport 16 in Logic Pro X

Der FaderPort 16 benötigt keine gerätespezifischen Treiber benötigt – dennoch kann es sein, dass ihr ein Firmware-Update durchführen müsst. Nachdem ihr den Controller auf der Presonus-Website registriert habt (Account vorausgesetzt), steht “Universal Control” zum Download bereit. Nachdem Installation startet ihr Controller und Software, wobei eventuell eine Firmware-Aktualisierung vorgeschlagen wird.

Installation
Fotostrecke: 4 Bilder Nach der Registrierung des FaderPorts 16 installiert ihr die Universal-Control-Software, die in eurem Account sowohl für Windows als auch für macOS zum Download bereitsteht.
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Bevor ihr die DAW startet, solltet ihr das Logic-Script am Controller selbst auswählen. Drückt dazu beim Einschalten des Controllers gleichzeitig die Select-Buttons 1 und 2, wodurch die verfügbaren Skripte auf den Display erscheinen. Wählt das MCU-Logic-Script. In Logic sollte der Controller nun automatisch erkannt werden.

Select und Control Scriüp Presonus
Um das Logic Skript auszuwählen, haltet ihr beim Starten des Controllers die ersten beiden Select-Buttons gedrückt und wählt dann MCU → Logic → Exit.

Die Mixersteuerung mit dem Presonus Faderport 16 in Logic Pro X

Mit den 16 Fadern und den Select-, Mute- und Solo-Buttons werden ohne Weiteres die entsprechenden Funktionen des Logic-Mixers ferngesteuert. Eine Veränderung der Mixerdarstellung kann über die Buttons Audio, MIDI, BUS, VCA und All erreicht werden. Möchtet ihr nur Audiokanäle sehen, wählt ihr den entsprechenden Button. Dadurch werden alle anderen Kanäle ausgeblendet, was eine bessere Übersicht verschafft.

Für die Kanalanwahl können statt der Select-Buttons auch die Fader berührt werden, da diese berührungsempfindlich sind. Mit dem Encoder in der wird das Panorama des selektierten Kanals geregelt. Der Fader-Port verfügt neben dem standardmäßig angewähltem „Track Mode“ über drei weitere Modi namens „Edit Plugins“, „Sends“ und „Pan“. Wechselt ihr in den Pan-Modus, wo ihr dann mit mit den Fadern das Panorama der Channels steuert.

Steuerung von Volume
Fotostrecke: 2 Bilder Die Steuerung von Volume, Mute und Solo der Kanäle ist selbsterklärend. Das Panorama wird mit dem Encoder gesteuert.
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Selektierte Kanäle werden mit „ARM“ aufnahmebereit schalten. Haltet ihr die Shift-Taste gedrückt, passiert das mit allen sichtbaren Kanälen gleichzeitig. Mit „Solo Clear“ und „Mute Clear“ wiederum werden alle Solo- bzw. Stummschaltungen der Kanäle wieder gleichzeitig deaktiviert. 

Plug-in-Steuerung mit Presonus Faderport 16 in Logic Pro X

Auch Effekt-Plugins lassen sich über den Controller gut fernsteuern, und zwar sowohl Logic-Effekte wie auch Dritthersteller-Plugins. Dazu wählt ihr den Modus „Edit Plugins“ und sucht mit den Encoder den gewünschten Insert-Slot aus. Die insertierten Effekte des ausgewählten Kanals werden auf den Displays dargestellt. Diese lassen sich mit den darunterliegenden Select-Buttons auswählen.

Fotostrecke: 2 Bilder Die Plug-in-Fernsteuerung am Faderport erfolgt über die Fader.
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Um Send-Effekte (Zumischeffekte), etwa Hall, Delay, Chorus etc. einem Kanal mit den Reglern hinzuzumischen, wechselt ihr in den „Sends“-Mode. Der Faderport kann dort die ersten vier Send-Slots in Logic steuern. Pro Send-Slot sind vier Parameter regelbar.

