Test: Nux MG-50Li – Ultimativer Allrounder für den schmalen Geldbeutel?

Mit dem Nux MG-50Li hat der Hersteller aus Fernost ein neues Amp-Modeling-Flaggschiff im Angebot, das beide Technologien nutzt: Amp-Modeling und die neue Nux-DeepImage-Capture-Technologie zum Erstellen eigener Amp-Profile. Außerdem können NAM-Modelle geladen werden. Das Gerät ist eine verbesserte Version des Bestsellers MG-30 mit einem großen 5-Zoll-Bildschirm und umfangreichen Anschlussmöglichkeiten für viele Studio- und Live-Konfigurationen. Die Signalkette wurde auf 14 Blöcke erweitert und bietet noch mehr Routing-Optionen. Was man mit dem MG-50Li alles anstellen kann, erfahrt ihr in diesem Test.

Nux MG-50Li bonedo Test
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • großes Angebot an Amp-Modellen und Cab-IRs
  • eigene Amp-/Overdrive-Profile per Nux-Image-App
  • sehr gutes Bedienkonzept
  • variables Signalrouting
  • NAM-Modelle können geladen werden
  • solide Hardware
  • 5“-Farbdisplay
  • integrierter Akku
Contra
  • (keins)

Nux MG-50Li – Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist das Nux MG-50Li? Beim Nux MG-50Li handelt es sich um einen Multi-Effektprozessor mit Amp-Modeling und DeepImage-Amp-Capture-Technologie zum Erstellen von Amp-/Cab-/Overdrive-Profilen. Das Pedal ist per USB-C auch als Audio-Interface nutzbar.
  • Welche Amp-Modeling-Technologie ist integriert? Das MG-50Li enthält den White-Box-TS/AC-4K-Physical-Modeling-Algorithmus, der laut Nux doppelt so komplex ist wie bei der Vorgängerversion. Das Gerät ist mit drei DSPs ausgestattet: einem für die Verwaltung aller Effekte, der zweite für den Betrieb des Amp-Modeling-Algorithmus und der dritte für die Unterstützung der Amp-Simulation im Split-Modus.
  • Wie kann man NAM-Modelle laden? Für das Laden von NAM-Modellen (Neural Amp Modeler) von der Festplatte des Rechners in das Gerät ist die Nux-Image-App verantwortlich.
  • Wie ist die Signalkette aufgebaut? Die Signalkette bietet die Möglichkeit, bis zu 14 Effektmodule gleichzeitig zu nutzen. Auch verschiedene Routing-Optionen mit dualem Signalweg und der Einbindung von externen Effekten über die beiden FX-Loops sind möglich.
  • Gibt es eine App zur Bedienung per Smartphone/Tablet/Computer? Die Nux-Audio-App gibt es für mobile Endgeräte (iOS, Android) und Computer (Mac/PC). Die Verbindung wird über Bluetooth bzw. USB-C hergestellt. Die Apps können kostenlos von der Hersteller-Website heruntergeladen werden.
  • Wie lange hält der integrierte Akku? Der Lithium-Ionen-Akku wird über das Netzteil aufgeladen und hat laut Hersteller eine Laufzeit von bis zu fünf Stunden.
  • Was sagt der Test? Das Nux MG-50Li bietet vielseitiges Amp-Modeling und Profiling, Akkubetrieb und ausreichend Effekte. Es überzeugt durch flexible Bedienung, solide Sounds und ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Diese Technologie zeichnet den Nux MG-50Li aus

Das MG-50Li bietet die Kombination von Amp-Modeling- und Amp-Capture-/Profiling-Technologie. Im Angebot sind 28 TS/AC-4K-White-Box-Amp/Cab-Modelle mit physikalischem Modeling und 30 DeepImage-Profiling-Amps, wobei die Power-Amp-Sektion fünf verschiedene Endstufenvarianten bereitstellt. Die Speaker-IRs sind mit der Cyber-IR-Technologie erstellt, die auch die Positionierung des Abnahmemikrofons zulässt und so entscheidende Veränderungen am Sound erlaubt. Das Gerät kommt mit dem integrierten Akku bis zu fünf Stunden ohne Steckdose aus.

Das Nux MG-50Li geizt nicht mit Ausstattung

In dem kompakten und roadtauglichen Metallgehäuse steckt einiges an Technologie. Zum einen das bereits erwähnte Amp-Modeling/Profiling, zum anderen eine große Zahl an Effekt-Algorithmen, die so ziemlich alle musikalischen Einsatzbereiche abdecken. Die drei DSPs sorgen dabei für eine stabile Performance, sogar wenn man mit parallelen Signalwegen und vielen Effekten unterwegs ist. 

