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Pegel am DJ-Mixer richtig einstellen und Übersteuerungen beim Auflegen vermeiden

DJ-Mixer einstellen: Viele DJs unterschiedlicher Sparten, ganz gleich ob Rookie oder Profi, arbeiten nach dem Motto, je lauter desto besser. Oder wie es im Englischen so schön heißt: „If you ain‘t redlining, you ain‘t headlining“. Doch genau dieser Ansatz ist nicht empfehlenswert, denn klar empfindet man laute Musik beeindruckender, allerdings gibt es einen Unterschied zwischen einem druckvollen, fetten Laut und einem verzerrten, übersteuerten Laut, was einfach nur unangenehm klingt.

(Credits: Shutterstock / Von: RickDeacon)
(Credits: Shutterstock / Von: RickDeacon)


In einem DJ-Setup (nützliches DJ-Zubehör findet ihr hier) gibt es zahlreiche Stufen (auch Gain-Stufen oder Verstärkerstufen), in denen die Signale verstärkt werden. Die gewählten Pegel beeinflussen die Gesamtlautstärke, wirken sich aber auch auf den Klang aus.

In diesem Workshop möchte ich zeigen, welche Pegeleinstellungen in der Software, am Mixer und Verstärker empfehlenswert sind, damit euer DJ-Set druckvoll und dynamisch klingt.

Verstäkerstufen

Um besser verstehen zu können, was es mit der Signalverstärkung auf sich hat und welcher Pegel an welcher Stufe eines DJ-Setups gewählt werden sollte, damit sich ein insgesamt guter Sound ergibt, hier zunächst ein kleiner Überblick.   In einem DJ-Setup gibt es verschiedene Stufen, die von den eingehenden Zuspieler-Signalen (CD-Player, Plattenspieler etc.) durchlaufen werden. Bei einem DJ-Mixer sieht das Ganze wie folgt aus:  

  • Eingangsvorverstärkung im Kanal (Gain/Trim-Regler)
  • Kanalausgangslautstärke (Kanalfader)
  • Gesamtausgangslautstärke (Master-Ausgang)  

Vom Master-Ausgang des Mixers landet das Signal in einem Verstärker mit einer Lautstärkeregelung oder es wird direkt in aktive Lautsprecher mit einer entsprechenden Pegelkontrolle eingespeist. Wenn ihr mit einem digitalen DJ-System auflegt, kommen  weitere, vorgelagerte Pegelstufen dazu, hierzu später mehr.

Fotostrecke: 3 Bilder Kommt ein DJ-Mixer zum Einsatz, so werden die Eingangssignale mit Gain-Reglern …
Fotostrecke

Auswirkungen auf den Klang

Für alle genannten Verstärkerstufen gilt, dass sie einen individuellen Maximalwert haben. Wird dieser überschritten, kommt es zu Übersteuerungen (Clipping). Der Abstand des Pegels zum maximal möglichen, bevor es zu einer Übersteuerung in einer Verstärkerstufe kommt, nennt man Headroom. Da Übersteuerungen zu Verzerrungen führen, die den Gesamtklang negativ beeinflussen oder sogar Schäden an euren Lautsprechern hervorrufen können, gilt es diese zu vermeiden.

Wichtig ist an dieser Stelle festzuhalten, dass die Übersteuerung an einer Verstärkerstufe zu einem verzerrten Sound an einer nachgelagerten Verstärkerstufe führen kann, selbst wenn diese Stufe selbst nicht übersteuert ist. Entscheidend ist somit, dass das Signal sauber von der einen in die nächste Stufe gelangt, da ansonsten ein bereits verzerrtes Signal erneut verstärkt wird. 

Fotostrecke: 2 Bilder Das Ausgangssignal eines DJ-Sets sollte am Ende der Gerätekette unverzerrt in die PA geleitet werden
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DJ-Mixer einstellen: Pegel richtig wählen

Um den richtigen Pegel auf allen Stufen einzustellen, ist es ratsam, mit dem ersten Teilnehmer der Signalkette zu beginnen und die Pegelregler für alle Stufen auf „Null“ zu stellen. Die Pegelsteuerung kann bei vielen Geräten mittels einer LED-Kette überwacht werden. Hier gibt es allerdings bezüglich der Farbgebung keine Norm.