Transport und Automation mit Faderport 16

Die Transportsektionen steuet die typischen Funktionen der DAW: Start, Stop, Record, Forward, Rewind und auch Cycle (Loop) an und aus. Mit der Sektion namens „Session Navigator“ seid ihr in der Lage, das Click (Metronom) zu aktivieren, zwischen Channels zu blättern, im Arrangierfenster zu zoomen oder die Locator-Position zu scrollen (ähnlich einem Jog-Wheel).

Mit „Section“ lassen sich Regionen nach links oder rechts verschieben („nudgen“). Mit dem Bank-Button werden die Kanäle in 8er-Bänken „weitergeblättert“, um beispielsweise von Kanal 1 bis 16 zu 17 bis 24 zu gelangen. All diese Funktionen lassen sich entweder mit dem Encoder oder mit den Navigationstasten steuern. Je nach ausgewähltem Modus stehen weitere Features bereit, die ihr detailliert mit den Select-Buttons unter den Displays regeln könnt. 

Touch, Write, Read in Logic mit Faderport

Über dem Encoder sind die Automationsmodi „Touch“, „Write“ und „Read“ der jeweiligen Kanäle auswählbar. Mit ihnen könnt ihr alle Parameteränderungen inklusive Volume, Panorama, Insert- und Send-Effekten aufzeichnen, während das Projekt abgespielt wird. Am besten nutzt ihr dazu den Touch-Mode, da der Write-Mode knallhart alles überschreibt, selbst wenn ihr keine Parameter ändert. Im Touch-Modus werden dagegen nur Automationen aufgezeichnet, wenn ihr auch tatsächlich Parameter ändert. Wenn ihr mit der Automation fertig seid, wechselt zur Sicherheit direkt in den Read-Modus, mit dem eure aufgenommenen Parameteränderungen automatisiert abgespielt werden.

Behringer X Touch mit Logic Pro X

Der Behringer X Touch ist ein universeller Motofader-Controller zur Steuerung der DAW. Er verfügt über acht Encoder mit Displays sowie neun Motorfader, eine sehr umfangreiche Transportsektion und viele weitere Funktionen zur Fernsteuerung von DAWs und Plugins.

Behringer X Touch mit Logic Pro X
Die günstige Mackie-Control-Alternative: der Behringer X Touch.

Der X-Touch ist zwar klobig, dennoch deutlich kompakter als die Original-Vorlage, die Mackie Control. Die 1:1 Kopie ist außerdem deutlich günstiger, und integriert sich über das MCU Protokoll. Mit dem integrierten USB-Hub kann der X-Touch außerdem unkompliziert mit den X-Touch Extender für noch mehr physische Fader erweitern werden.

Einrichtung des Behringer X-Touch in Logic Pro

Haltet ihr die Select-Taste des ersten Kanals gedrückt und schaltet den X Touch ein. Damm wählt ihr das MC Protokoll dem ersten Poti aus und bestätigt das Ganze durch das erneute Drücken der Select-Taste. Nun verhält sich der Behringer wie eine Mackie-Control und ihr könnt einfach Logic Pro X starten. Die DAW erkennt den Controller automatisch.

Behringer X Touch Controller Setup
Beim Einschalten des Controllers wählt ihr einmalig das MC Skript und die Verbindungsart aus.

Transporsteuerung des X-Touch

Neben den Funktionen wie Start, Stop, Record, Vor und Zurück setzt und löscht der X Touch auch Marker, verschiebt Regionen mittels Nudge und aktiviert den Cycle, das Metronom, den Autopunch, die Replace- und Region-Solo-Funktion. Wer die Hände zum Aufnehmen frei haben möchte, bedient den Auto-Punch über einen Footswitch.

Behringer X Touch Transportsteuerung in Logic Pro X
Der Controller bringt alles für die Transportsteuerung und die Navigation mit.

Unter der Transportsektion befindet sich das Jog-Wheel, das euch auf der Zeitachse durch das Arrangement fährt. Orientiert ihr euch auch gern auditiv im Projekt, könnt ihr das über das Scrub Feature tun. Die Buttons links vom Jog-Wheel skippen durch die Faderbänke sowie einzelne Kanäle. Die darunter liegenden Pfeiltasten navigieren durch das Arrangement-Fenster, zum Beispiel zwischen den Regionen und Spuren. Außerdem zoomen sie vertikal und horizontal.

