Mit dem IK Multimedia ToneX One hat der Soft- und Hardwarespezialist aus dem italienischen Modena das große ToneX-Pedal auf ein äußerst kompaktes Format eingedampft. Wie ihr großer Bruder fungiert auch die kleine Version als Capture-Player für Amp-, Cab- und Drive-Profile und bringt zudem eine beachtliche Effektsektion mit. Mit dem ToneX One+ legen die Recording-Spezialisten aus dem italienischen Modena nun eine erweiterte Plus-Variante nach. Am Sound ändert sich nichts, allerdings wird das Konzept um dedizierte MIDI-Anschlüsse, Bluetooth-Funktionen inklusive mobilen Editor erweitert.

- hochwertige Sounds
- 20 Presets speicherbar
- gigantische Funktionalität auf kleinstem Raum
- Dual- und Stompbox-Mode
- kann über USB mit Strom versorgt werden
- niedriger Preis
- Bluetooth und mobiler Editor (nur ToneX One+)
- keine True-Bypass-Option im Stomp-Mode
ToneX One und ToneX One+: Anschlüsse und Bedienung auf kleinstem Raum
Beide Varianten kommen im schwarzen Minipedalgehäuse mit den Maßen 95 x 46 x 53 mm. Sämtliche Bedienelemente trifft man auf der Oberseite: Die drei Minipotis des EQs für Bass, Mid und Treble, die per Drücken des Alt-Buttons in der Pedalmitte eine Zweitfunktion übernehmen. Mittig befindet sich ein Volume- bzw. Gain-Poti. Dahinter sitzt der Fußschalter, der, wie wir noch sehen werden, mehrere Aufgaben erfüllen kann. Die Anschlüsse liegen an den Pedalseiten, rechts der Mono-Eingang und links der TRS-Ausgang, jeweils im 6,3-mm-Klinkenformat. Beim ToneX One+ gesellt sich an der rechten Außenseite noch eine MIDI-In- und -Out-Buchse im Miniklinkenformat hinzu. Stirnseitig warten der Eingang für ein Netzteil, das 9 Volt und 120 mA bereitstellen muss, und eine USB-C-Buchse für die Verbindung mit einem Rechner. Zum Lieferumfang gehört ein USB-Kabel. Die Software ToneX SE und AmpliTube 5 SE sind ebenfalls inkludiert.
ToneX One und ToneX One+: Zwei Modi, 20 Presets, volle Kontrolle
Das ToneX One (Plus) ist Teil des ToneX-Ökosystems, bestehend aus Hard- und Software-Komponenten. Da das ToneX One und die Plus-Version in vielen Bereichen und vor allem klanglich identisch sind, bezieht sich die Beschreibung auf beide Produkte. Das kompakte Gerät fasst bis zu 20 Presets beziehungsweise Tone-Modelle, was für diese Größe durchaus beachtlich ist. Wie beim großen Bruder können diese aus Stompbox, Amp und Cabinet bestehen. Der Fußschalter erlaubt zwei Betriebsarten: Im Dual-Mode wechselt man zwischen zwei Presets, im Stomp-Mode arbeitet das ToneX One wie ein klassisches On/Off-Pedal. Einen True-Bypass gibt es allerdings nicht, sodass auch im deaktivierten Zustand eine Digitalwandlung stattfindet. Angesichts einer Latenz von deutlich unter 2 ms fällt das in der Praxis jedoch kaum ins Gewicht – zumal der Testkandidat hier sogar noch etwas flotter unterwegs ist als das Vollformat-Modell. Für den Stomp-Mode wäre ein schaltbarer True-Bypass dennoch eine willkommene Ergänzung.

Erstaunlich viel Funktion auf kleinstem Raum
Neben den Tone-Modellen bietet das Pedal eine erstaunlich umfangreiche Effektsektion. EQ, Compressor, Noise Gate und Reverb lassen sich direkt am Gerät regeln, weitere Effektmodelle und Eingriffsoptionen erfolgen per Software, auf die wir weiter unten eingehen. Dank Auto-Save werden alle Änderungen sofort übernommen, und für den Live-Einsatz schützt ein Lock-Mode vor versehentlichen Verstellungen. Trotz der kompakten Bauform sind zahlreiche Funktionen direkt zugänglich: Presets lassen sich am Gerät anwählen, Performance-Modus, Cab-Block und Input-Level einstellen. Sogar ein Tuner ist integriert. Über den TRS-Ausgang können zudem Kopfhörer angeschlossen werden, und auch als 24-Bit/44,1-kHz-Audio-Interface macht das ToneX One eine gute Figur.
