2×10-Bassboxen: Kaufberater und Vergleichstest

Wer bereits vor der Jahrtausendwende mit dem Thema Bass-Equipment zu tun hatte, konnte in den letzten 20 Jahren einen regelrechten Paradigmenwechsel beobachten: Früher waren Bassanlagen groß, sperrig – und bestanden in der Regel aus mindestens zwei Bassboxen unter dem Bassverstärker. Heute hingegen gehen viele Bassleute tatsächlich nur noch mit ihrer Gigbag zur Probe oder zum Gig. Wenn doch noch einmal mit Amp und Box(en) gespielt wird, so geht der Trend klar in Richtung kleiner und kompakter modularer Anlagen – also Setups, die man je nach Bedarf z. B. durch eine Zusatzbox erweitern kann. Neben der 1×12-Bassbox ist die 2x10er-Box ein nach wie vor sehr beliebtes Format. Dieser Boxentyp kann bereits alleine ordentlich „Radau machen“, lässt sich aber auch mit anderen Boxen sehr gut kombinieren. Wer noch auf der Suche nach der richtigen 2×10-Box ist, findet in diesem Artikel viele wichtige Infos. Zudem haben wir mehrere 2×10-Boxen aus unterschiedlichen Preisklassen klanglich miteinander verglichen.

Kaufberater Vergleichstest 2x10-Bassboxen
Die 2×10-Bassbox ist ein idealer Begleiter bei mittelgroßen Gigs und Proben. Wir haben die Produkte unterschiedlicher Hersteller miteinander verglichen.

Was sind die Vorteile von 2×10-Boxen?

2x10er-Boxen erfreuen sich schon seit den 1980er-Jahren großer Beliebtheit. Ausgelöst durch den Paradigmenwandel in der Welt des Bass-Equipments haben sie jedoch zuletzt noch einmal deutlich an Popularität zugelegt. Im Vergleich zu 1x12er-Boxen sind sie zwar aufgrund der zwei verbauten Lautsprecher etwas größer und schwerer, dafür aber immer noch kompakt genug, um beim Transport relativ einfach handhabbar zu sein. Darüber hinaus lassen sie sich ausgezeichnet modular mit weiteren Boxen kombinieren.

Im Standalone-Betrieb besitzen 2×10-Bassboxen aufgrund der zwei verbauten Speaker mehr Tiefgang und Schalldruck als eine einzelne 1x12er-Box. Im Verbund mit einer zweiten 2x10er oder zum Beispiel einer 1x15er-Box verfügt man dann bereits über eine richtig kraftvolle Bassanlage. Achtung: Plant man, seine 2x10er-Box mit einer anderen zu kombinieren, sollte man beim Kauf allerdings darauf achten, dass beide Boxen über eine Impedanz von 8 Ohm verfügen.

Was sind die wichtigsten Merkmale von 2×10-Bassboxen?

10-Zoll-Lautsprecher sind sehr präzise in der Wiedergabe und besitzen ein ausgesprochen schnelles Attack. Schnellere Passagen und/oder perkussives Spiel werden daher höchst detailgetreu und blitzschnell übertragen. Mehrere 10er im Verbund sorgen aber auch für eine definierte, saubere und druckvolle Wiedergabe des Low Ends.

Alle Hersteller unserer Vergleichstest-Kandidaten eint, dass sie eine Menge Gewicht einsparen. Dies geschieht entweder aufgrund der Konstruktion in Leichtbauweise und/oder durch die Wahl der Lautsprecher. Traditionelle Speaker besitzen zumeisten Magnete aus Ferrit oder Alnico und sind daher relativ schwer. Viele Hersteller setzen aus diesem Grund mittlerweile auf Lautsprecher mit Magneten aus Neodym, welche auch physikalisch in vielen Bereichen die Nase vorn haben.

Zwischen beiden Arten gibt es allerdings durchaus klangliche Unterschiede: Lautsprecher mit Neodym-Magneten sollen klarer, heller, dynamischer, dafür aber auch etwas steriler klingen. Lautsprecher mit Ferrit- oder Alnico-Magneten wirken organischer, weicher und gutmütiger, aber auch etwas träger. Davon ist nichts per se besser oder schlechter – man kann sich aber schon mal im Vorfeld überlegen, was eventuell besser zum bevorzugten Genre oder Spielstil passt.

Dies ist jedoch wirklich nur eine grobe und unvollständige Einteilung, die man auch nicht so pauschal benennen kann, da natürlich die gesamte Konstruktion einen großen Teil zum Sound beiträgt. Ausprobieren ist daher stets das Gebot der Stunde!