Mixersteuerung von Logic mit X-Touch

im Bereich Mixing bedient der Controller einige Features direkt. Mit den acht Fadern sowie den Select-, Mute-, Solo- und Rec-Buttons steuert er ohne Weiteres die entsprechenden Funktionen des Logic-Mixers fern. Die Buttons Global View, MIDI Tracks, Audio Tracks, Audio Inst, Aux, Buses und Outputs stellen die Kanäle des DAW-Mixers selektiert dar und projizieren diese Ansicht dann auf den Controller. Mit dieser Funktion könnt ihr euch zum Beispiel nur die MIDI Tracks anzeigen lassen – so habt ihr dann mehr Übersicht im Mixing-Workflow am Controller.

Behringer X Touch Mixer-Steuerung
Alles zur Mixersteuerung an Bord!

Im Gegensatz zum Presonus Faderport 8 hat der X Touch pro Kanal einen Encoder, damit kann er neben der Steuerung des Stereopanoramas natürlich deutlich mehr anstellen und das auch ohne Umschalt-Orgien. Die Encoder-Assign-Sektion des X Touch weist den Encodern unkompliziert weitere Parameter zu. Die Encoder bedienen dann etwa Volume, Panorama, Logics Equalizer sowie die Sends, Effekt-Plugins und Klangerzeuger. Den EQ könnt ihr wirklich hervorragend in Logic bedienen –  mit den Displays ist das auch wirklich übersichtlich gelöst.

Plugin-Steuerung mit X-Touch in Logic

Der X Touch bietet gleich drei Möglichkeiten zur Effekt-Fernsteuerung: EQ, Plugin und Send. Alle drei Sektionen ruft ihr über die Encoder-Assign-Sektion auf und bedient sie anschließend über die Drehregler. Deren Parameterwerte lest ihr über die Displays ab.

Logics Channel EQ ruft ihr über den EQ-Button auf. Ist in der selektierten Spur noch kein EQ geladen, wird er so automatisch hinzugefügt. Schön ist, dass ihr so praktisch alle wesentlichen Parameter der EQ-Bänder bedienen könnt. Dazu zählen Grenzfrequenz, Gain, Q-Faktor und Band On/Off. Außerdem seht ihr zwei Bänder auf einem Blick – weitere erreicht ihr über zusätzliche Pages.

Behringer X Touch Plugin-Steuerung in Logic Pro X
Fotostrecke: 4 Bilder Zur Steuerung von Effekten sind der Channel EQ, …
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Abgesehen vom EQ bedient und lädt der X Touch auch alle anderen Plugins. Er fügt neue Plugins hinzu oder wählt bereits geladenen aus, die ihr dann mit den Encodern bedienen könnt. Das Auswählen und Laden eines Plugins läuft, durch die kleinen Displays des Controllers, nicht besonders übersichtlich, aber es geht. Nur, mit der Maus kommt man einfach schneller voran. Die Bedienung selbst gestaltet der X Touch aber recht zugänglich. Die Encoder steuern dann jeweils acht Parameter, die die Displays darstellen; weitere Parameter erreicht man über zusätzliche Pages.

Der Umgang mit den Zumisch-Effekten ist schön gelöst: Ihr haltet den Send-Button gedrückt und wählt den Kanal, den ihr fernsteuern möchtet. Daraufhin könnt ihr Routing-Optionen, Pegel und Mute der Sends regeln. Die ersten Sends seht ihr direkt auf der ersten Seite, die übrigen erreicht ihr ebenfalls schnell. Ähnlich verhält es sich mit den Instrument-Plugins. Sobald ein Instrument-Track selektiert ist, bedient ihr mit dem Inst-Button die Parameter des Software-Instruments über die Encoder. Logics Automationssektion mit Latch, Touch, Read und Co. regelt ihr ebenfalls flink.