ToneX Editor: Komfortabler Zugriff auf Modelle und Effekte
Während die erste IK-Multimedia-Software noch einiges an Kritik in Sachen Benutzerfreundlichkeit einstecken musste, zeigt sich der aktuelle Editor beim Workflow und in der Bedienung deutlich ausgereifter. Hier erhält man Zugriff auf die Tone-Modelle von ToneNET und kann eigene wie auch Drittanbieter-Captures komfortabel organisieren. Neben Amp- und Cab-Block stehen außerdem Noise-Gate, Compressor, Modulation, Delay und Reverb zur Verfügung – in Summe stattliche 15 Effekte. Diese lassen sich zudem flexibel vor oder hinter dem Amp-Block platzieren. Der Desktop-Editor für das ToneX One+ lag zum Testzeitpunkt noch in der Beta-Version vor.
Die ToneX Control App bringt echten Bedienkomfort
Besonders willkommen ist die neue Bluetooth-Funktion des ToneX One+. IK-Multimedia-Nutzer kennen die ToneX Control App bereits vom ToneX Plug, und auch hier erweist sie sich als durchdachte und zuverlässige Ergänzung. Die Kopplung gelingt erfreulich unkompliziert: Ein Tipp auf „Connect“ genügt, und die App verbindet sich automatisch. Zum Testzeitpunkt lag mir die aktualisierte ToneX Control App ebenfalls noch als Beta-Version vor, lief jedoch bereits relativ stabil. Alternativ lässt sich das Gerät weiterhin auch per Editor am Computer verwalten. Für Bluetooth-Audio steht zudem ein separater Pairing-Modus bereit, der durch gleichzeitiges Drücken von ALT-Taste und Fußschalter für drei Sekunden aktiviert wird. So lassen sich Backing-Tracks oder Play-alongs direkt vom Smartphone oder Tablet streamen.



Martin S. sagt:
#1 - 23.05.2024 um 10:44 Uhr
Idee und Sounds sind sicher gut. Im Test fehlt mir allerdings jeder Hinweis darauf, dass das Pedal alles andere als leicht oder intuitiv zu bedienen ist. Beim T gab es zum Produktstart eine ganze Reihe von Bewertungen, die das moniert haben. Man muss ein Produkt nicht gleich schlecht reden. Wenn dieser Umstand aber gänzlich fehlt, ist es kein Test, sondern reine Produktvorstellung.
Haiko (Bonedo) sagt:
#1.1 - 23.05.2024 um 12:43 Uhr
Hallo Martin, danke für Deinen Kommentar. Ich kenne die Kritk an der Bedienung, kann sie aber ehrlichgesagt nicht ganz nachvollziehen und habe beim Test einen anderen Eindruck erhalten. Die Bedienung deckt sich auf Software Basis weitestgehend mit dem großen ToneX und gestaltet sich aus meiner Sicht auf Hardware Basis nicht schwieriger als beim Kemper Profiler Player oder dem AxeFx. Der Vermerk im Test "...allerdings sollte man sich etwas Zeit gönnen, bis man die unterschiedlichen Tastenkombinationen im Griff hat." weist darauf hin, dass das kein einfaches Plug & Play Pedal ist. Aufgrund der Menge an Funktionen und dem Formmaß ist das meiner Meinung nach schwer anders realisierbar und wurde dafür relativ gut gelöst. Hier wurde seitens des Herstellers die Entscheidung zu Gunsten der Vielfalt getroffen, was ich grundsätzlich positiv finde. Beste Grüße, Haiko
Antwort auf #1 von Martin S.
Melden Empfehlen Empfehlung entfernenJenny sagt:
#2 - 24.05.2024 um 08:16 Uhr
Hallo Haiko, danke für den tollen Test wieder mal, könntest du vielleicht noch etwas Spielgefühl in Sachen Direktheit, Dynamik sagen, interessieren würde mich zum Beispiel speziell ein Vergleich der Soundqualität zum Kemper Player im Hinblick auf Crunch, Breakup Sounds?
Haiko (Bonedo) sagt:
#2.1 - 24.05.2024 um 09:24 Uhr
Hallo Jenny, danke für den Kommentar! Das Spielgefühl und die Direktheit habe ich als sehr gut beschrieben. Break-Up und Dynamik hörst du z.B.im File "Mid-Gain Les Paul". Um einen repräsentativen Vergleich zu anderen Profilern zu ziehen, müsste ich beide Teile da haben und dann das identische Profile laden - das konnte ich für den Test leider nicht. Für mein Empfinden spielt das ToneX aber definitiv in der gleichen Liga. Nichtsdestotrotz: dein gewähltes Profile bestimmt den Sound, und aus meiner Sicht zeigen hier die frei erhältlichen Presets nicht immer das volle Potenzial des Pedals.
