Der Kemper Profiler PowerHead MK 2 führt das bewährte Profiling-Konzept in eine neue Generation. Herzstück der Aktualisierung ist neben einem optischen und technischen Facelift das Profiling 2.0, das eine noch genauere Abbildung von Verstärkern verspricht. Mit sieben zusätzlichen Effekten, einer erweiterten USB-Audio-Funktion und neuen Resonance-Parametern im Cab-Block soll der Profiler klanglich und funktional spürbar zulegen.

- Soundqualität und Ansprache
- zusätzliche Effekte
- verbesserte Dynamik durch Profiling 2.0
- verbesserter Profiling-Workflow
- keins
Der Kemper Profiler PowerHead MK 2 im Detail: Das neue Erscheinungsbild
Der Kemper Profiler PowerHead MK 2 präsentiert sich weiterhin im klassischen „Toaster“-Format und misst 385 × 160 × 210 mm (B × T × H). Auch wenn die optische Identität erhalten bleibt, fallen einige Detailverbesserungen sofort auf: Das Design wirkt minimal zeitgemäßer und auch die Potis hinterlassen einen haptisch wertigeren Eindruck. Auf der Front bietet der MK 2 im Wesentlichen die bekannten Bedienelemente der MK 1-Generation, lediglich die Stomps- und Effects-Tasten wurden gestrichen.
Auf der Rückseite belässt Kemper dagegen alles beim Alten, sodass der Profiler dem gewohnt umfangreichen Anschlusskonzept treu bleibt.

Mehr Power, mehr Feinschliff: Die neuen inneren Werte der MK 2-Version
Da die grundsätzliche Funktionsweise des Kempers bereits im ersten Review ausführlich behandelt wurde, soll der Fokus hier vor allem auf den Neuerungen der MK 2-Version liegen. Neben dem dezenten kosmetischen Facelift und einem geringeren Gewicht bietet der MK 2 vor allem einen leistungsstärkeren Prozessor. Dieser sorgt nicht nur für schnellere Reaktions- und Boot-Zeiten, die beim Test ab Werk bei etwas über 20 Sekunden lagen. Er bildet auch die Grundlage für das neue Profiling 2.0, auf das wir bei den Klangbeispielen noch genauer eingehen werden.
Ebenfalls neu sind die beiden Resonance-Parameter im Cab-Block: Während Resonance-Frequency festlegt, bei welcher Frequenz die eingefangene Boxenresonanz sitzt, bestimmt Resonance-Intensity, wie stark diese ausgeprägt ist, also wie viel Druck und „Thump“ die Box erhält. Ergänzt wird das Ganze durch einen erweiterten Looper, der nun bis zu zwei Minuten Aufnahmezeit ermöglicht.
Kemper Profiler PowerHead MK 2: Was ist neu in der Effektsektion?
Der neue Kemper bringt sieben zusätzliche „Pedalboard Essential“-Effekte mit, die in den Fixed FX-Blocks vor und hinter der Amp-Sektion platziert sind. Insgesamt sind damit nun 20 Blöcke in Serie möglich. Darunter zeigen sich bekannte Effekte wie Compressor, Pure Booster, Wah-Wah, Vintage Chorus, Air Chorus und Double Tracker. Einige davon sind auch in den regulären Effektblöcken vorhanden, allerdings fallen die Parameter der Fixed FX etwas rudimentärer aus. Wirklich neu ist hingegen das Palm Ninja Noise-Gate, das vor allem für Metal-Gitarristen interessant sein dürfte.
Kemper Profiler PowerHead MK 2: Was ist neu im Workflow?
Arbeitsweise und Bedienung orientieren sich weiterhin stark an der ersten Kemper-Generation, sodass Nutzer eines MK1-Gerätes nicht bei null anfangen müssen. Lediglich der Profiling 2.0-Prozess wurde vollständig überarbeitet: Der Profiler muss nun an einen Computer angeschlossen werden, die Testsignale wurden angepasst und die Dauer des Profiling-Zyklus verkürzt. Ein Refining ist nicht mehr erforderlich, und auch die Pegeleinstellung wird nun vom Profiler mit übernommen. Kemper-Neulinge, die den Workflow klassischer Multieffekt-Systeme von Line 6, Boss, Fractal Audio oder Neural DSP gewohnt sind, dürften aufgrund der etwas eigenständigen Bedienlogik zunächst eine kurze Einarbeitungsphase benötigen. Die zahlreichen Tutorials schaffen hier jedoch eine solide Grundlage und erleichtern den Einstieg.
Kemper Profiler PowerHead MK 2: Was bringen Rig-Manager und USB-Upgrade in der Praxis?
Deutlich zugänglicher präsentiert sich dagegen die Arbeit mit dem Rig Manager, der als zentrale Editor- und Verwaltungssoftware für den Profiler fungiert und die Organisation, Bearbeitung sowie Synchronisation von Rigs merklich vereinfacht. Dass manche Nutzer das Layout als etwas „oldschoolig“ empfinden, ist durchaus nachvollziehbar, aber nach kurzer Eingewöhnung lässt sich die Software zügig bedienen.
Zum Testzeitpunkt lag mir der aktuelle Rig-Manager in einer Beta-Version vor, die sich im Alltag weitgehend stabil zeigte. Besonders praktisch ist dabei, dass sich in der Spaltenkopfzeile auf einen Blick erkennen lässt, ob ein Rig auf einem Classic Profile oder auf dem neuen Profiling 2.0 basiert. Auch beim USB-Audio legt der MK 2 zu: Statt vier stehen nun acht USB-Kanäle für Recording und Reamping direkt in der DAW zur Verfügung.
