SSL UF8 mit Logic Pro X

Der SSL UF8 ist eine moderne Interpretation des Mackie Control Originals. Dieser DAW-Controller bietet mit acht Motorfadern, neun Encodern und acht Displays die klassischen Bedienelemente, nutzt diese durch ein besseres Script sowie jeder Menge neutralen Softbuttons deutlich effektiver, damit Funktionen und Plugins DAW-spezifisch besser abrufbar sind.

SSL UF8
Der SSL UF8 nutzt das Mackie Control Protokoll auf eine deutlich smartere Art und kommt mit weniger Bedienelementen aus.

Der Controller kann via MCU- oder HUI-Protokoll auf bis zu drei DAWs parallel zugreifen. Er verfügt ebenfalls über zwei Footswitch-Anschlüsse sowie einen USB-Thru-Anschluss zur Kaskadierung mit bis zu vier weiteren UF8 Controllern. Eine spezielle Extender-Variante gibt es leider nicht, womit man sich viele redundant Bedienelemente auf den Tisch stellt, auch wenn der UF8, verglichen mit der Mackie-Control-Bedienoberfläche, deutlich weniger Bedienelementen hat.

Einrichtung des SSL UF8 in Logic

Um den vollen Funktionsumfang des Controllers nutzen zu können, müsst ihr zunächst die SSL360 Software installieren. Sie nimmt Konfigurationen wie spezielle Zuweisungen vor und führt auch gleich noch Firmware Updates durch. Auf einem Apple Rechner steuert der UF8 auch Shortcuts fern. Sobald ihr den Controller zum ersten Mal mit dem Mac verbindet, könnt ihr den UF8 als Tastatur einrichten. Ihr könnt das aber auch jederzeit über die OSX-Systemeinstellungen nachholen.

Die SSL360 Software zeigt nach dem Start an, ob ein Controller angeschlossen ist. Sollten mehrere UF8-Controller mit dem Computer verbunden sein, könnt ihr ihre Reihenfolge via Drag-and-drop so ändern, dass sie mit der Anordnung der Hardware zusammenpasst. Im Bereich „Profile“ wählt ihr die drei DAWs in sogenannten Layern aus. Später könnt ihr sie per Knopfdruck aber auch spontan noch wechseln. Wer also mit mehreren DAWs arbeitet, kann sie hier den drei Layern zuweisen. Allen DAW-Layern könnt ihr sogenannte Quick Keys zuweisen und so beispielsweise über den Fußschalter oder die Soft Buttons bestimmte Funktionen auslösen. 

SSL 360Software
In der übersichtlichen SSL Software nehmt ihr die essentiellen Konfigurationen vor.

Anschließend könnt ihr Logic starten und mit dem UF8 konfigurieren. Falls Logic nicht automatisch einen Mackie Controller hinzufügen sollte, holt ihr das im Bedienoberflächen-Setup einfach manuell nach. In den Ports wählt ihr dann noch den SSL V-MIDI-Port 1 aus – damit ist der Controller auch schon einsatzbereit. Wer mehrere UF8 einsetzen möchte, fügt mit weiteren Ports zusätzliche Mackie Control Extender hinzu.

Konfiguration des SSL UF8 in Logic Pro X.
Fotostrecke: 2 Bilder In Logic fügt ihr einen Mackie Control bzw. Extender hinzu …
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Transportsteuerung mit UF8 in Logic

Der Controller hat keine gesonderte Transportsektion auf der Bedienoberfläche. Vielmehr ruft ihr die Transport-Funktionen Play, Start, Stop, Record, Cycle, Vor und Zurück mit dem Soft Key 1 auf, woraufhin ihr sie über die Softbuttons auf dem Displays bedienen könnt.

SSL UF8 Transport Sektion Logic Pro X
Transport-Steuerung über die Softbuttons oberhalb der Displays.

Mixer- und Arrangement-Steuerung mit UF8 in Logic

Die acht hochauflösenden Displays zeigen die Parameter der aktuell ausgewählten Bereiche an. So könnt ihr zur Mixersteuerung beispielsweise Kanalpegel, Tracknamen, Panoramawerte und Record-Arm einsehen. Die V-Pots (Virtual Pots) nutzt ihr entweder zur Steuerung des Panoramas oder aber zur Fernsteuerung weiterer Werte, wie beispielsweise Plugin-Parameter. Welchen Wert ein V-Pot fernsteuert, wählt ihr mit den Buttons Pan, Send, Instrument, EQ und Plugin-Buttons aus. Die Push-Funktion setzt alle Werte zurück – beim Panorama-Wert bedeutet das zurück ins Center. Darunter befinden sich Solo, Cut (Mute) und Select sowie die 100-mm-Fader der Kanäle.