Noch ein Gedanke: Alle Kandidaten unseres Vergleichstests besitzen einen Hochtöner, welcher das Klangbild nach oben hin abrundet. Bei manchen Boxen ist dieser immer in Betrieb, bei anderen lässt er sich in zwei oder drei Stufen schalten oder gar stufenlos regulieren. Daher sollte man sich zum Thema „Tweeter“ vor dem Kauf ebenfalls entsprechend seine Gedanken machen.

Was für Gehäusebauweisen findet man bei 2×10-Bassboxen?

Drei unterschiedliche Bauweisen findet man generell bei Bassboxen: Geschlosse Gehäuse, Gehäuse mit Bassreflex-Öffnung(en) auf der Rückseite, oder Bassreflex-Öffnung(en) auf der Vorderseite. Alle drei besitzen unterschiedliche Vor- und Nachteile – auch hier können wir nur eine grobe Einteilung liefern, da stets viele verschiedene Parameter zusammenwirken:

Geschlossen:

  • druckvolle Tiefmitten
  • sehr direkt
  • weniger Low End
  • unproblematisch bei Positionierung im Raum

Bassreflex auf der Rückseite:

  • voll und rund
  • schließt gut an Raum an
  • Low End kann mit Abstand von der Wand reguliert werden.

Bassreflex auf der Vorderseite:

  • viel Druck
  • Kompression und Low End nach vorne
  • kann weniger durch Aufstellung zur Wand gesteuert werden

Grenzen unseres 2×10-Bassboxen-Vergleichstests

Ein Boxentest kann natürlich eines nicht abbilden: die Road-Tauglichkeit. Man müsste jede einzelne Box jahrelang im Einsatz haben, um hierzu ein aussagekräftiges Urteil abgeben zu können. Dennoch hoffe ich, euch ein paar nützliche Infos zu den verschiedenen Boxen geben zu können.

2×10-Bassboxen: Versuchsaufbau und Klangbeispiele

Als Verstärker kam bei unserem Test ein Glockenklang Steamhammer zum Einsatz, der als ausgesprochen neutraler Amp bekannt ist. Der Equalizer wurde deaktiviert, um nicht weiter ins Klangbild einzugreifen. Die Klangbeispiele habe ich im Vorfeld in meinem Studio aufgenommen und während des Tests per Reamping-Verfahren wieder in den Verstärker geschickt.

Auf diese Weise konnte ich gewährleisten, dass jede Box wirklich das exakt gleiche Signal bekam und eine optimale Vergleichbarkeit erreicht wird. Abgenommen wurde das Ganze mit einem klanglich weitgehend neutralen dynamischen Mikrofon. Hinsichtlich der verbauten Hochtöner habe ich stets versucht, die Mittelposition zu finden, um aufzuzeigen, wie unterschiedlich die Hersteller die Höhen abstimmen.

Wie üblich fehlen in dieser Liste natürlich ein paar Kandidaten, aber auch wir sind nun einmal vom Thema „Lieferbarkeit“ abhängig und können nur das testen, was gerade tatsächlich verfügbar ist. Wir werden versuchen, die eine oder andere hier fehlende Box, noch nachzureichen.

Ampeg SVT-210AV

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Ampeg SVT-210AV
Ampeg SVT-210AV
Kundenbewertung:
(129)
  • Belastbarkeit: 200 W
  • Impedanz: 8 Ohm
  • Frequenzbereich: 58 – 5.000 Hz
  • Bauart: geschlossen
  • Maße: (B x H x T): 610 x 330 x 280 mm
  • Gewicht: 14 kg
Audio Samples
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Fender Rumble 210 Cabinet V3

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Fender Rumble 210 Cabinet V3
Fender Rumble 210 Cabinet V3
Kundenbewertung:
(46)
  • Belastbarkeit: 350 W
  • Impedanz: 8 Ohm
  • Frequenzbereich:
  • Bauart: Bassreflex Front
  • Maße: (B x H x T): 584 x 482 x 356 mm
  • Gewicht: 17,7 kg
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Markbass Traveler 102P

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Markbass Traveler 102P - 8Ohm
Markbass Traveler 102P – 8Ohm
Kundenbewertung:
(176)
  • Belastbarkeit: 400 W
  • Impedanz: 4 oder 8 Ohm
  • Frequenzbereich: 45 – 18.000 Hz
  • Bauart: Bassreflex rückseitig
  • Maße: (B x H x T): 595 x 330 x 433 mm
  • Gewicht: 12,6 kg
Audio Samples
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Markbass MB58R 102 Energy

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Markbass MB58R 102 Energy Box 8
Markbass MB58R 102 Energy Box 8
Kundenbewertung:
(11)
  • Belastbarkeit: 400 W
  • Impedanz: 4 oder 8 Ohm
  • Frequenzbereich: 40 – 20.000 Hz
  • Bauart: Bassreflex rückseitig
  • Maße: (B x H x T): 390 x 578 x 470 mm
  • Gewicht: 9,8 kg
Audio Samples
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Ampeg Venture VB-210