Der interne Speicher bietet 297 Speicherplätze, aufgeteilt in 99 Bänke mit je drei Presets. Ein 5″-Farbdisplay und fünf Parameter-Encoder stehen als Bedienelemente bereit, aber das Editieren funktioniert auch bequem mit der Nux-Audio-App für Smartphone/Tablet oder Computer. Die Verbindung über Bluetooth bzw. USB funktionierte beim Test auf Anhieb problemlos. Für den Bluetooth-Betrieb mit einem Smartphone/Tablet ist das mitgelieferte NBT-1 Modul notwendig.  

Fotostrecke: 5 Bilder Das MG-50Li bietet die Kombination von Amp-Modeling- und Amp-Capture-/Profiling-Technologie…

Wie wird das MG-50Li auf der Bühne bedient?

Für die Performance auf der Bühne (oder zu Hause) stehen sechs Fußtaster zur Verfügung, die mit den drei Modes Preset, Stomp und Scene bestimmte Funktionen schalten. Im Preset-Mode werden einzelne Presets aktiviert, im Stomp-Mode vorher festgelegte Effekte in der Signalkette ein- und ausgeschaltet, und im Scene-Mode drei gespeicherte Amp-/Effekt-Kombinationen aufgerufen. Alle drei Modi können mit den beiden vorderen Fußtastern gewechselt werden. Diese sind zur besseren Erreichbarkeit etwas höher als die vier in der hinteren Reihe. Ein Viertel-LED-Ring gibt zudem Auskunft über den aktuellen Status. 

Ganz rechts wartet ein Expression-Pedal mit schaltbarer Zweitfunktion, das ab Werk für die Gesamtlautstärke zuständig ist. Tritt man es durch, aktiviert man die Zweitfunktion, zum Beispiel einen Wah- oder Pedal-Pitch-Effekt.   

Entspricht das Angebot dem Preis?

Das Nux MG-50Li geht aktuell (April 2026) für rund 420 Euro über die Ladentheke. Gemessen an seiner Ausstattung, Bedienerfreundlichkeit, Verarbeitung und den verwendeten Komponenten kann man ihm auf jeden Fall ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis bescheinigen.


Aufnahmen mit dem Nux MG-50Li

Für die Aufnahmen im Praxisteil ist das Nux MG-50Li direkt über den Line-Out-XLR in Stereo an das Audio-Interface (UA Apollo 8) angeschlossen.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Wie klingen die TS/AC-4K-White-Box-Amp-Modelle?

Wir starten unseren Rundgang mit der Amp-Modeling-Abteilung, die der TS/AC-4K-White-Box-Modeling-Technologie zugrunde liegt. Hier wird, wie mittlerweile üblich, die komplette Bandbreite an gemodelten Amp-Klassikern von Fender bis Diezel angeboten. Somit sollte tatsächlich für jede Gainstufe und jeden Musikstil ein passender virtueller Amp im Angebot sein. Die Modelle bieten in den meisten Fällen die Regelmöglichkeiten und Eingänge der Vorbilder. Beim Marshall-Plexi können zum Beispiel die vier Eingänge kombiniert werden. Vor- und Endstufe sind getrennt und bei Bedarf lässt sich auch die virtuelle Endstufenröhre tauschen. 

Das alles wird mit den CAB-IRs kombiniert, von denen zum Zeitpunkt des Tests 42 an Bord sind, die variiert werden können. So stehen 9 verschiedene Mikrofontypen zur Wahl, deren Positionen variabel sind und in der App auch sehr gut dargestellt werden. Dort geschieht auch das Finetuning. Auch klanglich sind die Charaktere der Amp-Modelle recht authentisch abgebildet und Low- bis Mid-Gain-Amps reagieren entsprechend auf Aktionen am Lautstärkepoti der Gitarre. Allerdings zeigen sich vor allem beim Aufnehmen Unterschiede zu höherpreisigen Amp-Modeling- und Profiling-Gerätschaften. Denn obwohl die Sounds durchweg brauchbar sind, gibt es hier Defizite in der Transparenz. Das betrifft zum Beispiel die Darstellung der Saitentrennung bei High-Gain-Amps oder der Anschlagsdynamik. Hier sind die Platzhirsche dem Spielgefühl am „richtigen“ Amp doch ein gutes Stück näher. Aber der Vergleich hinkt naturgemäß, denn wir sprechen hier von einem Gerät, das nur einen Bruchteil der Marktführer kostet. Auf jeden Fall bleiben die Modeling-Amps bei den Einstellmöglichkeiten sehr nah an den Originalen.