SSL UF8 Mixer-Steuerung in Logic Pro X
Mixersteuerung mit dem UF8.

Zur Fernsteuerung des Mixers hält der UF8 die beiden Modi „Channel View“ und den „Mixer View“ bereit.  Letzter ist für die Einstellung der Sends und ihr Routing (Buszuweisung, Pre/Post-Fader etc.) zuständig. Die Send-Slots eines Kanals wählt ihr über die Curser Buttons oder gedrückt gehaltene Send-Buttons aus. Der Flip Button erlaubt euch, die Sends auch über die Fader zu bedienen.

Im Channel View geht die Zuordnung der V-Pots immer vom ausgewählten Track aus. Auf der rechten Seite der Bedienoberfläche befindet sich die Sektion „Selection Mode“, in der ihr Select Buttons zuweist. Im „Norm Mode“ sucht ihr euch die Kanäle aus und schaltet sie im „Rec Mode“ auf „aufnahmebereit“. Die gleichen Buttons rufen nach längerem Betätigen sekundäre Funktion auf, die beispielsweise alle auf Solo geschalteten Kanäle gleichzeitig wieder aus dem Solomodus herausholen oder alle Fader gleichzeitig zurückzusetzen.  

Plugin-Steuerung unter Logic mit dem SSL UF9

Unter der Send Sektion im linken Bereich der Bedienoberfläche wechselt ihr via Button in den Plugin Modus. Anschließen übernehmen V-Pots und Fadern die Parameter-Fernsteuerung eines geöffneten Plugins. Das Öffnen von Plugins ist ebenfalls direkt über den Controller möglich. Drückt ihr den Plugin Button, befindet ihr euch standardmäßig in der Mixer View. Dort öffnet ihr Plugins über die Push-Funktion eines V-Pots. Die acht Displays zeigen anschließend die Parameter der Plugins an, die ihr dann über die V-Pots beziehungsweise die Fader fernsteuert. Über die Cursor Keys erreicht ihr weitere Plugin-Parameter. Drückt ihr den Plugin Button ein weiteres Mal, befindet gelangt ihr in die Channel View, woraufhin weitere Insert-Slots erscheinen. Hier könnt ihr außerdem weitere Plugins für den ausgewählten Kanal laden.

SSL UF8 Plugin-Steuerung in Logic Pro X 1
Fotostrecke: 4 Bilder Je nach Modi steuert ihr den Channel EQ, …
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Nicht nur die Effekte, sondern auch Instrument-Plugins sind fernsteuerbar: Der Instrument-Button über den Displays bringt euch in den entsprechenden Modus. Die Displays informieren dann sofort darüber, in welchem Kanal sich das Instrument befindet, und stellen es namentlich dar. Betätigt ihr einen V-Pot über die Push-Funktion des gewünschten Kanals, könnt ihr die Parameter des Instrument-Plugins steuern. Ähnlich verhält sich das Ganze im EQ-Mode, in dem ihr Logics Channel EQ umfangreich bedienen könnt. Mit den Cursor Keys gelangt ihr hier auch zu weiteren Bändern und Parametern. 

Navigation und Automation mit UF8 in Logic

Das Datenrad (Channel Encoder) und die Cursor-Buttons dienen zur Navigation innerhalb des Arrangements und des Mixers, sodass ihr auch einzelne Tracks auswählen könnt. In Verbindung mit dem darunter liegenden „Nav“-Button dient der Channel Encoder auch zur Steuerung des Arrangement Playheads – als Jog-Wheel-Ersatz, sozusagen. Der daneben liegende Button „Focus“ steuert einen beliebigen Plugin-Parameter fern, den ihr zuvor ganz einfach mit der Maus anwählt. Die Cursor-Buttons wechseln im Arrangement-Fenster die Spuren oder zoomen vertikal und horizontal. In der Automation-Sektion in der linken unteren Ecke des Controllers schaltet ihr zwischen den Automationsmodi Read, Write, Latch, Touch, Trim und Off hin und her. Wählt ihr anschließend zum Beispiel Kanal-Plugin, könnt ihr seine Parameter automatisieren.