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Ampeg Venture VB-210
Ampeg Venture VB-210
Kundenbewertung:
(3)
  • Belastbarkeit: 300 W
  • Impedanz: 8 Ohm
  • Frequenzbereich: 39 – 17.400 Hz
  • Bauart: Bassreflex Front
  • Maße: (B x H x T): 578 x 410 x 439 mm
  • Gewicht: 12,7 kg
Audio Samples
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Ampeg Venture VB-210 – Finger Ampeg Venture VB-210 – Slap Ampeg Venture VB-210 – Pick Ampeg Venture VB-210 – Metal

Eich Amplification 210 XS Cabinet II

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Eich Amplification 210 XS 8Ohm Cabinet II
Eich Amplification 210 XS 8Ohm Cabinet II Bisher keine Kundenbewertung verfügbar
  • Belastbarkeit: 800 W
  • Impedanz: 8 Ohm
  • Frequenzbereich: 42 – 19.000 Hz
  • Bauart: Bassreflex rückseitig
  • Maße: (B x H x T): 440 x 540 x 350 mm
  • Gewicht: 17 kg
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Glockenklang DUO

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Glockenklang DUO 8 Ohm
Glockenklang DUO 8 Ohm
Kundenbewertung:
(19)
  • Belastbarkeit: 400 W
  • Impedanz: 8 Ohm
  • Frequenzbereich: 40 – 18.000 Hz
  • Bauart: Bassreflex Front
  • Maße: (B x H x T): 410 x 595 x 435 mm
  • Gewicht: 24,3 kg
Audio Samples
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Darkglass D210N

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Darkglass DG210N Bass Cab
Darkglass DG210N Bass Cab
Kundenbewertung:
(5)
  • Belastbarkeit: 500 W
  • Impedanz: 8 Ohm
  • Frequenzbereich: 43 – 15.000 Hz
  • Bauart: Bassreflex Front
  • Maße: (B x H x T): 420 x 626 x 429 mm
  • Gewicht: 15,2 kg
Audio Samples
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Glockenklang Duo Wedge Light Neo 2×10″

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Glockenklang Duo Wedge Light Neo 2x10
Glockenklang Duo Wedge Light Neo 2×10″ 8Ohm
Kundenbewertung:
(3)
  • Belastbarkeit: 400 W
  • Impedanz: 8 Ohm
  • Frequenzbereich: 40 – 18.000 Hz
  • Bauart: Bassreflex Front
  • Maße: (B x H x T): 390 x 595 x 457 mm
  • Gewicht: 14,7 kg
Audio Samples
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Glockenklang Duo Wedge Light Neo 2×10″ – Finger Glockenklang Duo Wedge Light Neo 2×10″ – Slap Glockenklang Duo Wedge Light Neo 2×10″ – Pick Glockenklang Duo Wedge Light Neo 2×10″ – Metal

2×10-Bassboxen-Vergleichstest – Fazit

Ach, in was für schönen Zeiten wir doch leben – zumindest, was das Thema Bass-Equipment angeht! Im Vergleich zu früher bekommt man heute sowohl bei Instrumenten, als auch bei Verstärkern und Boxen für relativ wenig Geld einen sehr beachtlichen Gegenwert.

Dies trifft auch voll und ganz auf die 2x10er-Boxen unseres Vergleichstests zu: Auch die günstigen Modelle überzeugen bereits in Sachen Ausstattung, Verarbeitung und Sound – natürlich stets in Relationen zum aufgerufenen Preis. Ab der 500-Euro-Grenze konnte ich eine spürbare Verbesserung in Sachen Material-Anmutung, Verarbeitung, Ausstattung und Produktions-Standart festzustellen.

Alle getesteten Boxen eignen sich im Standalone-Betrieb sehr gut für kleinere bis mittlere Besetzungen beziehungsweise Gigs. Ob eine Box auch noch für anspruchsvollere Aufgaben konstruiert wurde, lässt sich leicht an der Belastbarkeit ablesen. Wie den Klangbeispielen zu entnehmen ist, besitzen einige Kandidaten aufgrund der Größe ihres Gehäuses und etwaigen Bassreflex-Öffnungen etwas mehr Low End. Daher taugen diese Modelle zwangsläufig eher als Allrounder und benötigen in Sachen Lautstärke und Tiefgang erst später eine zusätzliche Box.

Meine persönlichen Preis-Leistungs-Sieger befinden sich im Bereich von ca. 700 – 800,- Euro. Danach folgt noch mal ein gewaltiger Sprung ab ca. 1.300-1.550,- Euro. Hier muss natürlich jeder für sich selber entscheiden, ob er bereit ist, einen solchen Preis für eine einzelne 2x10er-Box zu bezahlen.

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