Audio Samples
0:00
Model: Match DC 30 (Stratocaster) Model: Bass Mate (Telecaster) Model: Class A 30 (Telecaster) Model: Plexi 100 W (Les Paul) Model: Dual Rect (Les Paul) Model: Vivo (Les Paul)

Sind die werkseigenen DeepImage-Amps des Nux MG-50Li ausdrucksstärker als Modeling-Amps?

Die DeepImage-Amps zeigen sich bei den Regelmöglichkeiten etwas spartanischer. Abhängig vom Amp-Typ, den man beim Erstellen des jeweiligen Deep-Images gewählt hat, stehen Gain, Volume und eine Dreibandklangregelung bereit. Details dazu folgen weiter unten. Das bedeutet bei diesen Amp-Modellen weniger Eingriffsmöglichkeiten, was durch ein rotes Band in der Amp-Grafik dargestellt wird. Klanglich sind die DeepImage-Amps für mein Empfinden tatsächlich etwas besser, was die dynamische Ansprache und die Auflösung angeht. Aber ähnlich wie bei den Amp-Modellen ist auch hier vor allem beim Spielgefühl und beim Durchsetzungsvermögen noch ein klarer Unterschied zu den Captures von Quad Cortex oder Kemper zu erkennen. 

Audio Samples
0:00
Profile: Deluxe Rev (Stratocaster) Profile: AC 30 (Telecaster) Profile: Fireman HBE (ES-335) Profile: Triple Rect Modern (ES-335) Profile: Deezl VH4 HG (PRS Holcomb)

Wie klingen die Effekte des Nux MG-50Li?

Sortiert sind die Effekte unseres Testkandidaten in unterschiedlichen Gruppen: GATE mit Noise-Gate (2), CMP mit Compressor (3), EFX mit Boost, Overdrive, Dist, Fuzz und Octaver (30), EQ mit Equalizer (3), DLY mit Delay (8), RVB mit Reverb (6), WAH mit Pedal-Wah (5) und MOD mit Modulationseffekten (15). Diese Auswahl deckt auf jeden Fall das Standardprogramm sehr gut ab.

Fotostrecke: 3 Bilder Das Editieren funktioniert auch bequem mit der Nux-Audio-App für Smartphone/Tablet oder Computer.

Abgedrehte Effekte sind nicht an Bord, und bei den Editiermöglichkeiten setzt man auf ein eher überschaubares Konzept mit weniger Parametern. Klanglich sind die Effektsounds in der Mittelklasse angesiedelt. Bei der Verwendung mehrerer Effekte kann es mitunter etwas schwammig werden, was aber mit der entsprechenden Dosierung beherrschbar ist.

Audio Samples
0:00
FX: Soundscape (Starplayer TV) FX: Tempo Delay (Telecaster) FX: Tape Spring Tremolo (Telecaster) FX: Modulation (Telecaster)

Wie funktioniert das DeepImage-Amp-Profiling und wie klingt es?

Zum Erstellen von Amp- oder Overdrive-Pedal-Profilen benötigt man die Nux-Image-App für Mac oder PC, die man von der Nux-Website kostenlos herunterladen kann. Für das Amp-Profiling wird eine Loadbox benötigt. Erstellt wird lediglich ein Image des puren Verstärkers, für das Cab sind die verfügbaren IRs zuständig. Ein Deep-Image sammelt mehrere Images eines Verstärkers für ein möglichst homogenes Klangbild. Damit das auch beim Betätigen des virtuellen Gain-Reglers der Fall ist, habe ich für den Test vom Crunch-Channel meines The Valve 3|100 Amps sechs verschiedene Images erzeugt. Und zwar mit unterschiedlichen Gainstufen bei neutraler Einstellung des EQs. Diese sechs Images wurden anschließend in der Nux-Image-App zu einem Deep-Image zusammengefügt, wobei man zusätzlich die Art des EQ/Power-Amps auswählen kann.

Fotostrecke: 3 Bilder Zum Erstellen von Amp- oder Overdrive-Pedal-Profilen…

Damit entspricht der EQ zwar einem Amp-Modell (Fender, Vox, Marshall, High Gain, Bass), aber leider vermisst man bei manchen Modellen den Presence- bzw. Tone-Cut-Regler, um wirklich original editieren zu können. Es stehen maximal Treble, Middle und Bass zur Verfügung – beim Bass-Amp sind die Mitten übrigens parametrisch. Sound und Charakter des Original-Amps werden tatsächlich eingefangen, wobei aber ein deutlicher Unterschied zu den Profilern und Sound-Capture-Geräten im höheren Preissegment bleibt. So muss man bei der Auflösung, den Dynamikstufen und der Wiedergabe des Charakters einer Gitarre und ihrer Pickups Abstriche zum Original oder den Profilen teurerer Geräte machen. Aber trotz der Unterschiede ist es mit dem Nux MG-50Li problemlos möglich, Amp- oder Overdrive-Images in brauchbarer Qualität auch ohne großes Studioequipment zu erstellen. Und das in gerade einmal 72 Sekunden.