SSL UF8 Automations- und Navigationssteuerung in Logic Pro X
Navigation und Automation mit Channel Encoder und Cursor-Buttons.

Novation Launchpad Pro und Launchpad Mini für Logic Pro X (10.6)

Wichtiger Vorabhinweis! Die folgenden Empfehlungen und Beschreibungen gelten für Logic-Versionen ab 10.6! Seit dem 10.5er-Update verfügt Apples DAW über den Live Loop-Modus, welcher eine Grid-basierte Performance mit Scenes und Zellen / Clips ermöglicht, ganz ähnlich, wie man es bereits von Ableton Live kennt.

Logic 10.5 war zwar bei seinem Erscheinen bereits kompatibel zu Novations Launchpad-Produkten, allerdings nicht zu allen, wie dem aktuellen Launchpad Pro, außerdem musste man mit gewissen Einschränkungen leben. So war es erforderlich, „kompatible“ Launchpads um 90 Grad zu drehen, damit das Pad-Raster der Hardware den Zellen auf dem Bildschirm entspricht. Ab dem 10.6er Update wird herstellerseitig eine volle Kompatibilität bescheinigt, auch zum aktuellen Spitzenmodell der Launchpad-Familie, dem Launchpad Pro (Mk 3).

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Detailunterschiede – Welche Modelle eignen sich besonders zur Steuerung von Logic Pro X?

Novations Produktfamilie wurde ursprünglich als Controller für Ableton Live entwickelt, somit ist es zunächst einmal sehr erfreulich, dass Launchpads gewinnbringend mit einigen vergleichbaren Logic-Features verwendet werden können, allerdings gelingt dies manchen Modellen besser als anderen.
Während ich diese Worte schreibe, ist das Logic Update 10.6 noch ziemlich frisch und konkrete Herstellerinformationen zur detaillierten Funktionalität von Logic in Kombination mit den einzelnen Launchpad-Modellen sind noch ziemlich rar – im Gegensatz zu Verwendungsdetails bei der Nutzung von Ableton Live. Somit beruhen die folgenden Erkenntnisse primär auf einer mehrtägigen und selbstständigen Einarbeitung, bei der mir die folgenden Launchpad-Produkte  – alle mit aktualisierter Firmware – zur Verfügung standen:

Hierzu ein kleines Vorab-Fazit: Während es mir trotz größter Mühe nicht gelang, das LaunchKEY Mini beispielsweise als Controller in Verbindung mit Logics Live Loops einzusetzen, funktionierte dies mit den drei Launchpads überwiegend gut. Das Launchpad X verhielt sich in verschiedenen Details etwas unausgereift und „buggy“, das Launchpad Pro und auch das Launchpad Mini arbeiteten hingegen souverän und mit einem überzeugenden Nutzwert. Somit sind diese beiden Modelle die empfehlenswertesten Vertreter der Produktfamilie, um die es in den folgenden Beschreibungen primär gehen soll.

Einrichtung Novation Launchpad Pro und Launchpad Mini in Logic Pro X

Beide Geräte, sowie auch das Launchpad X, werden von Logic unmittelbar als Bedienoberfläche erkannt, sobald die Verbindung mit einem USB-Kabel hergestellt wird. Prinzipiell kann man sofort loslegen und das Launchpad für Kernfunktionen wie Live Loops-Performances, rudimentäre Mix-Features und das Spielen virtueller Instrumente nutzen.

