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Das Ende einer Ära naht: Muss die CD schon ums Überleben kämpfen?

Einst war sie das Versprechen der Zukunft und verdrängte die Schallplatte von ihrem Thron. Der Musikindustrie bescherte sie einen Goldregen. Wie es mit der CD weitergeht, ist aber fraglich – zumindest in den USA.

Shutterstock, Atmosphere1
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Laut einer Meldung des Billboard-Magazins plant der große amerikanische Einzelhändler Best Buy den Verkauf von CDs in seinen Filialen zu stoppen. Dabei ist von dem 1. Juli 2018 die Rede. Auch die Handelskette Target will das Angebot und Einkauf von dem digitalen Tonträger drastisch einschränken.
Der Umsatz mit dem Verkauf von CDs ist laut Angaben von Best Buy auf ungefähr 40 Millionen US-Dollar gesunken, für den Händler mit über 1000 Geschäften ein sehr unbefriedigendes Ergebnis. Darum die Entscheidung, die Silberlinge aus dem Sortiment zu nehmen. Die Ironie der ganzen Geschichte ist, dass die Schallplatte, welche ja bekanntermaßen wieder ein Revival erlebt, vorerst im Angebot von Best Buy bleiben wird. Zumindest für die nächsten zwei Jahre ist dies geplant. Schallplattenspieler und Zubehör sind weiterhin im Programm.
Der Händler Target, dessen Auswahl von circa 800 auf 100 Titel gesunken ist, will ab sofort nicht mehr für sämtliche bestellten CDs bezahlen, sondern nur noch für die, welche tatsächlich über die Ladentheke wandern. Angeblich hat Target den Plattenfirmen eine Frist gesetzt, diesem Kommissions-Modell zuzustimmen. Falls die Tonträgerhersteller sich nicht auf den Deal einlassen, könnte das ein weiterer Rückschlag für die CD bedeuten.
Während in dem Rest der Welt die CD noch teilweise befriedigende Umsatzzahlen erzielt, ist in den USA der Verkauf von CDs um im letzten Jahr um 18,5 Prozent gesunken. Bereits ein Großteil des Geldes wird mit Streaming und digitalen Downloads gemacht. Mit dem Ausstieg von Best Buy und den geänderten Konditionen von Target, dürfte dieser Trend weitergehen und in Nordamerika das Ende der CD-Ära weiter besiegeln.
Es bleibt die Frage stehen, wie sich der Markt in Europa entwickeln wird. Wenn die USA aber als Barometer für zukünftige Entwicklung gelten, müssen wir uns vermutlich auf lange Sicht von den kleinen, silbernen Scheiben verabschieden. Solange es weiterhin Vinyl gibt, ist das zu verschmerzen, oder nicht?
Der Artikel des Billboard ist hier zu finden. Die Umsatzzahlen der Musikindustrie für den US-Markt im Jahr 2017 lassen sich hier nachlesen.

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von Dirk Behrens

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