Viele Gerätehersteller wählen die Ampelfarben grün, gelb (oder orange) und rot, andere beschränken sich zwei Farben und auch bezüglich der Länge der LED-Ketten trifft man ebenfalls viele unterschiedliche Lösungen an. Die Pegelausschläge sollten sich in jeder Stufe im grünen Bereich bewegen und nur sporadisch in den gelben Bereich hineinreichen. Den roten Bereich gilt es zu vermeiden.

DJ-Mixer einstellen: Software

Wenn ihr mit einer DJ-Software auflegt, solltet ihr diese als Ausgangspunkt der Pegelabstimmung wählen. Beim Auflegen mit der Software kann man per Gain-Regler manuelle Verstärkungen vornehmen oder sich durch Aktivierung der Autogain-Funktion von dem Programm unterstützen lassen. Die Steuerung des Gesamtsignals erfolgt mit dem Master-/Main-Regler. Hier gibt es oft auch eine Hilfe in Form eines Limiters mit wählbarem Headroom, der Übersteuerungen verhindert. Da der Limiter durch das Eingreifen die Dynamik des Signals negativ verändert, sollte man mit diesem nur Pegelspitzen abfangen.

Aktivierung von Autogain und Limiter:

  • Autogain-Funktion in den Softwareeinstellungen aktivieren
  • -6 dB Headroom für den Limiter wählen
  • Limiter aktivieren
  • zwei Songs laden und die jeweils lauteste Stelle im Song lokalisieren
  • Songs bei aktivierter Loop-Funktion mixen
  • Kanalfader in Maximalstellung bringen
  • Master-Pegel so wählen, dass der Limiter nur sporadisch zum Einsatz kommt

Ohne Autogain und Limiter:

  • Autogain und Limiter deaktivieren
  • zwei Songs laden und die jeweils lauteste Stelle im Song lokalisieren
  • im Mixer die Gain-Pegel für beide Songs individuell wählen und …
  • … Pegelausschlag beachten
  • Kanalfader in Maximalstellung bringen
  • den Gesamtpegel mit dem Master-Regler aussteuern
  • Pegelspitzen sollten den gelben Bereich nicht überschreiten

Fotostrecke: 4 Bilder DJ-Programme bieten automatischen Gain-Anhebungen und einen Limiter für das Ausgangssignal
Fotostrecke

CD/Media-Player

Wenn ihr mit CD/Media-Playern oder Plattenspielern auflegt, ist auf jeden Fall eine manuelle Pegelkontrolle gefragt, hier müsst ihr in der Regel jeden Song neu am DJ-Mixer aussteuern. Ein Grund-Setup sollte man aber auch in diesem Fall vornehmen.

  • Song im Player starten, laute Stelle suchen und loopen
  • Input-Gain im Mixerkanal so wählen, dass 0 dB im Durchschnitt erreicht werden, maximale Spitzen dürfen bis +3 und + 6 dB ausschlagen
  • Ausschläge in den roten Bereich vermeiden
  • zweiten Song in zweiten Player laden und Pegel wie beschrieben wählen
  • Kanalfader in die Maximalstellung bringen
  • den maximalen Pegel für den Master-Ausgang so wählen, dass er im oberen grünen Bereich liegt, Pegelspitzen dürfen bis in den gelben Bereich reichen

Verstärker/Boxen

Am Ende der Gerätekette gelangt das Signal in den Verstärker oder die aktiven Boxen.