Für speziellere Konfigurationen und Geräteeinstellungen ist es darüber hinaus aber sinnvoll, Novations Software namens „Components“ zu verwenden. Components kann sowohl über Google Chrome als auch als Standalone-Variante genutzt werden. Der primäre Einsatzzweck ist das Erstellen, Sichern und Laden von sogenannten „Custom Modes“, Benutzereinstellungen zur detaillierten Konfiguration der Pads als Fader, Drumpad oder sonstigen Variante zur Ausgabe von MIDI-Befehlen.

Launchpad Pro für Logic
Fotostrecke: 2 Bilder Jedes Launchpad-Modell verfügt über einen eigene Variante von Components. In der Abbildung sehen wir einen Screenshot der Software für das Launchpad Pro.
Fotostrecke

Steuerung von Live Loops per Launchpad

Das Triggern von Szenen und Zellen (Clips) im Live Loops-Raster ist wahrscheinlich die Kernfunktion der Launchpads. Obwohl beide Launchpads über 64 Pads verfügen, entfällt beim Launchpad Mini bei vielen Funktionen eine 8er-Reihe, was im Fall der Szenen-Steuerung an der fehlenden Button-Reihe unterhalb der Pads liegt. Dies ist der aus meiner Sicht verschmerzbare Preis der handlichen Abmessungen im Vergleich zum Launchpad Pro. Mit dem Launchpad Mini werden Szenen also mit den unteren 8 Pads getriggert. Beiden Geräten gleich ist die praktikable Cursor-Steuerung zum Navigieren zu Szenen und Zellen, die außerhalb des darstellbaren Bereichs liegen.

Launchpad Pro für Logic
Fotostrecke: 2 Bilder Beim Launchpad Mini werden Szenen des Live Loop-Rasters mit den unteren Pads getriggert.
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Steuerung des Mixers per Launchpad 

Für den selektierten Spurenbereich, der übrigens anhand einer (eher subtilen) Farbmarkierung im Logic-Fenster markiert wird, können die wichtigsten Parameter des Mixers mit den Launchpads gesteuert werden. Gelungen ist hierbei die zuverlässige Umsetzung bei der Bearbeitung von geöffneten oder geschlossenen Summenstapeln in Logic, deren Status vom Pro und Mini umgehend übernommen wird und entsprechend über die Pad-Reihen regelbar ist. Dies war ein Mangel, der mit dem Launchpad X nicht einwandfrei funktioniert hat. Doch welche Parameter lassen sich überhaupt steuern?

  • VolumePanSend (2 Sends beim Launchpad Mini)MuteSolo

Das Launchpad Mini beansprucht aufgrund der reduzierten Bedienelemente für einige Einstellungen wieder einmal eine Reihe seiner Pads, dafür sind aber zwei Sends des Mixers regelbar – beim Pro lediglich einer – was eine sehr gute Entschädigung ist! Mit dem Launchpad Pro ist es mir auch nach ausgiebiger Lektüre (Manual) und intensivem Herumexperimentieren nicht gelungen, eine entsprechende Lösung für Send 2 des Mixers zu finden. Hier scheint das kleine Familienmitglied tatsächlich eine Nasenlänge voraus zu sein.

Insgesamt ist die Umsetzung zur Bedienung der genannten Mixer-Parameter aber bei beiden Modellen gelungen und praktikabel. Entgegen meiner Erwartungen empfinde ich die Abstufungen, beispielsweise von Volume oder Pan auch nicht als zu grob, da sich durch das wiederholte Drücken eines Pads noch verschiedene Abstufungen einstellen lassen. Die folgenden Abbildungen dokumentieren, wie man sich die Mixer-Bedienung über Pads vorstellen kann.

Launchpad Pro für Logic
Fotostrecke: 4 Bilder Volume beim Launchpad Pro. Entsprechend dem Logic-Arrangement sind Spuren vertikal angeordnet.
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Spielen/Aufnehmen von virtuellen Instrumenten per Launchpad 

Zusätzlich zu den bereits genannten Features können Novations Launchpads auch zum Spielen und Recorden verwendet werden. Hierzu können sowohl chromatische als auch skalenbasierte „Keyboards“, Chord-Trigger (nur Pro) und Drumpads eingestellt werden. Mit Hilfe der Components-Software lassen sich detaillierte Eigenkreationen erstellen, mit der beispielsweise einzelnen Pads weitere Midi-Befehle zugeordnet werden können. So lassen sich Custom-Settings programmieren, bei denen Pads, zusätzlich zu den Keys, praktikable Controller wie CC64 (Sustain) oder Programm Change-Befehle senden. Als versierter Keyboarder empfinde ich derartige Features aber teilweise als ein wenig kryptisch und ziehe rein subjektiv ein herkömmliches MIDI-Keyboard vor, wobei dies natürlich Geschmackssache ist und von Anwendern mit DJ-Background möglicherweise geschätzt wird. 