Audio Samples
0:00
DeepImage: Valve Crunch Low Gain (Telecaster) DeepImage: Valve Crunch Mid Gain (Telecaster) DeepImage: Valve Crunch High Gain (Les Paul)

Wie klingt das Nux MG-50Li im Band-Arrangement?

Zum Abschluss hört ihr das Nux MG-50LI im Band-Arrangement mit unterschiedlichen Sounds.

Audio Samples
0:00
Nux MG-50Li im Band Arrangement

Welche Alternativen/Mitbewerber gibt es zum Nux MG-50Li?

Alternative Effektpedale mit Amp-Modeling gibt es in der Preisklasse des Nux MG-50Li einige. Da wäre zum Beispiel das Mooer GE1000Li, das ebenfalls mit einem Akku bestückt ist. Oder der Line 6 POD Go (ohne Akku). Wenn das Thema Amp-Capture/Profiling gewünscht ist, gibt es außerdem das ToneX-Pedal oder in der etwas höheren Preiskategorie das Nano-Cortex und den Kemper Profiler Player.

Affiliate Links
Mooer GE1000Li Amp Modelling & Multi
Mooer GE1000Li Amp Modelling & Multi
Kundenbewertung:
(11)
Line6 Pod GO
Line6 Pod GO
Kundenbewertung:
(299)
IK Multimedia ToneX Pedal
IK Multimedia ToneX Pedal
Kundenbewertung:
(183)
Neural DSP Nano Cortex
Neural DSP Nano Cortex
Kundenbewertung:
(161)
Kemper Profiler Player
Kemper Profiler Player
Kundenbewertung:
(109)

Fazit

Das Nux MG-50Li überzeugt als vielseitiges und preislich attraktives Multieffektgerät mit einer modernen Kombination aus Amp-Modeling und Profiling-Technologie. Besonders hervorzuheben sind der Akkubetrieb und die große Auswahl an Amp- und Effektmodellen. Dazu kommen ein NAM-Loader, eine flexible Klangbearbeitung bei den IRs sowie die Power-Amp-Simulationen. Die Bedienung ist durchdacht und erweist sich am Gerät und per App als komfortabel und intuitiv. Klanglich liefert das Nux MG-50Li solide, praxisnahe Ergebnisse, auch wenn es klanglich nicht ganz an High-End-Geräte heranreicht, die aber auch in wesentlich höheren Preisregionen angesiedelt sind. Insgesamt punktet das MG-50Li durch seine Funktionsvielfalt, seine Mobilität, die solide Hardware und ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Artikelbild
MG-50Li Modeling Amp WH
Für 419,00€ bei
  • Hersteller: Nux
  • Modell: MG-50Li
  • Typ: Multieffektgerät für Gitarre und Bass
  • Herstellungsland: China
  • Regler: 5 Parameter-Encoder, Select-Encoder, Master
  • Fußschalter: 6
  • Signalkette: bis zu 14 Effektblöcke gleichzeitig
  • Anschlüsse: Input, 2 × Send & Return, 2 × Output (Klinke), 2 × Output (XLR), EXP, Aux-In, Phones, MIDI-In, MIDI-Out, NBT-1, USB-C, DC-In
  • Stromaufnahme: ca. 1,5 A
  • Spannung: 12 V (Netzteil im Lieferumfang)
  • Display: 5“ Farbdisplay
  • Speicher: 297 Presets (99 Bänke)
  • Maße: 393 x 210 x 72 mm (B x T x H)
  • Gewicht: 2,8 kg
  • Verkaufspreis: 419,00 Euro (April 2026)

Herstellerseite: https://nuxaudio.com/

Hot or Not
?
NUX_MG_50_Li_010_FIN Bild

Wie heiß findest Du dieses Produkt?

Kommentieren
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Bonedo YouTube
  • One Unit for Modeling & Profiling? | NUX MG-50Li – Review & Sound Demo
  • NUX MG-50Li – Quick Sound Demo
  • Two Notes Captor X Plus – Worth the Upgrade? | Review & Sound Demo