  • Wählt für den Verstärker/Box einen Pegel von 0 dB
  • wenn dieser keine Pegelanzeige hat …
  • … nutzt alternativ die Übersteuerungs-LED
  • Den Pegel soweit erhöhen, bis die Übersteuerungs-LED aufleuchtet …
  • … und danach den Pegel reduzieren, bis die LED erlischt

DJ-Mixer einstellen: Dynamische Lautstärkensteuerung

Die beschrieben Vorgehensweise dient dazu, den maximalen nutzbaren Ausgangspegel eines DJ-Setups zu ermitteln, ohne dass es zu Signalverzerrungen kommt. Sollte der Pegel insgesamt zu niedrig sein, ist es nicht sinnvoll, eine der genannten Verstärkerstufen zu erhöhen, sondern eine leistungsstärkere PA zu verwenden.

Bei einer Veranstaltung ist es in der Regel üblich, den der Musikpegel im Laufe eines Abends dynamisch zu steuern. Zu Beginn, wenn wenige Gäste anwesend sind, startet man mit einem niedrigen Pegel und steigert diesen später. Am sinnvollsten ist die Kontrolle der Gesamtlautstärke am Ausgang des Mixers oder Controllers, bevor eine Einspeisung in die PA erfolgt.

Praxistipp: Den ermittelten, maximalen Wert des Master-Ausgangsreglers am Mixer/Controller mit einer Markierung (Klebeband etc.) versehen, damit dieser Pegel im Eifer des Gefechts nicht überschritten wird.

Audio Samples
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Pegelübersteuerung mit Limiter Pegelübersteuerung ohne Limiter

Resümee

Ein gutes DJ-Set definiert sich durch eine spannende Track-Auswahl und einen guten Sound. Im vorliegenden Workshop habe ich euch die relevanten Verstärkerstufen aufgezeigt und Tipps zur richtigen Pegelwahl gegeben. Wenn ihr diese Ratschläge beherzigt, klingt euer Set dynamisch und lebendig, ohne dass Übersteuerungen oder Verzerrungen auftreten. Die gebotenen Informationen sind schnell und einfach in der Praxis anwendbar und somit könnt ihr euer Set durch kleine Modifikationen und Abstimmungsarbeiten klanglich deutlich aufwerten und die Ohren eurer Gäste und natürlich auch euer eigenen schonen. Viel Erfolg und Spaß bei der Umsetzung!

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(Credits: Shutterstock / Von: RickDeacon)

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von Boris Pipiorke-Arndt

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Profilbild von Space X

Space X sagt:

#1 - 23.09.2020 um 15:23 Uhr

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Hallo. Danke für den interessanten Artikel zu einem immergrünen Thema. Ich lege schon lange mit nativen Serato-DJ-Controllern auf und habe immer noch Probleme, optimal zu pegeln. Ich bin absolut kein Tontechniker und möchte mich hauptsächlich aufs Mixen und die Trackauswahl konzentrieren. Die SW Gains sind bei Serato seltsamerweise nicht mit den Controller Gains gekoppelt und es gibt auch keine Headroom-Einstellung. Folgende Fragen kann ich immer noch nicht zufriedenstellend beantworten: Pegelt man am Serato-Controller ins Grüne und lässt den Serato-Gain auf 12 Uhr stehen? Bei CD-Playern habe ich ja auch keine Möglichkeit, den Gain der Songs zu verändern. Oder pegelt man mit dem Software-Gain manuell ins Grüne und lässt den Controller-Gain auf 12 Uhr stehen? Oder drehe ich (die ganz große Dreherei) in der Software UND am Controller ins Grüne? Da mache ich ja irgendwie ein leiser gemachtes Signal noch leiser. Irgendwie klingt es dann entweder ziemlich leise und dumpf oder schön klar, aber ziemlich am Verzerren. Ich kriegs nie so hin, wie ich es will: Laut und klar und druckvoll und NICHT zerrend. Autogain ist auch eine Frage, die ich bisher weder mit Nein, noch mit Ja beantworten konnte. So drehe und probiere ich auf jedem Gig wild herum und mache es am Ende irgendwie und hoffe, dass mir ein erfahrener Pro einen Tipp gibt, wie man einen Sound einstellt, bei dem die Sonne aufgeht.

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