Kasimir sagt:
#1 - 26.03.2026 um 19:56 Uhr
Ein guter Röhrenamp tuts auch. Die Finger machen den Unterschied, nicht der Amp. Und Zeit sollte man lieber in sein Spiel, als den "ultimativen" Sound stecken. Mal ehrlich.
MartY ATARI sagt:
#1.1 - 27.03.2026 um 12:57 Uhr
leider setzt sich immer öfter das "praktische" durch. wie der Sound ist, spielt oft nur eine Nebenrolle. Ehrlich gesagt sind aber manche Röhrenamps schon sehr schwer...
Antwort auf #1 von Kasimir
Melden Empfehlen Empfehlung entfernenKasimir sagt:
#1.1.1 - 27.03.2026 um 21:03 Uhr
Yep, marshall lässt sich irgendwie einfacher wie Mesa spielen..... hmmmmm
Antwort auf #1.1 von MartY ATARI
Melden Empfehlen Empfehlung entfernenDoomsday sagt:
#1.1.2 - 31.03.2026 um 12:06 Uhr
Mittlerweile gibt es doch haufenweise handliche Röhrenamps, die für Clubs auch völlig ausreichend sind. Ich habe mir einen JTM 25 mit dem 2 x 12 Cabinet zu Weihnachten geschenkt und bin sehr zufrieden damit.
Antwort auf #1.1 von MartY ATARI
Melden Empfehlen Empfehlung entfernenDahausa sagt:
#1.2 - 29.03.2026 um 22:18 Uhr
Klar tut's ne gute Röhre auch. Aber ein Kemper eben auch. Nimmt fast kein Platz weg, wiegt nix, ist günstiger, einfacher in der Mirkofonierung und klingt einfach immer gut. Gibt schon gute Gründe wieso Kemper oft auf der Bühne zu finden ist. Ich für meinen Teil bin mehr als happy!
Antwort auf #1 von Kasimir
Melden Empfehlen Empfehlung entfernenRainer sagt:
#2 - 27.03.2026 um 23:08 Uhr
Mein erster Eindruck ist: Die neuen Profiles klingen nicht umwerfend. Für meinen Geschmack war und ist der Kemper immer noch der am digitalsten klingende Amp-Simulator. Ich habe jetzt keinen besseren Begriff gefunden. Ein Modeller ist er ja nicht und als Sampler soll man ihn ja auch nicht bezeichnen. By the way …. Wer braucht 20 Effekte in der Kette …. The edge vielleicht und so klingt der dann auch 😉
FS sagt:
#3 - 28.03.2026 um 15:39 Uhr
Ich glaube, dass er einige Künstler glücklich machen wird. Die Auswahl an unterschiedlichen Konzepten seinen Wunsch Sound näher zu kommen ist in heutigen Zeiten groß, vielleicht auch überwältigend. Das permanente Thema, Real Amp vs Digital Modeler/ Profiler hängt mir zu den Ohren raus! Soll doch ein jeder mit dem glücklich werden womit er sich aktuell am wohlsten fühlt!
Kasimir sagt:
#4 - 31.03.2026 um 17:31 Uhr
Was sind eure Lieblingsamps? Meine: Marshall Silver Jubilee (die neue/neuere Version) 100/50 Watt Mesa Boogie Roadster
Clara Verstand sagt:
#5 - 31.03.2026 um 17:39 Uhr
Ich habe den Kemper in Rackversion MK1 ohne Endstufe seit 2018 und nutz(t)e ihn für Harddiskrecording ohne Mikrofonierung. Über SP/DIF direkt ins RME UC, um möglichst wenig Wandlungsverluste und geringe Latenz zu haben. Habe mich Jahre damit beschäftigt, unzählige Rigs versucht, angepasst usw. Beim MK1 bin ich immer wieder in der Cabsection auf Grenzen gestoßen, die in der Signalkette schließlich deaktiviert wurde und eine Cabsim im Rechner eine deutlich bessere Figur machte. Wenn ich meinen MK1 über eine Stereoendstufe und Boxen spiele (Cabs aus), klingt der Kemper bei mir fantastisch und meine alten Rockmukkerohren hören da keinen Unterschied, bei einer top Dynamikansprache. Nur eben direkt rein, dass hat meine Erwartungen nicht so erfüllt, wie anfangs erhofft. Im Grunde genommen ist der Kemper nichts weiter, als eine Ampsimulation ähnlich einer reinen Softwarelösung wie ToneX oder Neural DSP, nur eben mit einer Hardwareumgebung, die aufeinander abgestimmt ist. Neben bei, clean können alle gut, schon in den später 90er Jahren. Bei Gain und Higain ist das allerdings vollkommen anders und scheint stellenweise bis heute eine Herausforderung zu bleiben. Irgendwann bin ich dann mit FAS FX III fremdgegangen und bis heute dabeigeblieben. Ob Kemper MK II jetzt die Erneuerung für die nächsten 10 Jahre ist, halte ich persönlich für fraglich, da ist mir zu wenig Entwicklung eingeflossen, die vom Markt/Kunden erhofft wurde (Bi-Amping, Cabsection). Ok, MK II soll jetzt schneller Booten und eine deutlich längere Effektkette haben (Für Esomukke?) bei noch besseren Ansprechverhalten (War das vorher so mies?). Zu Verteidigung von Kemper MK II muss ich aber sagen, habe ihn nicht getestet und werde es wahrscheinlich auch nicht, da reine Softwarelösungen mittlerweile das machen, was ich mir von Anfang an erwünscht hatte (Schneller Rechner vorausgesetzt).