Antwort auf #2 von Jenny
Melden Empfehlen Empfehlung entfernentricki sagt:
#3 - 24.05.2024 um 14:44 Uhr
Schade, dass sie nicht noch einen Mini-Midi-Eingang zum Schalten der Presets unterbringen konnten. Dann hätte ich es schon.
Jenny sagt:
#4 - 24.05.2024 um 16:50 Uhr
Danke Haiko!
Max Vau sagt:
#5 - 05.01.2025 um 08:45 Uhr
Soundqualität und -vielfalt des Tonex-Ökosystems sind wirklich beeindruckend und durch das aktuelle Firmware-Update nochmal aufgewertet worden. Die Usability der Software ist vielerorts schon kritisiert worden, ich empfinde sie auch als sehr fummelig und nicht besonders ergonomisch - es läuft auf viel try & error hinaus. Ich gebe zu, manchmal sehne ich mich nach meinem Strymon Iridium zurück, der viel weniger kann, das aber auch sehr okay und ohne Verzettelungsgefahr. Der günstige Preis des kleinen ToneX hat sich bei mir auch ein bisschen dadurch relativiert, dass das Gerät auf einem überschaubaren Board mit zwei Eventide-Pedalen und einem Looper brummt wie Hölle und voraussichtlich die Anschaffung eines besseren Netzteils nötig wird. Die kleine 8-fach-Box von den Kollegen aus Köln, die angeblich isolierte Ausgänge besitzen soll, hat schon mal keine Abhilfe geschaffen.
Rotsch sagt:
#6 - 27.10.2025 um 23:38 Uhr
Der grösste Fehlkauf. Liegt in der Kiste herum. Den ganzen Big-brother-Prozess mitgemacht, sogar extra Wingdows wieder mal aufgestartet, weil es für Linux natürlich nix gibt (zum Big-brothern). 20 Presets erstmal nicht so toll klingend. Also die Registrierung und GB an Wingdows-Software installieren um überhaupt mal in die Nähe eines brauchbaren Sounds zu kommen. Gefühlt alle 2 Tage ein Update - wieder alle GBs herunterladen. Ok, h-langes Suchen in den 10.000-den von schlussendlich wenig brauchbaren Sounds. Bin ja gerade noch so gut um Sounds auf das Gerät zu bringen, aber sorry, ich bin zu doof um einen brauchbaren Sound aufm Gerät zu basteln. Klingt irgendwie alles nach gleichem Plastik. Mal 20 neue (ach so tolle Presets) aus dem Internet (10.000-den von besserem Schrottsounds) aufs Gerät bekommen - kann ich dat Teil ja jetzt offline basteln. Mit der Software geht das ja noch. Aber mal ohne die ach so tolle Software nur am Gerät basteln ist dann wirklich Tortur in Reinkultur. Mal ehrlich, um x zu erreichen, dann musst du am blauen Schrauben, wenn dann orange leuchtet, dann das grüne durch die Lasche ziehen und mit rot bis ganz nach oben drehen, bis braun leuchte. Dann drücke ich drauf und ... klinkt immer noch nach Plastik. Sorry IK-M, aber Funktion x mit Farbe y zu assoziieren ist mir alles komplett lästig. Mein Fazit: Das Teil kann man als einzelnen Effekt gerade noch durchgehen lassen. Als Multieffektgerät untauglich (da ist man mit einem billigen Zoom [GX1-four] oder Nux [MG-101] besser bedient und obwohl die Sounds Kacke sind noch besser Klingen als auf diesem Gerät). Der Benutzerfreundlichkeit des Gerätes sowie der Software (Registrierung, Updates, Werbung noch mehr von denen zu kaufen) stelle ich ein vernichtendes Zeugnis aus (die Editiersoftware ist nicht so schlecht, aber auch nicht benutzerfreundlich, wurde zwischenzeitlich etwas verbessert). Wer so etwas such wie ich gesucht habe - etwas in das man sein Kabel einstecken und loslegen kann - sei gewarnt. Sounds habe ich für meinen Verwendungszweck keinen einig brauchbaren basteln können (weder Clean, Crunch, Rock noch Metal). Viellecht habe ich das Konzept nicht verstenden, zumal es viele gute Kritik gibt (auf DeineTube). Aber ebensoviel schlechte Kritik. Mein Tipp: Nicht online bestellen, sondern vor dem Kauf zuerst testen.