Die zweite MetalCon fand im House of Music auf dem RAW-Gelände in Berlin-Friedrichshain statt und wurde um einige Veranstaltungen im benachbarten Cassiopeia Club ergänzt. Berlin und Metal in Reinkultur! Wie bereits bei der BeatCon 2025 gab es ein bemerkenswert vielseitiges Angebot an Vorträgen und Workshops, einen umfassenden Ausstellerbereich sowie die Möglichkeit zum Austausch unter Gleichgesinnten. Alles vereint unter einem genrespezifischen, aber dennoch weit aufgefächerten Schirm. Wer hier eine schnöde Messe vermutete, lag eindeutig falsch …


MetalCon 2026 – Bühne, Gespräch und Demos
Abseits der gelungenen Auswahl der Themen und Referenten entpuppte sich die Location als überzeugende Wahl. Im House of Music gibt es neben mehreren Vortragsräumen und einer zentralen Bühne im Hauptsaal mit Barbereich die Besonderheit von 23 schallisolierten Proberäumen (Noisy Rooms).

Diese dienten der Ausstellung und boten den zahlreichen Herstellern und Vertrieben die Gelegenheit zu ungestörten Vorführungen ihrer Produkte. Bestechend dabei ist, dass sich auf diese Weise beratende Gespräche, das Anspielen von Gitarrenverstärkern und die Beurteilung von Monitoren aus dem Studiobereich umsetzen lassen, ohne dass der typische Lärmpegel einer konventionellen Messe entsteht.

Knowledge-Transfer
Bei den Vorträgen fuhr der Veranstalter diverse namhafte Produzenten auf. Jens Bogren berichtete über seine Erfahrungen mit Kreator und Opeth, aber auch Moses Schneider (Beatsteaks), Charlie Bauernfeind (Helloween, Blind Guardian), Christoph Wieczorek (Annisokay) und Hannes Kelch (Hämatom) waren zu hören.
In Interaktion mit den Besuchern traten Joost van der Broek (Powerwolf, Epica) beim Mix-Feedback sowie Lasse Lammert (Alestorm) und Kristian Kohlmannslehner (Eskimo Callboy) in der Reamping World auf. Wer sich für das Thema Metal-Produktion interessiert, konnte hier ziemlich sicher Informationen, Details und spannende Stories mitnehmen und gleichzeitig einen Blick in die professionelle Abteilung werfen.
Dank der inzwischen in unterschiedlichsten Preisklassen verfügbaren Aufnahmetechnik ist ein solcher Wissenstransfer nur zu begrüßen und entpuppte sich in der Praxis tatsächlich nie als „abgehoben“. Neben technischen Kniffen für den richtigen Sound fehlte es nicht an Tipps, die sich dem Amateur in der Realität stellen: der Blick auf die Zielgruppe, das Zulassen der Fortentwicklung der eigenen Komposition sowie die Feststellung, dass ein Werk nicht in alle Ewigkeit optimiert werden muss.
Dazu gab es kompetente Aussagen zu den Themen, wie sich Bands heute vermarkten können – von der Bühne über soziale Medien bis hin zum Blick auf den Kostenapparat.
Die Ausstellung
Die anwesenden Hersteller und Vertriebe deckten einen breiten Bereich ab. Einsteiger, Bandmusiker und selbst professionelle Studiobetreiber konnten sich umfassend informieren und beraten lassen. Eine kleine und keinesfalls vollständige Auswahl: Instrumente gab es von Hapas, Kallisto und Yamaha zu sehen, Röhrenverstärker von Marshall, Fryette, Sound City, Lenz, Driftwood, Peavey oder – im Kleinformat – von Underdog Audio. Digitale Verstärkersimulationen fanden sich von IK Multimedia, Line 6 sowie in einer Live-Demo von Kemper. Das passende Zubehör, Pedale, Stromversorgungen und Problemlöser konnte man von Voodoo Lab, Palmer, Fryette, KSM Machines, Walrus Audio und Radial Engineering begutachten.
Oft übersehen und immer gehört sind die wichtigen Bindeglieder auf der Bühne, im Studio, für Lautsprecher, an der Gitarre oder in Kombination mit dem Mikrofon: die Kabel von Klotz erfüllen genau diese Aufgabe. Für die richtige Aufnahme bedarf es passender Mikrofone, die man beispielsweise von Austrian Audio, Telefunken und AEA sehen konnte. Die Schnittstelle zum Computer wiederum stellen Audio-Interfaces dar, etwa von MOTU. Auch Outboard für Aufnahme oder Mischung gab es zu bestaunen – von Neve über Elysia, Klanghabitat und Dangerous Music bis hin zu SSL.
Der finalen Rückwandlung in Schall kam sogar besondere Aufmerksamkeit zu. Die zahlreichen Räume ermöglichten es, Monitore von Genelec, IK Multimedia, Amphion oder PSI Audio sowie Kopfhörer und In-Ear-Monitore von Beyerdynamic anzuhören.
Und damit es gut klingt, sollte eben auch die Akustik stimmen. Dafür wollen beispielsweise MB Akustik oder GIK Acoustics sorgen, ebenso aber auch auf digitaler Ebene Trinnov und IK Multimedia. Bleibt schließlich noch der Aspekt der richtigen „Behausung“ für das eigene Studio, für das Sessiondesk die passenden Möbel liefern kann.
Auf in die nächste Runde!
Unterm Strich bleibt eine Veranstaltung, die wirklich viel zu bieten hatte und die zudem mit Fokus überzeugte. Angesichts des illustren Angebots relevanter Referenten und Workshops darf man die Preise von 89 Euro (Tagesticket) bis 159 Euro (2-Tages-Pass) als gerechtfertigt bezeichnen, zumal diese durch die wirklich umfassende Ausstellung ergänzt wurden.
Hier fanden sich stets kompetente Ansprechpartner, und oft genug konnte man sogar direkt mit den Produktentwicklern sprechen, beispielsweise Eddie Lenz (Lenz Amplification), Marek Drozdowski (Driftwood) oder auch Robert Sola und Pawel Gonta von Hapas.
Langweilig wurde es hier nicht – ganz im Gegenteil! Und gerne wieder …
Weitere Informationen: https://metalcon.music