Launchpad Pro für Logic
Fotostrecke: 3 Bilder Das Triggern von Chords mit dem Launchpad Pro
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Plugin-Steuerung per Launchpad 

Vorweg: Spezielle Scripts zur Bedienung einzelner Plugins in Logic bietet Novation nicht an. Zur Parametersteuerung stehen maximal 8 Fader zur Verfügung, die jeweils per MIDI Learn zugewiesen werden können. Am sinnvollsten erscheint das Mapping mit Parametern der Logic Smart Controls, die je Spur verfügbar sind, wobei dies im Einzelfall mal mehr und mal weniger passt. So gesehen ist dies eher einen Kompromisslösung, die man vielleicht im Einzelfall gewinnbringend einsetzen kann. Eine ernsthafte Konkurrenz zu anderen Herstellern sind Novations Launchpads in diesem Teilaspekt nicht – der Kaufanreiz besteht m.E. in erster Linie an dem derzeitigen Alleinstellungsmerkmal der Steuerung der Live Loops sowie dem relativ unkomplizierten Zugriff auf rudimentäre Mix-Features.

Launchpad Pro für Logic
Fotostrecke: 2 Bilder Parameter-Mapping zu Logics Smart Controls mit dem Launchpad Mini
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Fazit: Obwohl Novations Launchpads primär für die Arbeit mit Ableton Live konzipiert wurden, sind die Modelle Launchpad Pro und Launchpad Mini seit dem 10.6er-Update von Apple Logic Pro X empfehlenswerte Controller für Logic-User,  welche das relativ neue Live Loops-Feature nutzen!

Logic Remote (iOS) für Logic Pro X (10.6)

Das Live Loops-Feature, eine Ableton Live entlehnte Performance-Funktion gibt es seit dem Logic Update 10.5. Doch das ist bei weitem nicht die einzige Neuerung, die Logic Pro X erfahren hat, was sich erwartungsgemäß auch durch Aktualisierungen in Apples kostenloser iOS App Logic Remote bemerkbar macht.

Die App befähigt die iOS-Geräte iPad, iPhone und iPod Touch zu einer ziemlich umfassenden Kontrolle vieler Bereiche von Logic Pro X. Für die aktuelle Logic-Remote-Version (1.5), deren Einsatz mit Logic Pro X 10.6 im Folgenden beschrieben wird, ist iOS 13.4 oder neuer erforderlich. Übrigens lässt sich die App laut Hersteller ebenfalls mit den Apple-Programmen GarageBand und MainStage verwenden.

Logic Remote für iPad
Logic Remote für iPad

Steuerung von Live Loops per Logic Remote 

Die Anzahl der Live-Loops-Szenen und Zellen hängt von der Größe des verwendeten iOS-Geräts ab. Mit (m)einem 9,7 Zoll großen iPad hat man je nach Fensterkonfiguration einen maximalen Direktzugriff auf sieben Spuren à zehn Zellen/Clips. Zu den außerhalb des dargestellten Bereichs liegenden Spuren und Zellen kann man selbstverständlich scrollen, wobei man in der horizontalen Achse Gefahr läuft, unbeabsichtigt Szenen zu triggern. Hier wäre eine größere Fläche zum Scrollen durchaus hilfreich. In diesem Punkt und auch vom haptischen Feeling her haben die mir bekannten Hardwarecontroller mit richtigen Pads diese Nase vorn. Dennoch kann man mit der Logic Remote klarkommen, die wirklichen Stärken der App liegen aber in den Funktionen, die in den folgenden Abschnitten beschrieben werden.